Avenir Suisse

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Avenir Suisse ist eine Denkfabrik mit Hauptsitz in Zürich, die sich für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Zukunft der Schweiz engagiert. Sie orientiert sich am Weltbild des klassischen Liberalismus und der Marktwirtschaft. Avenir Suisse erstellt auf wissenschaftlicher Grundlage Analysen zu wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen und organisiert Tagungen, Debatten und Foren aller Art.

Der Think Tank ist als Stiftung konstituiert und wird von mehr als 100 Unternehmen und Persönlichkeiten aus allen Branchen und Regionen der Schweiz unterstützt. Geleitet wird Avenir Suisse von Gerhard Schwarz.

Präsident des Stiftungsrats ist seit Ende März 2014 Andreas Schmid, Verwaltungsratspräsident der Flughafen Zürich AG. Er löste Rolf Soiron, der die Lonza Group und den Zementkonzern Holcim präsidiert, ab.[1]

Selbstdarstellung[Bearbeiten]

Avenir Suisse ist ein Think Tank nach angelsächsischem Vorbild. Er nimmt eine marktwirtschaftliche Sichtweise ein und orientiert sich an einem klassischen liberalen Weltbild. Dementsprechend vertritt er die Position, dass die Probleme der Gegenwart und der Zukunft nicht in erster Linie vom Staat gelöst werden können und sollen. Dieser sollte vielmehr Rahmenbedingungen schaffen, in denen Eigeninitiative und Eigenverantwortung, Wettbewerb sowie Privateigentum gedeihen. Die Stiftung erarbeitet und lanciert ihre Projekte unabhängig und selbständig. Dies wird durch eine auf mehrere Jahre im Voraus gesicherte Finanzierung durch die Förderer ebenso gewährleistet wie durch klare Corporate Governance-Regeln und durch eine hoch qualifizierte Programmkommission, die nicht nur für die Qualität, sondern auch für die Unabhängigkeit der Arbeit bürgt. In diesem Sinne lautet das Motto von Avenir Suisse: unabhängig – aber nicht neutral.

Im Unterschied zu Interessenverbänden beteiligt sich Avenir Suisse nicht aktiv an Vernehmlassungen oder Abstimmungskampagnen. Vielmehr will der Think-Tank möglichst frühzeitig Beiträge zur wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Meinungsbildung leisten und so den geistigen Boden für jene Reformen legen, die für die Sicherung von Wohlstand, Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich sind. Avenir Suisse nimmt eine längerfristige, nicht an der Tagespolitik orientierte Perspektive ein und will mit einer gesamtheitlichen, wissenschaftlich abgestützten Vorgehensweise und der verständlichen Aufbereitung der Erkenntnisse eine Lücke zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik schliessen. Avenir Suisse bezieht weder für noch gegen eine politische Partei Stellung und ist offen gegenüber allen Kräften, die die Zukunft konstruktiv und in liberalem Sinne gestalten wollen.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Im Juli 2000 gründen 14 internationale Schweizer Firmen ABB, Credit Suisse Group, Groupement des Banquiers Privés Genevois, Jacobs Holding, Kuoni Holding, McKinsey Switzerland, Nestlé, Novartis, Hoffmann-La Roche, SAirGroup, Sulzer AG, Swiss Re, UBS und Zurich Financial Services die „Stiftung Zukunft Schweiz“. Heute wird Avenir Suisse von mehr als 100 Unternehmen und Einzelpersonen aus der ganzen Schweiz unterstützt.
  • Im Januar 2001 wird die operative Tätigkeit unter dem Namen Avenir Suisse und unter der Leitung des Schweizer Soziologen Thomas Held aufgenommen.
  • Im Jahr 2004 beschliesst der Stiftungsrat, die Aktivitäten des Think-Tanks zeitlich unbefristet weiterzuführen. Hierfür wird der ursprünglich geschlossene Kreis der Stifter geöffnet, um die ideelle und die finanzielle Basis der Stiftung nachhaltig zu verbreitern.
  • Am 1. November 2010 übernimmt Gerhard Schwarz von Thomas Held das Amt des Direktors.

Organisation[Bearbeiten]

  • Oberstes Organ von Avenir Suisse ist der Stiftungsrat, der sich aus 20 bis 25 Vertretern der Wirtschaft, der Wissenschaft und des öffentlichen Lebens zusammensetzt. Er konstituiert sich selbst, wählt aus seiner Mitte den Präsidenten und ernennt die Vorsitzenden und Mitglieder aller Kommissionen sowie den Direktor von Avenir Suisse. Zudem genehmigt er das Budget sowie den Jahresbericht und die Rechnung.
  • Der Leitungsausschuss genehmigt die thematischen Schwerpunkte und überwacht das Projekt-Portfolio. Er setzt sich zusammen aus dem Präsidenten des Stiftungsrates, dem Präsidenten der Förderstiftung sowie den Vorsitzenden des Nominationsausschusses, der Finanz- und der Programmkommission. Der Nominationsausschuss evaluiert Persönlichkeiten für den Stiftungsrat, die Kommissionen und die Direktion. Die Finanzkommission prüft das Budget und die Abschlüsse zuhanden des Stiftungsrates. Die Programmkommission berät den Direktor und sein Team bei der Auswahl der zu behandelnden Themen, und er garantiert mit seiner kritischen Begleitung die wissenschaftliche Qualität der Projekte.
  • Der Direktor trägt die operative Verantwortung für die Stiftung. Er definiert im Rahmen der Vorgaben die einzelnen Projekte und sorgt für die Kommunikation der Studienergebnisse nach aussen. Er vertritt Avenir Suisse gegenüber Öffentlichkeit, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Insgesamt arbeiten bei Avenir Suisse etwa 30 Köpfe, viele davon auf Teilzeitbasis.

Publikationen[Bearbeiten]

Avenir Suisse hat seit seiner Gründung unter anderem folgende Monografien publiziert: Der Preis des Föderalismus (2002); Der Alleingang (2002), Best Practice in der Schule (2003), Umweltschutz auf Abwegen (2003), Wohlstand ohne Wachstum (2004); Dart Fish, Logitech, Swissquote und Co (2005); Baustelle Föderalismus (2005); Stadt Land Schweiz (2005); Diagnose: Wachstumsschwäche (2005); Gesundheitskosten in der alternden Gesellschaft (2005); Wirtschaftspolitische Mythen (2006); Der befreite Bauer (2006); Städtische Dichte (2007); Aufschwung als Reformchance (2007); Die IV- Eine Krankengeschichte (2007); Die Neue Zuwanderung (2008); Agrarpolitische Mythen (2008); Abschied von der Gerechtigkeit (2009); Die AHV – Eine Vorsorge mit Alterungsblindheit (2009); Verkehrt: Plädoyer für eine nachhaltige Verkehrspolitik (2010); Souveränität im Härtetest (2010); Energiesicherheit ohne Autarkie (2010); Konkordanz in der Krise (2011), Soziale Sicherheit sichern (2011), Der Wert der Werte (2011); Steuerpolitische Baustellen (2012); Mehr Markt für den Service Public (2012); Verjüngungskur für die Altersvorsorge (2012); Der strapazierte Mittelstand (2012); Ideen für die Schweiz - 44 Chancen, die Zukunft zu gewinnen (2013).

Regelmässig werden auch Diskussionspapiere veröffentlicht. Das Informationsbulletin „avenir aktuell“ erscheint dreimal jährlich.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Schmid wird Avenir-Suisse-Präsident. In: Neue Zürcher Zeitung vom 30. Oktober 2013

47.38938.5188Koordinaten: 47° 23′ 21,5″ N, 8° 31′ 7,7″ O; CH1903: 681556 / 249280