Avegno TI

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TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Avegnof zu vermeiden.
Avegno
Wappen von Avegno
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Vallemaggiaw
Gemeinde: Avegno-Gordevioi2
Postleitzahl: 6670
Koordinaten: 699933 / 11732846.1999988.733327293Koordinaten: 46° 12′ 0″ N, 8° 44′ 0″ O; CH1903: 699933 / 117328
Höhe: 293 m ü. M.
Fläche: 8.13 km²
Einwohner: 547 (31. Dezember 2007)
Einwohnerdichte: 67 Einw. pro km²
Website: www.avegno.ch
Karte
Avegno TI (Schweiz)
Avegno TI
www
Gemeindestand vor der Fusion am 19. April 2008

Avegno ist eine Fraktion der Gemeinde Avegno-Gordevio im Bezirk Vallemaggia des Kantons Tessin in der Schweiz.

Auf den 20. April 2008 fusionierten Avegno und Gordevio zur Gemeinde Avegno-Gordevio.

Geographie[Bearbeiten]

Die bis im Frühjahr 2008 selbstständige Gemeinde liegt auf der linken Seite des Flusses Maggia, nach dem das Tal benannt ist. Avegno ist derjenige Ort im Maggiatal, der am nächsten bei Locarno liegt. Das Dorf bestand ursprünglich aus drei voneinander getrennten Ortsteilen: Avegno di Fuori, Avegno-Chiesa und Avegno di Dentro. Diese sind mittlerweile zusammengewachsen. Das Dorf selber liegt grösstenteils in der Talebene. Doch bereits die oberen Häuser liegen an einem mehrheitlich mit Kastanienbäumen bewaldeten Hang. Oberhalb des Hügels beginnt das Berggebiet der Fraktion mit Hochalpen und Gebirge. Vom gesamten früheren Gemeindeareal von 813 ha sind daher nur 8 % landwirtschaftliche Nutzfläche. Fast drei Viertel (genau 74  %) des ehemaligen Gemeindegebiets sind von Wald und Gehölz bedeckt und weitere 12 % unproduktive Fläche (meist Gebirge). Bloss 6 % sind Siedlungsfläche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Durch Abwanderung Richtung Italien ging die Bevölkerung im 18. Jahrhundert stark zurück. Sie stagnierte anschliessend bis 1850. In den 1850er-Jahren folgte die Gemeinde dem Trend zur Überseeauswanderung (Kalifornien und Australien). Die Bevölkerungszahl stieg dann als Folge der Ansiedlung von Betrieben kurzzeitig wieder an (1860-1888: + 21 %). Danach folgte eine beispiellose Auswanderungswelle, die bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs anhielt und in der die Bevölkerungszahl um 61 % abnahm. Durch die besseren Strassenverbindung und die Nähe zum lokalen Zentrum Locarno kamen in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Personen in den kleinen Ort (1941-2004: + 223  %) und die Gemeinde erreichte einen neuen Höchststand an Bewohnern. Das Wachstum hält noch immer an.

Jahr 1703 1801 1850 1888 1941 1960 1980 2000 2004 2007
Einwohnerzahl 490 400 399 428 167 235 393 493 540 547

Sprachen[Bearbeiten]

Früher sprach die Bevölkerung eine lokale italienische Mundart. Durch die Migration weicht dieser Sprachgebrauch und die Einwohner benutzen mehr und mehr Standarditalienisch. Wie in vielen Ortschaften der Region sind etliche Deutschsprachige (Schweizer und Deutsche) zugewandert. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 87 % Italienisch, 9  % Deutsch, je 1 % Dänisch und Französisch und 0,6 % Spanisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

In früheren Zeiten gehörte die gesamte Einwohnerschaft zur Römisch-Katholischen Kirche. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich dies geändert. Heute (Stand 2000) gibt es 78 % römisch-katholische und 8 % evangelisch-reformierte Christen. Daneben findet man 9 % Konfessionslose und 0,4 % Muslime. 4 % der Bewohner machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den 540 Einwohnern (Ende 2004) sind 513 (95 %) Schweizer Staatsangehörige. Bei der letzten Volkszählung waren 92  % Schweizer Bürger, darunter 44 Doppelbürger. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Italien, Deutschland und Serbien-Montenegro.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Früher arbeitete der Grossteil der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Noch 1970 beschäftigte der Sektor Industrie und Gewerbe die Mehrzahl der Erwerbstätigen. Seither hat eine starke Verlagerung in den Dienstleistungssektor stattgefunden. Avegno bietet zahlreichen Zupendlern eine Arbeitsmöglichkeit (137 Zupendler, davon 39 aus Italien; 74 % aller Erwerbstätigen in Avegno). Von 211 Personen aus Avegno verdienen nur noch 47 ihr Geld im eigenen Dorf (22 %). Durch die Nähe zu Locarno gibt es heute viele Wegpendler. Von den 164 Wegpendlern arbeiten 63 in Locarno, 21 in Losone, 11 in Ascona, 10 in Bellinzona und 7 in Minusio.

Verkehr[Bearbeiten]

Avegno ist durch die Buslinie 10 der FART Locarno-Bignasco-Cavergno durch den Öffentlichen Verkehr erschlossen. Von 1907 bis 1965 verkehrte die Maggiatalbahn, die danach durch Beschluss des Kantonsparlaments auf Busbetrieb umgestellt wurde. Der Ort ist durch die Strasse von Locarno her erschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Avegno wird erstmals 1250 im Zusammenhang mit der Dorfkirche San Luca unter dem Namen Avenio erwähnt. Die Gemeinde selbst wird erstmals im Jahr 1335 als commune di Vegnio namentlich genannt und gehörte damals zum Herrschaftsbereich der capitanei von Locarno. Nachdem 1410 die Eidgenossen ins Maggiatal eingefallen sind, leistet Avegno dem savoyischen Hauptmann Pierre de Chevron den Treueeid. Im Jahr 1484 stellt sie ein Kontingent zur Abwehr der Walliser, die über das Val d'Ossola das Maggiatal erobern wollen. 1512 bis 1798 gehört die Gemeinde zu den Ennetbirgischen Vogteien . Danach gehört sie bis 1803 zum Kanton Lugano. Seither zum Kanton Tessin und zum Distretto di Vallemaggia. 1982 gewann Avegno den Wakkerpreis. Am 20. April 2008 erfolgte die Fusion mit Gordevio zur Gemeinde Avegno-Gordevio.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das gesamte Dorfbild ist sehenswert.

  • Im Ortsteil Terra di mezzo, Pfarrkirche Santi Luca und Abbodio[1]
  • Grundschule, Architekten: Franco Moro, Paolo Moro[1]
  • Im Ortsteil «Terra di dentro», Oratorium Sant’Anna[1]
  • Verschiedene Betkapellen[1]
  • Im Ortsteil «Terra di fuori», Oratorium Santissima Trinità[1]
  • Ein Familienhaus, Architekt: Renzo Magginetti[1]
  • Im Ortsteil «Pian della Madonna», Deposito Maggia SA, Architekt: Rino Tami[1]
  • Oratorium Madonna del Rosario.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Arte e monumenti della Lombardia prealpina. Istituto grafico Casagrande, Bellinzona 1967, S. 198, 367.
  • Guglielmo Buetti: Note Storiche Religiose delle Chiese e Parrocchie della Pieve di Locarno, (1902), e della Verzasca, Gambarogno, Valle Maggia e Ascona (1906). 2. Auflage, Pedrazzini Edizioni, Locarno 1969.
  • Bernhard Anderes: Guida d’Arte della Svizzera Italiana. Edizioni Trelingue, Porza-Lugano 1980, S. 172-173, 177.
  • Giuseppe Martini: Vallemaggia. 1988.
  • Flavio Maggi: Patriziati e patrizi ticinesi. Pramo Edizioni, Viganello 1997.
  • Luciano Vaccaro, Giuseppe Chiesi, Fabrizio Panzera: Terre del Ticino. Diocesi di Lugano. Editrice La Scuola, Brescia 2003, S. 404.
  • Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 237-240, 242.
  • Renato Ramazzina: Avegno. Un patriziato, un paese, una e tante storie. Patriziato di Avegno, Avegno 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Avegno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 239–240.