Avraham Burg

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Avraham Burg (2008)

Avraham Burg (Hebräisch: אברהם בורג; Spitzname: Avrum; * 19. Januar 1955 in Jerusalem) ist ein israelischer Autor und ehemaliger hochrangiger Politiker.

Burg ist der Sohn von Josef Burg, eines Ministers mehrerer israelischer Regierungen für die Nationalreligiöse Partei. Er wuchs im Jerusalemer Stadtteil Rehavia auf[1].

Er diente in der Israelischen Armee als Leutnant in einer Fallschirmspringerbrigade. Anschließend studierte er an der Hebrew University of Jerusalem und machte einen Abschluss in Sozialwissenschaften.

Burg war in linken Organisationen wie Schalom Achschaw aktiv. 1983 war er auf der Peace-Now-Demonstration, bei der Emil Grünzweig von dem Rechtsradikalen Jona Avruschmi mit einer Handgranate ermordet wurde. Burg wurde durch den Splitter dieser Granate verletzt[2]. 1985 wurde er Berater von Premierminister Schimon Peres, 1988 wurde er für die Arbeitspartei in die Knesset gewählt.

1995 wurde er zum Vorsitzenden der Jewish Agency und der World Zionist Organization ernannt und legte sein Knesset-Mandat nieder.

1999 bis Anfang 2003 war Burg Sprecher der Knesset. In dieser Funktion diente er vom 12. Juli bis 1. August 2000 als provisorischer Präsident Israels. 2001 kandidierte er für den Vorsitz der Arbeitspartei, wurde jedoch nicht gewählt.

Im Oktober 2003 erregte ein Artikel von Burg im Guardian mit dem Titel „The End of Zionism“ Aufsehen[3]. In diesem Artikel behauptete Burg, Israel müsse seine Illusionen aufgeben und sich zwischen rassistischer Unterdrückung („racist oppression“) und Demokratie entscheiden. Burg forderte weiterhin den Rückzug Israels aus den besetzten Palästinensergebieten.

2004 zog sich Burg aus der Politik zurück. In einem Interview für Haaretz im Juni 2007 stellte er eine Reihe von Kernthesen des Zionismus in Frage.

Burgs Frau Yael ist gebürtige Französin[1], Psychologin und Direktorin einer Mittelschule in Jerusalem. Die Burgs haben sechs Kinder und leben in Nataf bei Jerusalem.

[Bearbeiten] Schriften

  • Hitler besiegen: Warum Israel sich endlich vom Holocaust lösen muss, Frankfurt am Main/New York: Campus, 2009, ISBN 3593390566

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Süddeutsche Zeitung vom 24./25. Oktober 2009, #245, Wochenende, Seite V2/8, „Avraham Burg über Heimat“ von Meliassa Müller
  2. Avraham Burg. In: MFA Library. Israelisches Aussenministerium, 26. Februar 2003, abgerufen am 20. März 2010 (englisch).
  3. The Guardian: The End of Zionism (Englisch)

[Bearbeiten] Weblinks

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