Autobahnähnliche Straße

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Bei einer autobahnähnlichen Straße handelt es sich um eine Straße, die sowohl aufgrund ihrer Kreuzungsfreiheit als auch durch ihre Beschilderung und meist durch baulich getrennte Richtungsfahrbahnen einer Autobahn ähnelt. Die getrennten Richtungsfahrbahnen sind allerdings nicht zwingend für die amtliche Definition.

Deutschland[Bearbeiten]

„Gelbe“ Ausfahrt von einer autobahnähnlichen Straße, hier Landesstraße 418

Definition[Bearbeiten]

Autobahnähnliche Straßen sind für Deutschland definiert in den Richtlinien für die wegweisende Beschilderung außerhalb von Autobahnen, kurz RWB. Solch eine Straße muss von hoher Verkehrsbedeutung sein und im Regelbetrieb eine Fahrt ohne Anhalten sicherstellen. Sie soll idealerweise mit einer autobahnähnlichen Beschilderung versehen werden. In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung findet sich seit dem Jahre 2009 erstmals ein Hinweis des Gesetzgebers auf deren Kenntlichmachung. Demnach wird das gelbe bzw weiße Ausfahrt-Schild ausschließlich an autobahnähnlichen Straßen aufgestellt. Den Umkehrschluss, dass an solchen Straßen ein solches Schild stehen muss, lässt die Verordnung allerdings nicht zu.[1] Wenn es sich um keine Autobahn im Sinne der Straßenverkehrsordnung handelt, wird dabei die Farbgebung von weißer Schrift auf blauem Hintergrund geändert. An Bundes- oder anderen überörtlichen Straßen ist diese schwarz auf gelb sowie an Innerortsstraßen schwarz auf weiß ausgeführt. Zumindest jede derart beschilderte Straße ist offiziell als autobahnähnliche Straße verifiziert.

In der Rangordnung der Straßenbenutzungspflicht für Transporte gefährlicher Güter nehmen die autobahnähnlichen Straßen den zweiten Rang nach den Autobahnen ein. Damit kommt zum Ausdruck, dass der Gesetzgeber solchen Straßen einen erhöhten Sicherheitsstandard zuschreibt.

Es gibt auch Autobahnen, die keine Bundesautobahnen im Sinne des Bundesfernstraßengesetzes sind. Unter den autobahnähnlichen Straßen befinden sich auch Bundesautobahnen, die keine Autobahnen im Sinne der Straßenverkehrsordnung sind, die also nach Bundesfernstraßengesetz als Autobahnen gewidmet, nicht aber als solche beschildert sind.

Bestand[Bearbeiten]

Im Deutschland existieren etwa 3.350 km Bundesstraßen mit zwei Fahrbahnen mit je mindestens zwei Fahrstreifen.[2]

Beschilderung[Bearbeiten]

Autobahnähnlich beschilderte Ausfahrt der B6 zwischen Wernigerode und Goslar

Beschilderungsvergleich zwischen Autobahn sowie autobahnähnlicher Außer- und Innerortsstraße in der üblichen Reihenfolge an Ausfahrten:[3]

Die gelbe Beschilderung macht deutlich, warum in der Umgangssprache der Begriff Gelbe Autobahn genutzt wird, wenngleich diese bei den seltenen Innerortstraßen auch weiß ausgeführt ist. Eine große Mehrheit der autobahnähnlichen Straßen ist zudem als Kraftfahrstraße ausgewiesen.

Zeichen 333-21.svg
Zeichen 333-22.svg
Diese Ausfahrt-Schilder werden seit 2009 nur noch an autobahnähnlichen Straßen aufgestellt.

In der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung finden sich seit 2009 zwei Textstellen zur Beschilderung:

  • zu Zeichen 333 Ausfahrt von der Autobahn
    • Außerhalb von Autobahnen darf das Zeichen nur an einer autobahnähnlich ausgebauten Straße (vgl. Nummer II zu Zeichen 330.1; Randnummer 2) angeordnet werden. Dann hat das Zeichen entweder einen gelben oder - sofern es Zeichen 332 in weiß mit Zielen gemäß Zeichen 432 folgt - weißen Grund. Die Schrift und der Rand sind schwarz.
  • Zu den Zeichen 332, 448, 449 und 453 Wegweiser auf Autobahnen

Damit darf das gelbe bzw. weiße Ausfahrtschild nur noch an autobahnähnlichen Straßen aufgestellt werden. Den Umkehrschluss, dass an solchen Straßen ein solches Schild stehen muss, lässt die Verordnung allerdings nicht zu.

Zum Zeichen 453 besteht zusätzlich noch die Besonderheit an der B6 Richtung Goslar bzw. Bad Harzburg, dass nach der Abfahrt von der Bundesautobahn 395 noch ein gelbes Schild vom Typ 453 folgt. Dies hat den Grund, dass bis 2001 der Streckenabschnitt bis Bad Harzburg auch zur A 395 gehörte, sie an dem Abschnitt danach aber zurückgestuft wurde.

Tempolimits[Bearbeiten]

Entgegen einer weitverbreiteten Meinung gilt auf einer autobahnähnlichen Straße nicht unbedingt ein Tempolimit für Pkw und sonstige Kraftfahrzeuge bis zu einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen:

  • Auf außerörtlichen Kraftfahrstraßen ohne bauliche Trennung, jedoch mit mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung (d. h., nur durchgezogene Linie zwischen den Fahrtrichtungen) gilt für Pkw und andere Kraftfahrzeuge bis 3,5 t zulässigem Gesamtgewicht keine Geschwindigkeitsbeschränkung, es sei denn, dass eine solche ausdrücklich angeordnet worden ist. Für diese Fahrzeuge gilt dann, genau wie auf der Autobahn, lediglich eine allgemeine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h (nach § 1 Autobahn-Richtgeschwindigkeits-Verordnung (BABRiGeschwV) iVm § 3 Abs. 3 Nr. 2.c StVO). Für andere Fahrzeuge gelten auf solchen Straßen hingegen die gleichen Höchstgeschwindigkeiten, wie sie auch sonst auf außerörtlichen Straßen gelten, also z. B. 60 km/h für LKW (im Gegensatz zu 80 km/h auf Autobahnen oder bei baulicher Trennung, s. u.).
  • Auf Kraftfahrstraßen mit baulicher Trennung der Richtungsfahrbahnen (z. B. Grünstreifen, Mittelleitplanke) gelten – unabhängig von der Zahl der Fahrstreifen – sogar für alle Fahrzeugtypen dieselben Höchstgeschwindigkeiten wie auf Autobahnen (§ 18 Abs. 5 StVO).

Trifft keiner dieser beiden Fälle zu (z. B. typischerweise bei 2+1-Systemen, s. u.), gelten die ansonsten üblichen Höchstgeschwindigkeiten (§ 3 StVO).

Autobahnähnliche Straßen mit baulich getrennten zweistreifigen Richtungsfahrbahnen[Bearbeiten]

Kein augenfälliger Unterschied zur Autobahn: die B 3 im Frankfurter Stadtwald

Autobahnähnliche Straßen mit baulich getrennten zweistreifigen Richtungsfahrbahnen weisen in einigen Fällen, wie zum Beispiel der B 6n, keinen augenfälligen Unterschied zu einer Autobahn auf, außer dass die Beschilderung gelb-schwarz statt blau-weiß ist. Gründe hierfür können sein:

  • Der Ausbaustandard liegt deutlich unter dem einer Autobahn:
  • Die Straße wird nicht vom Bund betrieben.
  • Die Straße ist Fortsetzung einer überregionalen Autobahn und erfüllt am Endstück nur noch untergeordnete Zwecke (zwei überregional bekannte Beispiele sind die Hüttentalstraße in Siegen als Verlängerung der A 4 und die ausgebaute B 3 von Gießen nach Marburg als Verlängerung der A 485).
  • Es handelt sich um ein bereits gebautes Teilstück einer wieder aufgegebenen Autobahnplanung (zum Beispiel die B 66 bei Bielefeld, früher geplant als A 35).

Mitunter sind derartig ausgebaute Straßen auch nur für Fahrräder und Mofas gesperrt, was ein Befahren mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen und das Betreten durch Fußgänger erlaubt. Teilweise bestehen auch keine Beschränkungen für den Fahrzeugverkehr.

In einigen Fällen sind auch solche Straßen mit einer autobahnähnlichen Beschilderung versehen, bei denen die jeweils zweistreifigen Richtungsfahrbahnen lediglich durch durchgehende Doppelstreifen getrennt sind.

2+1-System[Bearbeiten]

Das 2+1-System nach den neuen Richtlinien
B 54 bei Steinfurt im 2+1-System
Straße im 2+1-System in Schweden mit baulicher Fahrbahntrennung

Das 2+1-System stellt eine neuere Schnellfahrvariante einer kreuzungsfreien Kraftfahrstraße mit getrennten Richtungsfahrbahnen sowie autobahnähnlichen Auf- und Abfahrten dar. Auch solche Straßen sind teilweise mit der autobahnähnlichen Beschilderung (siehe oben) versehen. Hier verlaufen die Fahrtrichtungen im Wechsel für etwa 1,5 bis 2 km zweispurig, während die Gegenrichtung nur eine Spur besitzt. Die Richtungsfahrbahnen gelten wie bei Autobahnen als strikt getrennt. Eine Nutzung der Gegenfahrbahn sowie ihrer Auf- und Abfahrten ist verboten. Diese Straßen benötigen insgesamt nur drei Spuren, bieten aber dennoch einen guten Überholkomfort. Allerdings sind die Beschilderung und die Straßenmarkierung äußerst aufwendig, da jeder 2-1-Wechsel mehrfach angekündigt werden muss. Zudem muss diese aufwendige Straßenmarkierung insbesondere im Wechselbereich zwingend in einem guten Zustand gehalten werden.

Seit Mitte 2013 werden diese Straßen als Fernstraßen bezeichnet. Ab diesem Zeitpunkt werden neugebaute Straßen dieses Systems mit einem grün gefärbten Streifen zwischen den Richtungsfahrbahnen gekennzeichnet, um so die Fahrbahnen optisch besser abzugrenzen. [4]

Das System wurde geschaffen, um bei relativ wenig Landschaftsverbrauch einen guten Überholkomfort zu schaffen. So ist das System auf einer Straßenbreite von insgesamt drei Fahrstreifen zu bewerkstelligen, wenn man auf einen baulich angelegten Mittelstreifen verzichtet, was in einer Vielzahl der Fälle auch so gehandhabt wird. Die Spurtrennung besteht dann zumeist aus einer doppelstreifigen durchgehenden Fahrbahnmarkierung oder einer Betonmauer. Nach den guten Erfolgen auf einigen Referenzstrecken wird das System bei neuen Bundesstraßen oft angewandt, wenn eine Autobahn dem Verkehrsaufkommen nicht angemessen wäre, dennoch aber insbesondere in ländlichen Gebieten weite Entfernungen überbrückt werden sollen.

Im Falle einer fehlenden baulichen Trennung (z. B. durchgezogene Linie anstelle von Mittelleitplanke oder Grünstreifen) können Fahrzeuge leicht in den Gegenverkehr geraten, insbesondere wenn sich zwei Spuren wieder zu einer Spur verengen. Für solche Straßen ohne bauliche Trennung gelten daher auch im 2+1-System die üblichen Vorschriften (nach § 3 Abs. 3 Nr. 2 StVO) zur Höchstgeschwindigkeit auf Straßen außerorts, d. h. in der Regel Tempo 100. Teilweise sind jedoch bei übersichtlichen Strecken höhere Geschwindigkeiten zugelassen; so ist zum Beispiel auf der B 31n nach Stockach sowohl in den zweispurigen als auch in den einspurigen Bereichen Tempo 120 erlaubt.

In hügeligen Gebieten findet der Spurwechsel meist genau im Tal bzw. auf der Kuppe statt. Dadurch wird gewährleistet, dass stets der bergaufführenden Richtung zwei Streifen zu Verfügung stehen und LKW und langsamere Fahrzeuge überholt werden können.

Beispiele: B 1, B 2 zwischen Weißenburg und Roth, B 4 bei Uelzen, B 10 zwischen Pirmasens und Landau, B 16, B 20, B 25 zwischen Möttingen und Harburg (Schwaben), B 33, B 54, B 56n, B 59n zwischen Rommerskirchen und der A 1 in Köln-Bocklemünd, B 67 zwischen Bocholt und Maria-Veen, B 72, B 71 bei Gardelegen, B 178, B 210, B 300, B 314 bei Blumberg, B 482, B 54 zwischen der Autobahnabfahrt Haiger-Burbach (A 45) und dem Siegerland-Flughafen.

Höhenfreie zweistreifige Straße[Bearbeiten]

Bei der höhenfreien zweistreifigen Straße besteht die Autobahnähnlichkeit lediglich in der Ausfahrtsankündigung und den höhenfreien Aus- und Einfahrten (zum Beispiel: B 218, Ortsumgehung Bramsche-Engter).

Baustellen[Bearbeiten]

Baustellen werden auf autobahnähnlichen Schnellstraßen meist weniger aufwendig eingerichtet als auf Autobahnen. Während man bei Autobahnbaustellen nach Möglichkeit stets versucht, mindestens zwei Fahrstreifen pro Fahrtrichtung bereitzustellen, wird bei Baustellen auf autobahnähnlichen Schnellstraßen oft nur ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung bereitgestellt.

LKW-Maut[Bearbeiten]

Seit 1. Januar 2006 gilt die Lkw-Maut auch für ausgewählte autobahnähnliche Bundesstraßen, entsprechende Abschnitte sind ausgeschildert.

Weitere Länder[Bearbeiten]

Niederlande[Bearbeiten]

Auch in den Niederlanden gibt es autobahnähnliche Straßen. Diese Straßen werden meist als Autoweg (plural: autowegen) bezeichnet und als Kraftfahrstraße (Zeichen 331.svg) beschildert. Sie sind offiziell keine Autobahnen, verfügen jedoch teilweise über je zwei baulich getrennte Fahrbahnen oder „nur“ über autobahnähnliche Auf- und Abfahrten. Die Höchstgeschwindigkeit ist 100 km/h. Ein Beispiel ist die N281.

Italien[Bearbeiten]

Strada extraurbana principale

In Italien werden autobahnähnliche Straßen, die nicht mautpflichtig sind, Superstrada (deutsch: Schnellstraße, wörtlich: Superstraße) genannt. Formell heißen solche Straßen Strada extraurbana principale (außerörtliche Hauptstraße). Auf ihnen darf maximal 110 km/h gefahren werden (zum Vergleich: auf den Autobahnen max. 130 km/h und auf nicht ausgebauten Staatsstraßen 90 km/h). Dabei handelt es sich oft um Autobahnzubringer (raccordo autostradale) oder Umfahrungsstraßen oder um Ausbaustrecken von Staatsstraßen. Die Beschilderung ist blau, wie auf den normalen Straßen, während die Autobahnen grün beschildert sind.

Island[Bearbeiten]

Zwischen Keflavík und Reykjavík

Auf Island gibt es keine Autobahnbeschilderung, aber es gibt einige autobahnähnliche Straßen. Bis 2008 waren es insgesamt 16 km, alle in der Umgebung von Reykjavík. Ende 2008 wurde eine weitere 28 km lange autobahnähnliche Straße eröffnet, die von Keflavík in Richtung Reykjavík führt.

Baltische Staaten[Bearbeiten]

E 20/1 nahe Kuusalu in Estland

In Estland und Lettland gibt es keine Autobahnbeschilderung, aber es gibt autobahnähnliche Straßen nahe Tallinn und Riga.

Polen[Bearbeiten]

In Polen sind Schnellstraßen (poln.: Drogi ekspresowe; singular Droga ekspresowa) autobahnähnlich, meistens mit zwei Fahrbahnen und mindestens zwei Fahrstreifen, ausgebaut. Es sind jedoch auch zweistreifige Schnellstraßen mit nur einer Fahrbahn vorhanden, für diese gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Auf autobahnähnlichen Schnellstraßen gilt ein Tempolimit von 120 km/h. Auf polnischen Autobahnen (poln.: Autostrady; singular Autostrada), gekennzeichnet durch eine größere Breite der Fahr- und Standstreifen sowie einen größeren Kurvenradius im Unterschied zu den Schnellstraßen, gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Im Gegensatz zu den Autobahnen sind die Schnellstraßen mautfrei für Personenkraftwagen.

Russland[Bearbeiten]

Die russische Magistrale M5 nahe Spassk-Rjasanski im Autobahnähnlichen Ausbau

In Russland heißen die Straßen höchster Ordnung Magistralen. Es handelt sich hierbei nicht um Autobahnen, jedoch häufig um autobahnähnlich ausgebaute Fernstraßen mit mehreren Fahrstreifen. In entlegeneren Gebieten können sie auch nur aus einer Fahrbahn mit je einem Fahrstreifen bestehen, rund um große Metropolen auch auf hunderten Kilometern mit drei oder mehr Fahrstreifen auf zwei Fahrbahnen ausgebaut sein.

Slowakei[Bearbeiten]

In der Slowakei sind Schnellstraßen (slowakisch Rýchlostné cesty, singular rýchlostná cesta) autobahnähnlich, zumeist mit richtungsgetrennten Fahrbahnen mit je zwei Fahrspuren ausgebaut, es sind jedoch auch einbahnige Schnellstraßen vorhanden. Rechtlich gesehen sind sie weitgehend den Autobahnen (slow. Diaľnice, singular Diaľnica) gleichgesetzt, haben aber schmalere Fahrspuren und Standstreifen sowie kleineren Kurvenradius und sind als Kraftfahrstraße beschildert. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt wie auf den Autobahnen 130 km/h, auf einbahnigen Abschnitten 100 km/h.

Tschechien[Bearbeiten]

In Tschechien sind hauptsächlich die Schnellstraßen (tschechisch: Rychlostní silnice) autobahnähnlich ausgebaut. Ein Unterschied zwischen diesen Straßen und den tschechischen Autobahnen (tschechisch: Dálnice) ist der schmalere Standstreifen. Sowohl auf den Schnellstraßen als auch auf den Autobahnen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.

Griechenland[Bearbeiten]

Alte Nationalstraße 1 bei den Thermopylen (2006), das Teilstück wurde mittlerweile ausgebaut

Die Nationalstraßen sind blau beschildert in der Schriftart Transport GR. Bis in die frühen 1990er Jahre wurde auf einen Autobahnbau verzichtet, stattdessen wurden seit den späten 1950er Jahren die Nationalstraßen mit zwei Spuren und zwei Standstreifen ausgeführt. Beim Überholvorgang war es üblich, dass der Wagen auf den Standstreifen auswich um das Überholen zu ermöglichen, mit wachsendem Verkehrsaufkommen wurden alle vier Spuren regulär genutzt. Ein Großteil der mittlerweile häufig vierspurigen Nationalstraßen dient als mautfreie Alternative zur Autobahn, sie sind jedoch nur selten durchgehend kreuzungsfrei und haben engere Radien und Spuren.

Großbritannien[Bearbeiten]

Neben den Autobahnen gibt es auch ein dichtes Netz von vierspurigen richtungsgetrennten Fernstraßen (A roads), auf denen aber alle Arten von Fahrzeugen zugelassen sind und die sich mit anderen Straßen kreuzen. Diese Art von Schnellstraßen wird auch als dual carriageway bezeichnet und entsprechen den autobahnähnlichen Straßen im deutschsprachigen Raum. Mehrspurige Straßen haben in unregelmäßigen Abständen so genannte „U-Turns“ (Deutsch: Halbkreiswende) oder Roundabouts (Kreisverkehre). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt wie auf den britischen Autobahnen 70 Meilen pro Stunde (112 km/h).

Die große Nord-Süd-Straße A1 (London–Edinburgh) besitzt in mehreren Abschnitten Autobahnstatus, trägt dort jedoch keine Autobahn-(M, motorway-)bezeichnung, sondern wird – auch auf Wegweisern – als A1(M) ausgewiesen.

USA[Bearbeiten]

I-81 nahe Binghamton, New York

In USA gibt es mindestens 80.000 km autobahnähnliche Straßen, die keine gesonderte Autobahnbeschilderung haben. Die meisten Schnellstraßen gehören zum bundesfinanzierten Interstate-Highway-System, dem Gegenstück des bundesweiten Autobahnnetzes. Daneben gibt es bundesfinanzierte US-Highways, deren schwarzweißes Design des Nummernschilds sich an das Nummernschild der Interstates anlehnt, und State Routes (oder State Highways, je nach Bundesstaat). Innerhalb von größeren Städten und in deren Umfeld, aber auch zwischen Städten, denen ein Interstate „fehlt“, werden diese beiden Typen zum Teil als Schnellstraßen mit begrenzten Auffahrten und/oder baulich getrennten zweistreifigen Richtungsfahrbahnen.

Kanada[Bearbeiten]

In Alberta, Kanada

In Kanada gibt es viele autobahnähnliche Straßen mit einer Gesamtlänge von rund 15.000 km. Sie haben keine gesonderte Autobahnbeschilderung. In der Provinz Québec werden sie Autoroutes genannt (mit gesonderter Beschilderung).

Spanien[Bearbeiten]

Be­schil­der­ung

In Spanien gibt es viele autobahnähnliche Straßen, genannt Autovía, mit einer speziellen Beschilderung. Ein Großteil sind „echte“ Autobahnen, für die keine Maut zu entrichten ist, da sie von öffentlichen Trägern und z.T. mit EU-Geldern gebaut wurden. Auf einer Autopista muss man dagegen mit Mautgebühren rechnen.
Auf allen Autovías gilt die max. zulässige Höchstgeschwindigkeit für Autobahnen (derzeit 120 km/h), sofern nicht anders gekennzeichnet.

Peru[Bearbeiten]

Im Großraum Lima sind die Panamericana und einige andere Hauptstraßen autobahnähnlich ausgebaut.

Schweden[Bearbeiten]

Es gibt in Schweden rund 300 km Kraftfahrstraßen mit 2+1-System, Kreuzungsfreiheit und baulicher Trennung. Sie haben ein Sicherheitsniveau ähnlich wie Autobahnen.

Thailand[Bearbeiten]

Thai-Highway-Straßenschild
Thailändische Schnellstraße mit Halbkreiswende

Neben den Autobahnen gibt es auch ein dichtes autobahnähnliches Schnellstraßennetz in Thailand. Thailands Schnellstraßen haben insgesamt eine Länge von über 60.000 Kilometern. Die meisten thailändischen Schnellstraßen sind zweispurig befahrbar und besitzen oft einen Seitenstreifen, hard shoulder genannt. Mehrspurige Schnellstraßen haben in regelmäßigen Abständen so genannte „U-Turns“ (Deutsch: Halbkreiswende) und ampelgesteuerte Kreuzungen, die den Verkehrsfluss verlangsamen. Diese mehrspurigen Straßen sind vergleichbar mit den in Großbritannien üblichen „dual carriageway“. Sie werden in Thailand auch „Divided Highway“ genannt, bei dem die beiden Richtungsfahrbahnen getrennt sind. In vielen Ortsdurchfahrten und an manchen Kreuzungen gibt es parallel auf jeder Seite eine Nebenfahrbahn (Frontage Road). Die Höchstgeschwindigkeit beträgt innerorts 50 km/h, außerorts 90 km/h.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Portal: Straßen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Straßen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.umwelt-online.de/PDFBR/2009/0154_2D09.pdf
  2. BMVBS: Längenstatistik der Straßen des überörtlichen Verkehrs, Stand: 1. Januar 2013
  3. http://www.umwelt-online.de/PDFBR/2009/0154_2D09.pdf S67 und S77
  4. Pressemitteilung Neue Richtlinien für die Anlage von Landstraßen vorgestellt

Weblinks[Bearbeiten]

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