Avionik

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Avionik – ein Kofferwort bestehend aus Aviatik (von lat. avis = Vogel) und Elektronik – ist ein Begriff aus der Luft- und Raumfahrttechnik und bezeichnet die Gesamtheit der elektrischen und elektronischen Geräte an Bord eines Fluggerätes, einschließlich der Fluginstrumente. Ausgenommen hiervon sind im Sprachgebrauch allerdings Elektronikanwendungen in Kabinensystemen. Der Ausdruck Avionik (engl. Avionics) wurde in den USA ca. in den 1960ern geprägt.[1]

Kategorien[Bearbeiten]

Avionik (Radarsystem) in einer Cessna 501
Flugkontroll- und Managementsysteme
Zu den Flugkontroll- und Managementsystemen gehören unter anderem der Autopilot, das Flight Management System (FMS) und die Elektronik für Fly-by-Wire-Flugsteuerungssysteme (FBW) sowie Flugüberwachungsgeräte, wie z. B. Kollisionswarnsysteme (TCAS). Die Flugzeugsysteme, wie z. B. die Triebwerke, werden von den folgenden Systemen überwacht: EFIS, ECAM oder EICAS.
Kommunikation
Die Kommunikationssysteme teilen sich auf in Interkommunikationssysteme zur Verständigung im Flugzeug sowie in die Flugfunksysteme für Sprache und Text (Future Air Navigation System (FANS)).
Navigation
Die Navigationsgeräte teilen sich auf in Funknavigation wie Drehfunkfeuer (VOR), Instrumentenlandesystem (ILS), ungerichtetes Funkfeuer (NDB), Entfernungsmessgerät (DME) und Radiokompass (ADF/RDF), globales Navigationssatellitensystem (GPS) sowie Trägheitsnavigation (INS).
Anzeigen
Radar
Radarsysteme teilen sich in Wetterradare sowie die in der Regel dem militärischen Bereich vorbehaltenen Luft- und Bodenradarsysteme auf.
Missionssysteme
Bussysteme
AFDX (auch ARINC 664)
ein auf Ethernet basierender Standard zur Vernetzung von Avionik-Komponenten in einem Flugzeug.
ARINC 429
Klassischer Datenbus für Verkehrsflugzeuge
ARINC 629
Datenbus für Zivilflugzeuge (Boeing 777)
ARINC 717
Datenbus zum Flugdatenaufzeichnungsgerät
CAN
Datenbus für Subsysteme, beispielsweise nach ARINC 825 (Airbus A380, A350)
MIL-STD-1553 (kurz
MIL-Bus)
Datenbus für Militärflugzeuge
STANAG 3910 (MIL-Bus + optische Datenübertragung)
Datenbus für Militärflugzeuge
TTP
Datenbus für zeitgesteuerte Kommunikation im Bereich sicherheitskritischer Anwendungen der Luft- und Raumfahrt; TTTechs zeitgesteuertes Protokoll TTP ist der erste Hochgeschwindigkeitsdatenbus, welcher sowohl in kommerziellen als auch in militärischen Flugzeugen zur Anwendung kommt (Bsp.: Boeing 787, Airbus A380, F-16 von Lockheed Martin, M-346 von Aermacchi)

Sonstiges[Bearbeiten]

In modernen Flugzeugen sind noch viele weitere Computer und Geräte im Einsatz. Meist sind die Geräte in einem bestimmten Bereich unterhalb des Kabinenbodens oder in der Nähe des Cockpits zusammengefasst, dem Avionics Compartment (auch Avionics Bay). Um die zunehmende Anzahl notwendiger Computer und Steuergeräte zu reduzieren, wurde Anfang 2000 das Prinzip der „Integrierten Modularen Avionik“ (IMA) entwickelt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Friedrich Hesse, Werner Hesse: Elektrotechnik und Avionik.. Hitzeroth, Marburg 1988, ISBN 3-925944-32-X.
  •  Ian Moir, Allan Seabridge: Civil avionics systems.. Professional Engineering Publ., London 2003, ISBN 1-86058-342-3.
  •  Ian Moir, Allan Seabridge: Military avionics systems.. John Wiley, Chichester 2007, ISBN 0-470-01632-9.
  •  Joe Johnston: Avionics for the pilot – an introduction to navigational and radio systems for aircraft.. Crowood, Ramsbury 2007, ISBN 978-1-86126-896-9.
  •  Holger Flühr: Avionik und Flugsicherungstechnik. Springer, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-01611-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Holger Flühr: Avionik und Flugsicherungstechnik - Einführung in Kommunikationstechnik, Navigation, Surveillance. Springer, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-642-01611-0, S.2ff.; @google books