Autostrada A1 (Albanien)

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Autostrada / Autostradë A1 in Albanien
Autostrada A1 (Albanien)
 Autostrada A1 (Albanien)
Karte
Verlauf der A1
Basisdaten
Betreiber: Ministria e Punëve Publike dhe Transportit
Straßenbeginn: Durrës
(41° 19′ N, 19° 28′ O41.31644444444419.470388888889)
Straßenende: Morina
(42° 9′ N, 20° 33′ O42.15588888888920.546833333333)
Gesamtlänge: 177 km

Qarqe:

Bei Reps in der Mirdita
Bei Reps in der Mirdita
Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Die Autostrada A1 bzw. Autostradë A1 (albanisch für „Autobahn A1“), auch bekannt als Durrës-Kosovo-Autobahn, Durrës-Morina-Autobahn oder auch Durrës-Kukës-Autobahn, verbindet als Hauptverkehrsachse die wirtschaftlichen Zentren Albaniens Durrës und Tirana mit dem Kosovo. Offiziell führt sie von der adriatischen Hafenstadt Durrës über Vora und Milot durch das nordalbanische Gebirge nach Kukës und weiter nach Morina zur kosovarischen Grenze.

Wegen ihrer Bedeutung für die Albaner dies- und jenseits der Grenze wird sie auch Rruga e Kombit (Straße der Nation) genannt.

Streckenverlauf[Bearbeiten]

Von Durrës aus führt die A1 auf den Strecken der SH 2, SH 52 und SH 1 nach Milot (59 km). Die SH 2 verbindet zudem die albanische Hauptstadt Tirana – zugleich wirtschaftliches Zentrum des Landes – mit der A1. Von Milot führt sie weiter in nordöstlicher Richtung nach Rrëshen (26 km), anschließend durch die Bergregionen der Mirdita über den Fluss Drin nach Kukës und von dort nach Morina an der albanisch-kosovarischen Grenze.

Ausbaustand[Bearbeiten]

Nicht-richtungsgetrenntes Teilstück bei Rubik

Die Bauarbeiten am Teilstück Rrëshen – Kalimash begannen im Oktober 2006 und wurden am 15. Mai 2010 vollständig beendet. Dieses Teilstück wurde aber bereits im Juni 2009 feierlich vom albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha und seinem kosovarischen Amtskollegen Hashim Thaçi eröffnet und dem Verkehr übergeben. Der Kalimash-Tunnel, von dem erst eine Röhre zur Verfügung stand, musste dann aber bald wieder zeitweise für Unterhalts- und Abschlussarbeiten geschlossen werden. Im Oktober 2010 konnte dann auch die zweite Röhre dem Verkehr übergeben werden.[1] Von Milot nach Rrëshen erstellte eine slowenische Firma eine Schnellstraße mit vorerst nur einer Spur pro Richtung. Der Abschnitt von Kalimash zur albanisch-kosovarischen Grenze (ca. 30 km) ist bereits als vierspurige Autobahn fertiggestellt.

Der Abschnitt der SH 1 von Thumana nach Milot wurde ebenfalls zu einer vierspurigen Autobahn ausgebaut, Ausbaupläne für die SH 52 von Vora nach Fushë Kruja sind aber nicht bekannt.

Beschilderung[Bearbeiten]

Beschilderung der A1

Obwohl sich die A1 offiziell auch über Strecken der SH1, SH2 und SH52 erstreckt, sind diese Abschnitte nicht alle komplett als A1 ausgeschildert. Eine Beschilderung als A1 erfolgt bis jetzt nur auf der neugebauten, vierspurigen Strecke zwischen Rrëshen und Kukës und auf dem neu ausgebautem vierspurigen Teilstück der SH 1 zwischen Thumana und Milot.

Ob die SH 2 und SH 52 in Zukunft zusätzlich auch als A1 ausgeschildert werden oder ob deren Bezeichnungen sogar ersetzt werden, ist derzeit nicht absehbar.

Bau[Bearbeiten]

Eingang des Kalimash-Tunnel vor der Eröffnung (April 2010)

Der Bau der A1 durch das gebirgige Nordalbanien stellte eine große Herausforderung dar. Allein das 60,856 Kilometer lange Teilstück RrëshenKalimash, das vom US-amerikanisch/türkischen Joint Venture Bechtel & Enka (BEJV) gebaut wurde, war mit über einer Milliarde US-Dollar das bis dato teuerste Infrastrukturprojekt Albaniens. Auf diesem Abschnitt wurden 27 Brücken und Viadukte sowie der 5,65 Kilometer lange Kalimash-Tunnel durch das gebirgige Nordalbanien gebaut.

Auch auf dem Teilstück zwischen Kukës und der kosovarischen Grenze waren zahlreiche Kunstbauten wie größere Brücken und tiefe Geländeeinschnitte notwendig.

Trotz der hohen Kosten priorisierte die Regierung diese Straßenverbindung, da die Erschließung des kosovarischen Absatzmarktes und der Zugang Kosovos an die Adriahäfen – vor allem Shëngjin und Durrës – positive Effekte für die Volkswirtschaften beider Länder haben dürften. Zudem kommt ein Großteil der Touristen, die Albanien jährlich besuchen, aus dem Kosovo. Diese Achse würde außerdem auch eine Verbindung mit dem Paneuropäischen Verkehrskorridor X via Prishtina und Leskovac in Serbien ermöglichen. Aufgrund der politischen Situation zwischen Kosovo und Serbien ist die zeitnahe Verwirklichung einer entsprechenden Verbindung eher unrealistisch, auch wenn im Kosovo mit dem Bau einer entsprechenden Autobahn-Verbindung begonnen wurde.

Kosten und Unterhalt[Bearbeiten]

Bauarbeiten 2007 östlich von Kukës

Insgesamt werden die Kosten für das Teilstück zwischen Rrëshen und Kalimash mit 826 Millionen Euro beziffert, von denen nur der Tunnel etwa 280 Millionen Euro einnimmt.[2]

Die ganze Autobahn zwischen Durrës bis zur kosovarischen Grenze ist momentan kostenlos befahrbar. Gebühren, Maut und dergleichen werden nicht erhoben. Im Dezember 2011 wird die albanische Regierung für die Autobahnstrecke zwischen Rrëshen und Kalimash ein Projekt ausschreiben lassen, um einem Unternehmen die Unterhaltsarbeiten an der Autobahn zu übergeben. Zudem wird im Januar 2012 die Regierung das gleiche für den Tunnel tun. Vorgesehen ist eine Gebühr von 5 Euro für Pkw und 10 Euro für Lkw und Busse. Durch diese Maut könnten rund 13 Millionen Euro jährlich Einnahmen erzielt werden und den Tunnel theoretisch in rund 21 Jahren amortisieren.[2]

Im Juni 2011 musste die albanische Regierung dem Konsortium Bechtel & Enka weitere 100 Millionen US-Dollar zahlen, als Grund nannte sie die getätigten Unterhaltsarbeiten am Kalimash-Tunnel.[3]

Im Januar 2013 wird die albanische Regierung entscheiden, an welches Unternehmen die Autobahn privatisiert wird. So soll unter anderem die Straßenunterhaltung finanziert werden. Die Maut werde nicht mehr als fünf Euro betragen.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Andreas Hemming: Große Pläne, geplatzte Träume – die lokalen Auswirkungen der neuen Balkanverbindung Durrës-Kukës-Prishtina. In: Deutsch-Albanische Freundschaftsgesellschaft (Hrsg.): Albanische Hefte. 38. Jahrgang, Nr. 3, Bochum 2009, ISSN 0930-1437.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Autostradë A1 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thirra, second tunnel opened (Version vom 28. Oktober 2010 im Internet Archive)
  2. a b Rrëshen-Kalimash, 5-10 euro kalimi, zuletzt abgerufen am 20. November 2011 (albanisch)
  3. Rruga Rrëshen-Kalimah "ha" edhe 100 mln USD këto muaj. Tema, 27. Juni 2011, abgerufen am 28. Juni 2011 (albanisch).
  4. Ard Kola: “Rruga e Kombit”, privatizohen 115 km. Shqip, 1. Dezember 2012, abgerufen am 2. Dezember 2012 (albanisch).