Autostrada A1 (Italien)

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Autostrada A1 in Italien
Autostrada A1 (Italien)
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Karte
Verlauf der A1
Basisdaten
Betreiber: Autostrade per l’Italia
Gesamtlänge: 759,4 km

Regionen:

Die Autostrada A1 (italienisch für ‚Autobahn A1‘) ist eine Autobahn in Nord- und Mittelitalien, die von Mailand (Lombardei) über Rom nach Neapel (Kampanien) führt. Sie ist zwischen Mailand und Rom Bestandteil der Europastraße 35 und zwischen Modena (A22) und Bologna (A14) sowie Orte und Neapel der Europastraße 45.

Als Teil der Autostrada del Sole ist die A1 mit einer Länge von 754 Kilometern die längste Autobahn Italiens und vollständig mautpflichtig.

Geschichte[Bearbeiten]

A1 in der Emilia-Romagna

Die Verwirklichung der Autostrada del Sole resultiert in erster Linie aus dem Willen der italienischen Regierung, in den 1950er Jahren die nationale Wirtschaft wieder anzukurbeln. Zugleich sollte die Autobahn die divergierenden Wirtschaftsräume Italiens enger verzahnen und wie eine mächtige Klammer den widersprüchlichen Vereinheitlichungsprozess Italiens begünstigen. Der emphatische Name der Verkehrsverbindung spielt auf diese sozialpolitische und ökonomische Komponente ebenso an wie auf die touristischen Verheißungen der modernen Mobilität.

Vor dem Bau dieser Autobahn benötigte man rund zwei Tage, um Waren und Güter von Mailand nach Neapel zu transportieren. Der Bau einer Strecke, die das Fahren von (für damalige Verhältnisse) hohen Geschwindigkeiten erlaubte, verkürzte die Fahrzeit erheblich.

Der Bau der Autostrada del Sole erfolgte in mehreren Etappen. Die Freigaben der einzelnen Abschnitte sah wie folgt aus:

  • Milano - Bologna am 15. Juli 1959
  • Bologna - Firenze am 3. Dezember 1960
  • Firenze - Roma am 4. Oktober 1964
  • Fiano - S. Cesareo am 21. Juli 1988
  • Roma - Napoli am 22. September 1962

Die Grundsteinlegung geht auf den 19. Mai 1956 zurück. Die Einweihung des ersten Abschnitts, von Mailand bis Parma, wurde am 7. Dezember 1958 gefeiert. Die Eröffnung der Trasse von Bologna nach Florenz fand am 3. Dezember 1960 statt, die von Rom nach Neapel am 22. September 1962. Die gesamte Arbeit wurde mit der Eröffnung des Abschnitts zwischen Chiusi und Orvieto am 4. Oktober 1964 vollendet: Bis zu diesem Zeitpunkt mussten alle Fahrzeuge von der Autobahn zwischen Chiusi und Orvieto abfahren und über die ehemalige State Route 71 Umbro Casentinese Romagna ausweichen.

Die fertiggestellte Autostrada del Sole wurde von Antonio Segni am 4. Oktober 1964, an Bord des Lancia Flaminia 335 presidenziale, eingeweiht.

Folgende Arbeiten wurden verrichtet:

  • Insgesamt 15 Millionen Arbeitstage
  • 52 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein; ausgehoben auf der Baustelle im Freien
  • 1,8 Millionen Kubikmeter Erde und Gestein; ausgehoben aus den Tunnelbaustellen
  • Fünf Millionen Kubikmeter Beton und Mauerwerk
  • 16 Millionen Quadratmeter Boden
  • 853 Brücken, Viadukte und ähnliche Arbeiten
  • 2500 Schächte
  • 572 Überführungen
  • 35 Tunnel mit 2 Röhren
  • 3 Tunnel mit einer Röhre

Der Bau der A1 wurde von Fedele Cova geführt.

Abschnitt Mailand–Bologna[Bearbeiten]

Dieser Abschnitt führt durch die zwei italienischen Regionen Lombardei und Emilia-Romagna.

Anfangspunkt der A1[Bearbeiten]

A1 bei Modena

Die A1 hatte ihren Ursprung zunächst am piazzale Corvetto di Milano. Heutzutage gilt jedoch die Verlängerung der östlichen Umgehungsautobahn von Mailand (A51; tangenziale est di Milano) als Anfangspunkt der A1, der sich somit im Südosten Mailands befindet. Diese beiden Abschnitte verlaufen parallel zueinander, bis sie sich auf dem Gebiet von San Donato Milanese vereinigen.

Weiterer Verlauf[Bearbeiten]

In der Umgebung von San Giuliano Milanese mündet die westliche Umgehungsautobahn von Mailand (A50; tangenziale ovest di Milano) in die A1. Sie durchquert die Po-Ebene und führt, parallel zur Ämilianische Straße (Via Emilia), sechsstreifig an den Städten Lodi, Piacenza, Reggio nell’Emilia und Modena vorbei. Zwischen Milano-Sud und Lodi (14,6 km) sowie zwischen Piacenza Sud und Modena (Länge: 97,9 km) ist der achtspurige (Vier Fahrstreifen pro Richtung) Ausbau der A1 in Planung.[1].

Modena - Bologna[Bearbeiten]

Der Abschnitt Modena-Bologna ist der meistbefahrene Abschnitt in ganz Italien, weshalb dieser auch bereits achtspurig und teilweise auch zehnspurig bei Bologna ausgebaut ist. Im Norden Modenas hat die A1 Anschluss zur Brennerautobahn, welche somit Zuflussader aus Nord- und Mitteleuropa ist. In Bologna zweigen zudem die Umgehungsautobahn von Bologna und die A14, welche zur Adriaküste führt, ab. Von Bologna aus zweigt auch die A13 Richtung Padua und Venedig ab.

Abschnitt Bologna–Florenz[Bearbeiten]

Dieser vierstreifige Abschnitt, der auch „Apennin-Abschnitt“ (tratto appenninico) genannt wird, überquert den Tosco-Emiliano-Apennin und zählt daher auf seinem Verlauf viele Brücken und Tunnel.

Zehnspurige Autobahn bei Bologna

Variante di Valico[Bearbeiten]

Aktuell vorhandene Trasse der A1
Variante di Valico
Anschlussstellen der Variante di Valico (blaue Punkte)
vorhandene Anschlussstellen (gelbe Punkte)

Der Abschnitt zwischen Bologna und Florenz muss täglich 89.000 Fahrzeuge aufnehmen, davon etwa 25.000 Lastkraftwagen und Omnibusse. Die derzeit vorhandene Strecke beinhaltet enge Kurvenradien und veraltete Tunnels und Brücken.

Die Strecke soll derart ausgebaut werden, dass je Richtung mindestens drei Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Die bis 2013 zu realisierende 62,5 Kilometer lange Variante di Valico beinhaltet neben dem abschnittsweisen sechsstreifigen Ausbau der Bestandstrasse eine 37 Kilometer lange Ausweichstrecke zwischen La Quercia und Barberino di Mugello unweit der bestehenden – in diesem Abschnitt kaum ausbaubaren – Autobahn. Die Gesamtkosten betragen 3,518 Milliarden Euro.

Casalecchio di Reno-Sasso Marconi[Bearbeiten]

Zwischen Casalecchio di Reno und Sasso Marconi wurde die Strecke auf 4,1 Kilometern bereits sechsspurig ausgebaut (Baulos 0). Die Bauarbeiten endeten im November 2009 und sahen neben dem sechsspurigen Ausbau auch den Neubau zahlreicher Brücken und Unterführungen sowie die Errichtung von Lärmschutzwänden im Gebiet von Casalecchio vor. Die Gesamtkosten betrugen 79,8 Millionen Euro.[2]

Sasso Marconi – La Quercia[Bearbeiten]

In diesem Abschnitt wurde die bereits vorhandene Trasse auf etwa 20 Kilometern sechsspurig ausgebaut. Außerdem wurde die Anschlussstelle Sasso Marconi umgebaut. Am 9. Juni 2007 wurde die Strecke inklusive der neuerrichteten Galleria Gardelletta (840 Meter, Fahrtrichtung Nord), eröffnet.

La Quercia – Barberino[Bearbeiten]

Die Planungen für diesen Abschnitt begannen bereits 1985. Im August 2001 stimmte schließlich der Ministerrat der Neuerrichtung zu. Im März 2004 begannen die ersten Bauarbeiten.

Der 43 Kilometer lange Abschnitt beinhaltet folgende Bauprojekte:

  • den Neubau der Ausweichstrecke zwischen La Quercia und Aglio, zusätzlich zur bereits vorhanden Autobahntrasse. Geplant ist, dass beide Trassen in Betrieb bleiben und der Verkehr sich auf den beiden Trassen verteilt.
  • Zwischen Aglio und Barberino soll eine neue Autobahntrasse mit drei Fahrstreifen für den Verkehr in Richtung Süden entstehen, die bestehende Trasse wird vierspurig für den Verkehr Richtung Nord zur Verfügung stehen.
  • Errichtung von zwei neuen Anschlussstellen (Badia und Poggiolino). Die Neuerrichtung der Anschlussstelle Barberino ist bereits fertiggestellt (Eröffnet im Mai 2007).

Die Bauarbeiten sollen 2014 abgeschlossen sein.[3]

Sechsspuriger Ausbau Barberino-Incisa[Bearbeiten]

Die A1 in der Nähe von Florenz, zweispurig ausgebaut
Abfahrt Firenze/Scandicci

Dieser Abschnitt schließt direkt an die Variante di Valico an. In diesem Abschnitt gibt es ein durchschnittliches Verkehrsaufkommen von 111.000 Fahrzeugen, davon 32.000 Lastkraftwagen. Zwischen den Anschlussstellen Firenze Nord und Firenze Sud kommen zusätzlich zum Transitverkehr auch noch der Stadtverkehr dazu, da die A1 hier eine Tangenziale (Stadtumfahrung) von Florenz bildet. Hier ist ein sechsspuriger (3 Fahrstreifen pro Richtung) Ausbau vorgesehen. Die Bauarbeiten auf den 58,5 Kilometer langen Abschnitt sehen die Errichtung von 16 neuen Tunneln und 40 Kilometer Lärmschutzwänden vor. Die Gesamtkosten dieses Bauprojektes betragen knapp zwei Milliarden Euro.

Dieser Abschnitt kann wiederum in drei kleinere Abschnitte unterteilt werden:

Barberino - Firenze Nord[Bearbeiten]

In diesem Abschnitt ist die Errichtung einer neuen Trasse Richtung Süd mit drei Fahrstreifen geplant. Auf der derzeitigen Trasse werden dem Verkehr Richtung Nord vier Fahrstreifen zur Verfügung stehen. Dieses Projekt wird derzeit von der ANAS geprüft. Der Fertigstellungstermin ist für 2017 angesetzt.

Firenze Nord - Firenze Sud[Bearbeiten]

In diesem 22 Kilometer langen, sehr stark von Verkehrsstaus betroffenen Abschnitt, wurde die Autobahn von 2005 bis 2013 auf drei (Richtung Rom) bzw. drei oder vier Fahrstreifen erweitert.

Zwischen März 2002 und Juli 2004 hat die ANAS das Projekt geprüft und genehmigt. Die Strecke Firenze Nord-Firenze Scandicci wurde Richtung Süden am 21. Dezember 2006 für den Verkehr freigegeben, Richtung Norden am 5. April 2007. Die Freigabe des neuen Abschnittes Firenze Scandicci-Firenze Sud erfolgte am 3. August 2011. Sobald die Strecke südlich von Scandicci durch Tunnel geführt wird, ist Richtung Süden eine neue dreispurige Strecke entstanden, Richtung Norden wird die alte Autobahn vierspurig genutzt.

Firenze Sud-Incisa[Bearbeiten]

Auf diesem 19 Kilometer langen Abschnitt ist eine Erweiterung auf drei bis vier Fahrstreifen pro Richtung geplant.[4]

Abschnitt Florenz-Rom[Bearbeiten]

Bei Arezzo

Bis nach Orte (Latium) ist die Autobahn vierstreifig, wenngleich bereits Ausbaumaßnahmen für einen dritten Fahrstreifen pro Richtung zwischen Florenz und Incisa in die Wege geleitet worden sind. Diese befinden sich momentan in der Planungsphase.[1] Zwischen Orte und der Anschlussstelle Roma/Nord wurde die A1 sechsspurig ausgebaut, inklusive der Errichtung eines neuen Tunnels (Galleria di Nazzano, 337 m). Die Bauarbeiten waren 2002 abgeschlossen, 2007 erfolgte die Eröffnung der Galleria di Nazzano. Außerdem wurden 4 Kilometer Lärmschutzwände errichtet. Die Gesamtkosten für diesen 37,8 Kilometer langen Abschnitt betragen 191,0 Millionen Euro.[5]

Die Autobahn führt in diesem Abschnitt an Arezzo vorbei, passiert das Chianatal und überquert mehrere Male den Tiber. In der Nähe der Ortschaft Fiano Romano zweigt ein vierstreifiger Ast zur Ringautobahn um Rom (A90/GRA, Grande Raccordo Anulare) ab, während die A1 selbst weiterhin sechsstreifig an der Hauptstadt vorbei in Richtung Neapel führt. Zwischen der Autobahnverzweigung Roma/Nord und dem Knoten mit der A24 ist die Errichtung einer neuen Anschlussstelle (Guidonia) geplant.[6]

Abschnitt Rom–Neapel[Bearbeiten]

In San Cesareo, einem Ort südlich von Rom, vereinigt sich die A1 wieder mit einem weiteren vierstreifigen Ast von Rom kommend und verläuft weiter nach Neapel. Dieser sechsstreifige Abschnitt, der unter anderem an den Städten Frosinone und Caserta vorbeiführt, zeichnet sich durch eine extrem geradlinige Streckenführung aus. Er trug bis 1988 die Bezeichnung A2, da er bis dato nicht direkt mit dem übrigen Teil der A1 verbunden war. Im Norden Neapels geht die A1 schließlich in die A3 über.

In diesem Abschnitt ist der achtspurige Ausbau zwischen San Cesareo und Colleferro (16,6 km) und zwischen Colleferro und Frosinone (31,3 km) geplant. Diese befinden sich momentan in der Planungsphase.[1]

Diramazione Roma Nord (Fiano Romano-G.R.A.)[Bearbeiten]

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Autostrada A1dir in Italien
Autostrada A1 (Italien)
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Basisdaten
Betreiber: Autostrade per l’Italia
Gesamtlänge: 23,1[7] km

Regionen:

Verlauf

Die Autobahnverzweigung (ital. Diramazione Roma nord) ist 23,1 Kilometer lang und verbindet die A1 mit der römischen Stadtautobahn A90, besser bekannt unter den Namen GRA (Grande Raccordo Anulare).

Bis 1988, als die A1 südwärts verlängert wurde, war dieser Abschnitt Teil der A1, da diese am GRA endete. Verwaltet wird dieser Autobahnzweig von Autostrade per l’Italia, die auch den Rest der A1 betreut.

Auf 16 Kilometern zwischen Settebagni und der Einmündung in die A1 (Roma Nord) wurde die Autobahn bis 2011 sechsspurig ausgebaut und die neue Anschlussstelle Castelnuovo di Porto errichtet. Die Gesamtkosten des Projektes betrugen 141 Millionen Euro und sahen außerdem die Errichtung von 3,1 Kilometern Lärmschutzwänden sowie die Errichtung von 6 neuen Straßenüberquerungen vor.[8]

Innerhalb von Autostrade per l'Italia existiert auch die Bezeichnung D18[7]

Diramazione Roma Sud (San Cesareo-G.R.A.)[Bearbeiten]

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Autostrada A1dir in Italien
Autostrada A1 (Italien)
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Basisdaten
Betreiber:
  • Autostrade per l’Italia
Gesamtlänge: 20,0[9] km

Regionen:

Verlauf

Dieser Autobahnzweig liegt im Süden der Stadt Rom und verbindet die A1 mit der A90. Er stellt so eine Verbindung der A1 südlich von Rom, mit der Stadtautobahn Roms dar.

Bis 1988 war dieser Streckenabschnitt der Beginn der A2. Da die Verbindung zwischen Roma Nord und Roma Sud errichtet wurde, wurde dieser Abschnitt zu einem Autobahnzweig.

Verwaltet wird er von Autostrade per l'Italia. Es existiert außerdem die Bezeichnung D19 für den Autobahnzweig.[9]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: A1 (Italien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Geplante Projekte
  2. Newsletter der Autostrade zur Fertiggstellung des Bauloses 0 (PDF; 637 kB)
  3. Projektinformationen Variante di Valico
  4. Projektinformationen Barbarino-Incisa
  5. Projektinformationen Orte-Roma
  6. Neue Anschlussstellen
  7. a b Verlauf des Autobahnzweiges Roma Nord auf teonline.autostrade.it
  8. Projektinformationen zum Ausbau Settebagni-Roma Nord
  9. a b Verlauf des Autobahnzweiges Roma Sud auf teonline.autostrade.it