Automobilwerk Zwickau

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AWZ P50 „Trabant“ aus der Nullserie verlassen im Januar 1958 das Werk.

Der VEB Automobilwerk Zwickau (AWZ) war ein Kraftfahrzeughersteller in Zwickau. Der Volkseigene Betrieb (VEB) ging 1955 aus dem VEB Kraftfahrzeugwerk Audi Zwickau hervor, das bis 1945 als „Werk Audi“ Teil der Auto Union AG, Chemnitz war.

Der zum Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) der DDR gehörende Pkw-Hersteller AWZ wurde 1958 mit dem VEB Sachsenring Kraftfahrzeug- und Motorenwerke Zwickau (ehemals Werk Horch der Auto Union) zum VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vereinigt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das ehemalige Audi-Werk, von August Horch 1909 gegründet, blieb im Gegensatz zum benachbarten Zwickauer Horch-Werk im Zweiten Weltkrieg von größeren Schäden durch Luftangriffe verschont. Wie viele andere Industriebetriebe in Sachsen wurde es aufgrund des Volksentscheids vom 30. Juni 1946 zwangsenteignet und auf Anweisung der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) größtenteils demontiert. Der dort von der Auto Union in der Vorkriegszeit produzierte DKW F8 wurde ab 1949 als IFA F8 wieder gebaut, gefolgt 1950 vom IFA F9, der auf der Auto-Union-Vorkriegsentwicklung DKW F9 beruhte.

Die Produktion des IFA F8 wurde 1955 zu Gunsten des neuen Modells AWZ P70 und des noch in Entwicklung befindlichen Kleinwagens „Trabant“ eingestellt. Parallel zum P70 lief ab dem 7. November 1957 der Trabant P50 (später als Trabant 500) vom Band.

Auf Beschluss des SED-Ministerrates wurden am 1. Mai 1958 die beiden Volkseigenen Betriebe Automobilwerk Zwickau und Sachsenring Kraftfahrzeug- und Motorenwerke zum VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau vereinigt. Das ehemalige AWZ war nun als Sachsenring-Werk 2 für die Fertigung der Duroplast-Karosserie und die Endmontage zuständig und fertigte mit dem Sachsenring-Logo bis 1959 den P70 und bis 1962 die Trabant 500.

Heute befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Audi-Werkes das August-Horch-Museum.

Modelle[Bearbeiten]

Bauzeit Baureihe Anmerkung Bild
1949–1955 IFA F8 Wiederaufnahme des Vorkriegsmodells DKW F8. Seine Technik war die Grundlage für P70 und den Trabant. IFA F8
1950–1953 IFA F9 Für den F9 wurden die Vorkriegsplanungen des DKW F9 verwirklicht. In Zwickau wurden 1.880 Stück in verschieden Bauformen gefertigt. Ab 1953 wurde die Produktion ins Automobilwerk Eisenach verlagert, und bildete dort die Grundlage für den Wartburg. IFA F9
1955–1959 P70 „Zwickau“ Der P70 war der erste Serien-Pkw mit Kunststoffkarosserie. Die Bodengruppe war identisch mit der des IFA F8. Ab 1958 wurde er unter dem Namen „Sachsenring P70“ verkauft. AWZ P70 Coupé
1958–1962 P50 „Trabant“ Der P50 sollte der erste Großserien-Pkw der DDR werden. Ab 1958 wurde er unter dem Namen „Trabant P50“ verkauft. Trabant P50

Literatur[Bearbeiten]

  • Werner Lang: Wir Horch-Arbeiter bauen wieder Fahrzeuge. Verlagsgesellschaft BERGstraße, Aue 2007, ISBN 978-3-9811372-1-7.

Weblinks[Bearbeiten]