Auxerrois

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Auxerrois
Synonyme siehe Abschnitt Synonyme
Auxerrois
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe weiß
Verwendung
Herkunft Frankreich
bekannt seit 1816[1]
VIVC-Nummer 792
Abstammung

Kreuzung aus
Pinot × Heunisch

Liste von Rebsorten

Auxerrois ist eine weiße Rebsorte mit geringer Verbreitung und Bedeutung in Frankreich (Elsass), Luxemburg und Deutschland (Obermosel, Pfalz, Kraichgau). Die Sorte entstand aus einer natürlichen Kreuzung von Pinot und Heunisch. Der Wein erinnert an Weißburgunder, ist dieser im Vergleich dazu bukettreicher, fruchtiger und hat weniger Säure als Weißburgunder.

Herkunft[Bearbeiten]

Laut einer Geschichte aus dem dreizehnten Jahrhundert La Borgoise d'Orliens, soll die Sorte aus Elsaß-Lothringen stammen, wo deren Name erwähnt wird. Der Name Auxerrois wurde aber auch für andere Sorten wie Pinot Blanc, Pinot Gris und Chardonnay verwendet. Dieser geschichtliche Hinweis in einer Fabel ist eine sehr unsichere Quellenangabe. Der früheste Hinweis aus zuverlässiger Quelle erschien im Jahre 1816 an der Mosel: les espöces de raisins de grosse race sont beaucoup moins bonnes que nos maurillons, nos francs-pineaux, nos meüniers et nos auxerrois.[1]

Der Name ist wahrscheinlich von der französischen Grafschaft Auxerre abgeleitet.

Abstammung[Bearbeiten]

Auxerrois ist eine natürliche Kreuzung von Pinot × Heunisch.[1] Sie zählt zur Gruppe der Burgundersorten.
Aufgrund gentechnischer Untersuchungen stellte sich heraus, dass die Sorten Aligoté, Aubin Vert, Auxerrois, Bachet Noir, Beaunoir, Chardonnay, Dameron Franc Noir de la Haute Saône (oder auch kurz Dameron), Gamay Blanc Gloriod, Gamay, Knipperlé, Melon de Bourgogne, Peurion, Romorantin, Roublot und Sacy alle aus spontanen Kreuzungen zwischen Pinot und Heunisch (=Gouais Blanc) entstanden. Da die genetischen Unterschiede zwischen Pinot Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir äußerst gering sind, liegt eine genaue Spezifizierung des Pinot-Typs noch nicht vor.[2][1]

Der Erfolg dieser spontanen Kreuzung wird dadurch erklärt, dass die beiden Elternsorten genetisch gesehen grundverschieden sind. Während die Sorten der Pinot-Familie vermutlich aus dem Burgund stammen, wurde der Heunisch aus östlich oder südlich gelegenen Ländern gebracht. In den Weingärten des Burgunds und der südlichen Champagne standen beide Sorten während einiger Jahrhunderte im Gemischten Satz.

Ampelografische Merkmale[Bearbeiten]

Im Aussehen ist die Sorte sehr ähnlich dem Weißen Burgunder.

  • Die Triebspitze ist gelblich-grün und schwach wollig behaart.
  • Die Blätter sind mittelgroß und rund, dreilappig, kaum gebuchtet, Blattrand gesägt. Die Stielbucht ist v-förmig offen.
  • Die Trauben sind mittelgroß und leicht geschultert, lockerbeerig mit hellgelben, dünnschaligen Beeren die in der Vollreife bräunlich gefärbt sind. Bei intensiver Sonneneinstrahlung kann es zum Einschrumpfen der Beeren kommen. Der Geschmack der Beeren ist fruchtig süß.

Reife: Früh - vor Weißer Burgunder

Ertrag[Bearbeiten]

Der Ertrag ist mittelhoch und wegen der Blüteempfindlichkeit unregelmäßig. Das Ertragsniveau liegt unter dem Ertrag von Weißen Burgunder und Chardonnay.

Ansprüche[Bearbeiten]

Die Ansprüche an die Lage sind mittel bis hoch – ähnlich dem Weißen Burgunder.

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Vorteile

  • Wegen der frühen Reife sind höhere Mostgewichte möglich.

Nachteile

  • Ist wegen seiner dünnen Beerenschalen sehr anfällig auf Beerenfäulnis.
  • Besitzt eine Neigung zum Verrieseln der Blüten.
  • Spätfrostempfindlich

Wein[Bearbeiten]

Die Weine sind burgunderähnlich, aber körper- und bukettreicher bei niedrigen Säuregehalten.[3] Der Wein wird auch zum Verschnitt mit anderen Burgundersorten verwendet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Blätter und Trauben der Rebsorte Auxerrois

Die Verbreitung der Rebsorte wird mit der Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich in Verbindung gebracht. Die vertriebenen Winzer nahmen die Sorte mit und pflanzten sie in ihren neuen Siedlungsgebieten an.

Die weltweite Verbreitung der Sorte beträgt 2550 Hektar bestockter Rebfläche (Stand 1999).

Man findet sie heute an der luxemburgisch-deutschen Mosel und in Frankreich im Elsass. In Frankreich gab es im Jahr 2007 insgesamt 2.330 ha, In Luxemburg 184 ha. Kleine Bestände gibt es auch in der Schweiz (3,2 Hektar, Stand 2013).[4]

In Deutschland ist die Sorte an der Obermosel und in der (Pfalz) vertreten. In Baden ist die Sorte hauptsächlich im Kraichgau und am Bodensee zu finden.

Weinbaugebiet Fläche ha[5]
Ahr
Baden 71
Franken 2
Hessische Bergstraße 1
Mittelrhein unter 0,5
Mosel 33
Nahe 6
Pfalz 69
Rheingau 2
Rheinhessen 27
Saale-Unstrut 5
Sachsen
Stargarder Land
Württemberg 1
TOTAL Deutschland 2012 218

Siehe auch[Bearbeiten]

Synonyme[Bearbeiten]

Aucerot, Aukseroa blanc, Auxerrois blanc, Auxerrois blanc de Laquenexy, Auxerrois de Laquenexy, Auxerrois gris, Auxois, Auzerrois blanc, Blanc de Kienzheim, Ericey de la montée, Ochserohr (scherzhaft im Badischen), Okseroa, Pinot Auxerrois, Weißer Auxerrois.
Im südwestfranzösischen Anbaugebiet Cahors wird auch die rote (!) Rebsorte Malbec als Auxerrois bezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Jancis Robinson, Julia Harding, Josè Vouillamoz: "Wine Grapes", 1. Auflage 2012, Penguin Books, London, ISBN 978-0-06-220636-7
  2. [1] A SINGLE PAIR OF PARENTS PROPOSED FOR A GROUP OF GRAPEVINE VARIETIES IN NORTHEASTERN FRANCE, von J. E. Bowers, R. Siret und C. P. Meredith sowie von P. This und J.-M. Boursiquot
  3. Sortenbeschreibung Auxerrois, Hochschule Geisenheim University, Institut für Rebenzüchtung
  4. Das Weinjahr 2013 (PDF)
  5. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2013