Erziehungsstil
Erziehungsstile sind Methoden, Grundsätze sowie theoretische Hintergründe, die bei der Erziehung, vor allem der Kindererziehung in Elternhaus und Schule (Unterrichtsstil),[1] bewusst oder meist unbewusst angewendet werden. Die Erziehungsstilforschung ist ein Teilgebiet der Sozialisationsforschung.
[Bearbeiten] Geschichte
Einzelne Erziehungsstile wurden zur Zeit der Aufklärung beschrieben, wie zum Beispiel Jean-Jacques Rousseau mit seiner negativen Erziehung oder Heinrich Pestalozzi mit seiner naturgemässen Erziehung. Die wissenschaftliche Erforschung begann im 20. Jahrhundert. 1930 erschien Alfred Adlers Lehrbuch der Kindererziehung, in dem er die individualpsychologischen Konzepte auf die kindliche Entwicklung und auf die Erziehung in Schule und Elternhaus anwandte. Er hob besonders die überstrenge, die verwöhnend-verzärtelnde und die vernachlässigende Erziehung als störend bei der Charakterbildung hervor.[2][3] Im Rahmen der Wiener Schulreform schuf man ein der neuen demokratischen Republik angemessenes Schulsystem mit demokratischem Erziehungsstil.
Als Begründer der Erziehungsstilforschung gilt der Sozialpsychologe Kurt Lewin, der Ende der 1930er Jahre in den USA Feldexperimente zu den Wirkungen unterschiedlicher Führungsstile auf das Leistungsverhalten von Jugendgruppen durchführte. Dabei unterschied er zwischen dem autoritärem, dem Laissez-faire und dem demokratischen Erziehungsstil.[4] In späteren Arbeiten wurde der autoritäre Stil auch als dominativ und der demokratische Stil als sozial-integrativ (Tausch & Tausch, 1963) oder als autoritativ (Diana Baumrind, 1971) bezeichnet. Die Erziehungsstilforschung wurde stark von der Sozialpsychologie beeinflusst, weil ein bestimmter Erziehungsstil immer auch ein bestimmter Führungsstil ist. In den 1940er Jahren entwickelte Alfred L. Baldwin noch heute angewandte Untersuchungsmethoden zur Analyse von Eltern-Kind-Interaktionen in den sogenannten Fels-Studien mittels Fragebögen und langfristigen Beobachtungen. Diese bildeten die Grundlage für die umfassenden Arbeiten von Diana Baumrind in den 1960er Jahren. Ihre Untersuchungen und Kategorisierungen von Erziehungsstilen haben die moderne Forschung stark beeinflusst. Baumrind unterschied zwischen den zwei verschiedenen Dimensionen von Erziehungsstilen, der Kontrolle (Lenkung) und der Responsivität. In den 1960er untersuchten die beiden deutschen Psychologen Anne-Marie Tausch und Reinhard Tausch das Verhalten der Erziehenden mithilfe verschiedener Dimensionen. Sie erfassten das Ausmaß an Lenkung einerseits und emotionaler Wärme und Wertschätzung andererseits.
[Bearbeiten] Dimensionen der Erziehung
Der Erziehungsstil wird unter anderem durch die Persönlichkeitsstruktur und den Lebensstil (Individualpsychologie) der Erzieher und ihre erworbene und meist unbewusste Auffassung von Erziehung bestimmt. Der in der Herkunftsfamilie erfahrene Erziehungsstil wirkt sich nachweislich auf den eigenen Erziehungsstil aus.[5] Untersuchungen von Harry Harlow[6] zeigten, dass auch bei Primaten der Erziehungsstil erworben und nicht vererbt wird. Beim Erwerb des Erziehungsstils spielen neben der Vorbildwirkung (Lernen am Modell) der Erzieher in Elternhaus und Schule mit ihren konkreten Erziehungsinhalten und -zielen, die soziokulturelle Situation (Schichtzugehörigkeit der Familie) mit ihren spezifischen Erziehungsnormen, das individuelle soziale Umfeld, die Familienkonstellation und -dynamik (Geschwisterreihe) und auch die gesamtgesellschaftliche und kulturelle Situation, die auf die Familie einwirkt, eine Rolle. Walter Toman untersuchte den prägenden Einfluss der Geschwisterpositionen und begründete ihn empirisch und theoretisch.[7] In der westlichen Gesellschaft existieren verschiedene Erziehungsstile nebeneinander. Was als guter Erziehungsstil angesehen wird, ist auch gewissen gesellschaftlichen Trends unterworfen, wie die unterschiedlichen Erziehungsstile in der Kinderrechtsbewegung der 1970er Jahre und innerhalb der Gegenreaktion in den 1980ern zeigen. In der Praxis ist die Unterscheidung eines Erziehungsstils und der damit verbundenen Erziehungsmethoden nicht eindeutig, da zum einen nicht immer eine klare Trennung möglich ist, zum anderen weil häufig Mischformen auftreten. So kann es zum Beispiel sein, dass Erzieher mit überwiegend demokratischem Stil in einigen Situationen autoritäre Methoden anwenden.
[Bearbeiten] Kontrolle
Zu den in der Fachliteratur am häufigsten behandelten Dimensionen von Erziehung zählt das Maß an Kontrolle bzw. Autorität, die die Eltern dem Kind gegenüber ausüben. Bis in die 1960er Jahre wurde meist zwischen folgenden vier Erziehungsstilen unterschieden:[8]
- Autoritärer Erziehungsstil (siehe weiter unten)
- Demokratischer Erziehungsstil: Der demokratische Erziehungsstil lässt sich mit dem reformpädagogischen Erziehungsbegriff verbinden. Hier spielen Konsens und Partizipation beim Einsatz von Erziehungsmaßnahmen eine größere Rolle. Erziehungshandeln soll für alle Beteiligten transparent sein. Der zu Erziehende wird als ernster Gesprächspartner betrachtet und soll mit steigendem Alter selbstständiger und eigenverantwortlicher handeln. Die Notwendigkeit, manchmal Grenzen zu setzen, wird im Regelfall besprochen.
- Egalitärer Erziehungsstil: Beim egalitären Erziehungsstil haben Erzieher und zu Erziehender dieselben Rechte und Pflichten. Die Meinung des zu Erziehenden wird nicht nur eingeholt und berücksichtigt, sondern besitzt das gleiche Gewicht wie die des Erziehenden. Dieser Erziehungsstil berücksichtigt nicht oder zu wenig, dass Kinder teilweise andere natürliche Bedürfnisse (Schutz, Erziehung, Ausbildung usw.) haben als Erwachsene, weil sie sich noch in Entwicklung befinden.
- Permissiver Erziehungsstil (siehe weiter unten)
| autokratisch | autoritär | demokratisch | egalitär | permissiv | laissez-faire | negierend |
In einem 1962 veröffentlichten Aufsatz schlug Glen Elder eine Erweiterung dieses Spektrums vor und regte folgende zusätzliche Kategorien an:
- Autokratischer Erziehungsstil: Beim autokratischen Erziehungsstil wird gegenüber dem zu Erziehenden ein hohes Maß an Autorität ausgeübt. Eine mögliche Eigeninitiative und die Meinung des zu Erziehenden werden unterdrückt bzw. nicht berücksichtigt.
- Laissez-faire-Erziehungsstil: Der Laissez-faire-Erziehungsstil korrespondiert mit dem antipädagogischen Erziehungsbegriff. Erziehung wird hier als ein nicht legitimer bzw. unnötiger Eingriff in die kindliche Entwicklung aufgefasst, und dementsprechend unterbleiben zielgerichtete Erziehungsversuche. Bei diesem Erziehungsstil verhält sich der Erzieher dem zu Erziehenden gegenüber eher passiv. Es werden nur minimale bis keine Vorgaben gemacht, so dass das Kind im Wesentlichen sich selbst überlassen wird.
- Negierender Erziehungsstil (ignoring type): Beim negierenden Stil kann nicht von bewusster Erziehung gesprochen werden; das Verhalten des zu Erziehenden wird vom Erzieher nicht beeinflusst. Es gibt keine Erziehungsbemühungen und kein Interesse gegenüber der Entwicklung des zu Erziehenden.
- Flexibler Erziehungsstil: Beim sogenannten flexiblen Erziehungsstil vereinbaren die Eltern Partizipation (Zuwendung, Wärme, Anerkennung) mit konsequenter Kontrolle und Sanktionierung bei Überschreitung von Regeln und Vereinbarungen. Dieser Erziehungsstil ist identisch mit dem weiter unten dargestellten autoritativen Erziehungsstil.[9]
[Bearbeiten] Responsivität
Als Responsivität wird in Psychologie und Pädagogik die Bereitschaft der Eltern bezeichnet, auf Interaktions- und Kommunikationsversuche des Kindes einzugehen. Fehlende Responsivität wird in diesem Zusammenhang oft als „Negativität“ bezeichnet.[10] Diana Baumrind schlug 1971 für die Beschreibung von Erziehungsstilen ein zweidimensionales Raster vor, in dem neben der Kontrolle auch die Responsivität berücksichtigt wird.[11]
Eine zweite Dimension von Erziehung neben der Kontrolle, nämlich „Wertschätzung und Zuneigung“, hatten Reinhard und Anne Marie Tausch zur Charakterisierung von Erziehungsstilen bereits 1963 herangezogen. Sie beschrieben u. a. einen „sozial-integrativen Erziehungsstil“, die in der Sache Baumrinds autoritativem Erziehungsstil entsprach.[12]
[Bearbeiten] Hohe Responsivität und geringe Kontrolle: Permissiver Erziehungsstil
Beim permissiven Erziehungsstil herrschen Akzeptanz und Responsivität vor und die Kontrolldimension wird niedrig gehalten. Die Erziehenden zeichnen sich durch hohe Toleranz und Akzeptanz des kindlichen Verhaltens aus. Es werden selten Kontrolle oder Bestrafung ausgeübt. Der permissive Erziehungsstil ist eine gemäßigte Form des Laissez-faire-Erziehungsstils. Der Erziehende hält sich bei der Erziehung eher zurück, ein Setzen von Grenzen findet selten statt.
[Bearbeiten] Hohe Responsivität und hohe Kontrolle: Autoritativer Erziehungsstil
Der autoritative Erziehungsstil zeichnet sich durch hohe Kontrolle und hohe Responsivität (Akzeptanz) der Erziehenden aus und kann deshalb als kinderzentrierter Erziehungsstil bezeichnet werden. Die Eltern haben hohe Erwartungen an das kindliche Verhalten, sie setzen klare Standards und Regeln, auf deren strikte Einhaltung geachtet wird. Generell herrscht eine offene Kommunikation, wobei der kindliche Standpunkt geachtet, der eigene aber auch vertreten wird. Die Kinder zeigen eher hohe soziale und intellektuelle Kompetenzen und besitzen ein hohes Maß an Eigenkontrolle. Nach Baumrind zeichnet sich dieser Erziehungsstil einerseits durch hohe Anforderungen und andererseits durch einen hohen Grad an Unterstützung durch die Erzieher aus. Eltern müssen auf einer Forderung beharren und/oder einem Wunsch ihres Kindes entgegentreten, auch wenn dieses den Widerstand des Kindes hervorruft. Wenn die dabei entstehende Konfrontation zu einem zwangsfreien Aushandeln oder zu einer gemeinsam erarbeiteten Lösung führt, fördert dies die Selbstsicherheit eines Kindes und erweitert sein Repertoire an Kommunikationsmöglichkeiten. Dieser Erziehungsstil fördert die optimale Kompetenz, als höchstmöglicher Grad an Verbundenheit und Selbständigkeit, der Kinder am stärksten. Nach ihren Forschungsergebnissen sind die Entwicklung von Fertigkeiten, von positiven Selbstzuschreibungen und von sozial verantwortungsvollen Problembewältigungsstrategien ein Ausdruck dieser optimalen Kompetenz.
[Bearbeiten] Geringe Responsivität und geringe Kontrolle: Vernachlässigender Erziehungsstil
Hierbei verhalten sich die Eltern zurückweisend und nicht kontrollierend. Das Ausmaß, in dem sich die Eltern für das Kind verpflichtet fühlen, ist sehr gering, sie investieren nur minimale Kosten an Zeit und Anstrengungen in das Kind und sind sehr stark distanziert. Insgesamt kann dieser Erziehungsstil als der für ein Kind unangenehmste bezeichnet werden. Dies kann unter anderem darin resultieren, dass die Kinder Störungen im Bindungsverhalten aufweisen und starke Defizite in verschiedenen Bereichen (Selbstwert, Selbstkonzept, intellektuelle Entwicklung) haben. Auffallend ist der geringe Grad der Selbstkontrolle und die mangelnde Aggressionskontrolle.
[Bearbeiten] Geringe Responsivität und hohe Kontrolle: Autoritärer Erziehungsstil
Er zeichnet sich durch hohe Kontrolle und geringe Responsivität aus. Die Erzieher sind hierbei dem zu Erziehenden gegenüber sehr zurückweisend und stark kontrollierend. Es werden strenge Regeln aufgestellt und die Autorität darf nicht hinterfragt werden. Bei unerwünschtem Verhalten wird harte Bestrafung angewendet, die auch physisch sein kann. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass autoritär erzogene Kinder eher später selbst zu Aggressionen neigen und sich durch eine geringe soziale Kompetenz und ein geringes Selbstwertgefühl auszeichnen. Der autoritäre Stil, der mit einem interventionalen Erziehungsbegriff einhergeht, setzt stark auf die Erziehungsmittel Belohnung und Bestrafung und weniger auf Überzeugung, vermittelt aber meist Sicherheit. Die Meinung des zu Erziehenden wird akzeptiert, zum Schluss bestimmt jedoch der Erzieher, der erst später in den Hintergrund tritt.
Wie Ruth K. Chao aufgewiesen hat, ist Baumrinds Klassifikation – insbesondere ihre Unterscheidung von „autoritär“ und „autoritativ“ – ethnozentrisch und eventuell nur für die Beschreibung moderner westlicher Erziehungsstile geeignet. In kollektivistischen Kulturen wie z. B. China sind Erziehungsstile beheimatet, die hohe Kontrolle problemlos mit hoher Responsivität vereinen, westlichen Vorstellungen von autoritativer Erziehung aber ebenso wenig entsprechen, weil Bildung und Leistung in diesem Fall höher bewertet werden als soziale Kompetenzen und Selbstwertgefühl. (Einzelheiten siehe weiter unten.)
[Bearbeiten] Weitere Dimensionen der Erziehung
Das Maß der Kontrolle und der Responsivität, die Eltern in ihrer Erziehung walten lassen, sind nicht die einzigen möglichen Kriterien, nach denen Erziehungsstile klassifiziert werden können.
[Bearbeiten] Empathie
In seinem Buch EQ. Emotionale Intelligenz beschäftigt Daniel Goleman sich mit der Frage, wie emotional intelligente Eltern ihre Kinder so erziehen, dass auch diese eine hohe emotionale Intelligenz entfalten. Goleman beschreibt solche Eltern als Menschen, die ein gutes Verständnis ihrer eigenen Gefühle haben und den Gefühlen ihres Kindes mit Respekt begegnen. Sie lehren ihr Kind, wenn es seine Gefühle auf eine nicht akzeptable Weise ausdrückt, aber alternative, bessere Verhaltensweisen. Goleman beschreibt drei weitere aus der Forschung bekannte, weit verbreitete Erziehungsstile, bei denen es den Eltern an solcher Empathie mangele:[13]
- einen Erziehungsstil, bei dem die Eltern auf Gefühle des Kindes nicht reagieren
- eine Laissez-faire-Erziehung, bei der die Eltern die (auf unangemessene Weise ausgedrückten) Gefühle des Kindes bestenfalls beschwichtigen, aber nicht in bessere Bahnen lenken
- einen stark kontrollierenden Erziehungsstil, der von ständiger Missbilligung und von fehlendem Respekt gegenüber den Gefühlen des Kindes geprägt ist
[Bearbeiten] Mikromanagement vs. Charaktererziehung
Ein weiteres Kriterium sind die Dimensionen des kindlichen Verhaltens, denen die Eltern besondere Beachtung schenken. Als „Overparenting“ (deutsch etwa: „Übererziehen“, „Überbehüten“) wird im englischen Sprachraum ein Erziehungsstil bezeichnet, der durch exzessives, einmischendes Mikromanagement der Eltern im Bereich der Stimmungen und Befindlichkeiten des Kindes gekennzeichnet ist. Derartige Eltern fixieren ihre Wahrnehmung und ihr Verhalten darauf, ihr Kind möglichst pausenlos glücklich und unbeschwert zu halten, und intervenieren als Lobbyisten ihres Kindes unentwegt z. B. bei Schulleitern und Lehrern, aber auch bei Eltern von Freunden des Kindes, was zur Folge hat, dass diese Kinder kaum lernen, sich selbst zu helfen oder sich aus eigener Kraft emotional zu stabilisieren. Obwohl solche Eltern ihr Kind beständig beobachten – sie werden deshalb umgangssprachlich auch als „Helikopter-Eltern“ bezeichnet[14] –, entgeht ihnen oft vollständig, welche Kapazitäten das Kind im Bereich z. B. der Self-help skills oder des verantwortungsvollen sozialen Miteinanders entwickelt (Charaktererziehung). Die Familientherapeutin Wendy Mogel hat über diesen in der amerikanischen Mittelschicht überaus verbreiteten Erziehungsstil ein viel beachtetes Buch The Blessings of a Skinned Knee (2001) publiziert. Im deutschsprachigen Raum hat Albert Wunsch (Die Verwöhnungsfalle, 2000) ähnliche Überlegungen angestellt.
Alfred Adler hatte sich mit verwöhnender Erziehung und ihren Auswirkungen bereits 1904 beschäftigt.[15] Charakteristisch an diesem Erziehungsstil ist eine überbeschützende Fürsorge und Handeln für das Kind in Situationen, in denen es darum ginge, die Fähigkeit des Kindes zur Selbständigkeit und Kooperation mit anderen zu stärken. Kinder und Jugendliche, die mit diesem Erziehungsstil erzogen wurden, zeigen hohe Ansprüche an die Umgebung, die in ungeduldig-forderndem Ton vorgetragen werden, quengelige Unzufriedenheit, gepaart mit geringem Selbstvertrauen und unterentwickelter Leistungsbereitschaft. Sie werden ebenso lebensuntüchtig wie tyrannisch. Der verzärtelnde oder verwöhnende Lebensstil eines Menschen kann gemäß Adler sowohl das Resultat des verwöhnenden als auch des vernachlässigenden Erziehungsstils sein.
[Bearbeiten] Werteerziehung
Erziehungsstile können auch nach den Werten klassifiziert werden, die Eltern ihrem Kind zu vermitteln suchen.
- Bis ins 20. Jahrhundert war Kindeserziehung in der westlichen Welt meist als Erziehung zum Christentum konzipiert.
- In den 1960er und 1970er Jahren bezog eine Reihe von Pädagogen, die der Studentenbewegung und der APO nahestanden, Opposition gegen ältere Erziehungsstile, die nach ihrem Urteil auf eine Unterdrückung der Kindespersönlichkeit zielten, und propagierten eine antiautoritäre Erziehung, die der Demokratie besser gerecht werden sollte.
- Die Feministin Ursula Scheu schlug in ihrem 1978 erschienenen Buch Wir werden nicht als Mädchen geboren, wir werden dazu gemacht vor, Mädchen, um Geschlechtsrollenmuster zu durchbrechen, konsequent mit Jungenspielzeug aufzuziehen.
- Ein ‒ wenn auch selbstironisch gebrochenes ‒ Plädoyer für eine radikale Leistungserziehung hat Amy Chua mit ihrem 2011 erschienenen Buch Die Mutter des Erfolgs vorgelegt.
[Bearbeiten] Forschung
Es gibt inzwischen eine große Zahl von Forschungsbefunden aus dem amerikanischen oder dem europäischen Raum zu den Auswirkungen elterlicher Erziehungsstile auf die Kinder und Jugendlichen. Danach weisen in der Gesamtschau Kinder und Jugendliche, die in einem autoritativen Elternhaus aufwachsen, eine Reihe von Eigenschaften auf, die heute als wünschenswert angesehen werden. Hierzu gehören Eigenschaften wie: Leistungsbereitschaft, Selbstvertrauen, Eigenständigkeit, psychosoziale Reife und Selbstkontrolle.[16] Längsschnittstudien kommen zu dem Ergebnis, dass diese positiven Effekte auf die autoritative Haltung und die daraus abgeleiteten Verhaltensweisen der Eltern zurückzuführen sind und nicht etwa auf andere Einflussgrößen.[17] Auch wenn die Kinder sich mit zunehmendem Alter mehr und mehr von den Eltern ablösen und in selbst gewählten Gleichaltrigengruppen leben, geben die Eltern mit ihrem Erziehungsverhalten die Richtung für die weitere Selbstentwicklung ihrer Kinder vor.[18] Ferner gibt es Zusammenhänge zwischen elterlichem Erziehungsstil, kognitiver Leistungsfähigkeit und schulischer Kompetenz.[19] Ein autoritativer Stil der Lehrer trägt dazu bei, dass Kinder sich zu emotional angepassten, eigenständigen, leistungsfähigen und sozial kompetenten Personen entwickeln,[20] während sich der autoritäre und der permissive Stil eher negativ auf Schulleistungen auswirken. In Untersuchungen bei englischen Jugendlichen[21] wurde festgestellt, dass nicht-autoritatives Erziehungsverhalten mit einer höheren Tendenz zu abweichendem und störendem Verhalten in der Schule einhergeht. Auch neigten Jugendliche aus diesen Elternhäusern weniger dazu, ihre schulischen Leistungen auf eigene Fähigkeiten und Ausdauer zurückzuführen. Verglichen mit ihren Mitschülern nannten sie häufiger externale Ursachen als Begründung für gute Noten. Schlechtes Abschneiden führten sie jedoch auf internale Ursachen wie mangelnde Fähigkeiten zurück.
Es ergibt sich somit – zumindest für den westlichen Kulturkreis – eine Konvergenz der Forschungsbefunde,[22] die unabhängig von theoretischen Positionen und den gewählten methodischen Zugangsweisen ist. Wenn Eltern einen autoritativen Erziehungsstil praktizieren, wird die Entwicklung ihrer Kinder zu selbstbewussten, emotional stabilen, sozial kompetenten, selbstverantwortlichen und leistungsfähigen Personen gefördert.[23] In neuerer Zeit hat sich in der Erziehungspsychologie ein ökologisch-systemischer Forschungsansatz durchgesetzt,[24] der von den Wechselbeziehungen aller am Erziehungsprozess beteiligten Personen und ihrem Lebenskontext ausgeht.[25]
[Bearbeiten] Erziehungsstile in verschiedenen Kulturen
[Bearbeiten] China
Das Familiensystem und die Erziehung in China waren traditionell von der konfuzianischen Philosophie geprägt. Eltern hatten große Autorität über ihre Kinder, und von diesen wurde Gehorsam erwartet.[26] Das westliche Lesepublikum hat sich mit dem Erziehungsstil der chinesischen Kaiserzeit u. a. durch Romane wie Der Seidenfächer von Lisa See vertraut machen können.
Die Politik der 1949 gegründeten Volksrepublik China hatte tiefgreifende Veränderungen der alten Familienordnung zum Ziel, insbesondere eine Ablösung der patriarchalischen Strukturen durch egalitäre Beziehungen. Wie der amerikanische Soziologe William J. Goode aufgewiesen hat, war dieser Wandel zum Teil schon vor 1949 auf dem Wege.[27] Die 1979 eingeführte Ein-Kind-Politik hatte weitere Veränderungen der Familienstruktur und des Erziehungsstils zur Folge.[28] Drastisch zugenommen hat seitdem auch die Zahl der Elternbildungsprogramme; im Jahre 2001 bestanden in der Volksrepublik China etwa 240.000 Elternschulen.[29] Viele jüngere Entwicklungen im Verhältnis zwischen chinesischen Eltern und Kindern sind bisher jedoch noch kaum dokumentiert.[30] Rekordauflagen erreicht seit 2011 der Erziehungsratgeber Good Mom, Good Teacher (好妈妈 好老师, hǎo māmā hǎo lǎoshī), dessen Autorin Yin Jianli dafür wirbt, Kinder zu Selbstbewusstsein, Unabhängigkeit und Kreativität zu erziehen, anstatt sich nur um ihre Schulbildung zu sorgen.
[Bearbeiten] Chinesische Amerikaner
Weitaus besser als die jüngeren Entwicklungen in China ist der Erziehungsstil der chinesischen Amerikaner untersucht; dieser hat u. a. durch Amy Chuas Buch Battle Hymn of the Tiger Mother hohe Aufmerksamkeit auch bei den Teilnehmern des allgemeinen Erziehungsdiskurses gefunden. Wie die Psychologin Ruth K. Chao aufgewiesen hat, unterscheiden chinesisch-amerikanische Eltern sich von europäisch-amerikanischen Eltern u. a. hinsichtlich der Wertvorstellungen, die sie erzieherisch umzusetzen versuchen. So legen sie mehr Wert als die europäisch-amerikanische Vergleichsgruppe auf Bildung und sind, wenn es um die Bildung ihrer Kinder geht, eher bereit, eigene Interessen zu opfern; weniger wichtig als europäisch-amerikanischen Eltern ist es ihnen dagegen, dass ihre Kinder soziale Kompetenzen und ein hohes Selbstwertgefühl entwickeln.[31]
Chao weist darauf hin, dass die Fachliteratur, die sich mit dem Erziehungsstil der chinesischen Amerikaner auseinandersetzt, von einem Paradox geprägt ist. Da chinesisch-amerikanische Eltern an ihre Kinder im Allgemeinen hohe Forderungen stellen, strikte Verhaltensregeln aufstellen und diese mit den Kindern kaum diskutieren, wird ihr Erziehungsstil meist als „leistungsorientiert“, „streng“, „kontrollierend“ oder „autoritär“ beschrieben.[32] Während bei europäischstämmigen Amerikanern hoher Schulerfolg tendenziell an einen autoritativen Erziehungsstil gebunden ist, ist der Schulerfolg chinesisch-amerikanischer Kinder auffällig hoch, obwohl diese nach dem Eindruck der Forscher autoritär erzogen sind und die Eltern – nach einem kurzen, aber intensiven Engagement in der Vorschulbildung[33] – in das Lernen der Kinder weniger involviert sind als europäisch-amerikanische Eltern.
Es gibt in der Fachliteratur verschiedene Ansätze, dieses Paradoxon zu erklären. Stanley Sue und Sumie Okazaki haben vermutet, dass die Nachteile, die jungen chinesischen Amerikanern aus einer strengen Erziehung ihrer Meinung nach erwachsen, kompensiert werden durch den Leistungswillen, der aus der Furcht vor sozialem Misserfolg und Diskriminierung genährt wird ‒ einer Empfindlichkeit, die in dieser Minderheit besonders ausgeprägt ist.[34] Laurence Steinberg et al. dagegen nehmen an, dass das „Kompensat“ in der massiven Unterstützung liege, die chinesisch-amerikanische Schüler sich in ihrer Peergroup verschaffen.[35]
Eine grundsätzlich andere Erklärung bietet Ruth Chao an, die sich dagegen wehrt, den chinesisch-amerikanischen bzw. chinesischen Erziehungsstil als schwarze Pädagogik zu brandmarken. Chao bemängelt, dass der von Diana Baumrind definierte Begriff „autoritär“ im Kontext des chinesisch-amerikanischen Erziehungsdiskurses Schwächen und einen folgenschweren Ethnozentrismus erkennen lasse; er trage nicht den besonderen Implikationen Rechnung, die die konfuzianisch geprägten Begriffe 管 (guǎn; „leiten“, „lieben“, „versorgen“) und 教训 (jiāo xùn; „Training“) in der chinesischen Kultur besitzen.[36] Dabei geht es nämlich nicht um eine auf Kosten der Kindesautonomie praktizierte Selbsterhöhung der Eltern, sondern um den Beitrag, den die Eltern leisten, um ihr Kind in die Verhaltensweisen einzuüben, die in ihrer Kultur als wichtig erachtet werden, insbesondere gute Schulleistungen. Die starke Bildungsorientierung wurzelt im konfuzianischen Meritokratie-Konzept, das seinen weltlichen Niederschlag über viele Jahrhunderte hinweg in der chinesischen Beamtenprüfung gefunden hat. Während die westliche Pädagogik traditionell davon ausgeht, dass ein autoritärer Erziehungsstil mit häufigen Strafen und einem abweisenden Verhalten gegenüber dem Kind einhergeht, kann dies in kollektivistischen Kulturen wie der chinesischen tatsächlich ganz anders aussehen.[37] Da der chinesisch-amerikanische Erziehungsstil mit dem westlichen Konzept eines autoritativen Erziehungsstils in weiten Teilen offensichtlich nicht übereinstimmt, fällt er, wenn das Messinstrument zu grob justiert ist, allzu leicht auch dann in die Kategorie „autoritär“, wenn er dem westlichen Konzept von „autoritärer Erziehung“ eigentlich ebenso wenig entspricht. In ihren eigenen Untersuchungen hat Chao das Messinstrument entsprechend differenziert und nachweisen können, dass chinesisch-amerikanische Kinder weitaus weniger grob unterdrückerisch und hartherzig erzogen werden, als dies auch von Fachkollegen bis dahin angenommen worden ist; auch reagieren diese Kinder auf elterliche Kontrolle im Allgemeinen weniger wütend als europäisch-amerikanische Kinder.[38] Chao hat sogar nachgewiesen, dass die liebevolle Zuwendung zum Kind bei chinesisch-amerikanischen Müttern ebenso hoch ist wie in der europäischstämmigen Vergleichsgruppe.[39] Den hohen Schulerfolg chinesisch-amerikanischer Kinder erklärt sie mit dem leistungsfördernden Umfeld, das chinesische Familien ihren Kindern bieten; insbesondere hebt sie die Hingabe und das Engagement der Mütter hervor.[40]
[Bearbeiten] Literatur
- Jean-Jacques Rousseau, Émile (Emile oder über die Erziehung), 1762
- Heinrich Pestalozzi, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt (1820), Wfb Verlagsgruppe, ISBN 3866720246
- Kurt Lewin, Feldtheorie in den Sozialwissenschaften. Ausgewählte theoretische Schriften, Hans Huber Verlag, Bern 1963.
- Alfred L. Baldwin, Demokratie in Eltern-Kind-Beziehungen, 1943
- Diana Baumrind, Child care practices anteceding three patterns of preschool behavior. Genetic Psychology Monograph, 75, 43-88, 1967
- Diana Baumrind, Current Patterns of Parental Authority, Developmental Psychology Monograph, The American Psychological Association 1971, ASIN B000GR74YW
- Borkowsky, J. G., Ramey, S. L. & Bristol-Power, M. (Eds.). (2002). Parenting and the child’s world: Influences on academic, intellectual, and social-emotional development. Mahwah, New Jersey: Lawrence Erlbaum Associates.
- H. W. Krohne u. M. Hock, Elterliche Erziehung und Angstentwicklung des Kindes, Bern 1994
- R. Ruthe, Konsequenz in der Erziehung, 2007
- Sylva Liebenwein, Erziehung und soziale Milieus, Elterliche Erziehungsstile in milieuspezifischer Differenzierung, Verlag für Sozialwissenschaften, VS-Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-531-15688-0
- Gray, M. & Steinberg, L. (1999). Unpacking authoritative parenting: Reassesssing a multidimensional construct. Journal of Marriage and the Family, 61, 574-587.
- Steinberg, L..A. (2001). We know some things: Parent-adolescent relations in retrospect and prospect. Journal of Research on Adolescence, 11, 1-19.
- Brown, B., Mounts, N., Lamborn, S. & Steinberg, L. (1993). Parenting practices and peer group affiliation in adolescence. Child Development, 64, 467-482.
- Hofer, M., Klein-Allermann, E., Noack, P. (1992). Familienbeziehungen. Göttingen: Hogrefe.
- Lamborn, S. D., Mounts, N. S., Steinberg, L. & Dornbusch, S. M. (1991). Patterns of competence and adjustment among
- Glasgow, K. L., Dornbusch, S. M., Troyer, L., Steinberg, L. & Ritter, P. L. (1997). Parenting styles, adolescents’ attribution, and educational outcomes in nine heterogeneous high schools. Child Development, 68, 507-529.
- Walper, S. & Pekrun, R. (Hrsg.). (2001). Familie und Entwicklung. Göttingen: Hogrefe.
[Bearbeiten] Weblinks
- Projekt Gutenberg: Pestalozzi, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt
- „Freiheit in Grenzen“ – Begründung eines integrativen Medienkonzepts zur Stärkung elterlicher Erziehungskompetenzen von Dr. Klaus A. Schneewind, Universität München
- Forschungsbericht von Armin Castello & Susanne Hubmann, Entwicklung und Validierung einer deutschsprachigen version des "Parental Authority Questionnaire" (PAQ) zur Erhebung von Erziehungsstilen
- The Way We Live Now: Let the Kid Be, New York Times, 29. Mai 2009 (Artikel über die Geschichte moderner Erziehungsstile)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Einsiedler, W. (2000). Von Erziehungs- und Unterrichtsstilen zur Unterrichtsqualität. In M.K.W. Schweer (Hrsg.), Lehrer-Schüler-Interaktion. Pädagogisch-psychologische Aspekte des Lehrens und Lernens in der Schule (S. 109-128). Opladen: Leske und Budrich)
- ↑ Alfred Adler, Kindererziehung (1930), Fischer Taschenbuch Verlag: Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-596-26311-5, S. 9
- ↑ Alfred Adler, Wozu leben wir? (1931), Fischer Taschenbuch Verlag : Frankfurt am Main 1976, ISBN 3-596-26708-0, S. 24
- ↑ Kurt Lewin u.a.: Patterns of aggressive behavior in experimentally created “social climates”. In: Journal of Social Psychology 9 (1939), 10, S. 271-299, ISSN 0022-4545.
- ↑ Klaus Schneewind, S. Ruppert: Familien gestern und heute: ein Generationenvergleich über 16 Jahre. München: Quintessenz, 1995. ISBN 3861283352, zitiert nach: Sylva Liebenwein, Erziehung und soziale Milieus, VS-Verlag 2008
- ↑ Harry Harlow: The development of affectional patterns in infant monkeys. Determinants of infant behaviour, B.M. Foss, ed., Methuen, London 1961
- ↑ Walter Toman: Familienkonstellationen. Ihr Einfluss auf den Menschen. (EA 1961) München: Beck, 7. Aufl. 2002, ISBN 3-406-32111-9
- ↑ Glen H. Elder: Structural Variations in the Child Rearing Relationship, in: Sociometry 25 (1962), 25, S. 241-262, ISSN 0038-0431
- ↑ Manfred Hofer, Elke Klein-Allermann, Peter Noack: Familienbeziehungen: Eltern und Kinder in der Entwicklung: Ein Lehrbuch, Göttungen, Bern: Hogrefe, ISBN 3801704602, 1992; Klaus Hurrelmann: Lebensphase Jugend. Eine Einführung in die sozialwissenschaftliche Jugendforschung, Juventa, 2. Auflage 2007, ISBN 978-3-7799-1480-8, S. 111
- ↑ Beverly Wilson, John Gottman: Marital Conflict and Parenting: The Role of Negativity in Families, in: M. H. Bornstein (Hrsg.): Handbook of Parenting, Band 4, Hillsdale, New Jersey: Lawrence Erlbaum, 1994
- ↑ Diana Baumrind: Current Patterns of Parental Authority, Developmental Psychology Monograph, The American Psychological Association 1971, ASIN B000GR74YW
- ↑ Reinhard Tausch, Anne Marie Tausch: Erziehungspsychologie: Psychologische Vorgänge in Erziehung und Unterricht, Göttingen: Hogrefe 1963, ISBN 3-8017-1000-9
- ↑ Daniel Goleman: Emotional Intelligence. Why It Can Matter More Than IQ. 1 Auflage. Bantam, New York 1995, ISBN 0-553-09503-X., S. 190f
- ↑ Foster W. Cline, Jim Fay: Parenting with Love and Logic: Teaching Children Responsibility, Pinon Press, 1990, ISBN 0-89109-311-7
- ↑ Alfred Adler: Der Arzt als Erzieher, Ärztliche Standeszeitung, Bd. 3, Nr. 13-15, 1904
- ↑ Gray & Steinberg, 1999; Steinberg, 2001.
- ↑ Steinberg et al., 1994.
- ↑ Brown et al., 1993.
- ↑ Aunola et al., 2000; Buri et al., 1988; Lamborn et al., 1991; Steinberg et al., 1992 u.a.
- ↑ Hofer et al., 1992; Lamborn et al. 1991.
- ↑ Glasgow et al. 1997.
- ↑ Klaus Schneewind: Familienpsychologie (2., überarb. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer, 1999
- ↑ Siehe hierzu: Forschungsbericht von Armin Castello & Susanne Hubmann, 2009, Pädagogische Hochschule Freiburg.
- ↑ Nickel, 2000.
- ↑ Überblicksdarstellungen bzw. detailliertere Ausführungen finden sich u.a. bei Borkowsky et al. 2002, Miller 2001, Schneewind 1994 und 1999 sowie Walper und Pekrun 2001.
- ↑ W. S. Tseng, D. Y. H. Wu (Hrsg.): Chinese culture and mental health, Orlando, Florida: Academic Press, 1985; S. Lau, P. C. Cheung: Relations between Chinese adolescents’ perception of parental control and organization and their perception of parental warmth, in: Developmental Psychology, Band 18, 1987, S. 215-221
- ↑ William J. Goode: World Revolution and Family Patterns, Free Press of Glencoe, 1963
- ↑ D. A. Abbott, Z. F. Ming, W. H. Meredith: An evolving redefinition of the fatherhood role in the People’s Republic of China, in: International Journal of Sociology of the Family, Band 22, 1992, S. 45-54
- ↑ Diane M. Hoffman, Guiping Zhao: Global Convergence and Divergence in Childhood Ideologies and the Marginalization of Children, S. 5, in: Joseph I. Zajda, Karen Biraimah, William Gaudelli (Hg.): Education and social inequality in the global culture, Springer, 2008, ISBN 978-1-4020-6926-0, S. 1-16 (eingeschränkte Online-Version in der Google Buchsuche-USA)
- ↑ Bernita Quoss, Wen Zhao: Parenting Styles and Children’s Satisfaction with Parenting in China and the United States, in: Journal of Comparative Family Studies, Band 26, 1995 (Exzerpt); Hong Xiao: Childrearing values in the United States and China: A Comparison of Belief Systems and Social Structure, Westport, Connecticut: Praeger, 2001, ISBN 0-275-97313-1, S. 4 (eingeschränkte Online-Version in der Google Buchsuche-USA)
- ↑ Ruth K. Chao: Chinese and European American Mothers' Beliefs about the Role of Parenting in Children's School Success, in: Journal of Cross-Cultural Psychology, Band 27, Juli 1996, Heft 4, S. 403‒423
- ↑ Zum Beispiel D. Y. F. Ho: Chinese patterns of socialization: A critical review, in: M. H. Bond (Hrsg.): The psychology of the Chinese people, Hong Kong: Oxford University Press, 1986, S. 1-37; L. H. Chiu: Child-rearing attitudes of Chinese, Chinese-American, and Anglo-American mothers, in: International Journal of Psychology, Band 22, 1987, S. 409-419; S. Dornbusch, P. Ritter, P. Leiderman, D. Roberts, M. Fraleigh: The relation of parenting style to adolescent school performance, in: Child Development, Band 58, 1987, S. 1244‒1257; C. Y. Lin, V. Fu: A comparison of child-rearing practices among Chinese, immigrant Chinese, and Caucasian-American Parents, in: Child Development, Band 61, 1990, S. 429-433
- ↑ B. Schneider, Y. Lee: A model of academic success: The school and home environment of East Asian students, in: Anthropology and Education Quarterly, Band 21, 1990, S. 358‒377
- ↑ Stanley Sue, Sumie Okazaki: Asian-American educational achievements: A phenomenon in search of an explanation, in: American Psychologist, Band 45, 1990, S. 913-920
- ↑ Laurence Steinberg, Sanford Dornbusch, Bradford Brown: Ethnic differences in adolescent achievement: An ecological perspective, in: American Psychologist, Band 47, 1992, S. 723-729
- ↑ Ruth K. Chao: Beyond Authoritarianism: A Cultural Perspective on Asian American Parenting, Konferenzpapier, Annual Meeting of the American Psychological Association, New York, NY, August 1995
- ↑ N. Eisenberg, L. Chang, Y. Ma, X. Huang: Relations of parenting style to Chinese children’s effortful control, ego resilience, and maladjustment, in: Development and Psychopathology, Band 21, 2009, S. 455‒477
- ↑ Ruth K. Chao: Interpretations of parental control by Asian immigrant and European Amercan youth, in: Journal of Family Psychology, Band 23, 2009, Heft 3, S. 342‒354
- ↑ Zu demselben Ergebnis kommen D. Rudy und J. E. Grusec: Authoritarian parenting in individualist and collectivist groups: Associations with maternal emotion and cognition and children’s self-esteem, in: Journal of Family Psychology, Band 20, 2006, S. 68‒78
- ↑ Ruth K. Chao: Beyond Parental Control and Authoritarian Parenting Style: Understanding Chinese Parenting through the Cultural Notion of Training, in: Child Development, Band 65, August 1994, Heft 4, S. 1111-1119; Ruth K. Chao, Stanley Sue: Chinese Parental Influence and Their Children's School Success: A Paradox in the Literature on Parenting Styles, in: Sing Lau (Hrsg.): Growing up the Chinese way: Chinese child and adolescent development, Hongkong: The Chinese University Press, 2. Auflage, 1997, ISBN 962-201-659-6, S. 93-120 (eingeschränkte Online-Version in der Google Buchsuche-USA)