Ayutthaya (Stadt)

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พระนครศรีอยุธยา
Ayutthaya (Stadt)
Ayutthaya (Stadt) (Thailand)
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Koordinaten 14° 21′ N, 100° 35′ O14.35100.58333333333Koordinaten: 14° 21′ N, 100° 35′ O
Basisdaten
Staat Thailand

Provinz

Ayutthaya
Einwohner 53.290 (2012)
Webauftritt www.ayutthaya.go.th (Thai)
Politik
Bürgermeister Somsong Sappakosonlakul
Naresuan-Road-Ayutthaya.jpg
Sonnenuntergang im Ayutthaya historical Park

Die Stadt Ayutthaya (offizieller Name Phra Nakhon Si Ayutthaya, Thai: พระนครศรีอยุธยา, IPA: [pʰráʔ na.kʰɔ̄ːn sǐː ʔa.jút.tʰa.jāː]) ist eine Großstadt in der thailändischen Provinz Ayutthaya. Sie ist die Hauptstadt des Landkreises (Amphoe) Phra Nakhon Si Ayutthaya und der Provinz Ayutthaya in der Zentralregion von Thailand.

Die Großstadt Ayutthaya hatte im Jahre 2012 53.290 Einwohner.[1]

Ayutthaya war früher Hauptstadt des siamesischen Königreichs Ayutthaya und im 18. Jahrhundert die Metropole Südostasiens.

Geographie[Bearbeiten]

Ayutthaya liegt auf einer Insel am Zusammenfluss dreier Flüsse: Maenam Chao Phraya, Pa Sak und Lop Buri, etwa 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangkok. Im 14. Jahrhundert befand sich die Stadt noch in der Nähe der Küste des Golfs von Thailand, als Ergebnis der jahrhundertelangen Sedimentbildung liegt sie heute ca. 100 Kilometer entfernt von der Küste.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach einer frühen Gründung durch die Khmer erweiterte der Fürst U Thong die Stadt und machte sie im Jahr 1351 zur Hauptstadt seines Königreiches, nachdem er auf der Flucht vor einer Windpockenepidemie aus Lop Buri hierher geflohen war. Bereits Anfang des 15. Jahrhunderts war Ayutthaya eine ernst zu nehmende Macht. Darauf folgte eine mehr als 400-jährige Periode der Herrscher von Ayutthaya. Insgesamt 35 Könige beherrschten mehr oder weniger große Gebiete Siams und erweiterten die Hauptstadt stetig.

Sanphet Prasat (königlicher Palast), Modell in Ancient City, Bangkok

Seit dem 16. Jahrhundert kamen auch europäische Kaufleute in die Stadt und berichten voller Begeisterung vom Glanz und der Pracht der Architektur. In ihrer Blütezeit war Ayutthaya eine Weltstadt mit den drei Königspalästen, 375 Tempelanlagen und 94 Stadttoren, die von 29 Verteidigungsforts geschützt wurde. Franzosen, Portugiesen, Briten, Holländer und Japaner wohnten in ihren Stadtbezirken, abgesondert von den etwa 1 Million Siamesen der Hauptstadt. Die Europäer besaßen eigene Kirchen, von denen die Kathedrale St. Joseph aus dem 18. Jahrhundert noch erhalten ist.

Der Reichtum gründete auf den reichen Ernten der fruchtbaren Zentralebene sowie auf Steuern und Abgaben, die auf Handel und Transport erhoben wurden. Handelsbeziehungen bestanden mit China, Java, Malaysia, Indien, Ceylon, Persien, Japan, Portugal, Frankreich, Holland und England. Die enorme Entwicklung in der Architektur, Malerei und Literatur verdeutlicht den Wohlstand. Gold war ein vielbenutztes Metall, als Blattgold verwendet bei Buchbindern, Gemälden und ganzen Gebäuden (viele Chedis zum Beispiel waren goldüberzogen).

Zunächst von Erdwällen und Palisaden geschützt, wurde sie um 1550 mit einer Ziegelmauer befestigt. Mehrere Belagerungen durch die Birmanen konnte sie im Laufe der Geschichte überstehen, ehe sie am 7. April 1767 erobert, geplündert und fast vollständig zerstört wurde. Ayutthaya erholte sich von dieser Katastrophe nicht mehr, kurze Zeit später gründete König Phutthayotfa Chulalok (Rama I.) die neue Hauptstadt Bangkok, wo er eine weitgehende Kopie des zerstörten Königspalastes in Form des Grand Palace errichten ließ.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wat Phra Si Sanphet
Buddha-Statue im Wat Na Phra Men
  • Chao Sam Phraya-Nationalmuseum: Museum inmitten der Altstadt mit wertvollen Objekten, die in Wat Ratchaburana (s.u.) gefunden wurden, sowie geschnitzten Votivtafeln und Buddha-Statuen.
  • Ayutthaya Historical Study Center: Das moderne Gebäude wurde von thailändischen und japanischen Architekten entworfen und dient der historischen Forschung zur Geschichte Ayutthayas. Zudem gibt es ein Museum und eine Bibliothek mit einschlägiger Literatur.
  • Chandra-Kasem-Palast: aus dem 16. Jahrhundert, diente als Residenz von König Naresuan dem Großen
  • Wang Luang (auch Alter Palast): ehemalige Palastanlage aus der Zeit von König Borommatrailokanat (1448–1488), heute ist noch der Trimuk-Pavillon zu besichtigen
  • Wat Mahathat wurde bereits viele Jahre vor Gründung der Stadt errichtet. Es war das rituelle Zentrum der Stadt. Die heutigen Ruinen stammen aus der Restaurierung, die von König Prasat Thong in Auftrag gegeben wurde. Der 46 m hohen Prang ist eines der eindrucksvollsten Gebäude der alten Hauptstadt.
  • Wat Na Phra Men (geschrieben: Nah Pra Meru) liegt auf der anderen Flussseite gegenüber dem königlichen Palast. Im Viharn Noi gibt es eine eindrucksvolle sitzende Buddha-Statue im Dvaravati-Stil. Die Haupt-Buddha-Statue im Ubosot wird König Prasat Thong zugeschrieben (Mitte 17. Jahrhundert), sie ist eine sitzende Statue „in königlichem Ornat“ (siehe Buddha-Statue (Thailand)).
  • Wat Phanan Choeng: Tempel mit einer der größten alten Buddha-Statue des Landes
  • Wat Phra Ram: aus dem 14./15. Jahrhundert mit einem eleganten Chedi
  • Wat Phra Sri Sanphet ist der schönste Tempel (Wat) der Stadt. Er liegt direkt südlich des ehemaligen Palast-Geländes. Seine drei großen Chedis, die die Asche von König Ramathibodi II. und seines Vaters aus dem 15. Jahrhundert beherbergen, sind das Wahrzeichen von Ayutthaya. Der zugehörige Viharn und die Mondops sind von den Burmesen zerstört worden. Eine der beiden 10 m großen, stehenden Buddha-Statuen, der Phra Buddha Lokanart konnte von König Rama I. restauriert werden. Sie steht jetzt im östlichen Viharn des Wat Pho in Bangkok.
  • Wat Phu Khao Thong: mit einem Chedi, den der birmanische König Bayinnaung nach der ersten Eroberung Ayutthayas 1569 errichten ließ
  • Wat Ratchaburana: Tempelanlage erbaut zur Regierungszeit von König Chao Sam Phraya (Borommaracha II.) mit einem sehr harmonischen Prang, dessen Krypta begehbar ist (Stuckarbeiten, Wandmalereien in der Krypta). Die Goldfunde aus der Krypta, allen voran ein kniender Elefant, lassen sich im Chao Sam Phraya National-Museum bewundern.
  • Wat Suwan Dararam: königlicher Tempel aus der später Ayutthaya-Zeit
  • Wat Yai Chai Mongkon: sehr alte Tempelanlage mit einem Chedi aus der Zeit König Naresuans (1590–1605)

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sven Trakulhun: Siam und Europa. Das Königreich Ayutthaya in westlichen Berichten 1500–1670. Laatzen 2006, ISBN 3-86525-252-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ayutthaya – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Ayutthaya – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Population statistics 2012. Department of Provincial Administration. Abgerufen am 14. November 2013.