Axel Teichmann

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Axel Teichmann Skilanglauf
Axel Teichmann während der Tour de Ski 2010
Nation DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag 14. Juli 1979
Geburtsort EbersdorfDeutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
Größe 186 cm
Gewicht 82 kg
Karriere
Beruf Sportsoldat
Verein WSV Bad Lobenstein
Trainer Cuno Schreyl
Status zurückgetreten
Medaillenspiegel
Olympische Medaillen 0 × Gold 2 × Silber 0 × Bronze
WM-Medaillen 2 × Gold 5 × Silber 0 × Bronze
JWM-Medaillen 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Winterspiele
Silber 2010 Vancouver Team Sprint
Silber 2010 Vancouver 50 km Massenstart
FIS Nordische Skiweltmeisterschaften
Gold 2003 Val di Fiemme 15 km klassisch
Silber 2003 Val di Fiemme 4 x 10 km
Silber 2005 Oberstdorf Team Sprint
Silber 2005 Oberstdorf 4 x 10 km
Gold 2007 Sapporo Verfolgung
Silber 2009 Liberec Team Sprint
Silber 2009 Liberec 4 x 10 km
Bronze 2011 Oslo 4 x 10 km
Platzierungen im Skilanglauf-Weltcup
 Debüt im Weltcup 27. Dezember 1998
 Weltcupsiege 08
 Gesamtweltcup 01. (2004/05)
 Sprintweltcup 22. (2003/04)
 Distanzweltcup 01. (2004/05)
 Tour de Ski 03. (2008/09)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Distanzrennen 8 4 8
 Team 7 3 5
 Teamsprint 0 2 0
 

Axel Teichmann (* 14. Juli 1979 in Ebersdorf, Bezirk Gera) ist ein ehemaliger deutscher Skilangläufer und Sportsoldat der Bundeswehr. Als Gesamtsieger des Skilanglauf-Weltcups und zweifacher Weltmeister ist er der erfolgreichste deutsche Skilangläufer aller Zeiten.

Werdegang[Bearbeiten]

Erste Anfänge[Bearbeiten]

Aufgewachsen im Thüringer Schiefergebirge kam Teichmann wie viele Kinder und Jugendliche dieser Region frühzeitig mit dem nordischen Skisport in Berührung. Nachdem er in Lobenstein die Schule besucht hatte, wechselte er 1993 ans Sportgymnasium in Oberhof, wo er neben dem Skilanglauf anfangs auch Skispringen und Nordische Kombination betrieb. Nach dem Abitur, das er im Jahr 1998 mit der Note 1,2 ablegte, trat Teichmann als Sportsoldat in die Bundeswehr ein (Sportfördergruppe Oberhof) und führt den Dienstgrad Oberfeldwebel.

Erste internationale Einsätze[Bearbeiten]

Nach mehreren nationalen Titeln bei Jugend- und Juniorenmeisterschaften, sorgte Teichmann auch bei seinem ersten internationalen Einsatz, der Juniorenweltmeisterschaft 1997 in Canmore, mit Platz sechs über 10 Kilometer klassisch und Platz neun über 30 Kilometer Freistil für Aufsehen. In der Saison 1997/98 erreichte er den zweiten Platz der Gesamtwertung des Continental-Cups der Junioren, konnte aber bei der Juniorenweltmeisterschaft im schweizerischen Pontresina die guten Ergebnisse des Vorjahres nicht bestätigen und belegte über 10 Kilometer Freistil den 10. Platz und über 30 Kilometer klassisch den 16. Platz. Mit der deutschen Staffel wurde er Sechster. Seinen ersten Start im Seniorenbereich hatte Teichmann beim Continental-Cup in Brusson im Dezember 1998, wo er mit Platz eins über 15 Kilometer klassisch und Platz zwei über 10 Kilometer Freistil sein großes Potential aufzeigte. Folgerichtig wurde er für seinen ersten Einsatz im Skilanglauf-Weltcup nominiert. Beim Sprintweltcup in Garmisch-Partenkirchen qualifizierte er sich auch prompt für die Finalläufe und sammelte als 25. seine ersten Weltcup-Punkte. So kam es auch nicht überraschend, dass Teichmann bei den Juniorenweltmeisterschaften 1999 im österreichisch Saalfelden die Goldmedaille über 10 Kilometer klassisch vor dem Schweden Mathias Algren und Jens Filbrich gewinnen konnte. Mit dem deutschen Team konnte er diesen Erfolg im Staffelwettbewerb wiederholen. Nach diesen Erfolgen wurde Teichmann erneut im Weltcup eingesetzt und wusste als 17. über 10 Kilometer Freistil in Seefeld wiederholt zu überzeugen. Da der deutsche Langlauf Ende der 1990er Jahre eher in einer Krise befand, wurde der erfolgreiche Junior Teichmann auch für die Senioren-Weltmeisterschaft 1999 in Ramsau am Dachstein nominiert. Über 10 Kilometer klassisch belegte er als bester deutscher Langläufer den 35. Platz. Mit dem deutschen Team schrammte er als Vierter knapp an seiner ersten Medaille vorbei.

In der Saison 1999/00 wurde Teichmann dann zu einem festen Mitglied der deutschen Weltcupmannschaft. Dabei gelangen ihm in seinem ersten Jahr Achtungserfolge wie der achte Platz beim Sprintwettbewerb in Stockholm. Der Anschluss an die Weltcspitze schaffte Teichmann dann in der darauffolgenden Weltcup-Saison als er in beim 20-Kilometer-Verfolgungswettbewerb in Brusson Fünfter wurde und im Sprint in Engelberg den sechsten Platz ersprinten konnte. Bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2001 im finnischen Lahti belegte er sowohl über die 15 Kilometer klassisch als auch im Verfolgungswettbewerb den 14. Platz. Beim Training stieß er während der Weltmeisterschaft mit einem Betreuer zusammen und verletzte sich am Arm, so dass er nicht für die Staffel nominiert werden konnte, die später Silber gewann.[1] Am Ende der Saison platzierte er sich mit Platz 24 erstmals unter den besten 30 Athleten des Gesamtweltcups. Die Olympiasaison 2001/02 verlief für Teichmann wie eine Achterbahn. Guten Resultaten wie dem fünften und sechsten Platz über 15 Kilometer klassisch bzw. Freistil in Davos und Brusson folgten Plätze weit außerhalb der Weltcuppunkte wie der 50. Platz über 30 Kilometer klassisch im Val di Fiemme. So waren auch die Ergebnisse, die er bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City erzielen konnte, eher mittelmäßig. Er belegte über 30 Kilometer Freistil (Massenstart) den 19. Platz, über 15 Kilometer klassisch den 14. Platz und im Verfolgungswettbewerb den 38. Platz. Am Sprintwettbewerb konnte er aufgrund einer Erkrankung nicht teilnehmen. Nachdem Bundestrainer Jochen Behle ihn nicht für den Staffelwettbewerb nominiert hatte, dachte Teichmann kurzfristig daran, seine sportliche Laufbahn zu beenden und sich intensiver seinem Studium zu widmen.[2]

Internationale Erfolge ab 2002[Bearbeiten]

Dass die Entscheidung gegen das Studium die richtige war, zeigte sich in der Saison 2002/03. Teichmann, der sich nun intensiver auf seinen Sport konzentrierte, gelang gleich zu Beginn der Weltcupsaison über 15 Kilometer klassisch in Kuusamo mit Platz drei erstmals der Sprung auf das Siegerpodest. Knapp einen Monat später folgte im Verfolgungswettbewerb in Ramsau am Dachstein sein erster Weltcupsieg. Dies war der erste Weltcupsieg eines Deutschen seit 13 Jahren. Auch in Kawgolowo bestieg er als Dritter über 10 Kilometer Freistil das Podest. So fuhr Teichmann als einer der Favoriten auf den Distanzen der klassischen Technik zur Nordischen Skiweltmeisterschaft 2003 ins Val di Fiemme. In seiner Lieblingsdisziplin gelang Teichmann ein Erfolg, der einem deutschen Langläufer zuletzt 1974 gelungen war. 29 Jahre nach Gerhard Grimmer gewann Teichmann den Weltmeistertitel vor Jaak Mae und Frode Estil.[3] Auch im Verfolgungswettbewerb kam er mit der Spitzengruppe ins Ziel, musste sich aber nach einem Sturz am letzten Anstieg im Schlussspurt mit Platz fünf begnügen.[4] Im Staffelwettbewerb gewann er zusammen mit Jens Filbrich, Andreas Schlütter, René Sommerfeldt die Silbermedaille. Schlussläufer Teichmann musste sich im Schlussspurt nur dem mehrfachen Olympiasieger und Weltmeister Thomas Alsgaard aus Norwegen geschlagen geben.[5] Seine bisher beste Saison beendete er als Vierter im Gesamtweltcup. Auch in der Saison 2003/04 mischte Teichmann in der Weltspitze mit. Er errang seinen zweiten Weltcupsieg im Verfolgungswettbewerb von Kuusamo und zwei weitere Podiumsplatzierungen in Beitostølen und Ramsau. Mit der deutschen Mannschaft gewann er des Weiteren drei Staffelwettbewerbe im Weltcup. Im Gesamtweltcup, den mit René Sommerfeldt erstmals ein deutscher Langläufer gewann, belegte er mit Platz fünf wieder einen Platz unter den Top-Ten der besten Skilangläufer des gesamten Winters.

Die Saison 2004/05 sollte zur erfolgreichsten Weltcupsaison des Oberhofers werden. Gleich zu Beginn des Winters siegte er in Gällivare und Kuusamo jeweils über die Distanz von 15 Kilometer klassisch. Hinzu kamen noch weitere fünf Top-Ten-Platzierungen, so dass er als Weltcup-Spitzenreiter und Top-Favorit zur Nordischen Skiweltmeisterschaft 2005 im heimischen Oberstdorf anreiste. Kurz vor der Weltmeisterschaft erkrankte er jedoch an einer schweren Erkältung, so dass er nicht in Vollbesitz seiner Kräfte die ersten Wettkämpfe bestreiten konnte. Erst kurz vor dem Rennen entschied er sich am 15 Kilometer-Freistil-Wettbewerb teilzunehmen, den er als Titelverteidiger mit Platz sieben beendete.[6] Im Verfolgungswettbewerb musste er frühzeitig schon in der klassischen Technik abreißen lassen und beendete den Wettbewerb auf Platz 30. Erst im Staffelwettbewerb fand Teichmann zu seiner Form zurück. Als Schlussläufer, der von Tobias Angerer mit einem Rückstand von ca. anderthalb Minuten auf die führenden Norweger auf Position vier liegend auf die Strecke geschickt wurde, lief er mit Abstand die schnellste Zeit aller Läufer auf seiner Runde und konnte für das deutsche Team im Sprint gegen Russland sogar noch auf den Silberrang vorlaufen.[7] Dass er wieder zu seiner Stärke zurückgefunden hatte, zeigte Teichmann dann einen Tag später auch im Teamsprint, bei dem er zusammen mit Jens Filbrich ebenfalls die Silbermedaille hinter Norwegen ersprinten konnte.[8] Die Erkältung, die sich Teichmann vor der Weltmeisterschaft zugezogen hatte, zwang ihn auch anschließend zu einer weiteren Wettkampfpause, so dass er sieben Weltcups verpasste und sein Vorsprung in der Gesamtwertung immer geringer wurde. Zum letzten Rennen in Falun trat er jedoch wieder an und sicherte sich mit Platz sieben im Verfolgungswettbewerb souverän den Sieg im Gesamtweltcup vor dem Franzosen Vincent Vittoz.[9]

Neustart und Karriereende[Bearbeiten]

Die Saison 2005/06 begann – wie die letzte Saison aufgehört hatte – mit einer Erkrankung Teichmanns, so dass er nicht am Weltcupauftakt in Düsseldorf teilnehmen konnte.[10] Einem zweiten Platz hinter Tobias Angerer beim Verfolgungswettkampf im kanadischen Vernon folgten jedoch Platzierungen um Platz 30 und weitere Wettkampfpausen aufgrund gesundheitlicher Probleme. Kurz vor den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin zeigte Teichmann mit Platz 13 über 15 Kilometer klassisch in Davos wieder aufsteigende Form. Aber kurz vor Beginn der olympischen Wettkämpfe wurde er erneut von gesundheitlichen Problemen heimgesucht. Aufgrund einer akuten Haarwurzelentzündung am linken Oberschenkel, die sich zu einem Abszess ausweitete und bei Teichmann Fieber und Schüttelfrost verursachten, musste er sich einer Operation unterziehen und konnte an keinem der Wettbewerbe teilnehmen.[11] Nach der erfolgreichen Operation reiste Teichmann nach Turin, um seine Mannschaftskameraden neben der Strecke technisch und moralisch zu unterstützen.[12] Auch nach Ende der Saison riss Teichmanns Pechsträhne nicht ab, im Juni 2006 zog er sich beim Fußballspielen einen mehrfachen Bänderriss und einen Riss der Sprunggelenkskapsel zu, und konnte so zunächst nur mit einem Spezial-Rollstuhl trainieren.[13] Trotz der schweren Verletzung im Sommer startete er mit drei Podiumsplatzierungen in die Saison 2006/07 und zählte zu den Favoriten der erstmals ausgetragenen Tour de Ski. Als sein Teamkamerad Tobias Angerer, der als Weltcupgesamtsieger der letzten Saison ebenfalls zum Favoritenkreis zählte, auf der zweiten Etappe in Oberstdorf stürzte, ließ sich Teichmann zurückfallen und führte Angerer wieder an die Spitze heran.[14]. Während Angerer am Ende der Tour triumphieren konnte, musste Teichmann einen krankheitsbedingten Rückschlag verkraften und trat zur dritten Etappe aufgrund eines erneuten grippalen Infekts nicht mehr an.[15] Beim Weltcup in Otepää meldete er sich mit einem Sieg über 15 Kilometer klassisch eindrucksvoll zurück. Bei seinem ersten Einsatz bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2007 in Sapporo verpasste er beim Teamsprint zusammen mit Tobias Angerer als Vierter knapp eine Medaille. Einen Tag später kann das Duo jedoch beim Verfolgungswettkampf einen Doppelsieg feiern. Teichmann hatte die größeren Reserven und besiegte Angerer im Sprint; er war damit der erste deutsche Skilangläufer, der zwei Weltmeistertitel gewinnen konnte.[16] Der Wettbewerb über 15 Kilometer Freistil war durch starken Schneefall geprägt, der vor allem die Gruppe der besten Läufer beeinträchtigte. Angerer belegte als bester Läufer der hinteren Startergruppe den dritten Platz.[17] Teichmann, der eigentlich als Fünfter ins Ziel kam, wurde nach der nachträglichen Disqualifikation des Österreichers Johannes Eder aufgrund einer durch das CAS 2008 bestätigten lebenslangen Dopingsperre der vierte Platz zugesprochen.[18] Auch beim abschließenden Staffelwettbewerb blieb für die deutsche Staffel nur der vierte Platz. Schon während der Saison klagte Teichmann des Öfteren über Rückenschmerzen und ließ sich nach der Weltmeisterschaft genauer untersuchen. Dabei wurde ein mittelschwerer Bandscheibenvorfall diagnostiziert, so dass er sich noch vor Ende der Saison einer Operation unterzog.[19]

Auch zu Beginn der Saison 2007/08 musste Teichmann den Weltcupauftakt in Düsseldorf aufgrund einer Erkältung absagen.[20] Aber schon bei der zweiten Weltcupstation in Beitostølen zeigte er, dass er den Bandscheibenvorfall überwunden hatte und siegte über 15 Kilometer Freistil vor Lukáš Bauer. In Davos feierte er über 15 Kilometer klassisch seinen zweiten Saisonsieg, so dass er als Zweiter der Weltcupgesamtwertung hinter Bauer in seine zweite Tour de Ski startete. Beim Prolog gelang es ihm mit Platz zwei auch noch, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Aber schon im anschließenden Verfolgungswettbewerb fiel er auf Platz 32 zurück. Auf der vierten Etappe konnte er sich zwar wieder auf den zehnten Platz vorarbeiten, stürzte aber während des Rennens und verletzte sich am Daumen.[21] Durch die Verletzung gehandicapt unterstützte er dann im weiteren Verlauf der Tour René Sommerfeldt und belegte selbst am Ende den 13. Platz. Auch die restliche Saison verlief für Teichmann eher enttäuschend. Zum erstmals ausgetragenen Weltcupfinale konnte er wegen erneuter gesundheitlicher Probleme nicht antreten und beendete die Saison vorzeitig. Die Saison 2008/09 begann ebenfalls eher durchwachsen mit Plätzen weit außerhalb der Top-Ten. Beim Weltcup in Davos jedoch konnte er über seine Lieblingsdistanz von 15 Kilometer klassisch den zweiten Platz hinter Johan Olsson erkämpfen. Und zum Auftakt der Tour de Ski 2008/2009 siegte er beim Prolog in seinem Heimatort Oberhof mit einer beeindruckenden Leistung deutlich vor Dario Cologna. Auch im anschließenden Verfolgungswettbewerb wusste er mit Platz zwei zu überzeugen. Nach zwei weiteren Siegen auf der vierten Etappe über 15 Kilometer klassisch und der sechsten Etappe über 20 Kilometer klassisch (Massenstart) ging er als Zweiter hinter dem führenden Schweizer Dario Cologna auf die letzte Etappe. Es gelang ihm jedoch nicht Cologna zu gefährden. Stattdessen verlor er im Spurt gegen den Norweger Petter Northug seinen zweiten Platz und beendete die Tour als Dritter. Bei der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2009 in Liberec gewann Axel Teichmann zusammen mit Tobias Angerer die Silbermedaille im Teamsprint hinter dem Team Johan Kjølstad und Ola Vigen Hattestad aus Norwegen. Zusammen mit Tobias Angerer, Franz Göring und Jens Filbrich gewann er Silber im 4×10-km-Rennen, knapp geschlagen im Schlusssprint von Petter Northug.

Das Duell Axel Teichmann gegen Petter Northug fand auch bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver seine Fortsetzung. Im Teamsprint ging Teichmann mit Tim Tscharnke an den Start. Vor dem letzten Wechsel konnte sich der Tim Tscharnke deutlich absetzen und übergab mit einem Vorsprung von 2,6 Sekunden an Teichmann. Northug gelang es jedoch seine Sprintstärke erneut auszuspielen und Teichmann kurz vor dem Ziel einzuholen und zu überholen. Teichmann konnte sich aber knapp gegen den Russen Alexej Petuchow behaupten und die Silbermedaille für das deutsche Team sichern.[22][23] Beim traditionellen 50-Kilometer-Rennen in der klassischen Technik zeigte Teichmann eine außerordentliche Leistung. Ihm gelang es, sich am letzten Anstieg von der Spitzengruppe zu lösen. Northug konnte jedoch erneut den Rückstand in der Abfahrt reduzieren und gewann wie einige Tage zuvor im Teamsprint das Duell auf der Zielgeraden gegen Teichmann.[24] Axel Teichmann ist seit Gert-Dietmar Klause der erste deutsche Langläufer überhaupt, der auf den 50 Kilometern eine olympische Medaille erringen konnte.[25] Zu Beginn der Saison 2009/10 konnte Teichmann nur mäßige Resultate verbuchen. Aber schon bei der Tour de Ski 2009/2010 überzeugte er beim Auftakt mit zwei dritten Plätzen. Auf der letzten Etappe fiel er jedoch vom dritten auf den siebenten Gesamtrang zurück. Er beendete die Saison als 37. im Gesamtweltcup. Zum Auftakt der Saison 2010/11 überzeugte Teichmann als Fünfter über 10 Kilometer klassisch in Kuusamo. Bei Temperaturen bis zu minus 22 Grad klagte er jedoch nach dem Rennen über Lungenprobleme und sagte die weiteren Starts in Kuusamo ab, zog sich aber dennoch eine Erkältung zu, die ihn zu einer längeren Wettkampfpause zwang.[26][27] Bei den Weltmeisterschaften 2011 in Oslo gewann er mit der deutschen Staffel die Bronzemedaille.

In den folgenden Jahren konnte Teichmann nur noch selten Spitzenplatzierungen erzielen. Am 30. Dezember 2011 gewann er bei der Tour de Ski das Verfolgungsrennen in Oberhof. Im Februar 2013 erreichte er beim Teamsprint in Sotschi den dritten und beim 15-km-Freistilrennen in Davos den vierten Platz. Bei den Weltmeisterschaften 2013 im Val di Fiemme wurde er Neunter über 15 Kilometer im freien Stil. Zum Abschluss seiner Karriere nahm Teichmann an den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi teil. Über 15 Kilometer im klassischen Stil gelang ihm mit dem achten Rang noch einmal eine Platzierung unter den besten Zehn.

Erfolge[Bearbeiten]

Weltcup-Siege im Einzel[Bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 21. Dezember 2002 OsterreichÖsterreich Ramsau 2x10 km Verfolgung
2. 30. November 2003 FinnlandFinnland Kuusamo 2x15 km Verfolgung
3. 20. November 2004 SchwedenSchweden Gällivare 15 km klassisch Einzel
4. 28. November 2004 FinnlandFinnland Kuusamo 15 km klassisch Einzel
5. 11. Dezember 2004 ItalienItalien Lago di Tesero 2x15 km Verfolgung
6. 27. Januar 2007 EstlandEstland Otepää 15 km klassisch Einzel
7. 24. November 2007 NorwegenNorwegen Beitostølen 15 km Freistil Einzel
8. 8. Dezember 2007 Schweiz Davos 15 km klassisch Einzel
9. 27. Dezember 2008 DeutschlandDeutschland Oberhof 3,75 km Prolog Freistil Einzel (TdS)
10. 31. Dezember 2008 TschechienTschechien Nové Mesto na Morave 15 km klassisch Einzel (TdS)
11. 3. Januar 2009 ItalienItalien Val di Fiemme 20 km klassisch Massenstart (TdS)
12. 20. März 2009 SchwedenSchweden Falun 3,3 km Prolog Freistil Einzel (WCE)
13. 30. Dezember 2011 DeutschlandDeutschland Oberhof 15 km Verfolgung klassisch (TdS)

(TdS) = Etappensieg im Verlaufe einer Tour de Ski. Diese Erfolge zählen nach offizieller Zählart nicht als Weltcupsiege.
(WCE) = Etappensieg im Verlaufe eines Weltcup-Etappenrennens. Diese Erfolge zählen nach offizieller Zählart nicht als Weltcupsiege.

Weltcup-Siege im Team[Bearbeiten]

Nr. Datum Ort Disziplin
1. 23. November 2003 NorwegenNorwegen Beitostølen 4x10 km Staffel1
2. 11. Januar 2004 EstlandEstland Otepää 4x10 km Staffel2
3. 15. Februar 2004 DeutschlandDeutschland Oberstdorf 6x1,2 km Teamsprint Freistil3
4. 21. November 2004 SchwedenSchweden Gällivare 4x10 km Staffel1
5. 23. Januar 2005 ItalienItalien Pragelato 6x1,5 km Teamsprint klassisch3
6. 20. November 2005 NorwegenNorwegen Beitostølen 4x10 km Staffel2
7. 19. November 2006 SchwedenSchweden Gällivare 4x10 km Staffel4

1 mit Jens Filbrich, René Sommerfeldt und Tobias Angerer
2 mit Andreas Schlütter, Jens Filbrich und Tobias Angerer
3 mit Jens Filbrich
4 mit Jens Filbrich, Franz Göring und Tobias Angerer

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Seit April 2010 Träger des Silbernen Lorbeerblatts[28]
  • Gewinner des Goldenen Ski Langlauf Herren 2003 und 2005[29]
  • Thüringens Sportler des Jahres 2007[30]
  • Am 2. Mai 2003 wurde Teichmann auf Grund seiner großen sportlichen Erfolge zum Ehrenbürger der Stadt Bad Lobenstein ernannt[31]

Privates[Bearbeiten]

Teichmann lebt zusammen mit seiner Frau Steffi und den 2010 und 2012 geborenen Kindern in Bad Lobenstein.[32][33]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Langläufer Teichmann kann nicht starten. www.welt.de. 7. Februar 2006. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  2. Experte für Wachstechnik. Berliner Zeitung. 26. Februar 2007. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  3. Axel Teichmann bricht WM-Bann. www.spiegel.de. 21. Februar 2003. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  4. Sturz bringt Teichmann um Medaille. www.spiegel.de. 23. Februar 2003. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  5. Teichmann sprintet zu Staffel-Silber. www.handelsblatt.com. 25. Februar 2003. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  6. Deutsches Langlauf-Debakel im Wintermärchenland. www.sueddeutsche.de. 17. Februar 2005. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  7. Silber für Deutschland nach Sprintdrama. www.spiegel.de. 24. Februar 2005. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  8. Axel Teichmann holt erneut Silber. www.spiegel.de. 25. Februar 2005. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  9. Skilangläufer Axel Teichmann zählt jetzt zu den Großen seines Sports. Berliner Zeitung. 22. März 2005. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  10. Teichmann verzichtet auf Start in Düsseldorf. www.xc-ski.de. 20. Oktober 2005. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  11. Olympia-Aus für Axel Teichmann. www.rp-online.de. 10. Februar 2006. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  12. Teichmann überraschend an der Langlaufstrecke. www.welt.de. 17. Februar 2006. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  13. Axel Teichmann trainiert mit Spezial-Rollstuhl. www.xc-ski.de. 12. Juli 2006. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  14. Angerer trotz Sturz Dritter. www.focus.de. 2. Januar 2007. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  15. Teichmann muss Tour krankheitsbedingt beenden. www.focus.de. 3. Januar 2007. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  16. Die deutschen Skilangläufer Axel Teichmann und Tobias Angerer feiern in Sapporo einen spektakulären Doppelsieg. www.welt.de. 26. Februar 2007. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  17. Angerer holt in Sapporo über 15-km-Freistil Bronze. www.focus.de. 28. Februar 2007. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  18. CAS_2007_A_1434_Pinter (PDF; 3,3 MB) www.wada-ama.org. 11. März 2013. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  19. Teichmann wird an Bandscheiben operiert. www.focus.de. 20. März 2007. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  20. Weltcup-Auftakt ohne erkälteten Teichmann. www.focus.de. 23. Oktober 2007. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  21. Axel Teichmann startet mit Sturzpech ins neue Jahr. www.lr-online.de. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  22. Gold und Silber im Teamsprint: Deutsche Langläufer überraschen bei Olympia. www.xc-ski.de. 22. Februar 2010. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  23. Teichmann endlich am Ziel: Silber im Teamsprint. de.news.yahoo.com. 22. Februar 2010. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  24. Northug 50 Kilometer Olympiasieger: Teichmann gewinnt nach Aufholjagd Silber. www.xc-ski.de. 28. Februar 2010. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  25. 50 km Langlauf - Silbermedaille für Axel Teichmann. www.zeit.de. 28. Februar 2010. Abgerufen am 8. März 2010.
  26. Teichmann und Göring starten wegen Kälte nicht. www.zeit.de. 28. November 2010. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  27. Davos - Teichmann sagt Weltcup ab. de.eurosport.yahoo.com. 9. Dezember 2010. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  28. Verleihung des Silbernen Lorbeerblatts im April 2010. www.bundespraesident.de. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2010. Abgerufen am 12. August 2012.
  29. Goldene Ski 2003. www.ski-online.de. 17. Oktober 2003. Abgerufen am 29. Dezember 2008.
  30. Andreas Rabel: Teichmann mit großem Vorsprung. OTZ.de. 22. Dezember 2010. Abgerufen am 12. August 2012.
  31. http://www.bad-lobenstein.de/ehrenbuerger.htm
  32. Axel Teichmann ist Vater einer Tochter. www.otz.de. 2. August 2010. Abgerufen am 14. Dezember 2010.
  33. Skilangläufer Axel Teichmann aus Bad Lobenstein zweites Mal Vater Ostthüringer Zeitung, 20. Juni 2012, abgerufen am 23. Februar 2014.