Autostart

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Autostart ist die unter Microsoft Windows übliche Bezeichnung für das automatische Starten von Programmen beim Booten des Systems oder beim Anmelden. Ein solches Programm muss also nicht von einem Benutzer gestartet werden, sondern startet automatisch ohne dessen Zutun. Autorun ist dagegen die Funktion von Betriebssystemen, beim Einlegen oder Einstecken von auswechselbaren Datenträgern eine bestimmte Aktion zu starten.

Das Kofferwort setzt sich aus den Wörtern Automatisch und Starten zusammen.

Microsoft Windows[Bearbeiten]

Beim Systemstart (oder genauer: nach der Benutzeranmeldung) werden alle Dateien, die sich im Startmenü-Ordner Autostart befinden, automatisch ausgeführt. Bei den echten Mehrbenutzersystemen Windows NT, Windows 2000 und Windows XP gibt es diese Autostart-Ordner mindestens zweimal: einmal für jeden Benutzer, den dieser selbst verwalten kann, und einmal für alle Benutzer (All Users), den in der Regel nur Administratoren des System oder das System selbst (z. B. innerhalb einer Programminstallation) verwalten können. In der Regel befinden sich in diesem Ordner nur Verknüpfungen, es können jedoch auch alle anderen Dateien ausgeführt bzw. geöffnet werden. Daneben gibt es Stellen, die tief im Betriebssystem verwurzelt sind und die auch die Funktion des Autostarts besitzen. Ein Beispiel hierfür sind bestimmte Positionen der Registry, wie unter anderem die Schlüssel RUN oder RUNONCE.

Es werden alle Programme geladen, die sich in den folgenden Registry-Schlüsseln befinden:

  • HKLM(HKEY_LOCAL_MACHINE)\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run
  • HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\RunOnce (nur einmal, danach wird der Schlüssel gelöscht)
  • HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\RunServices (als Systemdienst, nur mit Windowssystemen, die auf NT basieren, möglich)
  • HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\RunServicesOnce (nur einmal)

Die Pfade in diesen Schlüsseln werden für alle Benutzer gestartet. Eine Ausnahme bildet der abgesicherte Modus, normalerweise werden hier keine dieser Schlüssel beachtet.

  • HKCU(HKEY_CURRENT_USER)\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Run
  • HKCU\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\RunOnce (nur einmal, danach wird der Schlüssel gelöscht)
  • HKCU\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\RunServices (als Systemdienst, nur mit Windowssystemen, die auf NT basieren, möglich)
  • HKCU\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\RunServicesOnce (nur einmal)

Die Pfade in diesen Schlüsseln werden nur für den aktuellen Benutzer gestartet. Eine Ausnahme bildet der abgesicherte Modus.

Des Weiteren ist es möglich, dass sich Prozesse als Dienst (HKLM\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\) installieren und ebenfalls bei jedem Systemstart im Hintergrund starten, dem Benutzer allerdings meist verborgen bleiben. Fast alle Viren und Schadprogramme schreiben sich selbsttätig in die Registry in einen dieser Schlüssel oder installieren sich als Dienst, um sicherzustellen, dass sie bei jedem Systemstart ausgeführt werden.

Das automatische Starten von Programmen beim Booten kann unter Microsoft Windows durch Halten der Umschalttaste während des Bootvorgangs verhindert werden. Bei älteren Windows-Versionen ist der Autostart auch in der WIN.INI-Datei durch die Einträge load= oder run= möglich.

Spezielle Software zum Bearbeiten von Autostart-Einträgen bietet meist eine automatische Sicherung an. Es gibt auf dem Markt eine ganze Reihe an kostenloser und kostenpflichtiger Software, die diese Arbeit beherrschen. Ab Windows 8 könnte für einige Nutzer eine solche zusätzliche Software unnötig werden. Das Betriebssystem bietet selbst eine neue und benutzerfreundlichere Möglichkeit zur Verwaltung der Autostart-Einträge.[1]

MS-DOS[Bearbeiten]

Unter MS-DOS erfüllt die Batchdatei AUTOEXEC.BAT diesen Zweck. Alle Kommandos, die hier eingetragen sind, werden beim Booten automatisch ausgeführt.

Unix/Linux[Bearbeiten]

Unter unixartigen Betriebssystemen (z. B. Linux) verläuft die Ausführung von Startscripten in Abhängigkeit von der verwendeten Distribution und den Vorlieben des Administrators. Üblich ist der Start von Diensten über Runlevels, die wiederum andere aufrufen. Durch solche Rekursionen ist es möglich, ein System vollautomatisch in einen gewünschten Zustand zu versetzen, ohne zur Laufzeit Befehle eingeben zu müssen. Diese Startscripte werden meist in gesonderten Verzeichnissen innerhalb von /etc gelagert und je nach gefordertem Runlevel ausgeführt oder beendet. Benutzerspezifische Autostart-Scripte können beispielsweise von der Login-Shell oder vom Fenstermanager aus gestartet werden.

Mac OS X[Bearbeiten]

Unter Mac OS X wurden bis Version 10.3 sogenannte StartUp Items verwendet, um den Zweck eines Autostarts zu erfüllen. Ab Version 10.4. sind die Launch Services hierfür zuständig.

AmigaOS[Bearbeiten]

Bei AmigaOS werden alle Programme im Ordner WBStartup ausgeführt. Der Tooltype STARTPRI legt dabei die Reihenfolge fest.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Autostart unter Windows 8, videonerd.de

Weblinks[Bearbeiten]