Awá (Guajá)

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Die Awá sind eine Ethnie in Brasilien. Ihre Heimat liegt in den zerstörten Wäldern des östlichen Amazonasgebietes. Häufig werden sie als Brasiliens letztes wirklich nomadisches Volk bezeichnet. Heute leben noch etwa 355 Awá, einige von ihnen sind unkontaktiert. Teilweise leben sie in kleinen Familienzusammenschlüssen zusammen, die sich in den wenigen verbliebenen Teilen von Maranhãos Wäldern außerhalb rechtlich geschützter Gebiete verstecken. Etwa 60 Awá leben im Schutzgebiet Araribóia, welches jedoch von Holzfällern bedroht wird, die sich illegal in dem Gebiet aufhalten.

Um ca. 1800 gaben sie ihre Sesshaftigkeit für ein nomadisches Leben auf, um den gewaltsamen Angriffen europäischer Eindringlinge zu entgehen. Die Awá versorgen sich durch Jagen und Sammeln selbst. Diejenigen, die noch nomadisch leben, sind äußerst mobil, da sie in Zusammenschlüssen von nicht mehr als 20–30 Menschen organisiert sind. Wenn sie reisen, bewahren sie sorgfältig die Glut ihres Feuers, um es an ihrem neuen Platz wieder zu entzünden. Seit nunmehr 15 Jahren leben sie größtenteils in von der Regierung eingerichteten Reservaten.

Problem[Bearbeiten]

Seit nun schon 100 Jahren sind die Awá Opfer brutaler und systematischer Ausrottungsversuche durch Viehzüchter und Siedler. Abgesehen von den physischen Folgen, leiden viele Awá unter den psychischen Schmerzen, die ihnen zugefügt wurden und sind schwer traumatisiert. Bis heute ist das Gebiet der Awá gefährdet, und es droht die Gefahr der vollständigen Auslöschung der Awá.

In den 1970er Jahren finanzierten die EG und die Weltbank den Bau einer riesigen Eisenmine und einer Bahnlinie in dem Gebiet der Awá. Das verursachte einen großen Zustrom von Siedlern, die in Kontakt mit Mitgliedern dieser indigenen Gemeinschaft kamen. Gemäß der Menschenrechtsorganisation Survival International starben während dieser Periode mehr als zwei Drittel der Awá, die mit Arbeitern der Regierung in Berührung kamen.[1]

Im Jahr 2009 erklärte die Nichtregierungsorganisation Survival International, dass die brasilianische Regierung das Recht der Awá auf ihr Gebiet im Staat Maranháo zwar anerkenne, aber bisher nicht die notwendigen Maßnahmen getroffen habe, um ihnen Schutz zu gewähren.[1] Ein FUNAI-Mitarbeiter erklärte im brasilianischen Sender Globo TV, dass die Awá ausgelöscht werden würden, sollten die Behörden nicht unverzüglich eingreifen. Etwa 60 bis 100 Awá leben noch unkontaktiert im Regenwald. Der Regenwald im Gebiet der Awá wurde seit 1985 bereits zu 31 Prozent abgeholzt. Die in den letzten zwei Jahrzehnten sehr stark zugenommene Abholzung findet nun auch in der Nähe von jenen Orten statt, in denen die unkontaktierten Awá leben.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

  • Awá (Kwaiker), die auf beiden Seiten der Grenze zwischen Kolumbien und Ecuador leben.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatCientos de indígenas del Amazonas brasileño son desplazados por madereros. In: teleSUR. 5. Februar 2009, abgerufen am 5. Februar 2009 (spanisch).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatUnkontaktierte Amazonas Indianer stehen vor Auslöschung. In: Survival International. 14. Februar 2011, abgerufen am 15. Februar 2011.