Australopithecus afarensis
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| Australopithecus afarensis | |||||
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| Zeitraum | |||||
| Pliozän | |||||
| 4,0 bis 2,9 Mio. Jahre | |||||
| Fossilfundorte | |||||
| Systematik | |||||
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| Wissenschaftlicher Name | |||||
| Australopithecus afarensis | |||||
| Johanson, White & Coppens, 1978 |
Australopithecus afarensis (lat.: australis - südlich, gr.: pithekos - Affe: Südaffe von Afar) ist die bekannteste Art der ausgestorbenen Gattung Australopithecus. Sie lebte vor etwa 4 bis 2,9 Millionen Jahren im Pliozän Ostafrikas. Die Art wurde 1978 durch Donald Johanson, Tim White und Yves Coppens erstmals wissenschaftlich beschrieben; zuvor waren die Funde der Art Meganthropus africanus zugeordnet worden.
Als „Entdecker“ dieser Art muss allerdings Ludwig Kohl-Larsen gelten, der bereits in den 30er Jahren in Ostafrika auf der Suche nach dem Urmenschen auf einen Kieferknochen des Australopithecus afarensis stieß, ohne sich der Bedeutung seines Fundes wirklich im Klaren zu sein.
Stammesgeschichtlich wird Australopithecus afarensis in die Nähe der Entwicklungslinie zur Gattung Homo gestellt und damit auch zum heutigen Menschen (Homo sapiens).
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] „Lucy“
- → Hauptartikel: Lucy
Bekanntestes Fossil der Art ist „Lucy“ (AL 288-1; AL = „Afar Locality“), benannt nach dem Beatles-Song „Lucy in the sky with diamonds“, der am Tage der Entdeckung im Forschercamp laufend per Tonband abgespielt wurde. Das Skelett der zierlichen, nur 105 cm großen Lucy wurde in Hadar, im Afar-Dreieck in Äthiopien, am 30. November 1974 von Donald Johanson gefunden. Das Skelett gehört wahrscheinlich zu einem weiblichen A. afarensis, der im Alter von etwa 25 Jahren vor ungefähr 3,2 Mio. Jahren starb. Diese Interpretation des zu den besterhaltenen Skeletten eines zu den unmittelbaren Vorfahren des Menschen (Hominini) zählenden Fundes rührt von Überlegungen zum Größenverhältnis der Geschlechter (Geschlechtsdimorphismus) bei Australopithecinen her. Etwa 20 Prozent des Skeletts wurden gefunden (bleiben Hand- und Fußknochen unberücksichtigt, die etwa die Hälfte der Knochenzahl des Skeletts ausmachen, sind es 40 Prozent), darunter Oberschenkel und Schienbein, Teile des Beckens, der Wirbelsäule, des Schädels und des Armskeletts. Der Skelettbau zeigt eindeutige Anpassungen an den aufrechten Gang.
[Bearbeiten] Aufrechter Gang
Der aufrechte Gang von A. afarensis ist durch fossile Fußspuren belegt, die Mary Leakeys Mitarbeiter in der zu Gestein gewordenen vulkanischen Asche von Laetoli in Tansania fand. Kurze Zeit nach dem Ausbruch des Vulkans Sadiman vor 3,6 Millionen Jahren gingen zwei A. afarensis über die feuchte Asche, die kurz darauf aushärtete und ihre Fährten konservierte. Laut William Sellars von der Universität in Loughbourough belegen die Spuren, dass sich Australopithecus afarensis mit einer Geschwindigkeit von 0,6 bis 1,3 m/s vollständig aufrecht fortbewegte. Die Berechnung wurde anhand der Abmessungen von Lucy und den Spuren mittels Modellsimulation durchgeführt.
Diese Analysen wurden durch den Fund DIK 1-1, eines dreijährigen Australopithecus-Mädchens aus dem Jahr 2000 bestätigt, das nach dem Fundort auch als Dikika girl (Mädchen von Dikika) oder als „Selam“ bezeichnet wird. Dieser sehr gut erhaltene Fossilfund zeigte aber auch auf, dass zumindest junge Australopithecinen noch gut im Geäst der Bäume hangeln konnten, vergleichbar den modernen Schimpansen.
[Bearbeiten] Tiere und Lebensraum
In Hadar wurden im Zusammenhang mit Australopithecus afarensis die Überreste von zahlreichen fossilen Tierarten geborgen, darunter urtümliche Paviane (Parapaio), Fleckenhyänen (Percrocuta), Hyänen (Chasmoporthetes), Säbelzahnkatzen (Meganteron und Homotherium), Mäuse (Saidomys), Kurzhalsgiraffen (Sivatherium) sowie Verwandte der heutigen Gnus (Damalops) und der Antilopen (Praedamalis); es wurden nur wenige reine Waldbewohner entdeckt. Die Artenzusammensetzung ist demnach „typisch für Mosaiklandschaften mit Grasflächen, Gehölzen sowie geschlossenen Busch- und Baumbeständen an Wasserläufen und in Gebirgstälern.“[1] Die Region von Hadar war zur Zeit des Australopithecus afaraensis – in einer Höhe von 2400 Metern – deutlich kühler als in Laetoli und wies vermutlich auch Wälder auf.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
- D. C. Johanson, T. D. White und Y. Coppens: A New Species of the Genus Australopithecus (Primates: Hominidae) from the Pliocene of Eastern Africa. Kirtlandia Nr. 28 (1978)
- D. C. Johanson und Maitland Edey: Lucy - Die Anfänge der Menschheit. (Dt. Ausgabe), R.Piper & Co. München 1982, ISBN 3-492-02738-5
- Yves Coppens: Lucys Knie - Die prähistorische Schöne und die Geschichte der Paläontologie, München, 2002
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ G. J. Sawyer, Viktor Deak: Der lange Weg zum Menschen. Lebensbilder aus 7 Millionen Jahren Evolution. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2008, S. 42

