Tyrolean Airways

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Tyrolean Airways
Austrian
Logo Tyrolean.jpg
Eine Fokker 100 der Tyrolean Airways
IATA-Code: VO
ICAO-Code: TYR
Rufzeichen: TYROLEAN
Gründung: 1980
Sitz: Innsbruck, OsterreichÖsterreich Österreich
Drehkreuz:

Wien-Schwechat

Heimatflughafen:

Flughafen Innsbruck

Unternehmensform: GmbH
IATA-Prefixcode: 734
Leitung: Klaus Froese, Managing Director
Allianz: Star Alliance (über Austrian Airlines)
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 79 (+1 Bestellung)
Ziele: National und international
ehemaliges Logo
BW

Die Tyrolean Airways Tiroler Luftfahrt GmbH, die bisher unter dem Markennamen Austrian arrows auftrat, ist eine österreichische Fluggesellschaft mit Sitz in Innsbruck und Basis auf dem Flughafen Wien-Schwechat. Sie ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Austrian Airlines, Teil der Austrian Airlines Group und somit ebenfalls eine Tochtergesellschaft der Lufthansa. Seit 1. Juli 2012 führt Tyrolean den gesamten Flugbetrieb der Austrian Airlines unter der Marke Austrian durch.[1] Mit 1. April 2015 wird das Unternehmen Tyrolean Airways mit Austrian Airlines fusioniert. Auch Flugbetrieb und Mitarbeiterstand werden dabei wieder auf Austrian Airlines übergehen.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

1978 kauften Gernot Langes-Swarovski und Christian Schwemberger-Swarovski die von Anneliese Schuh-Proxauf und ihrem Mann Max Schuh geführte „Aircraft Innsbruck“ auf und nannten sie 1979 in Tyrolean Airways um. Am 1. April 1980 wurden die ersten Linienflüge mit einer 50-sitzigen Dash 7 von Innsbruck nach Wien und Zürich aufgenommen. 1981 schloss man sich dem Reservierungssystem der Austrian an, bei dem erstmals Flüge von der ganzen Welt aus buchbar waren.

Die erste 37-sitzige Bombardier Dash 8Q-100 (damals noch Dash 8-100) wurde am 3. Mai 1985 eingeflottet. 1988 wurde Tyrolean in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, wobei 92 % von Gernot Langes-Swarovski gehalten werden. Zwischen 1987 und 1993 erweitert Tyrolean ihr Flugangebot auf alle österreichischen Bundesländer.

Von Mitte der Achtziger- bis Ende der Neunzigerjahre flog Tyrolean mit einer viermotorigen Dash 7 im Liniendienst den französischen Flugplatz Courchevel, einen der anspruchsvollsten und gefährlichsten Flugplätze der Welt, an.[2]

Die 1990er-Jahre[Bearbeiten]

Austrian Airlines beteiligte sich 1994 mit 42,85 % an Tyrolean und gaben die eigene Regionaltochter Austrian Air Service (AAS) auf, welche per Betriebsübergang in Tyrolean integriert wurde. Die verbleibenden Anteile wurden von der Gernot Langes-Swarovski AG (42,85 %) und der Leipnik-Lundenburger Industrie AG (14,3 %) gehalten. Die Bundesländer-Stationen der Austrian wurden ebenfalls Zug um Zug an Tyrolean übergeben. Das erste Strahlflugzeug gelangte in Form einer Fokker 70 am 13. Juni 1995 zur Flotte, 1996 folgten Bombardier CRJ. Im Jahr 1998 hat Tyrolean eine Flotte von 31 Flugzeugen.

Im März 1998 hielten Austrian Airlines 100 % des Aktienkapitals der Tyrolean Airways. Damit war Tyrolean Airways vollständig übernommen und eine 100 Prozent-Tochter von Austrian Airlines. Es folgte eine Zeit intensiven Wachstums: Die Flotte wurde rasch erweitert und insgesamt fast verdoppelt. Sie erreichte ihren Höchststand im Jahr 2008 mit 59 Flugzeugen.

Entwicklung seit 2000[Bearbeiten]

Eine ehemalige Bombardier Dash 8Q-100 der Tyrolean Airways

Im Jahr 2000 wurden die ersten Bombardier Dash 8Q-400 in Betrieb genommen. Fritz Feitl verließ als Vorstand das Unternehmen und übergab die Firmenleitung per 1. Jänner 2001 an Josef Burger und Johann Messner. Fünf Monate später wurde Tyrolean Airways im Zuge des Stammhauskonzeptes in eine GmbH gewandelt. Josef Burger wechselte als CCO in den Vorstand der Austrian Airlines und schied aus dieser Funktion im Jahr 2007 aus.

Das Stammhauskonzept wurde 2002 wieder verworfen und durch das Production Company Concept ersetzt. Das bedeutet, dass die Airline mit ihrem autonomen Flugbetrieb nur im Auftrag der Austrian Airlines Group fliegt. Im Flugbetrieb erfolgen Personalplanung und -führung, Selektion und Ausbildung eigenständig, die Kriterien decken sich nicht komplett mit jenen der Konzernmutter. Die absolute Mehrzahl aller anderen Funktionen – insbesondere kommerzielle Unternehmensfunktionen wie etwa Marketing, Verkauf, Netzwerkplanung, Flugzeugeinkauf, Kerosineinkauf und viele mehr – werden von der Konzernzentrale in Wien übernommen. Im Sommer 2002 legte der Vorstand der Austrian Airlines Group im Rahmen einer neuen Markenstrategie weiters fest, die Fluggesellschaft Tyrolean näher an den Konzern heranzuführen und die Flüge künftig nicht mehr unter der Marke Tyrolean zu vermarkten. Ab diesem Zeitpunkt wurden sie als Austrian arrows näher an die Muttermarke gebunden. Der rechtlich relevante Firmenwortlaut Tyrolean Airways Tiroler Luftfahrt GmbH wurde jedoch beibehalten. Am 1. Oktober 2002 wurde die Rheintalflug in Tyrolean Airways integriert.

Als eine der ersten Regionalfluglinien weltweit wurde Tyrolean Airways im Jahr 2005 durch die IATA mit dem IOSA-Zertifikat ausgezeichnet.

Austrian arrows profitierte in den folgenden Jahren überproportional von der starken Expansion der Austrian Airlines Group im Regionalflug-Segment. Die Flottenabgänge bei Austrian Airlines wurden nicht im Austrian-Flugbetrieb kompensiert, sondern beispielsweise durch Einflottung der Fokker 100 bei Tyrolean. Die Austrian arrows-Flotte erreichte mit 59 Flugzeugen im Jahr 2008 ihren Höchststand.

Im April 2006 beschäftigte Tyrolean etwa 1600 Mitarbeiter. Am 30. Juni 2006 trat der damalige Geschäftsführer Johann Messner in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde Manfred Helldoppler bestellt. Die letzten drei Fokker 70 von Austrian Airlines wurden bis April 2007 zu Tyrolean Airways verschoben. Mitte 2007 erhielt Tyrolean Airways eine eigene Webpräsenz.

Betriebsübergänge und die Folgen[Bearbeiten]

Ein ehemaliger Bombardier CRJ200 der Tyrolean Airways

Am 30. April 2012 wurde bekanntgegeben, dass Tyrolean Airways mit 1. Juli 2012 den gesamten Flugbetrieb der Austrian Airlines Group übernimmt. Im Zuge dessen wurde auch der Zusatz "arrows" aufgegeben.[3] Die gesamte Flugzeugflotte und der Personalstand (rund 460 Piloten und 1.500 Flugbegleiter) der Austrian Airlines wechselte an diesem Tag innerhalb des Konzerns den Betreiber beziehungsweise den Arbeitgeber. Alle Flüge der Austrian Airlines werden seither mit dem Zusatz "operated by Tyrolean", jedoch weiterhin unter OS-Flugnummern geführt. Wie am 8. Oktober 2014 bekanntgegeben wurde wird - nach einer Einigung auf einen neuen Kollektivvertrag - der gesamte Flugbetrieb (Flugzeugflotte und Personal) ab 1. April 2015 jedoch wieder zurück auf Austrian Airlines übertragen, wodurch der Zusatz "operated by Tyrolean" komplett verschwinden wird. Hintergrund waren massive Proteste und Klagen gegen den erfolgten Betriebsübergang seitens der Belegschaft. Der Übergang war zuvor von österreichischen Gerichten in zwei Instanzen für nichtig erklärt worden. Im September 2014 stellte zudem auch der EuGH fest, dass der alte Kollektivvertrag für das fliegende Personal bis zum Inkrafttreten eines neuen Vertrages nachwirke, was wiederum Nachzahlungen in Millionenhöhe zur Folge hätte. Die finale Entscheidung in der Causa liegt allerdings beim OGH.[4] Am 31. Oktober 2014 wurde schließlich der neue und fertig textierte Kollektivvertrag von Gewerkschaft und Wirtschaftskammer unterschrieben. Er gilt seit 1. Dezember 2014 für alle Bord-Mitarbeiter.[5]

Fusionierung mit Austrian Airlines[Bearbeiten]

Die Auswirkungen der Entscheidung auf das Unternehmen Tyrolean Airways waren zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht geklärt. Bereits im März 2014 sprach Geschäftsführer Klaus Froese von der Möglichkeit das Unternehmen gänzlich aufzulösen.[6] Im Oktober 2014 wurde von der Möglichkeit berichtet, den bestehenden Innsbrucker Technik-Standort in Austrian zu integrieren, sodass sich letztlich nur der Name ändere. Austrian CEO Jaan Albrecht betonte aber stets am Standort Innsbruck festhalten zu wollen.[7][8]

Am 5. Dezember 2014 wurde bekanntgegeben, dass mit dem erneuten Betriebsübergang am 1. April 2015 zugleich auch die Unternehmen Tyrolean Airways und Austrian Airlines unter der Marke Austrian Airlines fusioniert werden. Ab diesem Zeitpunkt werden also nicht nur das fliegende Personal, sondern auch die Stationsmitarbeiter in den Bundesländern und weitere Angestellte im Bereich der Flugbetriebsadministration bei Austrian Airlines beschäftigt sein.

Eine Ausnahme wird allerdings der von der Gesellschaft unterhaltene Wartungsbetrieb Tyrolean Technik am Flughafen Innsbruck darstellen. Da dieser eine weltweit anerkannte führende Position bei Betrieb und Wartung von Turboprop-Flugzeugen – insbesondere bei dem Typ Dash 8 - hat, wird der Standort bereits am 1. März 2015 in die separate Tochterfirma Tyrolean Airways Luftfahrzeuge Technik GmbH ausgegliedert. 120 Mitarbeiter werden dort beschäftigt sein. Dadurch soll die bereits etablierte Marke geschützt werden.[9]

Flugziele[Bearbeiten]

Tyrolean Airways flog bisher unter dem Markennamen Austrian arrows im Streckennetz der Austrian Airlines zahlreiche Destinationen innerhalb Österreichs und Europas an. Von 1. Juli 2012 bis 1. März 2015 werden nationale sowie internationale Ziele bedient und nur noch der Markenname Austrian verwendet.

Flotte[Bearbeiten]

Die Maschinen - hier eine Dash 8Q400 - tragen nun nur noch den Schriftzug Austrian
Der Zusatz arrows - hier auf einer Fokker 70 - wurde aufgegeben
Hauptartikel: Austrian Airlines

Vor dem Betriebsübergang bestand die Flotte der Tyrolean Airways, mit Stand Oktober 2011, aus 38 Flugzeugen[10] mit einem Durchschnittsalter von 13,7 Jahren.[11] Mit 1. Juli 2012 kamen 38 Flugzeuge von Austrian Airlines zur Flotte hinzu, lediglich eine Boeing 777 (OE-LPB) verblieb aus verkehrsrechtlichen Gründen bei Austrian Airlines.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1997
  • ERA Airline of the Year 1997 - 98 (Platz 1 der besten Regionalfluggesellschaften Europas)
1999
  • ATW-Award - Regional Airline of the Year 1998 (Regionalfluggesellschaft des Jahres 1998; weltweit höchste Auszeichnung der Branche)
2000
  • Business Traveller Award als beste Regionalfluggesellschaft
  • ERA Airline of the Year Bronze Award 2000 - 01 (Platz 3 der besten Regionalfluggesellschaften Europas)
2007
  • ERA Airline of the Year Silver Award 2007 - 08 (Platz 2 der besten Regionalfluggesellschaften Europas)[12]

Trivia[Bearbeiten]

Der derzeit erfolgreichste Apnoetaucher der Welt, Herbert Nitsch, war bei Tyrolean Airways als Berufspilot angestellt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.austrianairlines.ag/Press/PressReleases/Press/2012/06/104.aspx?sc_lang=de&mode={57E10D62-182E-4A98-837E-6032A0EE881A}&fromDate=&toDate=&category= ,vom 29.Juni 2012
  2. Ein Zeitzeuge erzählt: Der erste Flug nach Courchevel vom 19. September 2014
  3. http://austrianaviation.net/news-regional/news-detail/datum/2012/05/01/austrian-airlines-neu-der-fahrplan.html , vom 1. Mai 2012
  4. Niederlage für AUA-Management: Auch EuGh gibt Belegschaft Recht vom 11. September 2014
  5. Neuer AUA-KV ist unterzeichnet vom 31. Oktober 2013
  6. Froese: ¨Tyrolean könnte aufgelöst werden¨ vom 19. Mai 2014
  7. Austrian Airlines: Einigung auf Kollektivvertrag vom 8. Oktober 2014
  8. Fotobericht: AUA taufte „neue” OE-LGO auf den Namen „Innsbruck” vom 27. Oktober 2014
  9. AUA: Fusion mit Tyrolean im Frühjahr vom 5. Dezember 2014
  10. ch-aviation.ch - Flotte der Tyrolean Airways (englisch) abgerufen am 8. Oktober 2011
  11. airfleets.net - Flottenalter der Tyrolean Airways (englisch) abgerufen am 8. Oktober 2011
  12. Tyrolean Airways: ERA AIRLINE OF THE YEAR SILVER AWARD 2007 - 08

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Austrian arrows – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.25788311.354134Koordinaten: 47° 15′ 28″ N, 11° 21′ 15″ O