Austrian Business Agency

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Austrian Business Agency - Österreichische Industrieansiedlungs- und WirtschaftswerbungsgmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1982 (als ICD Austria)
Sitz 1010 Wien, Opernring 3
Leitung René Siegl (Geschäftsführer)
Branche Wirtschaftsförderung
Website www.investinaustria.at

Die Austrian Business Agency - Österreichische Industrieansiedlungs- und WirtschaftswerbungsgmbH (ABA - Invest in Austria) ist die Betriebsansiedlungsagentur der Republik Österreich und berichtet an das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend. Die Organisation ist zuständig für die Akquisition und die Betreuung von ausländischen Unternehmen, die in Österreich eine Niederlassung gründen wollen. Die ABA informiert über den Wirtschaftsstandort Österreich und berät internationale Investoren bei standortrelevanten Fragen. Die Betriebsansiedlungsagentur wurde 1982 als ICD Austria von der ÖIAG gegründet und 1995 in Austrian Business Agency (ABA) unbenannt. Anlässlich des 25-jährigen Firmenjubiläums 2007 hat die ABA ihr Corporate Design umgestellt und verwendet nun statt Austrian Business Agency den Namen ABA-Invest in Austria, um den Unternehmenszweck klarer erkennbar zu machen. ABA-Invest in Austria beschäftigt 25 Mitarbeiter.

Die ABA betreute viele internationaler Unternehmen wie Sony, Infineon, Ikea, Matsushita Electric Works, Hutchison Mobilfunk, Holmes Place oder Starbucks bei der Ansiedlung in Österreich.

Eine Teilorganisation der ABA, die Location Austria, bewirbt seit 1997 Österreich als Standort für internationale Filmproduktionen. Location Austria ist gemeinsam mit Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) für die Abwicklung der Fördermaßnahmen im Rahmen der Initiative "Filmstandort Österreich" (FISA) zuständig. FISA ist eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend zur Unterstützung von Kinofilmen mit einem nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 25 Prozent der förderungsfähigen österreichischen Herstellungskosten. Wegen des großen Erfolges wurde das Fördermodell FISA bis Ende 2014 verlängert.

Tätigkeitsfelder[Bearbeiten]

Im Wettbewerb um Direktinvestitionen befindet sich Österreich in Konkurrenz mit der internationalen Staatengemeinschaft. Die Betriebsansiedlungsagentur bewirbt den Wirtschaftsstandort und hat das Ziel, das Image Österreichs als Industrienation weiter zu verbessern. Österreich ist das zweitreichste Land in der EU[1], wird aber nach wie vor hauptsächlich als Tourismus- und Kulturnation wahrgenommen.

Die ABA unterstützt ausländische Unternehmen bei der Firmengründung in Österreich. Die Investoren erhalten Informationen über den Wirtschaftsstandort Österreich sowie über die wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Zum Tätigkeitsbereich von ABA-Invest in Austria gehört außerdem die Herstellung aller notwendigen Kontakte in Österreich, sowie die Beratung bei der Standortsuche und Bereitstellung von relevanten Informationen für ein Unternehmen wie etwa Kostenfaktoren (z. B. Lohnkosten und Infrastrukturkosten), steuerliche Aspekte oder die Performance von Wirtschaftsbranchen im Land. Unternehmen erhalten auch bei Erweiterungsinvestitionen Unterstützung. Die Weltbank reihte ABA-Invest in Austria in ihrem "Global Investment Promotion Benchmarking 2009" (GIPB)[2] unter 181 Betriebsansiedlungsagenturen weltweit auf Platz eins.

Internationale Direktinvestitionen[Bearbeiten]

Mit 27 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen ist Deutschland insgesamt der wichtigste Investor in Österreich, vor Italien (13 Prozent), den USA (11 Prozent) und der Schweiz mit 6 Prozent. Der wichtigste Investor in Österreich im Jahr 2013 war Russland mit einem Anteil von 42 Prozent (3,63 Mrd. Euro) an den Gesamtinvestitionen. Den zweiten Platz belegte Deutschland mit einem Anteil von 25 Prozent (2,1 Mrd. Euro). Dahinter folgten die Niederlande mit 17,6 Prozent an den Gesamtinvestitionen (787 Mio. Euro). Weitere wichtige Auslandsinvestoren im Jahr 2013 waren Luxemburg, Ungarn und Irland.[3]

Viele internationale Unternehmen haben ihr Osteuropa-Headquarters in Österreich errichtet. Mit insgesamt 317 Osteuropa-Headquarters liegt Österreich damit vor den Wettbewerber-Standorten Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn, die kumuliert auf 84 regionale Firmen-Zentralen kommen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Rechtsanwaltskanzlei Wolf Theiss sowie einer Erhebung der Beratungsorganisation Headquarters Austria.[4] Zahlreiche internationale Institutionen mit Mittel- und Osteuropa-Bezug haben zudem ihren Sitz in Österreich.[5]

Bei den weichen Standortfaktoren wird Österreich in internationalen Rankings in den Bereichen Lebensqualität, Sicherheit, Rechtssicherheit und Schutz von Personen und Eigentum in den vorderen Rängen aufgelistet.[6]

Unternehmensansiedlungen, ABA-Projekte (Quelle: ABA-Invest in Austria)
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
Unternehmen 82 107 123 152 201 256 158 198 183 201 228

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eurostat 2013, BIP pro Kopf in KKS (PDF; 128 kB)
  2. Global Investment Promotion Benchmarking 2009, The World Bank
  3. Oesterreichische Nationalbank, Außenwirtschaft, Direktinvestitionen
  4. Regional Headquarters Central and Eastern Europe (PDF; 314 kB)
  5. Handbuch "Internationale Organisationen in Wien"
  6. World Competitiveness Yearbook 2013, "Quality of life", "Pollution Problems", "Health Infrastructure", "Risk of political Instability"