Automatisches Melksystem

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Ein Melkroboter im Deutschen Museum in München
Typisches Stall-Layout
Ein Melkroboter von Lely
Prototyp, 1983

Ein Automatisches Melksystem (kurz:AMS) (auch Melkroboter) ist ein automatisiertes System zum Melken von Kühen.

Das Melkgeschirr wird dabei automatisch und ohne jegliche manuelle Hilfe mit Erkennungssystemen auf Basis von Ultraschall, Laser und optischen Sensoren an das Euter der Kuh angeschlossen. Hauptvorteile von Automatischen Melksystemen gegenüber konventioneller Melktechnik sind weniger schwere körperliche Arbeit, große zeitliche Flexibilität, Einsparung von Melkzeit, umfangreiche Datenerfassung zur besseren Kontrolle der Tiergesundheit, verbesserter Komfort und optimaler Herdenüberblick. Hauptnachteile sind hohe Erstinvestitionskosten und Beschränkung auf Kühe mit optimaler Zitzenform.

Entwicklung[Bearbeiten]

Versuche zur Entwicklung eines automatischen Melksystems gab es seit den 1980er Jahren. Erstmals dem landwirtschaftlichen Fachpublikum vorgestellt wurde ein Prototyp auf der 3. Agritechnica 1989 von der Firma Düvelsdorf. Seit 1992 wurden die ersten Melkroboter in landwirtschaftlichen Betrieben installiert. Drei Jahre später wurde der Verkauf von der Firma Lely forciert, welche noch heute Marktführer ist. In den skandinavischen Ländern werden heute über 80 % der neuen Ställe mit Melkrobotern ausgestattet, da dort die Faktoren zur Anschaffung insofern am besten erfüllt werden, dass die Betriebe über ausreichend Fläche bei guten Tierleistungen verfügen und oft eine Fremdarbeitskraft einsparen können. In Deutschland waren Ende 2008 circa 9000 Anlagen in Betrieb. Außerhalb von Europa werden kaum Melkroboter eingesetzt. In Ländern wie den USA, Japan oder Neuseeland sind entweder die Betriebe zu groß, die Arbeitskräfte zu billig oder der Milchpreis ist zu unsicher, um diese hohe Investition zu riskieren (Stand Frühjahr 2009 kostet eine Einboxenanlage rund 150.000 Euro).

Systemarten[Bearbeiten]

Moderne Automatische Melksysteme werden als Einboxen- oder Mehrboxensysteme angeboten.

Bei Einboxanlagen ist der Ansetzroboter fest mit der Melkbox verbunden. Bei Mehrboxsystemen fährt der Ansetzroboter auf seitlich angebrachten Schienen von Box zu Box. Eine Vielzahl von elektronischen Baugruppen sichert dabei die Steuerung des gesamten Systems und die effektive Auswertung aller relevanten Daten zur Milch und zum Tier.

Funktionen[Bearbeiten]

Die tägliche Leistung (abhängig vom Hersteller) einer Ein-Box-Anlage beträgt etwa 170 bis 200 Melkungen pro Tag, d. h. es können pro Melkbox ca 60 - 70 Kühe gemolken werden. Mit einem Fünf-Box-System können folglich bis zu 700 Melkvorgänge pro Tag realisiert werden. In den meisten Fällen werden die Kühe im freien Kuhverkehr durch Kraftfutter in der Melkstation angelockt. Per Transponder wird das Tier erkannt. Falls eine Melkberechtigung besteht, werden der Kuh bis zu 3 Sorten Kraftfutter zugeteilt. Falls das Tier jedoch bereits vor kurzer Zeit gemolken wurde wird es maschinell aus der Anlage hinausgetrieben ohne an Kraftfutter zu gelangen. Dementsprechend dauert es eine gewisse Zeit, bis die Kühe selbst realistisch einschätzen können, wie oft sie Futter erhalten und gemolken werden. Nach einer meist feuchten Reinigung der Zitzen wird mit dem Melken begonnen. Anschließend werden die Zitzen gedippt um einen Schutz gegenüber Keimen zu bieten. Moderne Systeme sind außerdem dazu in der Lage, während des Melkvorgangs automatisch Milch mit Klumpen oder Blut auszusortieren. Tests ergaben, dass diese Systeme sehr genau arbeiten können und alle nicht verkehrsfähige Milch aussortieren, ohne dabei irrtümlich einwandfreie Milch zu verschwenden.

Hersteller[Bearbeiten]

VMS Melksystem von DeLaval

Hersteller Automatischer Melksysteme sind unter anderem

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Melkroboter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien