Autostrada A2 (Polen)

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Autostrada A2 in Polen
Autostrada A2 (Polen)
 E30-PL.svg
Karte
Autostrada A2 (Polen)
Basisdaten
Betreiber: GDDKiA-2011-Logo.svg
weiterer Betreiber: Autostrada Wielkopolska S.A.
Straßenbeginn: Słubice
(52° 19′ N, 14° 35′ O52.31552314.577682)
Straßenende: Terespol
(52° 7′ N, 23° 34′ O52.11619123.565797)
Gesamtlänge: 620,1 km
  davon in Betrieb: 472,5 km
  davon in Planung: 147,6 km

Woiwodschaft:

Nutzungsvoraussetzung: Streckenmaut
Ausbauzustand: 2 × 2 Fahrstreifen
Die A2 bei Dębina (Posen)
Die A2 bei Dębina (Posen)

Die Autostrada A2 ist eine zum größten Teil fertiggestellte sowie geplante Autobahn in Polen. Die 620 km lange Strecke führt entlang der Landesstraße 2 von West nach Ost und stellt die wichtigste Ost-West-Achse des polnischen Straßenverkehrs dar. Sie beginnt im Westen an der deutschen Grenze bei Frankfurt (Oder) und führt über Posen und Łódź bis zum Autobahnknoten Łódź-Północ, wo sie die Autobahn A1 kreuzt. Im weiteren Verlauf führt die A2 zur polnischen Hauptstadt Warschau, bei der sie von der Schnellstraße S2 unterbrochen wird. Von Warschau wird sie über Mińsk Mazowiecki und Siedlce zur weißrussischen Grenze führen, wo sie in die M1 übergehen wird.

Die A2 ist ein Teil des paneuropäischen Verkehrskorridors II und der Europastraße 30 auf der gesamten Strecke. Zusammen mit der Bundesautobahn 12 verbindet sie seit Juni 2012 die beiden Hauptstädte Berlin und Warschau und ist somit Teil einer wichtigen Straßenverbindung zwischen West- und Osteuropa.

Planungsgeschichte[Bearbeiten]

1939 war bereits eine West-Ostverbindung durch Polen vorgesehen, sie wurde aber noch nicht über Łódź geführt.[2] In ihrem westlichen Abschnitt bis an das Westufer der Warthe bei Posen wurde die Strecke 1939 begonnen und teilweise im Erdbau fertiggestellt. Einzelne Brücken und Durchlässe wurden ebenfalls begonnen. 1942 wurden die Bauarbeiten kriegsbedingt eingestellt. In den Netzplänen von 1945 und 1946 war eine Strecke von der deutschen Grenze nach Warschau vorgesehen. Allerdings wurde die Strecke dann nach Nordosten über Białystok in Richtung Minsk geplant.[3][4] Im Netzplan von 1963 war die Autobahn weiterhin vorgesehen, nur für die Strecke zwischen Posen und Łódź gab es mehrere Varianten.[5] Im Netzplan von 1971 war die Strecke ebenfalls enthalten, zwischen Posen und Warschau war jedoch noch eine zusätzliche Verbindung vorgesehen.[6] 1976 war im Netzplan eine Strecke von der deutschen Grenze über Posen und Łódź nach Warschau sowie eine Strecke von Warschau zur sowjetischen Grenze vorgesehen.[7] Seit 1985 war die Strecke in der heutigen Form in allen Netzplänen enthalten, 1993 wurde die Strecke in den Plänen erstmals als A2 ausgewiesen.[8][9][10][11][12][13][14][15] Der einzige Streitpunkt war die Südumfahrung Warschaus, die als Teil der Autobahn A2 geplant war. Nach mehreren Protesten der betroffenen Bevölkerung Warschaus und Ursynóws beschloss die Regierung im Jahr 2004, die Südumfahrung Warschaus von einer Autobahn zu einer Schnellstraße abzustufen. Im Gebiet um Warschau wird die A2 daher von der Schnellstraße S2 unterbrochen.[16][17]

Maut[Bearbeiten]

Die Autobahn A2 ist als mautpflichtige Autobahn geplant.

Abschnitt Länge Betreiber Pkw-Maut Lkw-Maut
Stand Einführung Betrag Stand Einführung
Świecko – Mautstelle Tarnawa ~022 km Autostrada Wielkopolska nicht angepasst
Mautstelle Tarnawa – Knoten Nowy Tomyśl ~130 km geschlossenes System 20. Mai 2012 34,00 Złoty [18] manuelle Mautabgabe 20. Mai 2012
Knoten Nowy Tomyśl – Mautstelle Gołuski offenes System
geschlossenes System
3. Nov. 2004
23. Apr. 2012
23. Apr. 2012
Mautstelle Gołuski – Mautstelle Nagradowice ~030 km nicht angepasst
Mautstelle Nagradowice – Mautstelle Lądek ~057 km offenes System 1. Dez. 2003 2× 16,00 Złoty [18] manuelle Mautabgabe 1. Dez. 2003
Mautstelle Lądek – Knoten Konin-Zachód ~018 km Anpassung an geschlossenes System geplant
Knoten Konin-Zachód – Mautstelle Żdżary ~007 km GDDKiA angepasst an geschlossenes System viaTOLL 1. Jul. 2011
Mautstelle Żdżary – Mautstelle Stryków ~094 km geschlossenes System 1. Juli 2011 9,90 Złoty [19]
Mautstelle Stryków – Knoten Łódź-Północ ~005 km angepasst an geschlossenes System
Knoten Łódź-Północ – Mautstelle Pruszków ~084 km viaTOLL 31. Okt. 2013
Mautstelle Pruszków – Knoten Konotopa ~009 km nicht angepasst
Knoten Warszawa-Lubelska – Mautstelle Aleksandrówka ~009 km GDDKiA oder Konzessionär nicht angepasst viaTOLL/manuelle Mautabgabe geplant
Mautstelle Aleksandrówka – Knoten Choszczówka Stojecka ~005 km angepasst an geschlossenes System
Knoten Choszczówka Stojecka – Knoten Kałuszyn ~021 km GDDKiA viaTOLL 31. Okt. 2013
Knoten Kałuszyn – Mautstelle Dobryń ~124 km GDDKiA oder Konzessionär viaTOLL/manuelle Mautabgabe geplant
Mautstelle Dobryń – Kukuryki (PL/BY) ~009 km nicht angepasst
Summe 0624 km 75,90 Złoty

Personenkraftwagen[Bearbeiten]

Das erste etwa einen Kilometer lange Teilstück vom Grenzübergang mit Deutschland bis zum ersten Autobahnknoten Świecko wird von der GDDKiA betrieben und ist gebührenfrei. Der nachfolgende 257 km lange Abschnitt von Świecko bis Konin wird als Öffentlich-Private Partnerschaft realisiert. Als privater Auftragnehmer wurde die Autobahnbetreibergesellschaft Autostrada Wielkopolska verpflichtet, die für die Finanzierung, Planung, den Bau und Betrieb dieses Teilstücks der Autobahn zuständig ist. Daher werden auf diesem Abschnitt Mautgebühren an den Mautstellen erhoben. Im Bereich von Posen stellt die Straße die Autobahnumfahrung der Stadt dar und ist aus diesem Grund gebührenfrei.

Für den nächsten Autobahnabschnitt von Konin über Stryków und den Knoten Łódź-Północ bis Warschau ist die staatliche Behörde GDDKiA verantwortlich. Das Teilstück von Konin bis Stryków ist derzeit im geschlossenen System begrenzt durch zwei Mautstellen mautpflichtig. Das weitere Teilstück bis Warschau soll ebenso mautpflichtig sein. Damit der Bau einer weiteren Mautstelle östlich des Knotens Łódź-Północ entfällt, soll die Mauteinführung erst nach der gesamten Fertigstellung des Abschnittes der Autobahn A1 zwischen den Knoten Toruń-Południe und Tuszyn erfolgen. Der Abschnitt der A1 sowie der Abschnitt der A2 (Konin bis Warschau) sollen ein geschlossenes System bilden. Dieses soll im Westen von der Mautstelle Żdżary bei Konin, im Osten von der Mautstelle Pruszków bei Warschau, im Norden von der Mautstelle Nowa Wieś bei Toruń auf der A1 sowie im Süden von der Mautstelle Jeżów bei Piotrków Trybunalski auf der A1 begrenzt werden. Dazu soll die nicht mehr benötigte Mautstelle bei Stryków wieder zurückgebaut werden.

Östlich von Warschau hängt die Mauteinführung des kompletten Abschnittes bis zur weißrussischen Grenze von der Entscheidung über das Realisierungsmodell des Abschnittes mit Ausnahme der Autobahnumfahrung von Mińsk Mazowiecki ab. Bis zur kompletten Fertigstellung soll die Autobahnumfahrung von Mińsk Mazowiecki, die als Investition der GDDKiA realisiert wurde, gebührenfrei bleiben. Erst nach der Fertigstellung der gesamten Strecke von Warschau bis zur Grenze mit Weißrussland wird die Autobahn mautpflichtig sein.

Lastkraftwagen[Bearbeiten]

Für Lastkraftwagen kommt derzeit auf den meisten von der GDDKiA betriebenen und fertiggestellten Autobahnabschnitten das viaTOLL-System zum Einsatz. Dagegen müssen die Lkw auf den von Autostrada Wielkopolska betriebenen Abschnitten manuell an den Mautstellen die Maut bezahlen. Da die Mautkosten auf den vom Konzessionär betriebenen Abschnitten im günstigsten Fall mit zusammen 121 Zloty sehr hoch sind, weichen viele Lastkraftwagen auf die parallele Landesstraße 92 aus. Um diesem Ausweichen entgegenzuwirken, wurden am 1. Juli 2011 auch auf den parallelen Abschnitten der Landesstraße von Nowy Tomyśl bis Konin Mautgebühren eingeführt. Dort kommt das viaTOLL-System zum Einsatz. Da der Abschnitt der Landesstraße zwischen der östlichsten Mautstelle bei Rzepin und Nowy Tomyśl weiterhin mautfrei ist, benutzen die Lkw bis Posen zum größten Teil die Landesstraße.[20]

Fertiggestellte Abschnitte[Bearbeiten]

Abschnitt [21] Länge   Bauzeit   Baukosten Verkehrsübergabe Anmerkungen
Grenzübergang D/PL – Knoten Świecko 001,1 km 1994–1997
2011
(Modernisierung)
 

16,8 Mio. Złoty
(3,7 Mio. Euro)
(Modernisierung)
1997
30. September 2011
(Modernisierung)
 
als Landesstraße 2
ausgeschildert
Knoten Świecko – Knoten Nowy Tomyśl 105,9 km 2009–2011 5,51 Mrd. Złoty
(1,3 Mrd. Euro)
1. Dezember 2011 mautpflichtig
Knoten Nowy Tomyśl – Knoten Poznań-Komorniki 050,4 km 2002–2004 921 Mio. Złoty
(216 Mio. Euro)
27. Oktober 2004
Knoten Poznań-Komorniki – Knoten Poznań-Krzesiny 013,3 km 1998–2003 231 Mio. Złoty
(57 Mio. Euro)
13. September 2003 mautfrei
Knoten Poznań-Krzesiny – Knoten Września 037,5 km 2002–2003 697 Mio. Złoty
(160 Mio. Euro)
27. November 2003 teilweise mautpflichtig
Knoten Września – Knoten Sługocin 034,2 km 1977–1985
2001–2003
(Modernisierung)
 

576 Mio. Złoty
(146 Mio. Euro)
(Modernisierung)
9. Oktober 1985
20. Dezember 2002
(Modernisierung)
 
Knoten Sługocin – Knoten Konin-Zachód/Modła 013,8 km 1986–1989
2001–2003
(Modernisierung)
 

233 Mio. Złoty
(59 Mio. Euro)
(Modernisierung)
10. November 1988
20. Dezember 2002
(Modernisierung)
 
mautfrei
Knoten Konin-Zachód/Modła – Knoten Stryków 103,0 km 2004–2006 1,57 Mrd. Złoty
(401 Mio. Euro)
26. Juli 2006 mautpflichtig
Knoten Stryków – Knoten Łódź-Północ 001,7 km 2007–2008 190 Mio. Złoty
(49 Mio. Euro)
22. Dezember 2008 mautfrei
Knoten Łódź-Północ 002,5 km 2010–2011 307 Mio. Złoty
(73 Mio. Euro)
3. Juni 2012
Knoten Łódź-Północ – „Kilometer 394,5“ 029,2 km 2010−2012 1,12 Mrd. Złoty
(266 Mio. Euro)
3. Juni 2012 Unterabschnitt A
derzeit mautfrei
„Kilometer 394,5“ – Knoten Skierniewice 002,8 km 2010−2012 844 Mio. Złoty
(201 Mio. Euro)
3. Juni 2012 Unterabschnitt B
derzeit mautfrei
Knoten Skierniewice – „Kilometer 411,5“ 014,1 km 6. Juni 2012
„Kilometer 411,5“ – „Kilometer 431,5“ 020,0 km 2010−2012 833 Mio. Złoty
(199 Mio. Euro)
6. Juni 2012 Unterabschnitt C
derzeit mautfrei
„Kilometer 431,5“ – Knoten Grodzisk Mazowiecki 007,3 km 2010−2012 644 Mio. Złoty
(154 Mio. Euro)
6. Juni 2012 Unterabschnitt D
derzeit mautfrei
Knoten Grodzisk Mazowiecki – „Kilometer 449,1“ 010,3 km 27. Mai 2012
„Kilometer 449,1“ – Knoten Pruszków 002,3 km 2010−2012 426 Mio. Złoty
(102 Mio. Euro)
27. Mai 2012 Unterabschnitt E
derzeit mautfrei
Knoten Pruszków – Knoten Konotopa 004,8 km 23. Mai 2012
Knoten Choszczówka Stojecka – Knoten Kałuszyn
(Umfahrung Mińsk Mazowiecki)
020,8 km 2009–2012 567 Mio. Złoty
(135 Mio. Euro)
29. August 2012 derzeit mautfrei
Summe 475,0 km 14,37 Mrd. Złoty
(3,45 Mrd. Euro)

Grenzübergang D/PL – Świecko[Bearbeiten]

Blick auf die Oderbrücke westlich des Grenzüberganges

Dieser 1,1 Kilometer Abschnitt vom Grenzübergang Frankfurt (Oder)Świecko, der inzwischen aufgrund des Beitritt Polens zur Europäischen Union und zum Schengener Abkommen geschlossen wurde, zum ersten auf polnischer Seite befindlichen Knoten Świecko wurde in den Jahren 1994 bis 1997 gebaut. Im Gegensatz zum nachfolgenden Abschnitt Świecko – Nowy Tomyśl wird dieser von der GDDKiA betrieben, da es bei der Unterschrift des Konzessionsvertrages mit der Aktiengesellschaft Autostrada Wielkopolska S.A. im Jahr 1997 aufgrund der damaligen Regelungen nur möglich war, dass ein grenznaher Autobahnabschnitt vom Staat selbst gebaut wird. Im Jahr 2011 wurde dieser Abschnitt für 16,8 Millionen Złoty modernisiert, unter anderem mit Betondecke ausgestattet. Obwohl er mit zwei Fahrstreifen pro Fahrbahn autobahnähnlich ausgebaut ist und ansonsten alle Parameter einer Autobahn erfüllt sind, blieb er nach dem Ende der Modernisierung am 30. September 2011 als Landesstraße 2 beschildert.[22] In Zukunft ist eine Verlegung dieses Abschnittes außerhalb des geschlossenen Grenzüberganges geplant.[23]

Świecko – Nowy Tomyśl[Bearbeiten]

Mautstelle Tarnawa
Die A2 beim Knoten Jordanowo im Juni 2011
Blick auf den Knoten Trzciel (09/2011)
Blick auf die Waschbetonplatten als Straßenbelag (06/2011)

Dieser 105,9 Kilometer lange Abschnitt führt vom Knoten Świecko bis zum Knoten Nowy Tomyśl. Bis 2037 ist die Aktiengesellschaft Autostrada Wielkopolska S.A. als Konzessionär für den Betrieb der Autobahnstrecke zuständig. Daher ist der Abschnitt für alle Kraftfahrzeuge mautpflichtig.

Planungsphase[Bearbeiten]

Im Jahr 1996 wurde die Lokalisierung dieses Abschnittes der A2 in der Woiwodschaft Lebus beschlossen. Der Konzessionär Autostrada Wielkopolska S.A. versprach in den ersten Erklärungen 1997 die Eröffnung des damals von der Konzession umfassten Abschnittes von Świecko bis Stryków (ca. 360 km) bis 2001. In den nächsten Mitteilungen war beabsichtigt, dass der Baubeginn dieses Abschnittes von Świecko bis Nowy Tomyśl im März 2005 mit einer voraussichtlichen Fertigstellung 2008 erfolgen könnte. Ende August 2006 wurde in einer Diskussion zwischen dem Konzessionär, der GDDKiA und dem Woiwoden der Woiwodschaft Lebus festgelegt, dass der Konzessionär Projektänderungen in der bereits ungültigen Standortbestimmung statt einer komplett neuen Standortbestimmung beantragen soll. Die Aktiengesellschaft sollte solche Zusagen für die Projektänderungen erhalten, einen Bericht über die Auswirkungen der geplanten Autobahn auf die Umwelt (erforderlich durch neue Bauvorschriften) entwickeln und die Finanzierungsquellen bis zum Ende des Jahres 2006 erhalten, sodass es wahrscheinlich wurde, dass der Bau dieses Abschnitts 2007 mit einer Fertigstellung 2009 beginnen könnte. Am 12. Juli 2006 veröffentlichte das polnische Verkehrsministerium eine Stellungnahme, in der mit der Fertigstellung des Abschnittes im Jahr 2010 gerechnet wurde.

Vertragsabschluss, Bau und Verkehrsübergabe[Bearbeiten]

Am 29. August 2008 wurde der Vertrag zum Bau und Betrieb im Rahmen einer Öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen dem Konzessionär, der GDDKiA und dem Verkehrsministerium nach Beendigung aller Gespräche unterschrieben. Der Baubeginn sollte im März 2009 erfolgen, die Fertigstellung wurde am 20. Mai 2012 terminiert.[24] Am 29. Juni 2009 wurden die Verträge zur Finanzierung dieser Investition mit der Tochtergesellschaft Autostrada Wielkopolska II S.A. unterzeichnet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1,56 Milliarden Euro, davon entfielen auf 1,3 Milliarden Euro auf Baukosten. Die Finanzierung wurde von insgesamt zwölf internationalen Banken gewährleistet und stand unter Führung der Europäischen Investitionsbank (EIB), die am 30. Juni 2009 ein Darlehen in Höhe von 974 Millionen Euro (ca. 62,5 % aller Kosten) gewährte.[25] Die anderen elf Banken gewährten Darlehen von 394 Millionen Euro (ca. 25,5 %). Zusätzlich wurde der Konzessionär mit 186 Millionen Euro an 12 % aller Gesamtkosten beteiligt.[26] Als Hauptbauunternehmen wurde Strabag innerhalb eines Konsortiums vom Konzessionär mit dem Bau dieses Abschnittes beauftragt. Der offizielle Baubeginn mit dem ersten Spatenstich erfolgte am 16. Juli 2009.[27] Die Bauarbeiten konnten so beschleunigt werden, dass eine vorzeitige Eröffnung bereits 2011 geplant wurde. Am 30. November fand die offizielle Eröffnungsfeier mit zahlreichen Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft, darunter mit dem polnischen Präsidenten Bronisław Komorowski sowie dem brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, statt. Am 1. Dezember wurde der Abschnitt dem Verkehr übergeben. Da jedoch noch keine Raststätten mit Tankstellen und Mautstellen fertiggestellt waren und weitere Bauarbeiten außerhalb der Richtungsfahrbahnen stattfanden, war die Befahrung des Abschnittes für alle Kraftfahrzeuge bis zum Ende aller Bauarbeiten am 20. Mai 2012 kostenfrei. An diesem Tag wurde die Maut auf diesem Abschnitt eingeführt.[28]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Dieser 105,9 Kilometer lange Abschnitt ist das größte Infrastrukturprojekt Polens und eines der größten Infrastrukturprojekte Europas, das zum größten Teil von einem Bauunternehmen, in einer Rekordzeit von ca. 17 Monaten und mit der neuen Technologie von Waschbetonplatten als Straßenbelag gebaut wurde. Nach Schätzungen bleibt der Fahrbahnbelag in dieser Technologie auf eine Dauer von 40 Jahren ohne Modernisierung erhalten.[26] Insgesamt wurden 11,2 Millionen Tonnen an Materialien, darunter etwa 4,5 Mio. Tonnen an Gesteinskörnung und 6,8 Mio. Tonnen an Sand, verbaut. Über die ganze Bauzeit waren ungefähr 2500 Bauarbeiter von Strabag oder Subunternehmen engagiert. Außerdem entstanden 76 Brückenbauwerke, darunter 31 über der Autobahn und 19 entlang der Fahrbahnen, sechs Rastplätze, zwei Autobahnmeistereien, fünf Mautstellen und sechs Autobahnknoten. Zusätzlich wurde eine Summe von einem Viertel der Baukosten für den Umweltschutz ausgegeben. Es entstanden 13 Grünbrücken, 150 Durchlässe für kleinere Tiere und 10,5 Kilometer an Lärmschutzwänden.[29][30][31]

Nowy Tomyśl – Konin-Zachód[Bearbeiten]

Automat an der Mautstelle Gołuski
Die A2 östlich des Knotens Poznań-Komorniki Richtung Świecko
Die Mautstelle Nagradowice während des Baus des Knotens Poznań-Wschód (09/2011)

Dieser 149,2 Kilometer lange Abschnitt führt vom Knoten Nowy Tomyśl bis zum Knoten Konin-Zachód. Bis 2037 ist die Aktiengesellschaft Autostrada Wielkopolska S.A. als Konzessionär für den Betrieb der Autobahnstrecke zuständig. Daher ist der Abschnitt bis auf den Abschnitt zwischen den Knoten Poznań-Zachód und Poznań-Wschód (~27 km; Umfahrung Posens) für alle Kraftfahrzeuge mautpflichtig.

Planung und Bau als Olimpijka[Bearbeiten]

Der Abschnitt wurde in der Zeit der Volksrepublik Polen in den 1970er-Jahren als Teil der Olimpijka geplant. Aufgrund der wirtschaftlichen Krise wurden in Polen nur zwei Teilstücke realisiert und eröffnet. Das erste, 34,2 Kilometer lange Teilstück zwischen den Knoten Września und Sługocin wurde in den Jahren von 1977 und 1985 gebaut und am 9. Oktober 1985 eröffnet. Das zweite, 13,8 Kilometer lange Teilstück vom Knoten Sługocin bis zum Knoten Konin-Zachód (früher Modła) wurde von 1986 bis 1989 gebaut und am 10. November 1988 dem Verkehr übergeben.

Modernisierung bzw. Neubau als A2[Bearbeiten]

1997 wurde der Konzessionsvertrag mit der Aktiengesellschaft Autostrada Wielkopolska S.A. zur Vervollständigung und Betrieb dieses Abschnittes unterzeichnet. Zeitgleich sollte die Modernisierung der aus den Zeiten der Volksrepublik Polen bestehenden Teilstücke sowie der Neubau der fehlenden Teilstücke erfolgen. Insgesamt erfolgten alle Bauarbeiten auf dem gesamten Abschnitt in sechs Jahren zwischen 1998 und 2004. Die Baukosten betrugen 638 Mio. Euro.[32] Die Investition wurde in fünf Teilstücke unterteilt:

  • Der Neubau des westlichsten Teilstückes vom Knoten Nowy Tomyśl bis zum Knoten Poznań-Komorniki (50,4 km) erfolgte in den Jahren 2002 bis 2004. Das Teilstück wurde am 27. Oktober 2004 eröffnet.[32] Bereits eine Woche nach der Eröffnung wurde die Maut für alle Kraftfahrzeuge im offenen System am 3. November 2004 auf der Strecke vom Knoten Nowy Tomyśl bis zum Knoten Poznań-Zachód eingeführt. 2012 erfolgte der Umbau des Knotens Buk. Er wurde mit zwei Verbindungsrampen und einer Mautstelle ausgestattet, sodass die Mautabgabe ab dem 23. April 2012 im geschlossenen System erfolgen kann. Die Strecke vom Knoten Poznań-Zachód bis zum Knoten Poznań-Krzesiny ist Teil der südlichen Umfahrung Posens und somit für alle Kraftfahrzeuge mautfrei.
  • Der Neubau des nächsten Teilstückes zwischen den Knoten Poznań-Komorniki und Poznań-Krzesiny (13,3 km) wurde 1998 begonnen und 2003 abgeschlossen. Am 13. September 2003 wurde das Teilstück dem Verkehr übergeben.[32] Bereits 1998 wurde das Teilstück aufgrund der Funktion als südliche Umfahrung Posens in der Konzession als mautfreies Teilstück festgeschrieben.[32] Ab 2014 soll die Verbreiterung der Autobahn auf drei Fahrstreifen pro Fahrbahn beginnen.[33]
  • Der Baubeginn des nächsten, 37,5 Kilometer langen Teilstücks zwischen den Knoten Poznań-Krzesiny und Września erfolgte 2002. Bereits im nächsten Jahr konnte die Strecke fertiggestellt und am 27. November 2003 eröffnet werden.[32] Die Strecke vom Knoten Poznań-Krzesiny bis zum Knoten Poznań-Wschód ist Teil der südlichen Umfahrung Posens und somit mautfrei für alle Kraftfahrzeuge. Das übrige Teilstück vom Knoten Poznań-Wschód bis zum Knoten Września ist mit der Autobahnstrecke bis zur Mautstelle Lądek im offenen System für alle Kraftfahrzeuge mautpflichtig. Die Maut wurde am 1. Dezember 2003 eingeführt.
  • Die beiden östlichen Teilstücke zwischen den Knoten Września und Sługocin (34,2 km) sowie Sługocin und Konin-Zachód (früher Modła) (13,8 km), die bereits in der Zeit der Volksrepublik Polen als Teil der Olimpijka geplant und gebaut wurden, wurden von 2001 bis 2002 modernisiert und am 20. Dezember 2002 wieder vollständig dem Verkehr übergeben.[32] Die Strecke vom Knoten Września bis zur Mautstelle Lądek ist im offenen System für alle Kraftfahrzeuge mautpflichtig. Die Maut wurde am 1. Dezember 2003 eingeführt. Die restliche Strecke von der Mautstelle Lądek bis zum Knoten Konin-Zachód ist aufgrund der notwendigen Anpassung der vorherigen Strecke in das geschlossene System mautfrei.

Konin-Zachód – Stryków[Bearbeiten]

Blick auf die A2 auf diesem Abschnitt in Richtung Westen
Die A2 vor dem Knoten Koło in Richtung Osten

Dieser 103 Kilometer lange, von der GDDKiA betriebene Abschnitt führt vom Knoten Konin-Zachód bis zum Knoten Stryków und ist mit zwei Fahrstreifen pro Fahrbahn ausgestattet. Innerhalb 22 Monaten wurde dieser Abschnitt von 2004 bis 2006 gebaut und am 26. Juli 2006 dem Verkehr übergeben. Die Baukosten in Höhe von 401,4 Millionen Euro wurden zu 81 % (325,3 Mio. Euro) von der Europäischen Union getragen.[34] Der Bau des Abschnittes wurde in fünf Etappen unterteilt, die von verschiedenen Bauunternehmen ausgeführt wurden:[35][36]

  • Die erste und zweite Etappe umfassten die Abschnitte vom Knoten Konin-Zachód bis zum Knoten Koło (~29 km) und vom Knoten Koło bis zum Knoten Dąbie (~17 km). Die Bauverträge zwischen den österreichisch-portugiesischen Konsortien bestehend aus Strabag, Hermann Kirchner (nur zweite Etappe) sowie Mota-Engil und dem polnischen Verkehrsministerium wurden am 28. Juli 2004 unterschrieben. Die Baukosten betrugen für die erste Etappe 83 Mio. Euro und für die zweite Etappe 94 Mio. Euro.[35]
  • Die dritte und vierte Etappe umfasste die Abschnitte vom Knoten Dąbie bis zum Knoten Wartkowice (~17 km) und vom Knoten Wartkowice bis zum Knoten Emilia (~23 km). Die Bauverträge zwischen den polnisch-spanischen Konsortien bestehend aus Budimex Dromex S.A. und Ferrovial Agroman S.A. und dem polnischen Verkehrsministerium wurden am 28. Juli 2004 unterschrieben. Die Baukosten betrugen für die dritte Etappe 47 Mio. Euro und für die vierte Etappe 62 Mio. Euro.[35]
  • Die fünfte Etappe umfasste den Abschnitt vom Knoten Emilia bis zum Knoten Stryków (~18 km). Der Bauvertrag zwischen dem österreichisch-polnischen Konsortium bestehend aus Hermann Kirchner, Strabag sowie PRM Mosty Łódź S.A. und dem polnischen Verkehrsministerium wurde am 28. Juli 2004 unterschrieben. Die Baukosten betrugen 52 Mio. Euro.[36]

Im Zeitraum vom 14. November 2008 bis Ende 2010 wurde der Abschnitt für die Mauteinführung vorbereitet; es erfolgte u.a. der Bau von Mautstellen. Die Kosten betrugen 379 Mio. Złoty.[37] Die Mauteinführung erfolgte am 1. Juli 2011 für alle Kraftfahrzeuge. Für Lkw wurde das viaTOLL-System eingeführt; für Pkw erfolgte die Mautabgabe an den Mautstellen.[38] Seit dem 1. Juni 2012 ist nun auch die Mautabgabe für die Pkw über das viaTOLL-System mit Hilfe der Mautgerätes viaAUTO möglich.[39]

Stryków – Łódź-Północ[Bearbeiten]

Dieser 1,7 Kilometer langer Abschnitt zwischen den Knoten Stryków und Łódź-Północ wurde 2008 im Rahmen der damaligen Umfahrung von Stryków realisiert, um eine Beseitigung des Lkw-Verkehrs aus der Stadt zu ermöglichen.[40] Neben dieses Teilstückes der A2 entstand die erste Verbindungsrampe des damals geplanten Autobahnknotens Łódź-Północ sowie die westliche Fahrbahn der damals ebenso geplanten A1 als Verbindungsstück zur Landesstraße 14 bei Stryków. Die ca. fünf Kilometer lange Umfahrung kostete über 190 Mio. Złoty und wurde am 22. Dezember 2008 eröffnet.[40]

Łódź-Północ[Bearbeiten]

Der 2,5 Kilometer lange Abschnitt der A2 wurde im Rahmen des Autobahnknotens errichtet und am 3. Juni 2012 mit Inbetriebnahme des Unterabschnittes A sowie eines Teils des Unterabschnittes B des östlich angrenzenden, bis Warschau führenden Abschnittes eröffnet.

Łódź-Północ – Warschau-Konotopa[Bearbeiten]

Der Bau der A2 bei Koszajec (Unterabschnitt D; 10/2011)
Der Bau der A2 in Kotowice (Unterabschnitt D; 09/2011)

Nach den ersten Planungen der GDDKiA sollte der Bau des gesamten Abschnittes von Lodz bis Warschau zwischen 2006 und 2007 beginnen. Die Fertigstellung sollte 2008 erfolgen. Am 26. Juli 2006 verkündete der damalige Verkehrsminister Jerzy Polaczek, dass Ende 2006 die Auswahl des Konzessionärs für den Bau, Betrieb und die Finanzierung enden, der Bau zwischen dem dritten und vierten Quartal 2007 beginnen und spätestens Ende 2010 abgeschlossen sein würde.

In den nächsten Planungen wurde von der GDDKiA die Realisierung als Öffentlich-private Partnerschaft berücksichtigt. Der Staat sollte die Basis für die Gesellschaften bieten, aber private Unternehmen sollten für die Finanzierung und die Realisierung der Investition sorgen. Nach Einschätzungen von Experten sollte der Baubeginn nicht vor dem Frühling 2009, das Bauende nicht 2011 erfolgen. Im Februar 2009 gab die GDDKiA bekannt, dass die von den beiden um die Investition kämpfenden Konsortien Autostrada Południe S.A. und Autostrada Mazowsze S.A. vorgeschlagenen finanziellen Bedingungen nicht das öffentliche Interesse sichern. Somit wurden die Pläne der Realisierung als Öffentlich-private Partnerschaft vom Verkehrsminister beendet. Nun sollte wieder der Staat den gesamten Abschnitt realisieren.

Für eine schnellere Realisierung wurde der Abschnitt in fünf Unterabschnitte aufgeteilt. Die Ausschreibungen begannen am 27. März 2009. Die Verträge mit den Unternehmen und Konsortien wurden am 28. September 2009 unterschrieben. Innerhalb von 32 Monaten sollte das Bauprojekt und der Bau fertiggestellt werden, sodass mit einer Verkehrsübergabe vor der Fußball-Europameisterschaft 2012 geplant war.[41] Der offizielle Baubeginn mit dem ersten Spatenstich erfolgte am 14. Juli 2010.[42]

Unterabschnitt A[Bearbeiten]

Dieser Unterabschnitt führt auf einer Länge von 29,2 Kilometern vom Autobahnknoten Łódź-Północ bis zum Kilometer 394,5 der A2.[43] In einer Ausschreibung erhielt ein chinesisch-polnisches Konsortium unter der Führung von China Overseas Engineering Group (COVEC) mit drei Partnern den Zuschlag. Die Baukosten wurden auf 755 Mio. Złoty beziffert und lagen bei 44 % der vom Investor geschätzten Baukosten von etwa 1,7 Mrd. Złoty. Aus diesem Grund reichten die europäischen Bauunternehmen eine formelle Beschwerde ein. Es wurde beklagt, dass das Konsortium nicht unter diesen geringen Kosten das Projekt umsetzen und Gewinn erzielen könnte. Schließlich wurde der Protest abgewiesen.[44]

Nach der Fertigstellung der Projektierung wurde die Baugenehmigung am 21. August 2010 erteilt. Jedoch gab es Schwierigkeiten bei der Ausführung der Bauarbeiten. Die Gewinnung von Subunternehmen und Zulieferern zu den gewünschten Konditionen gestaltete sich schwierig. Nachdem die Bauarbeiten im Herbst 2010 aufgenommen wurden, zeigten sich im Frühjahr 2011 Finanzprobleme beim Konsortium. Anfang Mai 2011 kam es zum Baustopp, da viele chinesische Arbeiter nach einer Urlaubspause in China geblieben waren und Zahlungen der Subunternehmen ausblieben.[44] Das Konsortium verkündete am 20. Mai die Begleichung der Forderungen bis Ende Mai und die Fortführung der Bauarbeiten zu Vertragskonditionen.[45] Jedoch wurden die Bauarbeiten nicht aufgenommen.[46] Das Konsortium forderte rechtswidrig die Erhöhung der Baukosten, daraufhin löste die GDDKiA den Bauvertrag mit dem Konsortium am 13. Juni auf. Endgültig wurde diese Entscheidung am 27. Juni.[47][44]

Während die GDDKiA die Auszahlung der Projektabschlussgarantien forderte, wurden 26 europäische Bauunternehmen zu Gesprächen eingeladen, um den Bau dieses Abschnittes fortzuführen und zu beenden. Aufgrund einer Fertigstellung bis zur Fußball-Europameisterschaft 2012 wurde keine Ausschreibung unternommen, sondern die Vertragskonditionen in Gesprächen bestimmt. Am 28. Juli 2011 erfolgte die Vertragsunterzeichnung mit einem Konsortium bestehend aus der französischen Baufirma Eurovia und dem polnischen Unternehmen Warbud. Die Baukosten wurden auf 989 Mio. Złoty festgelegt.[48]

Am 3. Juni 2012 wurde die provisorische Befahrbarkeit des Abschnittes erreicht. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 70 km/h festgelegt, der Verkehr bis zum 5. September auf Personenkraftwagen unter 3,5 Tonnen und Reisebusse eingeschränkt, weil der Verkehr auf der Binderschicht geführt wurde.[49]

Nach der Europameisterschaft wurde mit der Fertigstellung des Abschnittes begonnen. Dazu wurde die Deckschicht zunächst auf der nördlichen Fahrbahn, die für den Verkehr gesperrt wurde, aufgetragen.[50] Diese Fahrbahn wurde am 5. September 2012 dem Verkehr übergeben.[51] Danach begann die Fertigung der letzten Asphaltschicht auf der südlichen Fahrbahn. Diese und alle anderen Bauarbeiten, darunter die Montierung der Lärmschutzwände, wurden vertragsgemäß am 15. Oktober 2012 abgeschlossen.[52]

Unterabschnitt B[Bearbeiten]

Der Unterabschnitt B umfasst die Autobahnstrecke der A2 zwischen den Kilometern 394,6 und 411,5 auf einer Länge von 16,9 Kilometern.[53] Der Bauvertrag mit dem polnisch-portugiesischen Konsortium bestehend aus Mostostal Warszawa S.A. als Leader und Acciona infrastructuras S.A. sowie Polimex-Mostostal S.A. als Partner wurde am 28. September 2009 unterschrieben. Die Baukosten betrugen 844 Mio. Złoty. Die Baugenehmigung wurde am 21. August 2010 erteilt. Am 3. Juni 2012 wurde das 2,8 Kilometer lange Teilstück zusammen mit dem Unterabschnitt A bis zum Knoten Skierniewice eröffnet.[49] Am 6. Juni 2012 wurde das restliche, 14,1 Kilometer lange Teilstück zusammen mit dem ganzen Unterabschnitt C und einem Teilstück des Unterabschnittes D dem Verkehr übergeben.[54] Der Verkehr aus Lastkraftwagen und Personenkraftwagen über 3,5 Tonnen wurde bis zum 5. September 2012 ab dem Knoten Skierniewice von der Autobahn geleitet, da der westlich liegende Unterabschnitt A für diese Fahrzeuge gesperrt war.[49]

Unterabschnitt C[Bearbeiten]

Dieser Unterabschnitt führt auf einer Länge von 20 Kilometern zwischen den Kilometerzahlen 411,5 und 431,5.[55] Er schließt den Knoten Wiskitki bei Żyrardów ein. In einer Ausschreibung erhielt ein chinesisch-polnisches Konsortium unter der Führung von China Overseas Engineering Group (COVEC) mit drei Partnern den Zuschlag. Die Baukosten wurden auf 535 Mio. Złoty beziffert. Dies waren 49 % der vom Investor geschätzten Baukosten von etwa 1,1 Mrd. Złoty. Während der Bauphase, die mit der Baugenehmigung am 14. Oktober 2010 begann, traten die gleichen Probleme wie beim Unterabschnitt A auf. Die GDDKiA löste den Bauvertrag aufgrund der Schuld des Konsortiums am 13. Juni auf. Endgültig wurde diese Entscheidung am 27. Juni.[47] Anstelle einer neuen Ausschreibung wurden 26 europäische Bauunternehmen zu Gesprächen eingeladen, um den Bau dieses Abschnittes fortzuführen und zu beenden. Der Bauvertrag zwischen der GDDKiA und dem Konsortium unter der Führung des polnischen Unternehmens Dolnośląskie Surowce Skalne S.A. (DSS) und der tschechisch-deutschen Baufirma Bögl a Krýsl als Partner wurde am 1. August 2011 unterzeichnet. Die Baukosten betrugen 756 Mio. Złoty.[56] Nachdem das Unternehmen Dolnośląskie Surowce Skalne Ende 2011 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und die Bauarbeiten zu stocken begannen, wurde ab dem 13. Januar 2012 das Konsortium von Bögl & Krysl geführt.[57] Aufgrund der immer größer werdenden finanziellen Schwierigkeiten von DSS schied das polnische Unternehmen im März 2012 aus dem Konsortium aus.[58] Anfang April reichte es einen Insolvenzantrag ein.[59] Nun wurde der Bau von Bögl & Krysl übernommen. Innerhalb von 2,5 Monaten wurde die Ausführung der Bauarbeiten so stark beschleunigt, dass die Befahrbarkeit des Abschnittes bis zur Fußball-Europameisterschaft Anfang Juni erreicht wurde. Beispielsweise wurde der Einbau der Deckschicht unter der Hilfe der Muttergesellschaft Max Bögl mit einem 11 Meter breiten Asphaltfertiger innerhalb von etwa zwei Wochen absolviert und am 5. Juni 2012 nach mehreren Nachtarbeiten beendet.[60][61] Am nächsten Tag wurde der gesamte Abschnitt provisorisch zusammen mit Teilstücken der Unterabschnitte B und D dem Verkehr übergeben. Nach der Europameisterschaft sollten die Bauarbeiten bis zum 15. Oktober 2012 beendet werden.[62][54] Jedoch konnten die Bauarbeiten von der Baufirma aufgrund der Konzentration auf den Abschnitt der A1 zwischen den Knoten Kutno-Północ und Kutno-Wschód nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. Die GDDKiA stimmte einer Terminverschiebung nicht zu und zählte Strafzahlungen dazu. Der Besitzer des Unternehmens, Josef Krysl, sagte, dass Dolnośląskie Surowce Skalne für die Verspätungen verantwortlich und Bögl & Krysl selbst nach dem Ende beider Investitionen in finanzielle Schwierigkeiten geraten sei, sodass eine Insolvenz drohe. Nach den Plänen der GDDKiA soll der Abschnitt komplett bis zum dritten Quartal 2013 fertiggestellt werden.[63][64]

Unterabschnitt D[Bearbeiten]

Der Unterabschnitt D umfasst die Autobahnstrecke der A2 zwischen den Kilometern 431,5 und 449,1 auf einer Länge von 17,6 Kilometern.[55] Der Bauvertrag mit dem österreichisch-polnisch-portugiesischen Konsortium bestehend aus Strabag als Leader und Mota-Engil S.A. sowie Mota-Engil Engenharia e Construção S.A. als Partner wurde am 28. September 2009 unterschrieben. Die Baukosten betrugen 644 Mio. Złoty. Die Baugenehmigung wurde am 12. August 2010 erteilt. Am 27. Mai 2012 wurde das 10,3 Kilometer lange Teilstück zusammen mit einem Teilstück des Unterabschnittes E bis zum Knoten Grodzisk Mazowiecki eröffnet.[65] Am 6. Juni 2012 wurde das restliche, 7,3 Kilometer lange Teilstück zusammen mit dem ganzen Unterabschnitt C und einem Teilstück des Unterabschnittes B dem Verkehr übergeben.[54]

Unterabschnitt E[Bearbeiten]

Der Unterabschnitt E umfasst die Autobahnstrecke der A2 vom Kilometer 449,1 und dem Knoten Konotopa bei Warschau auf einer Länge von 7,1 Kilometern.[55] Der Bauvertrag mit dem polnisch-spanischen Konsortium bestehend aus Budimex S.A. und Ferrovial Agroman wurde am 28. September 2009 unterschrieben. Die Baukosten betrugen 426 Mio. Złoty. Die Baugenehmigung wurde am 5. Oktober 2010 erteilt. Am 23. Mai 2012 wurde der 4,8 Kilometer lange Teilstück zwischen den Knoten Pruszków und Konotopa sowie die Verbindung zur Schnellstraße S8 eröffnet.[66] Am 27. Mai 2012 wurde das restliche 2,3 Kilometer lange Teilstück westlich des Knotens Pruszków zusammen mit einem Teilstück des Unterabschnittes D dem Verkehr übergeben.[65]

Umfahrung Mińsk Mazowiecki[Bearbeiten]

Blick auf den Bau des Knotens Mińsk Mazowiecki von der Landesstraße 50 (08/2009).

Die 21 Kilometer lange Strecke beginnt an einem Kreisverkehr mit den Landesstraßen 2 und 92 in der Ortschaft Choszczówka Stojecka und endet am Knoten Kałuszyn (früher Ryczołek), wo sie ebenfalls die Landesstraßen 2 und 92 kreuzt. Sie dient als Umfahrung von Mińsk Mazowiecki und wird bis zur Fertigstellung des westlichen Abschnittes bis zum Knoten Warschau-Lubelska mautfrei bleiben.[67]

Am 9. Juli 2009 wurde der Vertrag zum Bau des Abschnittes zwischen der GDDKiA und einem Konsortium bestehend aus dem polnischen Bauunternehmen Przedsiębiorstwo Budowy Dróg i Mostów Sp. z o.o. Mińsk Mazowiecki als Leader und des italienischen Unternehmens Astaldi S.p.A. als Partner unterzeichnet. Die Fertigstellung sollte bis Ende Juli 2012 erfolgen. Die Baukosten wurden auf 567 Mio. Złoty festgelegt.[67] Am 24. August 2009 erfolgte der offizielle Baubeginn.[68] Der Fertigstellungstermin konnte nicht eingehalten werden.[69] Es konnten die letzten Arbeiten, unter anderem die Montage der Lärmschutzwände, nicht ausgeführt werden.[70] Schließlich wurden diese Arbeiten mit einmonatiger Verspätung bis zum 29. August 2012 beendet und der Abschnitt konnte an diesem Tag eröffnet werden.[71]

Geplante Abschnitte[Bearbeiten]

Abschnitt Länge geplante Bauzeit
Knoten Warschau-Lubelska – Knoten Konik 005,6 km 2014−2020
Knoten Konik – Knoten Choszczówka Stojecka 009,0 km 2014−2020
Knoten Kałuszyn – Knoten Siedlce 028,8 km unbekannt
Knoten Siedlce – Kukuryki (PL/BY) 104,2 km unbekannt
Summe 147,6 km

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Autostrada A2 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Verlauf der A2 bei motorways-exitlists.com (abgerufen 1. September 2010)
  2. Prof. M. W. Nestorowicz: „Drogowiec” Nr. 9 vom 5. März 1939 (polnisch) (Version vom 3. Oktober 2011 im Internet Archive)
  3. Eugeniusz Buszma: „Przegląd komunikacyjny” Nr. 3–4 September–Oktober 1945 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  4. Eugeniusz Buszma: „Drogowiec” Nr. 1 und 2 von 1946 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  5. Netzpläne von 1939 bis 2004
  6. Eugeniusz Buszma: „Drogowiec” Nr. 8 von 1971 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  7. Beschluss des Regierungspräsidiums vom 23. Januar 1976 (polnisch) (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)
  8. Beschluss des Regierungspräsidiums vom 14. Juni 1985 (polnisch) (Version vom 18. Dezember 2007 im Internet Archive)
  9. Beschluss des Ministerrates vom 28. September 1993 (polnisch)
  10. Beschluss des Ministerrates vom 23. Januar 1996 (polnisch)
  11. Beschluss des Ministerrates vom 29. September 2001 (polnisch)
  12. Beschluss des Ministerrates vom 26. August 2003 (polnisch)
  13. Beschluss des Ministerrates vom 15. Mai 2004 (polnisch)
  14. Beschluss des Ministerrates vom 13. Juli 2007 (polnisch)
  15. Beschluss des Ministerrates vom 20. Oktober 2009 (polnisch)
  16. Aktualności. Abgerufen am 15. August 2013.
  17. Autostrada A2 – przebieg S2, S7, S8 i S17. Archiviert vom Original am 14. März 2011, abgerufen am 15. August 2013.
  18. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMauttabelle von Autostrada Wielkopolska. Abgerufen am 15.05.2014. (polnisch und englisch)
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatMauttabelle von viaTOLL. Abgerufen am 15.05.2014. (polnisch)
  20. Autobahn-Maut östlich der Oder treibt Trucker auf Landstraße zurück. 21. Juni 2012, abgerufen am 26. März 2013.
  21. Übersichtskarte der GDDKIA zu allen Autobahnen und Schnellstraßen
  22. Przebudowa dk nr 2 przy granicy w Świecku. GDDKiA, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  23. Komfortowa komunikacja od granicy w Świecku do Strykowa pod koniec 2011 roku. GDDKiA, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  24. Autostrada Wielkopolska wybuduje A2 do granicy. 1. September 2008, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  25. EIB gewährt Darlehen von 1 Mrd EUR für Autobahn A2 in Polen. europa.eu, 30. Juni 2009, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  26. a b 100 kilometrów autostrady. GDDKiA, 30. November 2011, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  27. Strabag erhält Autobahn-Grossauftrag in Polen. 30. Juni 2009, abgerufen am 21. Juni 2013.
  28. Koniec jazdy A2 za darmo. 20. Mai 2012, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  29. Strabag: Modelowa inwestycja – A2 Nowy Tomyśl – Świecko. 29. November 2011, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  30. Neue Transit-Autobahn A2 früher fertig − Autobahn führt bis nach Posen. 25. November 2011, abgerufen am 21. Juni 2013.
  31. Autostrada A2 Świecko – Nowy Tomyśl. GDDKiA, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  32. a b c d e f O-nas (autostrada-a2.pl) (polnisch)
  33. Autostradowa obwodnica Poznania: wybudują trzeci pas, będą utrudnienia (polnisch)
  34. Otwarcie odcinka autostrady A2 Konin – Stryków. Abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  35. a b c Budowa autostrady A2, odcinek Konin – Emilia. GDDKiA, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  36. a b Budowa autostrady A-2, odcinek Emilia – Stryków II. GDDKiA, abgerufen am 21. Juni 2013 (polnisch).
  37. Umowa na dostosowanie autostrady A2 do standardów autostrady płatnej. GDDKiA, 14. November 2008, abgerufen am 24. Juni 2013 (polnisch).
  38. Odcinek A2 Konin-Stryków płatny od 1 lipca. GDDKiA, 29. Juni 2011, abgerufen am 24. Juni 2013 (polnisch).
  39. Od soboty taniej na autostradzie A2 Stryków-Konin. ViaTOLL także dla aut osobowych. 8. Mai 2012, abgerufen am 24. Juni 2013 (polnisch).
  40. a b Obwodnica Strykowa otwarta
  41. Przetargi na A2 Łódź-Warszawa ogłoszone (GDDKiA) (polnisch)
  42. Rusza budowa autostrady A2 Stryków-Konotopa (GDDKiA) (polnisch)
  43. A2 Odcinek „A” Styków – Łyszkowice (GDDKiA) (polnisch)
  44. a b c Chinesischer Bauriese Covec scheitert mit der Autobahn nach Warschau. 4. Juni 2012, abgerufen am 23. März 2013.
  45. Budowa autostrady A2 nie zagrożona (GDDKIA) (polnisch)
  46. Reakcja na polskie ultimatum: COVEC chce zrezygnować z budowy, ale prosi o rozmowy. GDDKiA płaci na bieżąco. (GDDKiA) (polnisch)
  47. a b Chińczycy nie zbudują A2; umowa z nowymi wykonawcami w lipcu (GDDKiA) (polnisch)
  48. Negocjacje na A2 zakończone (GDDKiA) (polnisch)
  49. a b c Łódzkie odcinki A2 już otwarte! (GDDKiA) (polnisch)
  50. Układanie warstwy ścieralnej na autostradzie A2. Zamknięcie jednego pasa jezdni. (GDDKiA) (polnisch)
  51. Zmiany w organizacji ruchu na odcinku A autostrady A2 (GDDKiA) (polnisch)
  52. Na A2 dostępne dwie jezdnie. (GDDKiA) (polnisch)
  53. A2 Odcinek „B” Łyszkowice – granica województwa mazowieckiego. (GDDKiA) (polnisch)
  54. a b c A2 – czekały na nią pokolenia… (GDDKiA) (polnisch)
  55. a b c A2 granica woj. łódzkiego – w. Konotopa (GDDKiA) (polnisch)
  56. Umowa na odc. C autostrady A – 2 podpisana (GDDKiA) (polnisch)
  57. Uratują A2? Niemcy przejmą część prac od Polaków. 13. Januar 2012, abgerufen am 4. April 2013 (polnisch).
  58. Autostrada do stolicy. Kończyć czy prowizorka na Euro? 28. März 2012, abgerufen am 23. März 2013 (polnisch).
  59. Ratowali A2 po Chińczykach, teraz sami proszą o upadłość. 6. April 2012, abgerufen am 3. April 2013 (polnisch).
  60. 11-metrowy gigant na A2 (GDDKiA) (polnisch)
  61. Ostatni szew między Warszawą a Berlinem. Trwa walka z czasem. (GDDKiA) (polnisch)
  62. Neue Autobahn Berlin-Warschau vor Fußball-EM eröffnet. 7. Juni 2012, abgerufen am 23. März 2013.
  63. Autostrada A2 asfaltowym grobowcem? Boegl&Krysl w tarapatach (polnisch)
  64. Autostrada A2 wciąż w budowie. Czy można jechać legalnie? (polnisch)
  65. a b Coraz dłuższa A2. Mazowiecka autostrada ma już 25 km (GDDKiA) (polnisch)
  66. Ruszyła autostrada A2. Pierwszy odcinek otwarty (GDDKiA) (polnisch)
  67. a b A2 Obwodnica Mińska Mazowieckiego (GDDKiA) (polnisch)
  68. Obwodnicę Mińska Mazowieckiego czas zacząć (GDDKiA) (polnisch)
  69. Mińsk liczy na otwarcie obwodnicy jeszcze w wakacje (polnisch)
  70. A2: Obwodnica Mińska kończona z opóźnieniem (polnisch)
  71. Autostradowa obwodnica Mińska Mazowieckiego otwarta (polnisch)
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