Autodesk

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Autodesk, Inc.
Logo von Autodesk
Rechtsform Incorporated
ISIN US0527691069
Gründung 1982
Sitz San Rafael, USA
Leitung Carl Bass, CEO und Präsident
Mitarbeiter 6.800
Umsatz 2,31 Milliarden USD (FY2013)[1]
Branche Softwarehersteller
Website www.autodesk.de

Autodesk [ˈɑːtoʊˌdɛsk] ist ein US-amerikanisches Software-Unternehmen für digitales 2D- und 3D-Design.

Produkte[Bearbeiten]

Autodesk stellt Software für computer-aided design (CAD) und Computeranimation in folgenden Bereichen her: Architektur, Gebäudetechnik und Hoch- und Tiefbau, Automotive und Transportwesen, Mechanik und Maschinenbau, Medien und Unterhaltung sowie Versorgung und Telekommunikation. Kunden nutzen Autodesk-Technologie zur Erstellung digitaler Modelle und Abläufe für die Visualisierung, Simulation und Analyse ihrer Projekte. So können sie ihre Ideen und Konzepte unter realistischen Bedingungen testen und optimieren, bevor sie Wirklichkeit werden.

Seit 2010 versucht Autodesk, den Endkunden auch direkt zu erreichen, einige Programme wie zum Beispiel SketchBook Professional werden auch über den Mac App Store vertrieben. Der Macintosh steht als Zielplattform stärker im Fokus von Autodesk, seit August 2011 wird mit Motion FX ein Programm ausschließlich für Mac OS X 10.7 angeboten.[2]

Mit Spark plant Autodesk eine offene und kostenfreie Software-Plattform zum Thema 3D-Druck. Ziel ist es mit Entwicklern von 3D-Software und Herstellern der 3D-Drucker einheitlicher Standards zu schaffen, um die Benutzbarkeit der Geräte zu verbessern. Außerdem plant das Unternehmen noch in 2014 einen eigenen 3D-Drucker auf dem Markt anzubieten [3].

Geschichte[Bearbeiten]

Autodesk wurde am 26. April 1982 von John Walker in Sausalito, Kalifornien gegründet und ist in der amerikanischen Börse NASDAQ notiert. Anfang der 1980er Jahre waren Grafikprogramme nur auf leistungsfähigen, aber teuren UNIX-Workstations verfügbar. Autodesk unterstützte von Anfang an den damals mit nur 4,77 MHz noch schwachen IBM-PC. Es wurden zwar auch UNIX-Derivate unterstützt, aber der Hauptfokus wurde auf den PC mit DOS als Betriebssystem gelegt. Dafür wurde Autodesk in der CAD-Branche in den ersten Jahren belächelt. 1986 gab John Walker den Vorsitz an Al Green ab, blieb aber noch im Aufsichtsrat. Die erste europäische Niederlassung und Softwareentwicklung wurde im Schweizer Kanton Neuenburg im Mai 1991 gegründet. Ebenfalls 1991 wurde die deutsche Niederlassung in München gegründet.

Am 14. April 1992 wurde Carol Bartz als Vorstandsvorsitzende berufen. Unter ihrer Leitung wurde konsequent die Portierung und Fokussierung auf Windows vorangetrieben, und Autodesk entwickelte sich zum größten CAD-Softwarehersteller der Welt. 1994 verließ John Walker mit einem Aktienpaket im Wert von 45 Mio. USD das Unternehmen.[4]

Am 16. Oktober 1992 wurde mit der Übernahme von Micro Engineering Solutions (MES), Michigan, USA der Einstieg in die NURBS-Flächenmodellierung gemacht. Die Weiterentwicklung der ebenfalls mit MES erworbenen CAM-Technologie wurde eingestellt. Mit der Übernahme einer Maschinenbauapplikation für Autocad der GENIUS Software GmbH im bayerischen Amberg (nicht der Firma GENIUS) wurde der Bereich Maschinenbau ausgebaut. Die bekanntesten Produkte von Autodesk sind die CAD-Anwendung AutoCAD, die Geoinformationssysteme Topobase und Map3D, das parametrische 3D-Konstruktionssystem Autodesk Inventor und das von Kinetix bzw. Discreet übernommene 3ds Max, eine 3D-Grafik- und Animationssoftware. Autodesk hat Firmen wie Discreet (professionelle Video-/Filmbearbeitungsoftware) und Alias (3D-Software) übernommen und vertreibt seitdem deren Software, unter anderem Combustion und Maya im Bereich Modelling, Animation und Film als Autodesk-Produkte. Weitere aktuelle Akquisitionen sind NavisWorks zur optimierten Erstellung von digitalen Prototypen im Hoch-, Tief- und Anlagenbau, 3D Geo GmbH für die Erstellung von 3D-Stadtmodell-Lösungen und Moldflow für die Simulation von Kunststoff-Spritzguss-Vorgängen im Digital Prototyping.

Im Jahr 2005 wurde angekündigt, dass die Schweizer Firma C-Plan AG mit Sitz in Muri bei Bern von Autodesk übernommen werde.[5][6] Die Firma entwickelte eine GIS-Erweiterung zu AutoCAD namens Topobase, 1998 erfolgte die Erstinstallation der Software.[7] Mit der Übernahme der Firma durch Autodesk am 22. August 2006 wurde die Erweiterung nach und nach Teil von AutoCAD Map 3D.[8]

Kritik[Bearbeiten]

Autodesk wurde 2006 von einem US-Bürger verklagt, der gebrauchte, aber legal erworbene Produkte zum Verkauf anbieten wollte. Dies wurde über den Digital Millennium Copyright Act mit Hinweis auf eine entsprechende EULA unterbunden. Grundsätzlich sind solche Einschränkungen des Wiederverkaufs in den USA nicht zulässig (First-sale doctrine).[9] Am 10. September 2010 entschied das Gericht zugunsten von Autodesk [10][11].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. usa.autodesk.com
  2. Motion FX ermöglicht anspruchsvolle Effekte unter Mac OS X
  3. Spark: Autodesk plant offene 3D-Druckplattform und eigenen 3D-Drucker, In: 3D-grenzenlos.de vom 25. Mai 2014
  4. nytimes.com: Autodesk Founder Saddles Up and Leaves
  5. Autodesk übernimmt die C-Plan AG. Mapbender-Wiki, 4. Mai 2005.
  6. Autodesk unterzeichnet Vertrag zur Übernahme von c-plan. Autodesk, 3. Mai 2005, abgerufen am 19. Juni 2011.
  7. Produktübersicht: c-plan TOPOBASE TM. Universität Rostock, Abteilung Geoinformatik.
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSHAB: C-Plan AG. moneyhouse Handelsregister- und Firmendaten, abgerufen am 19. Juni 2011.
  9. http://arstechnica.com/tech-policy/news/2008/05/court-smacks-autodesk-affirms-right-to-sell-used-software.ars
  10. http://www.ca9.uscourts.gov/datastore/opinions/2010/09/10/09-35969.pdf
  11. http://www.computerbase.de/news/2010-09/gericht-untersagt-handel-mit-gebrauchter-software/

38.005555555556-122.53055555556Koordinaten: 38° 0′ 20″ N, 122° 31′ 50″ W