Ayodhya

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Ayodhya
अयोध्या
Ayodhya (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Uttar Pradesh
Distrikt: Faizabad
Lage: 26° 48′ N, 82° 12′ O26.882.2Koordinaten: 26° 48′ N, 82° 12′ O
Einwohner: 49.650 (2001[1])

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Ayodhya (Hindi: अयोध्या, Ayodhyā Zum Anhören bitte klicken! [ʌˈjoːd̪ʱja] ) ist eine geschichtsträchtige Stadt in Indien mit etwa 50.000 Einwohnern. Die alte Hauptstadt von Awadh (Oudh) liegt im Distrikt Faizabad des Bundesstaates Uttar Pradesh und zählt zu den sieben heiligen Orten des Hinduismus, da dort der Gott Rama geboren sein soll.

Ayodhya-Konflikt[Bearbeiten]

Bereits seit 1984 forderten Vertreter des Hindu-Nationalismus die Errichtung eines Rama-Tempels auf dem Gelände der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Babri-Moschee von Ayodhya. Der hinduistischen Überlieferung zufolge wurde an dem Ort vor 900.000 Jahren der Gott Rama geboren. 1990 erneuerte Lal Krishna Advani, ein führendes Mitglied der Indischen Volkspartei (BJP), die Forderung nach einem Abriss der Moschee. Die Begründung war, dass die Moschee auf den Ruinen eines zuvor von Babur zerstörten, großen und wichtigen Hindutempels errichtet worden sei, dem Ram-Janmabhumi-Tempel. Daraufhin nahmen zehntausende aufgehetzte Hindus am Marsch auf Ayodhya teil und zerstörten die Babri-Moschee am 6. Dezember 1992. Dies wiederum verursachte im ganzen Land Ausschreitungen und Übergriffe zwischen Muslimen und Hindus, bei der mehr als 2000 Menschen – vorwiegend Muslime – den Tod fanden.

Die Ruinen der zerstörten Babri-Moschee sind heute von einem vier Meter hohen Zaun umgeben und werden vom Militär bewacht. Am 5. Juli 2005 drangen bewaffnete Muslime in den provisorisch errichteten Hindutempel in dem stark bewachten Gelände ein. Fünf Angreifer wurden von Sicherheitskräften getötet, vier Sturmgewehre sichergestellt.

Der neue Ram-Janmabhumi-Tempel ist ein Schrein zu Ehren des Gottkönig Ram, der auf den Ruinen der Babri-Moschee errichtet wurde. [2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard Bernbeck, Ulricke Sommer: Politik, Mythos und Archäologie. Ayodhya und der 3. World Archaeology Congress. In: Ethnologisch-Archäologische Zeitschrift 35, 1994, S. 475–498.
  • Koenraad Elst: Ayodhya. The case against the temple. Voice of India, New Delhi 2002, ISBN 81-85990-75-1.
  • Karl-Heinz Golzio: Der Sturm auf Baburs Moschee - Frontalangriff auf Indiens Demokratie? Über die politischen Implikationen des sogenannten Religionskrieges von Ayodhya. In: Spirita 1, 1993, S. 49–67.
  • R. Kalia: Ayodhya. In: Stanley Wolpert (Hrsg.): Encyclopedia of India. Volume 1: A–D. Thomson Gale, Detroit u. a. 2006, ISBN 0-684-31349-9, S. 81f.
  • Arvind Sharma (Hrsg.): Hinduism and secularism. After Ayodhya. Palgrave, Basingstoke u. a. 2001, ISBN 0-333-79406-0.
  • Michael Schied: Die Evolution einer fundamentalistischen Bewegung im Hinduismus. Der Ayodhya-Konflikt. Phil. Diss. an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1992 (pdf)
  • Michael Schied: Nationalismus und Fundamentalismus in Indien. Der Ayodhya-Konflikt. VDM-Verlag Müller, Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-639-00541-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ayodhya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order)
  2. Militante Hindunationalisten randalieren im Taj Mahal und Ayodhya, 12. November 2001