Axel Prahl

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Axel Prahl, 2008

Axel Prahl (* 26. März 1960 in Eutin) ist ein deutscher Schauspieler und Musiker.

Leben[Bearbeiten]

Axel Prahl wuchs mit seinem Bruder in Neustadt in Holstein auf. Seine Mutter war Verkäuferin, der Stiefvater beim Arbeitsamt beschäftigt.

Im Alter von 14 Jahren nahm Prahl an einem Musikwettbewerb in seiner Heimatstadt teil, den er gewann und sich dadurch für dessen Fortsetzung auf Landesebene qualifizierte.[1] Aus Angst davor, der Erfolg könne sein Leben verändern, verzichtete er dann aber auf die Teilnahme.[1]

Eine Ausbildung in einem Metallberuf brach er nach einem Jahr ab. Er lebte als Straßenmusiker in Spanien, holte sein Fachabitur nach und studierte fünf Semester Musik und Mathematik an der Pädagogischen Hochschule Kiel.[2] Prahl, der das Gitarrenspiel beherrscht und Pat Metheny zu seinen musikalischen Vorbildern zählt, spielte als Jugendlicher auch Irish Folk.[1] Schließlich absolvierte er von 1982 bis 1985 ein Schauspielstudium in Kiel. 1984 begann Prahl mit Theaterspielen und bald war er am Schleswig-Holsteinischen Landestheater tätig.[1] Seit 1992 lebt er in Berlin.[1] Dort folgten Engagements am Renaissance-Theater, am Grips-Theater und an den Kammerspielen des Deutschen Theaters.[1] Zu Schauspielschulzeiten musizierte Prahl (er hatte einen Elevenvertrag am Theater Kiel) in der Band Ougenweide und gründete anschließend die Band Impuls.[1][3] Musik und Schauspiel liefen damals noch parallel, bis sich Prahl für die Schauspielerei entschied.

Sein Fernsehdebüt gab er 1992 in Max Färberböcks Schlafende Hunde. 1992 synchronisierte er Michael Chiklis in einer Folge der Serie Miami Vice. In Nachtgestalten, seinem ersten Kinofilm, spielte er 1999 in einer Nebenrolle einen Polizisten. Seitdem wurde er immer wieder in dieser Rolle besetzt, so in Die Polizistin, Die Hoffnung stirbt zuletzt und Der Grenzer und das Mädchen. Der Film Nachtgestalten markiert den Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Regisseur Andreas Dresen: Für Die Polizistin, Halbe Treppe und Willenbrock wurde Prahl mit diversen Darstellerpreisen, darunter dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Seit 2002 bildet er als Hauptkommissar Frank Thiel zusammen mit Jan Josef Liefers das Ermittlerpaar in Münster für den Tatort des WDR. Zu dem Kinofilm Du bist nicht allein steuerte Prahl 2007 mit einer Neuinterpretation des bekannten Schlagers auch das Titellied bei. Im Musikvideo zu dem Lied Wenn es passiert der Band Wir sind Helden ist er als Handelsvertreter zu sehen. Prahl und Andreas Dresen musizieren gemeinsam in einer Band ohne Namen, die unter anderem Coverversionen von Musiktiteln von Rio Reiser und Gerhard Gundermann in ihrem Repertoire hat.[4][1]

Am 27. Februar 2009 erschien das Hörbuch Wo die wilden Maden graben von Thorsten Nagelschmidt, auf dem Prahl neben Farin Urlaub als Gastsprecher zu hören ist. Das Hörbuch North Western sprach Prahl 2013 ein.[1]

Axel Prahl hat drei Töchter und einen Sohn. Er lebt geschieden von seiner zweiten Ehefrau in Berlin.[5]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Tatort-Folgen als Hauptkommissar Frank Thiel[Bearbeiten]

Hauptartikel: Thiel und Boerne#Folgen

Diskografie[Bearbeiten]

  • 2011: Du bist nicht allein – Axel Prahl feat. Jakob Ilja (Titelsong des gleichnamigen Films)
  • 2011: Blick aufs Mehr – Axel Prahl & Das Inselorchester (zusammen mit Danny Dziuk)
  • 2013: Blick aufs Mehr live – Axel Prahl & Das Inselorchester (zusammen mit Danny Dziuk)

Hörbücher[Bearbeiten]

  • 2009: Sturmkap – um Kap Horn und durch den Krieg. Die unglaubliche Reise von Kapitän Jürgens. Von Stefan Kruecken. Ankerherz Audio, Appel, ISBN 3940138029
  • 2009: Wo die wilden Maden graben. Von Nagel, gelesen von Nagel, Farin Urlaub und Axel Prahl, Ventilverlag, ISBN 978-3-491913-08-0
  • 2011: Wenn man bedenkt, dass wir alle verrückt sind… Von Mark Twain, gelesen von Axel Prahl und Jan Josef Liefers. Random House Verlag, Köln, ISBN 3-837-10910-0
  • 2012: North Western. Von Mark Sundeen, gelesen von Axel Prahl und Holger Gertz. Ankerherz Audio, ISBN 978-3-940138-24-8

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Axel Prahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Dorthe Hansen: Musik – Der Wasser-Mann, in: mobil, 07/2013, S. 65ff.
  2. MDR: Blick aufs Mehr, Figaro, 8. November 2011
  3. Quelle Bands: Audio Mediathek Bayern 3 Stars & Hits, Axel Prahl – Tatort Star, abrufbar unter: podster.de. Bands Ougenweide, Impuls; Min 16:50 ff.
  4. Hanswerner Kruse: Über Prahl und Dresens Band ohne Namen, Berlin, 10. Juni 2011
  5. Julia Schaaf: Schauspieler Axel Prahl: „War halt keck und vorlaut“, Frankfurter Allgemeine, 25. August 2011, abgerufen am 25. August 2011