Aylin Tezel

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Aylin Tezel beim Studio Hamburg Nachwuchspreis 2012

Aylin Tezel (* 29. November 1983 in Bünde) ist eine deutsche Schauspielerin und Tänzerin.

Leben[Bearbeiten]

Tezels Mutter ist eine deutsche Krankenschwester, ihr Vater ein türkischer Arzt; sie wuchs in Bielefeld-Sennestadt auf.[1]

Seit ihrem sechsten Lebensjahr tanzt Tezel. Sie erhielt eine Tanzausbildung (klassisches Ballett, zeitgenössischer Tanz und HipHop) und absolvierte später noch eine Tanzpädagogenausbildung. Nach dem Abitur an der Hans-Ehrenberg-Schule in Bielefeld-Sennestadt besuchte Tezel die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin. Sie brach ihre Ausbildung ab und begann Filme zu drehen. Schon vorher hatte Aylin Tezel, die sich bereits im Alter von fünfzehn Jahren intensiv für das Theater zu interessieren begann, an Tanz- sowie Schauspielfortbildungen mit Lehrern wie Yoshi Oida und Royston Maldoom teilgenommen.

Erste Fernsehrollen folgten 2007. Besondere Bekanntheit erreichte Tezel Ende 2007 durch die Darstellung einer Hauptfigur in dem umstrittenen Film Wem Ehre gebührt aus der Krimi-Reihe Tatort. 2008 erschien der Kinofilm Unschuld von Andreas Morell, frei erzählt nach dem Bühnenstück Reigen von Arthur Schnitzler, ein Ensemblefilm, in dem Tezel neben Leslie Malton in einer Hauptrolle zu sehen ist.

2009 spielte die Schauspielerin Hauptrollen in den Kinofilmen Bis aufs Blut – Brüder auf Bewährung (First Steps Award 2010) sowie in Yasemin Şamderelis Überraschungserfolg Almanya – Willkommen in Deutschland. Der Film wurde 2011 – außer Konkurrenz – bei den 61. Internationalen Filmfestspielen Berlin aufgeführt und gewann beim Deutschen Filmpreis 2011 die „Lola“ für das beste Drehbuch und den Deutschen Filmpreis in Silber für den Besten Film. Ebenfalls 2011 war sie in der Hauptrolle der Bloch-Folge Inschallah als 17-jährige Halb-Irakerin und Tochter von Susanne Lothar zu sehen und drehte unter der Regie von Dietrich Brüggemann die Teamworx-Kinokomödie 3 Zimmer/Küche/Bad. In dem ARD-Märchenfilm Aschenputtel spielte Aylin Tezel die Titelrolle neben Barbara Auer als Stiefmutter.

Seit 2012 gehört Aylin Tezel als Ermittlerin Nora Dalay zum Dortmunder Tatort-Team des WDR neben Jörg Hartmann, Anna Schudt und Stefan Konarske. Die ersten Folgen Alter Ego und Mein Revier wurden im September und November 2012 ausgestrahlt. 2013 und 2014 folgten Eine andere Welt und Auf ewig Dein.

Für ihre Hauptrolle im Kinofilm Am Himmel der Tag als ungewollt schwangere Studentin Lara Pielot, die eine Totgeburt erleidet, gewann Tezel 2012 den Preis als „Beste Schauspielerin“ beim 30. Torino Film Festival[2] und 2013 den Deutschen Schauspielerpreis in der Kategorie „Beste Schauspielerin Nachwuchs“. Außerdem wurde sie für diese Rolle nominiert als „Beste Darstellerin“ für den Preis der deutschen Filmkritik und erhielt den Preis für „Bestes Schauspiel“ beim 42. Sehsüchte-Filmfestival. In der Begründung der Sehsüchte-Jury, der unter anderen der Regisseur Andreas Dresen angehörte, heißt es:

„Aylin Tezel hat uns durch ihre in jeder Hinsicht beherzte Darstellung der Lara in Pola Becks ‚Am Himmel der Tag‘ überzeugt. Für ihren Mut, sich dieser Rolle schutzlos auszuliefern, für ihr sehr persönliches Spiel, das sich nicht vor Ecken und Kanten scheut und für den Funken Humor, den sie sich durch alle emotionalen Abgründe ihrer Figur hindurch behält, möchten wir ihr den Preis für Bestes Schauspiel 2013 verleihen.[3]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2012: Preis als „Beste Schauspielerin“ beim 30. Torino Film Festival für ihre Hauptrolle Lara im Film Am Himmel der Tag
  • 2013: Askania Shooting Star Award (Askania Award)
  • 2013: Deutscher Schauspielerpreis (Beste Schauspielerin Nachwuchs für Am Himmel der Tag)
  • 2013: Nominierung Preis der deutschen Filmkritik 2012 als beste Darstellerin für Am Himmel der Tag und 3 Zimmer/Küche/Bad
  • 2013: Preis für „Bestes Schauspiel“ beim Filmfestival Sehsüchte 2013 für Am Himmel der Tag
  • 2013: Nominierung Hessischer Filmpreis als beste Schauspielerin für "Am Himmel der Tag"

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aylin Tezel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anke Groenewold: Aylin Tezel: Die Spielwütige. In: ne-news.de. 11. September 2010, abgerufen am 18. Juli 2011.
  2. 30° Torino Film Festival - I Premi. (PDF-Datei; 212 kB) Abgerufen am 3. Dezember 2012.
  3. Sehsüchte: Gewinner 2013. Abgerufen am 1. Mai 2013.