Axel Köhler

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Dieser Artikel behandelt den Künstler Axel Köhler. Für den ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, siehe Ayyub Axel Köhler.

Axel Köhler (* 1960 in Schwarzenberg/Erzgeb.) ist ein deutscher Countertenor und Regisseur. Seit Beginn der Spielzeit 2011/2012 ist er Künstlerischer Direktor (Intendant) der Oper Halle.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Axel Köhler studierte an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden Violinpädagogik und Gesang. Seit 1984 gehört er dem Ensemble des Opernhauses in Halle an der Saale an – zunächst als Spielbariton, später als Altus. 1987 debütierte er als Eustazio in der Halleschen Rinaldo-Inszenierung von Peter Konwitschny. Anspruchsvolle Countertenor-Partien folgten, vor allem in etlichen Händel-Opern, die in dessen Geburtsstadt zu den Händelfestspielen gespielt werden. Axel Köhler gastierte bei internationalen Festivals und wurde zu Konzerten, CD-, Radio- und Opernproduktionen eingeladen.

1995 sang Axel Köhler am Royal Opera House in London in der Uraufführung von Arianna von Alexander Goehr. 1998 übernahm er die Titelpartie in der von den Dresdener Musikfestspielen an der Sächsischen Staatsoper Dresden inszenierten Uraufführung der Oper Farinelli von Siegfried Matthus und gab 2001 den Teufel in Detlev Glanerts komischer Oper Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung bei deren Uraufführung in Halle. 2003 sang er bei den Salzburger Festspielen die Partie des Adschib in der Uraufführung der Oper L‘Upupa von Hans Werner Henze, 2005 an der Semperoper Dresden die Partie des Poro in Johann Adolf Hasses Oper Cleofide, 2006 die Titelpartie in Cantor – Die Vermessung des Unendlichen von Ingomar Grünauer, einer Uraufführung am Opernhaus Halle, in der er auch als Bariton und Violinspieler auftrat. Die Bayerische Staatsoper engagierte den Altus für L’incoronazione di Poppea und Rinaldo, die Hamburgische Staatsoper für L’incoronazione di Poppea. Am Opernhaus Halle sang er in Monteverdis L’Orfeo die Partie der La Speranza und den Polinesso in Händels Ariodante, dort trat er 2011 auch als Schwan in Carl Orffs Carmina Burana auf. Als Artemis in Hans Werner Henzes Phaedra war er 2007 bis 2010 in Berlin, Brüssel, Wien, Frankfurt und in London zu erleben. 2010 sang er die Partie des Trasimede in Händels Admeto an der Oper Leipzig.

Als Konzertsänger arbeitete der Countertenor mit renommierten Ensembles der Alten Musik sowie mit den Dirigenten René Jacobs, Marcus Creed und Howard Arman zusammen. Vier Solo-CDs erschienen bei Capriccio und Berlin Classics. Und er sang und spielte auf dem Dresdner Theaterkahn, an der Oper Halle und beim Rheingau Musik Festival im Cabaret-Programm Greife wacker nach der Sünde.

Seit 2000 ist Axel Köhler als Regisseur tätig. Sein Debüt gab er mit Monteverdis L‘Incoronazione di Poppea am Opernhaus Halle, 2001 folgte Händels Rodrigo. Diese Produktion studierte Köhler auch mit Studenten der Bayerischen Theaterakademie August Everding ein. 2005 folgte dort A Midsummer Night‘s Dream von Benjamin Britten. 2003 wurde Köhlers Inszenierung der Händels Oper Teseo in Deutschland, der Schweiz und England aufgeführt. Einem open-air-Spektakel und einem Foyerprogramm anlässlich 350 Jahre Oper in Halle folgten. 2006 war seine Händel-Inszenierung Amadigi in Dresden und Admeto in Halle. 2007 brachte Axel Köhler Tom Johnsons Riemann-Oper auf die Bühne des Kellertheaters des Opernhaus Leipzig, am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin inszenierte er Mozarts Don Giovanni. 2008 stellte er an der Dresdner Staatsoperette seine Aufführung von Mozarts Zauberflöte vor. Für die Kammeroper Schloss Rheinsberg studierte er Die weiße Dame von François-Adrien Boieldieu ein. Als Koproduktion der Musikhochschule und des Staatsschauspiels in Dresden brachte er Monteverdis L‘incoronazione di Poppea auf die Bühne. 2009 inszenierte Axel Köhler Argenore, eine Oper von Wilhelmine von Bayreuth am Markgräflichen Opernhaus, Franz Lehárs Das Land des Lächelns auf der Freilichtbühne Augsburg sowie Mozarts Zauberflöte am Tiroler Landestheater Innsbruck. 2010 folgten Inszenierungen von Emmerich Kálmáns Gräfin Mariza an der Staatsoperette Dresden, Paul Abrahams Die Blume von Hawaii und Giuseppe Verdis Macbeth an der Oper Halle. 2011 übernahm Axel Köhler in Halle die Regie für Kálmáns Gräfin Mariza und am Staatstheater am Gärtnerplatz München für Georg Philipp Telemanns Der geduldige Sokrates. Internationale Aufmerksamkeit erregte Axel Köhler mit Schwanda, der Dudelsackpfeifer von Jaromir Weinberger an der Semperoper Dresden – die Zeitschrift Opernwelt wählte die Inszenierung zur Wiederentdeckung des Jahres 2011/2012, sie wurde 2014 erfolgreich ans Teatro Massimo in Palermo übertragen. 2013 inszenierte Axel Köhler u.a. Georges Bizets Carmen an der Semperoper und Schahrazade von Bernhard Sekles an der Oper Halle. Beifall von Publikum und Presse ernteten seine Inszenierungen in der Intermezzo-Reihe der Semperoper Dorina e Nibbio/Contrascena (2013) und L’impresario delle Canarie/Sub-Plot (2014). An der Oper Halle findet seine jüngste Regiearbeit, die szenische Einrichtung von Richard StraussArabella, viel Zuspruch. 2015 wird Axel Köhler an der Semperoper Dresden einen weiteren Intermezzo-Abend inszenieren sowie Carl Maria von Webers Der Freischütz.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Stadt Halle ehrte Axel Köhler 1994 für seine Interpretationen mit dem Preis der Händel-Festspiele. 1998 wurde er zum Kammersänger ernannt, und er erhielt 1999 den Kritikerpreis der Berliner Zeitung.

Weblinks[Bearbeiten]