Aven Armand

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Der Wald der Stalagmiten
Der große Tellerstapelstalagmit

Aven Armand (franz. Aven, dt. Karsthöhle) ist der Name einer Höhle auf dem Causse Méjean in der Nähe des Ortes Meyrueis im Lozère in Frankreich. Die Höhle liegt auf einer Meereshöhe von 970 m. Sie trägt den Namen ihres Entdeckers Louis Armand, einem Schmied aus dem Weiler Le Rozier, der am 19. September 1897 zum ersten Mal in die Höhle eingestiegen ist.

Der Hauptsaal ist 110 m lang und 60 m breit, bei einer mittleren Höhe von 45 m. In ihm befindet sich ein Wald von mehr als 400 Stalagmiten. Aufgrund der Höhe der Halle haben diese eine besondere Form, sogenannte Tellerstapelstalagmiten, die größten bis zu 30 m hoch. Ihre Form entsteht dadurch, dass die Tropfen des Sickerwassers nicht immer senkrecht herabfallen. Je nach Jahreszeit (Temperaturdifferenzen) und Außenluftdruck herrscht ein geringer Luftzug, der wegen der teilweise sehr großen Fallhöhe eine entsprechende Abweichung verursacht.

Am 11. Juni 1927 wurde l'Aven Armand für Touristen eröffnet. Die Erschließung dauerte recht lange und war sehr aufwendig, weil die Höhle sehr tief unter der Hochfläche liegt. Durch einen 208 m langen künstlichen Tunnel gelangt man mit einer Standseilbahn zur Haupthalle.

Der berühmte Höhlenforscher Édouard Alfred Martel bezeichnete die Höhle als einen Traum aus Tausendundeiner Nacht. Er war der Leiter der ersten Erforschungexpedition in die Höhle, bei der Armand als Entdecker das Vorrecht hatte, zuerst in die Höhle hinabzusteigen. Er war auch die treibende Kraft bei der Erschließung, da er Armand zum Kauf und Ausbau der Höhle riet, um ihm so ein lohnendes Geschäft zu verschaffen. Martel hatte dies selbst mit seiner eigenen Schauhöhle bereits erfolgreich gemacht.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aven Armand – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

44.2211111111113.3572222222222Koordinaten: 44° 13′ 16″ N, 3° 21′ 26″ O