Axel Scheffler

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Axel Scheffler, zusammen mit Julia Donaldson bei einer Autogrammstunde im Rahmen des Kinder- und Jugendprogramms des 11. internationalen literaturfestivals berlin am 17. September 2012 im Garten des Hauses der Berliner Festspiele

Axel Scheffler (* 1957 in Hamburg) ist ein Illustrator und Autor von Bilderbüchern, der in London lebt. Mit seinem Buch Der Grüffelo wurde er zu einem der erfolgreichsten Bilderbuchillustratoren weltweit.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach einem Studium der Kunstgeschichte in Hamburg ging Axel Scheffler 1982 ins englische Corsham, um dort an der Bath Academy of Art Grafik zu studieren.

Er arbeitet zusammen mit der britischen Autorin Julia Donaldson, mit der er unter anderem den Kinderbuch-Bestseller Der Grüffelo schrieb. "Der Grüffelo" verkaufte sich bis heute weltweit mehr als 10,5 Millionen Mal[1] und wurde in mehr als 40 Sprachen übersetzt.

Aber auch andere Bücher des Duos Donaldson-Scheffler sind sehr erfolgreich. So verkaufte sich etwa Room on the Broom weltweit mehr als eine Million Mal.[2] Scheffler zeichnet für die Illustration eines Buches zunächst erste Skizzen, überträgt diese dann auf Aquarellpapier. Anschließend grundiert er diese mit Wasserfarben, übermalt diese wiederum mit Buntstiften und zeichnet anschließend mit einer schwarzen Feder die Konturen nach. Trotz seines kommerziellen Erfolgs musste Scheffler sich teilweise der Diktion des Kinderbuchmarktes beugen. So musste er bei A Squash and a Sqeeze bei einer sitzenden Kuh das Euter entfernen. [3] Axel Schefflers illustratives Schaffen ist in vielen Kurz-Dokumentarfilmen dargestellt, unter anderem in Axel Scheffler on "Pip and Posy" (2011) und Der Grüffelo-Zeichner Axel Scheffler (2012).

Scheffler wohnt und arbeitet seit 1986 in London.

Presseschau[Bearbeiten]

Über den künstlerischen Stil von Axel Scheffler

  • FAZ: "Scheffler malt meist in dem Format, das später auch die gedruckte Version haben wird - und er liebt Vignetten. Was dann also in winzigen Tableaus etwa zu einer bislang noch nicht auf Deutsch erschienenen Bilderbuchversion von „Mother Goose’s Nursery Rhymes“ vor einem hängt, das erinnert nicht nur im Format, sondern auch in Farbintensität wie -subtilität an die Bilder illuminierter Handschriften. Der Begriff passt auch deshalb, weil Scheffler die Zeichnungen buchstäblich erstrahlen lässt, seine Leuchtkraft macht ihn so ergiebig: In den minutiös gestalteten Sonnenuntergängen, Sternennächten in der Wüste oder ungepflasterten Hofböden steckt ein solches Farbspektrum, dass jedes Druckverfahren überfordert sein muss. Wie sollte man etwa das blassgelbe, sich auflösende Streulicht einer Laterne reproduzieren, das Scheffler wie einen Schemen anzulegen weiß? All das wirkt durch die Niedlichkeit der Figuren und die oberflächlich kunterbunte Farbenpracht, die sich erst unter der Lupe als meisterhafte Abstufung unzähliger Schattierungen erweist, eher wie naive Malerei. Das macht Scheffler bei Kindern so beliebt. Doch er ist ein hinterhältiger Populist, weil er dem unschuldigen Betrachter ein schleichendes Qualitätsbewusstsein vermittelt. Wer diese Bücher liest, lernt sehen." [4]
  • FAZ: "Aber Text ist bei einem guten Bilderbuch nur die halbe Miete. Axel Schefflers Illustrationen zeigen, was Julia Donaldson meint, manchmal auch mehr. Er schafft einen Kosmos, der die Phantasie beflügelt, weil Menschen, Tiere und Fabelwesen dort wie selbstverständlich miteinander leben. Letzteren, vom Eichhörnchen bis zum animierten Holzstock, ist keine menschliche Regung fremd. Schreck und Witz, Glück und Leid, alles hat seinen Platz - und sieht in Schefflers übersatten Farben, klar konturiert, immer aus wie eine heile Welt. Das gefällt den Kleinsten, fasziniert auch ältere Kinder und macht selbst Eltern als Endloswiederholung Spaß."[5]
  • FAZ: "Wer Axel Schefflers Bildern vorschnell auf den Leim geht, der sieht nur Kulleraugen und Niedlichkeit. Nicht, dass es das dort nicht gäbe, auch nicht, dass dagegen etwas einzuwenden wäre, wenn es mit solcher Kunstfertigkeit und Raffinesse ausgeführt ist und wenn die klaren Konturen der zentralen Zeichnungen von so vielen zauberhaften kleinen Details am Rand umspielt werden. Sie stiften Chaos, wo Eindeutigkeit droht, sie legen neue Fährten und dröseln den Erzählstrang genüsslich auf. Und das mitunter im Einklang mit dem Text: „Das Lieblingsbuch von Benni Stern“ etwa, geschrieben von Julia Donaldson und gezeichnet von Axel Scheffler, erzählt von einem Jungen, der gerade ein Piratenbuch liest. Darin steht, wie ein Piratenkapitän auf einer Insel in einer Schatzkiste ein Buch findet, das wiederum von drei Bären erzählt, die am liebsten Rittergeschichten lesen, und so geht das immer weiter. Am Ende schwirrt einem der Kopf bei so viel verschachtelten Büchern, und Schefflers Bilder wirbeln munter mit, weisen listig vor und zurück und machen so aus der linearen Erzählung ein Tableau, das ganz richtig auf der letzten Seite wieder bei Benni Stern angekommen ist."[6]

Bibliografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Erstausgabe Titel Text Verlag (Ort) ISBN Übersetzung Erstausgabe Übersetzung Titel Übersetzung Verlag (Ort) Übersetzung ISBN Übersetzer Anmerkungen
1992 Daley B. Jon Blake Walker Books (London) ISBN 978-1-4063-3996-3 1992 He Duda Beltz & Gelberg (Weinheim) ISBN 978-3-407-79380-5 Salah Naoura 1994 Neuveröffentlichung in englischer Sprache unter dem Titel You´re a Hero, Daley B.
1994 Sam, who was swallowed by a shark Phyllis Root Candlewick Press (Cambridge) ISBN 978-1-4063-4424-0 1994 Sam und das Meer Beltz & Gelberg (Weinheim) ISBN 978-3-407-76035-7 Salah Naoura 2013 Neuveröffentlichung in englischer Sprache unter dem Titel Sam Who Went To Sea

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2008: Buch des Monats der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur im September für Von Drachen und Mäusen (Jurybegründung: „Diese Anthologie mit etwas ungewöhnlichen, gut ausgewählten Texten lebt von den originellen farbenfrohen Bildern Axel Schefflers. Ein gelungenes Hausbuch.“[7])

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2013: Grüffelo und Co – Kinderbuchillustrationen von Axel Scheffler im Wilhelm-Busch-Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover

Festivalteilnahmen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.telegraph.co.uk/culture/books/books-life/7545438/The-20-greatest-childrens-books-ever.html
  2. http://sz-shop.sueddeutsche.de/mediathek/shop/Produktdetails/Buch+Room_on_the_Broom_Colouring_Book+Julia_Donaldson_und_Axel_Scheffler/5693870.do;jsessionid=A47F75275F4140DF1968EFA10ED51AAF.rilke:9009
  3. http://www.zeit.de/1992/46/die-pilgervaeter-schnappen-zu/komplettansicht
  4. http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/axel-scheffler-im-bilderbuchmuseum-der-hinterhaeltige-populist-11678217.html
  5. http://m.faz.net/aktuell/gesellschaft/jung/axel-scheffler-der-unzufriedene-und-die-heile-welt-1596706.html
  6. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/kinderbuch/axel-schefflers-bilderwelten-der-daemon-mit-den-kulleraugen-1597568.html
  7. http://www.buchmarkt.de/content/33817-drei-kinder-und-jugendbuecher-erhalten-das-praedikat-buch-des-monats-.htm?hilite=axel-scheffler