Autobahnraststätte
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Eine Autobahnraststätte dient hauptsächlich der Erholung während längerer Fahrtdistanzen im Fernverkehr und bietet für den Schwerlastverkehr die erforderlichen Stellplätze, um die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten zu können. Der Autobahnraststätte ist in der Regel eine Tankstelle angeschlossen – mit Waschräumen, Toiletten sowie Babywickelräumen und häufig auch behindertengerechten Einrichtungen für die Reisenden. Ferner verfügen Rastanlagen meistens über Einkaufs-Möglichkeiten, öffentliche Telefone und Internetzugang und oftmals über einen Kinderspielplatz. Meist sind die Raststätten durchgehend geöffnet.
Viele Autobahnraststätten haben ein separates Restaurant. Es ist meist in einem weiteren Gebäude abseits der Tankstelle untergebracht. Bei einigen Anlagen befinden sich auch Tankshop und Raststätte unter einem Dach. Selten gibt es Raststätten, die als Brückenrestaurant quer über die Autobahn führen und somit beiden Fahrtrichtungen dienen.
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[Bearbeiten] Autobahnraststätten in Deutschland
Die Rastanlagen in Deutschland betreibt meist die Gesellschaft Tank & Rast. Sie hat heute einen Marktanteil von rund 90 % an der Autobahn und ging aus einem ehemals bundeseigenen, 1998 privatisierten Unternehmen hervor. Tank & Rast unterhält mit 340 Tankstellen und 370 Raststätten, zu denen 50 (noch an keine Kette angeschlossene, teils zu renovierende) Hotels zählen, an rund 390 Standorten etwa 720 Servicebetriebe (Tankstellen, Raststätten, Hotels) an der Autobahn.
Das staatlich vorgesehene Betreibermodell setzt auf eine primär mittelständische Pächterstruktur, die Tank & Rast gemeinsam mit seinen Pächtern umsetzt. An vielen Standorten finden die Autobahnreisenden auch das Angebot bekannter Ketten vor, diese Unternehmen sind jedoch in der Regel in Form von kleineren integrierten Modulen repräsentiert.
In den letzten Jahren hat Tank & Rast ca. 400 Millionen Euro in die Modernisierung ihrer Raststätten investiert und eine Vielzahl von Betrieben komplett neu gebaut. Mit der Marke Serways führt das Unternehmen zur Zeit eine Dienstleistungsmarke ein, die das gesamte Angebot auf einer Autobahnrastanlage (Gastronomie, Läden, weitere Serviceleistungen) umfasst. Unter der Bezeichnung Sanifair wurde gleichzeitig ein neues Toilettenkonzept integriert, das die Benutzungsgebühr bei Einkauf im Geschäft oder im Restaurant zurückerstattet. Auch nehmen an diesem auf Qualität ausgerichteten Konzept Markenartikler wie Barilla, Nordsee, Lavazza, Burger King, McDonald’s und Segafredo Zanetti teil. Darüber hinaus bieten die Rastanlagen auch regional erzeugte und angebaute Nahrungsmittel und Spezialitäten an.
Ein Novum sind die 2006 im Rahmen der Modernisierungsaktivitäten von Tank & Rast eingeführten Autobahnhinweisschilder. Zusätzlich zum Namen der Raststätte zeigen sie Informationen über das konkrete gastronomische und Service-Angebot an, das den PKW- oder LKW-Fahrer an der Raststätte erwartet.
Im Durchschnitt findet man in Deutschland alle 60 Autobahnkilometer eine Autobahnraststätte. Etwa 500 Millionen Reisende besuchen die Raststätten im Jahr. Beim jährlichen europaweiten ADAC-Raststättentest stellen Rastanlagen aus dem Netz der Autobahn Tank & Rast regelmäßig den Sieger (mit 90 % Marktanteil).
[Bearbeiten] Bedeutung für Tramper
Tramper nutzen die Autobahnraststätten als Umsteigpunkt auf längeren Strecken. Sie müssen die Autobahn so zwischen der Start- und Zielauffahrt ihrer Route nicht verlassen. Sie lassen sich meist auf der letzten Raststätte aussetzen, bevor ihre Mitfahrgelegenheit die geplante Route verlässt. An der Raststätte sprechen sie Rastende an oder trampen klassisch an der Ausfahrt mit Daumen oder Schild.
[Bearbeiten] Anschlussstellen und Zufahrten
Um die Rentabilität zu erhöhen, werden Raststätten in Ausnahmefällen manchmal auch nur an einer Richtungsfahrbahn errichtet und haben zusätzliche Zufahrten der anderen Richtungsfahrbahn. Einige Raststätten, z. B. Dammer Berge oder Hof, sind als Brücke über die Autobahn konzipiert, so dass ein Zugang von beiden Seiten der Autobahn möglich ist. Manche sind so platziert, dass man auch vom untergeordneten Straßennetz zufahren kann. Diese bildet auch eine Vereinfachung für den Zulieferverkehr und kann mitunter auch als Autobahnauffahrt ausgelegt sein. Üblicherweise besteht aber zwischen der regionalen Straße und der Autobahn keine Verbindung. Wohl ist es aber möglich, diese Zufahrten auch als Notauffahrt für Einsatzdienste, wie Feuerwehr oder Rettungsdienste zu benutzen. In diesem Fall dienen meist Schranken als Absperrung, damit normale Verkehrsteilnehmer nicht die Notauffahrten benutzen und dadurch möglicherweise Rettungseinsätze behindern. Während Autobahnraststätten in der Regel direkt auf der Autobahn platziert sind und oft eine eigene Ein- und Ausfahrt besitzen, zumindest eine Betriebszufahrt, befinden sich Autohöfe, die ebenfalls der Versorgung des Fern- und Schwerlastverkehr dienen, in der Nähe normaler Autobahnausfahrten.
Eine rechtliche Besonderheit ist, dass für Autobahnraststätten keine Sperrstundenregelung existiert (§ 15 Absatz 4 Bundesfernstraßengesetz). Jedoch ist zwischen 0:00 Uhr und 7:00 Uhr der Ausschank und der Verkauf von alkoholhaltigen Getränken verboten.
[Bearbeiten] Autobahnraststätten in Österreich
In Österreich gibt es ein sehr dichtes Netz an Raststationen an den Autobahnen und Schnellstraßen. Meist gibt es eine Tankstelle mit angeschlossenem Laden und ein separates Rasthaus, selten ist nur eine Tankstelle mit kleinem Café vorhanden (z. B. Kapfenberg S6). Oft wurde versucht, das Rasthaus im Stil der Region zu bauen (z. B. Landzeit Loipersdorf an der A2 im Stil eines burgenländischen Bauernhofs). In den Rasthäusern gibt es entweder Restaurants mit Bedienung oder einen Selbstbedienungsbereich (Marktrestaurant) und bieten meist qualitativ gute Küche. Die Stationen sind auf Massenbesuch eingerichtet und verfügen über dementsprechend große Räume und Toilettenanlagen. Bei sehr großen Raststätten ist manchmal auch ein Hotel angeschlossen.
In Österreich werden die meisten Raststätten durch die Unternehmen Landzeit, Rosenberger, Oldtimer, Autogrill, Mövenpick und Wienerwald betrieben. Daneben gibt es noch einige Unternehmen welche nur eine Raststätte besitzen (z. B. Alland A21)
Auch in Österreich gibt es eigene Regelungen, die beispielsweise die Mindestabstände der Raststätten zueinander regeln. Dazwischen kann es vereinzelt Kioske geben, die aber nicht dieselben Angebote vertreten dürfen wie die angrenzenden Raststätten. Ein Beispiel ist der Rastplatz Triestingtal an der Süd Autobahn A2 zwischen den Raststätten Wöllersdorf und Guntramsdorf. Hier dürfen nur einzelne Biolebensmittel verkauft werden.
[Bearbeiten] Autobahnraststätten in der Schweiz
In der Schweiz werden aktuell 34 Raststätten entlang dem Nationalstrassennetz von verschiedenen Unternehmen betrieben. Bei 9 Anlagen (a) kann die Autobahn mit dem Auto gequert und so die Fahrtrichtung gewechselt werden. Bei 7 Anlagen (b) kann die Autobahn zumindest zu Fuss überquert werden.
A1: La Côte (b), Bavois (a), Rose de la Broye (a), Grauholz (a), Deitingen, Gunzgen, Kölliken, Würenlos (b), Kempthal (a), Forrenberg, Thurau, St. Margrethen
A2: Basel-Weil (b), Pratteln (b), Eggberg, Teufengraben, Luzern-Neuenkirch (a), Gotthard, San Gottardo, Bellinzona, Colderio (b)
A3: Herlisberg, Fuchsberg (b), Glarnerland (b), Walensee
A5: Pieterlen
A6: Münsingen
A9: Villette (b), Le Chablais, Grand St-Bernard (a)
A12: La Gruyère (a)
A13: Werdenberg (a), Heidiland (a), Viamala Raststätte Thusis (a), San Vittore
[Bearbeiten] Siehe auch
Die folgenden deutschen und österreichischen Autobahnraststätten haben einen Artikel in Wikipedia:
- Raststätte Aachener Land bei Eschweiler (Nordrhein-Westfalen),
- Raststätte Pack bei Preitenegg (Kärnten);
sowie folgende historische Autobahnraststätte:
- Rodaborn bei Triptis (Thüringen), 1936 erste deutsche Autobahnraststätte.
[Bearbeiten] Literatur
- Ralph Johannes, Gerhard Wölki: Die Autobahn und ihre Rastanlagen. Geschichte und Architektur. Imhof, Petersberg 2005, ISBN 3-932526-68-6

