Auswärtiges Amt
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| Staatliche Ebene | Bund |
|---|---|
| Stellung der Behörde | Oberste Bundesbehörde |
| Gegründet | 1870 |
| Hauptsitz | Berlin |
| Behördenleitung | Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister des Auswärtigen |
| Website | www.auswaertiges-amt.de |
Das Auswärtige Amt (abgekürzt AA) ist der traditionelle und amtliche Name für das deutsche Außenministerium. Es ist zuständig für die Außenpolitik sowie die deutsche EU-Politik. Leiter des Auswärtigen Amtes ist heute der Bundesminister des Auswärtigen.
Das Auswärtige Amt
Das Auswärtige Amt bildet gemeinsam mit den Auslandsvertretungen des Bundes den sogenannten Auswärtigen Dienst (§ 2 des Gesetzes über den Auswärtigen Dienst); er nimmt die auswärtigen Angelegenheiten des Bundes wahr, indem er die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zu auswärtigen Staaten sowie zwischenstaatlichen und überstaatlichen Einrichtungen, den Internationalen Organisationen, pflegt. Zu den sichtbaren Ansätzen der „Pflege der auswärtigen Beziehungen“ in den vergangenen Jahren zählt die Bewerbung Deutschlands um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Zuge eines globalen VN-Reformpaketes des Jahres 2005, dem die erforderliche qualifizierte Mehrheit in der Generalversammlung der Vereinten Nationen bis dato versagt geblieben ist.
Das Auswärtige Amt veröffentlicht auf seiner offiziellen Website Informationen über die Außenpolitik Deutschlands, sowie umfangreiche Informationen zu allen Staaten der Welt. Es arbeitet damit als Behörde, die dem Bürger direkt zugänglich ist. Seinen ersten Dienstsitz hat es im historischen Zentrum Berlins, am Werderschen Markt, unweit des abgerissenen früheren DDR-Außenministeriums. Der große Altbau war seit 1940 Sitz der Reichsbank, ab 1959 des Zentralkomitees der SED. Der Zweitsitz ist in der Adenauerallee der Bundesstadt Bonn.
Amtsinhaber und damit Bundesaußenminister ist seit 2005 Frank-Walter Steinmeier (SPD) (siehe auch Bundesregierung).
Organisation
Neben der Zentrale des Auswärtigen Amts in Berlin und Bonn gibt es deutsche Auslandsvertretungen in den meisten Hauptstädten der Welt sowie in größeren Städten der Länder. Aufgabe der Zentrale ist es, als „zentrale Schaltstelle der deutschen Diplomatie, in der außenpolitische Analysen und Konzeptionen sowie konkrete Handlungsanweisungen für die deutschen Auslandsvertretungen erarbeitet werden“, zu fungieren. Die Auslandsvertretungen – also Botschaften, Ständige Vertretungen und Konsulate – werden dort als „Augen, Ohren und Stimme“ der Bundesregierung bezeichnet.
Heute unterhält das Auswärtige Amt 226 Auslandsvertretungen, darunter 145 Botschaften, 59 Generalkonsulate, zwölf Ständige Vertretungen (bei Internationalen Organisationen) und zehn sonstige Auslandsvertretungen (acht Außenstellen und zwei Vertretungsbüros). Des Weiteren werden drei Informationszentren unter der Bezeichnung „German Information Center (GIC)“ mit der Aufgabe, sprach- und regionalspezifische Informationen über Deutschland zu vermitteln, unterhalten. Das größte GIC befindet sich seit 2003 in Washington (vorher in New York). Im arabisch-sprachigen Raum ist ein GIC in Kairo tätig und für die französisch-sprachigen Gebiete wurde das GIC/CIDAL in Paris errichtet.[1] Zusätzlich sind 356 Honorarkonsuln ehrenamtlich im Auftrag des Auswärtigen Amts tätig.
Die Berufung in die Spitzenpositionen an den Auslandsvertretungen geriet seit Ende der neunziger Jahre mehrfach in die Kritik. Die Vorwürfe richten sich gegen angebliche Parteibuchwirtschaft[2] und Günstlingswirtschaft.[3] Das Auswärtige Amt hält sich unter Verweis auf die Persönlichkeitsrechte seiner Bediensteten mit Stellungnahmen zu solchen Behauptungen zurück.
Standort Bonn
Die in Bonn untergebrachten Arbeitseinheiten haben weniger Aufgaben im diplomatischen Bereich, sondern sind insbesondere für den geregelten Betrieb der Informationstechnik zuständig. Das Netz streckt sich von der Strecke Bonn–Berlin zu jeder einzelnen Auslandsvertretung (AV) durch ein VPN.
Probleme
Die Personalpolitik des Auswärtigen Amtes wird als zu wenig transparent kritisiert, insbesondere nachdem das Auswärtige Amt nach dem Überfall auf die Deutsche Botschaft Stockholm im Jahre 1975 und die Ermordung des AA-Diplomaten Gerold von Braunmühl 1986 durch Terror-Kommandos der RAF die Veröffentlichung der Besetzung seiner Auslandsvertretungen und Führungspositionen in der Zentrale zum Schutze der Amtsträger einstellte. Die in anderen Staaten gepflegte, jährliche Veröffentlichung eines „Annuaire Diplomatique“ (Diplomatischen Jahrbuchs) mit den Stationen der Karriere jedes einzelnen Diplomaten des betreffenden Landes bietet dagegen ein höheres Maß an öffentlicher Kontrolle über die mögliche Entstehung von Seilschaften in der Personalverwaltung.
Bei der Bekämpfung der Korruption ist das Auswärtige Amt führend unter den obersten Bundesbehörden.[4]
Der Auswärtige Dienst wird seit 2006 von einer hohen Zahl von Konkurrentenklagen erschüttert,[5] die zu einer Modifikation des beamtenrechtlichen Beurteilungsverfahrens geführt hat. Seit dem Jahr 2008 werden die Leistungen nicht mehr in den Fachabteilungen und an den Auslandsvertretungen, sondern zentral von den personalführenden Verwaltungsreferaten benotet. Das Verfahren wurde eingeführt, um die Entscheidungen der Personalverwaltung der gerichtlichen Kontrolle nunmehr zu entziehen.
Geschichte
Norddeutscher Bund
Die Entstehung des Auswärtigen Amtes ist auf das 1807 errichtete „Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten“ Preußens zurückzuführen, das 1871 zum „Auswärtigen Amt des Deutschen Reiches“ umbenannt wurde.[6] Der neue Gründungsprozess des Auswärtigen Amtes als Behörde des Norddeutschen Bunds vollzog sich bereits 1870. Die Behörde wurde von einem Staatssekretär geleitet, ebenso wie später das Auswärtige Amt des Deutschen Reiches. Minister gab es im Reich erst seit 1919. Bis heute hat sich die Bezeichnung erhalten, obgleich das „Auswärtige Amt“ ein Bundesministerium wie die anderen darstellt. Die Bezeichnung wird aus Tradition weitergeführt.
Deutsches Reich (1871–1918)
Im Kaiserreich war das Auswärtige Amt ein Reichsamt, das sich federführend um die Außenpolitik kümmerte. Es entstand 1871 nach der Gründung des Kaiserreiches und hatte seinen Sitz in der Berliner Wilhelmstraße 76.
Das Reich übernahm das Auswärtige Amt vom Norddeutschen Bund in unveränderter Form als Reichsbehörde, die von einem Staatssekretär geleitet wurde. Obwohl das Auswärtige Amt nun als Behörde einer gesamtdeutschen Außenpolitik fungierte, behielten die deutschen Bundesstaaten ein beachtliches Maß an Eigenständigkeit in ihrer jeweils eigenen Außenpolitik. Otto von Bismarck prägte mit seiner Außenpolitik den weltweit guten Ruf dieses Amtes, durch seine Bündnispolitik wurde das Auswärtige Amt zu einer der meistbeachteten Behörden Deutschlands. Obwohl nach Bismarcks Entlassung unter Wilhelm II. die meisten außenpolitischen Entscheidungen vom Kaiser selbst getroffen wurden, behielt das Auswärtige Amt die Schlüsselfunktion in der Deutschen Diplomatie und stellte sogar eine gewisse Opposition gegen Wilhelms Zickzackkurs in der Außenpolitik dar.
Im Auswärtigen Amt gab es zunächst zwei Abteilungen, welche den beiden streng getrennten Laufbahnen Diplomat und Konsul entsprachen.
Abteilung I
Die erste Abteilung war die politische, die sich mit den Angelegenheiten der höheren Politik, Personalien, Generalia, Zeremonien, Ordenssachen, Etats, Kassensachen, Angelegenheiten der Schulen und Kirchen etc. beschäftigte. Leiter dieser Abteilung war ein Staatssekretär, der zugleich als ständiger Vertreter des Reichskanzlers im Auswärtigen Amt fungierte. Der Reichskanzler besaß die oberste Verantwortlichkeit in außenpolitischen Belangen, weswegen der Staatssekretär ihm gegenüber weisungsgebunden war. Stellvertreter des Staatssekretärs war wiederum ein Unterstaatssekretär.
Abteilung II
Die zweite Abteilung war für die Bearbeitung der Angelegenheiten des Handels, Verkehrs, Konsulatswesens, Staatsrechts, Zivilrechts, der Kunst und Wissenschaft, der Privatangelegenheiten Deutscher im Ausland und der Gegenstände, die das Justiz-, Polizei- und Postwesen, die Auswanderung, die Schiffsangelegenheiten, die Grenzsachen und Ausgleichungen mit fremden Staaten etc. betrafen, zuständig. Sie war dem Direktor des Auswärtigen Amtes unterstellt.
Einrichtung weiterer Abteilungen
1885 verlor die zweite Abteilung die Zuständigkeit für Rechtssachen, da eine neue Abteilung III als Rechtsabteilung aus der Taufe gehoben wurde. Fünf Jahre später folgte eine eigene Kolonialabteilung, die 1907 zum Reichskolonialamt wurde. Des Weiteren schuf man 1915 im Ersten Weltkrieg eine Abteilung IV, welche die Funktion einer Nachrichtenabteilung übernahm.
| Direktoren der Kolonialabteilung | |||
| Nr. | Name | Amtsantritt | Ende der Amtszeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Friedrich Richard Krauel | 1890 | 1890 |
| 2 | Paul Kayser | 1890 | 1896 |
| 3 | Oswald Freiherr von Richthofen | 1896 | 1898 |
| 4 | Gerhard von Buchka | 1898 | 1900 |
| 5 | Oscar Wilhelm Stübel | 1900 | 1905 |
| 6 | Ernst Fürst von Hohenlohe-Langenberg | 1905 | 1906 |
| 7 | Bernhard Dernburg | 1906 | 1907 |
Deutsches Reich (1919–1933, Weimarer Republik)
Im Kaiserreich gab es ein Auswärtiges Amt des preußischen Staatsministeriums, das auch als Reichsbehörde diente. Ihm stand ein Staatssekretär vor, der dem Reichskanzler verantwortlich war. 1919 wurde das Amt, das seine tradionionelle Bezeichnung beibehielt, ein Reichsministerium (während Preußen seine auswärtigen Angelegenheiten fortan selbst regelte), und an seine Spitze trat ein auch dem Reichstag verantwortlicher Reichsaußenminister. Ein Staatssekretär verblieb als wichtigster Beamter im Ministerium.
Nach einer ersten Phase mit geringen Erfolgen und eher geringer Bereitschaft, mit den Westmächten zusammenzuarbeiten, trat der ehemalige Reichskanzler Gustav Stresemann im November 1923 das Amt des Außenministers an. Er sorgte bis zu seinem Tod im Oktober 1929 für eine Verständigung mit dem Westen und erreichte auch den deutschen Beitritt zum Völkerbund unter sehr günstigen Bedingungen. Die wichtigsten Früchte seiner Arbeit, wie die Räumung des besetzten Rheinlandes 1930, erlebte Stresemann nicht mehr. In der Folge verhielten die Reichskanzler und Außenminister sich dem Auslang gegenüber wieder forscher.
Deutsches Reich (1933–1945, Zeit des Nationalsozialismus)
Mit der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten war das Auswärtige Amt der Gleichschaltungspolitik der NSDAP ausgesetzt, ebenso wie alle anderen Reichsministerien.
Es gingen aber auch aus dem Auswärtigen Dienst Widerstandskämpfer hervor, wie Rudolf von Scheliha, Ilse Stöbe, Adam von Trott zu Solz und Ulrich von Hassell.
Am 31. März 1933 wurde offiziell das von Alfred Rosenberg geleitete Außenpolitische Amt der NSDAP (APA) in Konkurrenz zum Auswärtigen Amt gegründet, um das vorhandene „traditionell-konservative Instrumentarium“ der Außenpolitik durch ein „revolutionäres“ zu ersetzen.[7] Das APA diente mit Blick auf das AA vor allem dem Zweck, die offiziellen diplomatischen Stellen zu umgehen. Nach Rosenbergs Wunsch, sollte das AA vom APA aus gleichgeschaltet und reorganisiert werden. Da gerade das AA als ein Zentrum des konservativen Widerstandes gegen die neuen Machthaber galt, wurde es dementsprechend bespitzelt.[7] Am 15. Mai 1934 schrieb Rosenberg in sein Tagebuch, dass Adolf Hitler ihm gesagt habe, dass er das AA als „eine Verschwörergesellschaft“ betrachte, die erst nach dem Tod von Paul von Hindenburg unter seine Kontrolle gebracht werden könne.[8]
In der Nachfolgezeit wurde in der Reichsleitung der NSDAP eine „Ortsgruppe Auswärtiges Amt“ gebildet. Ab etwa Herbst 1935 bestand die Aufgabe dieser Ortsgruppe darin, „Einfluss auf Ernennungen zu nehmen“ sowie „eine geheime Kontrolle über die Angehörigen von Botschaften und Konsulaten auszuüben“.[9]
1939 erließ das Amt einen förmlichen Runderlass über Die Judenfrage als Faktor der Außenpolitik mit den Kernsätzen:
- Die Erkenntnis, daß das Judentum in der Welt stets der unversöhnliche Gegner des Dritten Reiches sein wird, zwingt zu dem Entschluß, jede Stärkung der jüdischen Position zu verhindern. Ein jüdischer Staat (gemeint ist: in Palästina) würde aber dem Weltjudentum einen völkerrechtlichen Machtzuwachs bringen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden eine Reihe von führenden Mitgliedern des Auswärtigen Amts im so genannten Wilhelmstraßen-Prozess angeklagt.
Siehe auch: Eberhard von Thadden, Georg Ferdinand Duckwitz, Hans-Heinrich Herwarth von Bittenfeld, Franz Rademacher, Fritz Kolbe, Hilger van Scherpenberg, Horst Wagner, Karl Klingenfuß, Kurt Georg Kiesinger, Otto Bräutigam
Deutsche Demokratische Republik
In der DDR vertrat von 1949 bis 1990 das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten in Ost-Berlin die Außenpolitik der dortigen Regierung.
Bundesrepublik Deutschland
In Westdeutschland verging nach dem Zweiten Weltkrieg einige Zeit, bis 1951 in der Bundesrepublik Deutschland die Wiedereinrichtung des Auswärtigen Amtes erfolgte, zumal ihr von 1949 bis 1955 zwar ein „größtmögliches Maß an Selbstregierung“ zugesprochen wurde, aber sie immer noch unter dem alliierten Besatzungsstatut stand und erst 1955 ihre innerstaatliche Souveränität wiedererlangte. Zuvor lag eine Notwendigkeit eines solchen Amtes nicht vor.
Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 und der Zurückerlangung der außenpolitischen Souveränität 1951 wurde das Amt am 15. März 1951 in der neuen Bundeshauptstadt Bonn wieder eingerichtet und behielt den Namen. Damit bekannte sich die Behörde in der Bundesrepublik – als mit dem Deutschen Reich identischer Staat – eindeutig zu ihrer Tradition und Kontinuität bis hin zu Bismarck. 1955 zog das Auswärtige Amt in einen architektonisch schlichten Neubau am Rande des künftigen Regierungsviertels. Das Gebäude war eines der ersten Ministeriumsneubauten in Bonn und zum Eröffnungszeitpunkt der größte Verwaltungskomplex in Deutschland.
Federführend beim Wiederaufbau des Auswärtigen Dienstes agierten Beamte, die bereits in der Zeit des Nationalsozialismus im Außenministerium beschäftigt waren. Der Umfang des Einflusses ehemaliger NSDAP-Mitglieder und in Verbrechen gegen die Menschlichkeit verstrickte Diplomaten ist Gegenstand der Untersuchung durch eine im Jahre 2005 eingesetzte internationale Historikerkommission[10]; vorläufigen Schätzungen zufolge sollen im Jahr 1952 zwei Drittel der leitenden Beamten und vier Fünftel der Referatsleiter ehemalige Mitglieder der NSDAP gewesen sein. Gegebenenfalls beschäftigte damit das AA während der 1950er-Jahre mehr frühere NSDAP-Mitglieder als zu Zeiten des „Dritten Reichs“ selbst. So wurde z. B. 1953 der Jurist und Diplomat Otto Bräutigam als Leiter der Ostabteilung im AA wiedereingestellt. Bräutigam, der zwischen 1941 und 1945 „Abteilungsleiter Allgemeine Politik im Ostministerium“ von Alfred Rosenberg gewesen ist, schrieb am 18. Dezember 1941 zustimmend: „In der Judenfrage dürfte inzwischen durch mündliche Besprechung Klarheit geschaffen sein“, womit der Gesamtplan zur Judenvernichtung in Europa gemeint war.
Bei den Koalitionsregierungen der Bundesrepublik Deutschland seit 1966 wurde der Außenminister vom jeweils kleineren Koalitionspartner gestellt und bekleidete dabei gleichzeitig das Amt des Vizekanzlers, mit der Ausnahme der Vizekanzlerschaften von Jürgen Möllemann und Franz Müntefering.
Im Jahre 1991 erhielt die deutsche Diplomatie mit dem Gesetz für den Auswärtigen Dienst eine eigene rechtliche Grundlage.[6]
In den Jahren 1992 und 1993 hatte der Auswärtige Dienst etwa 8000 bis 9000 Angehörige, wobei rund 1600 dem höheren Dienst angehörten.[6] Etwa ein Drittel davon arbeitete im Auswärtigen Amt, der Rest an den zu diesem Zeitpunkt vorhandenen 237 diplomatischen und konsularischen Vertretungen im Ausland.[6]
1999 verlegte das Auswärtige Amt seinen ersten Dienstsitz nach Berlin, wo es die Räume des ehemaligen Zentralkomitees der SED im Haus am Werderschen Markt, dem früheren Erweiterungsbau der Reichsbank bezog (die unmittelbar danebengelegene Reichsbank wurde bei den Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg restlos zerstört). Das Gebäude wurde seit August 1996 durch den als Generalplaner beauftragten Berliner Architekten Hans Kollhoff für 288 Mio. DM umgebaut und im Dez. 1999 fertiggestellt. Aus Platzgründen wurde ein zusätzlicher Erweiterungsbau auf dem Nachbargrundstück notwendig. Der 168 Mio. DM teure Neubau der Architekten Thomas Müller und Ivan Reimann, in Form eines Kubus mit drei Lichthöfen, konnte im Nov. 1999 eingeweiht werden. Im Bonner Gebäude wurde ein Zweitsitz behalten, in dem nach wie vor über 450 Mitarbeiter beschäftigt sind.
Außenminister
Siehe auch: Amtsinhaber seit 1871
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Zwei Bundeskanzler übten das Amt in Personalunion aus, Konrad Adenauer als erster Außenminister der Bundesrepublik Deutschland und Helmut Schmidt, nachdem sich die FDP aus Koalition und Kabinett zurückgezogen hatte. Hans-Dietrich Genscher bekleidete es sowohl unter einer SPD- als auch unter einer CDU-Kanzlerschaft.
Staatsminister beim Bundesminister des Auswärtigen
bis 1974: Parlamentarische Staatssekretäre
| Staatsminister | |||
| Name | Amtsantritt (Jahr) | Ende der Amtszeit (Jahr) | Partei |
|---|---|---|---|
| Gerhard Jahn | 1967 | 1969 | SPD |
| Ralf Dahrendorf | 1969 | 1970 | FDP |
| Karl Moersch | 1970 | 1976 | FDP |
| Hans Apel | 1972 | 1974 | SPD |
| Hans-Jürgen Wischnewski | 1974 | 1976 | SPD |
| Klaus von Dohnanyi | 1976 | 1981 | SPD |
| Hildegard Hamm-Brücher | 1976 | 1982 | FDP |
| Peter Corterier | 1981 | 1982 | SPD |
| Alois Mertes | 1982 | 1985 | CDU |
| Jürgen Möllemann | 1982 | 1987 | FDP |
| Lutz Stavenhagen | 1985 | 1987 | CDU |
| Irmgard Adam-Schwaetzer | 1987 | 1990 | FDP |
| Helmut Schäfer | 1987 | 1998 | FDP |
| Ursula Seiler-Albring | 1990 | 1994 | FDP |
| Werner Hoyer | 1994 | 1998 | FDP |
| Ludger Volmer | 1998 | 2002 | Bündnis 90/Die Grünen |
| Günter Verheugen | 1998 | 1999 | SPD |
| Christoph Zöpel | 1999 | 2002 | SPD |
| Hans Martin Bury | 2002 | 2005 | SPD |
| Kerstin Müller | 2002 | 2005 | Bündnis 90/Die Grünen |
| Gernot Erler | 2005 | heute | SPD |
| Günter Gloser | 2005 | heute | SPD |
Beamtete Staatssekretäre im Auswärtigen Amt
| Staatssekretäre | |||
| Name | Amtsantritt (Jahr) | Ende der Amtszeit (Jahr) | Partei |
|---|---|---|---|
| Walter Hallstein | 1951 | 1958 | CDU |
| Hilger van Scherpenberg | 1958 | 1961 | |
| Karl Carstens | 1960 | 1966 | CDU |
| Rolf Lahr | 1961 | 1969 | |
| Klaus Schütz | 1966 | 1967 | SPD |
| Georg Ferdinand Duckwitz | 1967 | 1970 | |
| Günther Harkort | 1969 | 1970 | |
| Sigismund Freiherr von Braun | 1970 | 1972 | |
| Paul Frank | 1970 | 1974 | FDP |
| Hans-Georg Sachs | 1973 | 1975 | |
| Walter Gehlhoff | 1974 | 1977 | |
| Peter Hermes | 1975 | 1979 | |
| Günther van Well | 1977 | 1981 | |
| Hans Werner Lautenschlager | 1979 | 1984 | |
| Berndt von Staden | 1981 | 1983 | |
| Andreas Meyer-Landrut | 1983 | 1987 | |
| Jürgen Ruhfus | 1984 | 1987 | |
| Jürgen Sudhoff | 1987 | 1990 | |
| Hans Werner Lautenschlager | 1987 | 1993 | |
| Dieter Kastrup | 1990 | 1995 | |
| Jürgen Trumpf | 1993 | 1994 | |
| Hans-Friedrich von Ploetz | 1994 | 1998 | CDU |
| Peter Hartmann | 1995 | 1998 | CDU |
| Gunter Pleuger | 1998 | 2002 | |
| Wolfgang Ischinger | 1998 | 2001 | |
| Jürgen Chrobog | 2001 | 2005 | FDP |
| Klaus Scharioth | 2002 | 2005 | parteilos |
| Georg Boomgaarden | 2005 | 2008 | SPD |
| Reinhard Silberberg | 2005 | heute | SPD |
| Heinrich Tiemann | 2007 | heute | SPD |
| Peter Ammon | 2008 | heute | |
Inoffizielle Mitarbeiter des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Auswärtigen Amt
| Spione der DDR-Staatssicherheit | |||
| Name | Jahr des Eintritts in den Auswärtigen Dienst | Jahr der Anwerbung durch das MfS | Deckname |
|---|---|---|---|
| Christine Bauer | 1986 | Jasmina | |
| Helge Berger | |||
| Hagen Blau | 1961 | 1960 | Detlef, Merten |
| Herbert Kemper | |||
| Ruth Kemper | |||
| Reiner Müller | |||
| Ludwig Pauli | Adler | ||
| Lilli Pöttrich | 1983 | 1976 | Angelika |
| Gisela von Raussendorff | Blume | ||
| Klaus von Raussendorff | 1957 | Brede | |
| Karl-Heinz Rode | Maro | ||
Filmographie
- Hitlers Diplomaten in Bonn. Das Auswärtige Amt und seine Vergangenheit. 45 Min. Dokumentation; Buch und Regie: Heinrich Billstein und Mathias Haentjes; Produktion: WDR; Erstausstrahlung: 18. Januar 2006 [1]
Literatur
- Heinz Günther Sasse, Ekkehard Eickhoff: 100 Jahre Auswärtiges Amt, 1870–1970. Bonn 1970.
- Jens Ruppenthal: Die Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt der Weimarer Republik. In: Ulrich van der Heyden, Joachim Zeller (Hrsg.): „… Macht und Anteil an der Weltherrschaft“. Berlin und der deutsche Kolonialismus. Unrast, Münster 2005, ISBN 3897710242.
- Christopher R. Browning: The final solution and the German Foreign Office. A study of referat D III of Abteilung Deutschland 1940–43. Holmes & Meier, New York – London 1978, ISBN 0841904030.
- Enrico Brandt, Christian F. Buck: Auswärtiges Amt. 4. Auflage. VS-Verlag, Wiesbaden 2005, ISBN 3531147234.
- Berndt von Staden: Zwischen Eiszeit und Tauwetter. Diplomatie in einer Epoche des Umbruchs. In: Erinnerungen. WSJ, Berlin 2005, ISBN 3937989056.
- Heribert Schwan, Helgard Heindrichs: Das Spinnennetz. Stasi-Agenten im Westen: Die geheimen Akten der Rosenholz-Datei. Knaur, München 2005, ISBN 3426777320.
Siehe auch
- Botschafter der Bundesrepublik Deutschland
- Drahtbericht
- Drahterlass
- Deutschland in den Vereinten Nationen
Weblinks
- Offizielle Website
- Geschichte des Amtes
- GIC/CIDAL Paris; GIC Kairo; GIC Washington
- Das Auswärtige Amt im Dritten Reich bei shoa.de
- [2] Denkschrift Die Judenfrage als Faktor der Außenpolitik Schumburg, Jan. 1939
- Ämterpatronage bei Gründung der Bundesrepublik
- Personalpolitik in der Amtszeit Joschka Fischer
- Christian Hacke, Deutsche Außenpolitik unter Bundeskanzlerin Angela Merkel („Aus Politik und Zeitgeschichte“, APuZ 43/2006, 23. Oktober 2006)
- „Weg der Demokratie“ – Zeithistorische Orte im ehemaligen Regierungsviertel in Bonn
Einzelnachweise
- ↑ Centre d’Information et de Documentation de l’Ambassade d’Allemagne
- ↑ Die Welt vom 23. Mai 2001. Welt-Archiv
- ↑ Presseportal.de
- ↑ http://www.n24.de/politik/inland/?n2005062322291600002
- ↑ http://auswaertiges-amt.verdi.de/beamtinnen_und_beamte/data/verdi-beurteilungen.pdf
- ↑ a b c d Wichard Woyke (Hrsg.): Handwörterbuch Internationale Politik. Hrsg. von der Bundeszentrale für politische Bildung. 5., aktual. u. überarb. Aufl., Opladen 1993, S. 64 f., ISBN 3-8252-0702-1.
- ↑ a b Andreas Zellhuber: „Unsere Verwaltung treibt einer Katastrophe zu …“. Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete und die deutsche Besatzungsherrschaft in der Sowjetunion 1941–1945. Vögel, München 2006, S. 64 f., ISBN 3-8965-0213-1.
- ↑ Hans-Günther Seraphim: Das politische Tagebuch Alfred Rosenbergs. 1934/35 und 1939/40. Göttingen 1956, S. 28. (Quelle: Akten der Deutschen Politik, Serie D, Bd. 1, S. 46 ff.)
- ↑ H.D. Heilmann, Aus dem Kriegstagebuch des Diplomaten Otto Bräutigam. In: Götz Aly u.a. (Hrsg.): Biedermann und Schreibtischtäter. Materialien zur deutschen Täter-Biographie. Institut für Sozialforschung in Hamburg. Berlin 1987, S. 171 (Quelle: Alfred Gerigk: Beratung und Warnung in der Diktatur. In: Hundert Jahre Ullstein, 1877-1977, Berlin 1997, Bd. 3, S. 339.)
- ↑ Fischer beruft Historiker-Kommission, Spiegel Online, 11. Juli 2005.
Verteidigung | Justiz | Finanzen | Inneres | Auswärtiges | Wirtschaft und Technologie | Arbeit und Soziales | Familie | Umwelt | Ernährung | Wirtschaftliche Zusammenarbeit | Gesundheit | Verkehr und Bau | Bildung und Forschung
52.51472222222213.399444444444Koordinaten: 52° 30′ 53″ N, 13° 23′ 58″ O




