Axel Reitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Axel Reitz als Redner auf einer Kundgebung im April 2005 in Essen

Axel W. Reitz (* 10. Januar 1983 in Pulheim bei Köln) ist einer der bekanntesten Aktivisten aus dem Spektrum der neonazistischen Freien Kameradschaften und des Kampfbundes Deutscher Sozialisten (KDS). Reitz wird von den Medien gelegentlich als „Hitler von Köln“[1] bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werdegang

Reitz entstammt bürgerlichen Verhältnissen, früh begann er sich für politische Inhalte zu interessieren und etwas zum „Besseren“ verändern zu wollen. Er trat in die Jugendabteilung der NPD ein.[2]

Reitz (2. v.r. im Vordergrund) neben dem Redner Manfred Rouhs von der „Bürgerbewegung pro Köln“

Seine Laufbahn als neonazistischer Aktivist begann Ende der 1990er Jahre in Köln, wo er im Alter von 15 Jahren als Mitgründer der Kameradschaft Köln (später Kameradschaft Walter Spangenberg, benannt nach einem ermordeten SA-Mann[3]) in Erscheinung tratt. Nach dem Tod von Siegfried Lutz 1999 übernahm er die Führung der Kameradschaft. Gleichzeitig hielt er engen Kontakt zur mittlerweile aufgelösten Kameradschaft Duisburg (später Kameradschaft Heinrich Bauschen) sowie zur NSDAP/AO des Amerikaners Gary Lauck.

Bei der Internet-Plattform des Aktionsbüros Westdeutschland ist Reitz Mitbetreiber und gilt als führender Aktivist des Kameradschaftsnetzwerkes Widerstand West. Nach der Gründung des Kampfbundes Deutscher Sozialisten (KDS), der bis zum Einmarsch der US-Amerikaner im Irak auch gute Kontakte zum Regime Saddam Husseins unterhielt, wurde Reitz dort Mitglied der Organisationsleitung. Hussein sieht Reitz als „orientalische Variante Adolf Hitlers“. Der Wählergruppe pro Köln steht Reitz sympathisierend gegenüber.[2]

Riehs, Reitz und Worch 2004 in Köln

Bei Kundgebungen im gesamten Bundesgebiet tritt Reitz oft zusammen mit Christian Worch als Redner auf und zeichnet für die Anmeldung der Veranstaltungen verantwortlich. In der rechtsextremen Szene wird Reitz aufgrund seiner oftmals exzentrischen Auftritte nicht überall ernstgenommen, er hat jedoch weitreichende Kontakte und fungiert als Netzwerker.[2] Anlässlich der nordrhein-westfälischen Landtagswahl 2005 wollten Siegfried Borchardt und Reitz auf einem der oberen Plätze der NPD-Landesliste kandidieren, was jedoch am Widerstand der Parteiführung scheiterte.

Der arbeitslose Reitz bezeichnet sich selbst als „Berufsdemonstrant“.[2]

Für die NPD kandidiert Axel Reitz als Direktkandidat bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010 im Wahlkreis Siegen-Wittgenstein 2. [4]

[Bearbeiten] Verurteilungen

Reitz ist wegen Volksverhetzung, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole und Verstoß gegen das Uniformverbot auf einer Demonstration mehrfach vorbestraft. Zudem erhielt er eine Bewährungsstrafe wegen Diebstahls und unerlaubten Waffenbesitzes. Seine Freiheitsstrafe wurde 2003 wegen eines weiteren Verstoßes auf ein Jahr erhöht.

Am 9. September 2005 verurteilte das Landgericht Bochum Reitz wegen Volksverhetzung zu 21 Monaten Haft. Er hatte sich auf einer Kundgebung gegen den Bau einer Synagoge in Bochum antisemitisch geäußert.[5] Im Zusammenhang mit der andauernden Bewährungsstrafe ergab sich so eine Haftdauer von insgesamt 2 Jahren und 9 Monaten. Im April 2008 wurde Axel Reitz wegen „guter Führung“ rund ein Jahr vor Ende der Haftdauer aus der JVA entlassen.

[Bearbeiten] Ansichten

Reitz bekundete, alleine auf dieser Erde Adolf Hitler zu glauben und äußerte: „Wir glauben, dass der Nationalsozialismus der allein seligmachende Glaube ist für unser Volk. Wir glauben, dass es einen Herrgott im Himmel gibt, der uns geschaffen hat […]. Und wir glauben, dass dieser Herrgott uns Adolf Hitler gesandt hat, damit Deutschland für alle Ewigkeit ein Fundament werdet. Heil Hitler.[6] Seinen politischen Gegnern stellt er in Aussicht, dass sie „eines Tages auf den Marktplatz gestellt und erschossen“ würden.[2]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. die tageszeitung: "Hitler von Köln" muss in den Knast, vom 10. September 2005
  2. a b c d e Kölner Stadtanzeiger: „Ein Neonazi von nebenan“, 24. September 2005
  3. Michael Klarmann 2007: „Kameradschaften als Strategieelement“, Bundeszentrale für Politische Bildung
  4. Der Westen: "Hitler von Köln" kandidiert im Siegerland, 2. Juni 2009
  5. die tageszeitung: Axel Reitz im Knast, 29. Juli 2006
  6. ZDF-Sendung „Frontal21“ vom 8. Oktober 2002
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen