Auszugshaus

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Ein für den Anger im sächsischen Naundorf typischer Dreiseithof. Links steht das Auszugshaus der Altenteiler, rechts das Wohnstallhaus des Gutsbesitzers, im Hintergrund die Scheune mit Durchfahrt auf die Hufe.
Austragshaus (Korbhaus) in Böhming im Altmühltal
Ein für die Kärntner Nockberge typisches Auszugshaus am Millstätter Berg

Unter Auszugshaus, Austragshaus oder Ausziehhaus versteht man ein auf einer Hofstätte errichtetes kleineres Gebäude, das für die Altbauern (Altenteiler) errichtet wurde und nach der Übergabe des Hofes an die Erben jenen als Wohnstätte dient. Weitere Begriffe sind Ausgeding(e)haus, Nahrungshaus bzw. Korbhaus oder Stöckli,[1] auch Ellerhaus oder, nach dem übergeordneten Vertrag, kurz Ausgedinge oder Altenteil.

Die Übergabe des Hofes wird durch einen Vertrag geregelt, der als Ausgedinge, in Bayern als Austrag bezeichnet wird, da der bisherige Besitzer aus den Büchern „ausgetragen“ wird. Gelegentlich wird auch der juristische Begriff auf das Gebäude übertragen.

Die Bewohner des Austragshauses bezeichnet man als Austrägler oder Altenteiler, seltener auch als Nahrungsmänner bzw. -frauen, in Bayern als Austragsvater/-mutter. Im Allgemeinen waren Austragshäuser nur auf reichen Höfen vorhanden, auf ärmeren Höfen mussten sich die Austrägler mit einer Austragsstube begnügen. In einigen Landschaften, wie etwa dem Altmühljura, besaßen jedoch viele Höfe ein Austragshaus.

Korb- oder Austragshäuser sind in der Regel einfach und schlicht. Auf kleiner Grundfläche errichtet, sind sie jedoch häufig mehrstöckig. Oft wurden Teile des Gebäudes, in dem sich die Austragswohnung befand, als Nutzraum verwendet, beispielsweise als Backhaus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEin speziell großes Schweizer Stöckli im Emmental. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original, abgerufen am 9. Juni 2009. (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.eggiwil.ch