Azad (Rapper)

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Azad (2006)
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Azad (bürgerlich Azad Azadpour; * 24. November 1973 in Sanandadsch im Iran[1]) ist ein deutscher Rapper kurdischer Abstammung. Er lebt in Frankfurt am Main und ist dort auch aufgewachsen.

Biografie

Azad kam als kurdisches Flüchtlingskind nach Deutschland. 1984 kam er zum ersten Mal in Kontakt mit Hip-Hop, zunächst mit Breakdance. Danach folgten Entwicklungen im Graffitibereich, im Rappen, im Beatboxing, im Cutten und im Produzieren.

1989 schloss er sich, damals noch unter dem Namen Azazin,[2] der Gruppe Cold-N-Locco an, die aus D-Flame und den DJs und Produzenten A-Bomb und Combad bestand. 1990 benannte man sich in Asiatic Warriors um. Durch den für deutsche Verhältnisse ungewohnt harten Mix aus deutsch-, englisch- und kurdischsprachigem Straßen-Rap wird die Gruppe zunächst lokal, 1994 durch die über das Ruff'n'Raw-Label veröffentlichte EP „Told Ya!“ überregional bekannt. Im Laufe der Jahre kam es jedoch zu internen Differenzen zwischen den Künstlern, so löste sich die Gruppe auf. 1999 unterschrieb Azad einen Vertrag beim Label Pelham Power Productions.

Durch Features auf Mixtapes und auf den Alben der Labelkollegen geriet Azad wieder in den Fokus der Szene. Gemeinsam mit seinem seit Jahren erfolgreich rollenden Turntablism-Team „Transformers“ (mit DJ Dragon, Twister und Release) gewann er 1998 den „Da Swing DJ Battle“.

Entwicklungsphasen

Durch die Veröffentlichung der Single Napalm/Heartcore (2000) bestätigt er seine Rückkehr in die Szene. Im Jahr 2001 veröffentlicht Azad sein erstes Soloalbum Leben. Das Album wurde komplett von Azad produziert und genießt durch minimalistische Beats, harte Wortwahl, ausgeklügelte Raptechniken und eine große Liste von Gastrappern bis heute Kultstatus unter Fans.

2003 wird das Album Faust des Nordwestens veröffentlicht. Wieder durch harten Battle-Rap aber auch durch tiefgehende melancholische Lieder festigt Azad seinen Ruf in der Szene. Seiner jungen Tochter widmet er ein Lied namens Mein Licht, erwähnt sie jedoch auch noch in weiteren Liedern. Darüber hinaus tritt er auf Bushidos Album Electro Ghetto mit Feuersturm und Ewige Nacht in Erscheinung.

2004 verlässt er 3p und gründet sein eigenes Label Bozz Music unter Urban, das zu Universal Music gehört. Es werden die Gruppe Warheit (Sezai, Lunafrow, Jeyz, Chaker und Azad selbst) sowie die Rapper Jonesmann und Sti unter Vertrag genommen. Im selben Jahr kommt es zu einem Skandal auf dem Hip-Hop-Open in Stuttgart. Nach einer Schlägerei zwischen den Mitgliedern von Bozz-Music und Aggro Berlin wurde u. a. Sido leicht verletzt. Dies brachte einerseits Beschränkungen für den Auftritt von Azad beim Splash! 2004, jedoch ebenso eine enorme Medienaufmerksamkeit mit sich. Am 2. August 2004 erschien schließlich das dritte Album von Azad Der Bozz, das ursprünglich erst unter dem Namen Phoenix als EP bei Optik Records erscheinen sollte. Trotz der bislang kürzesten Spielzeit von nicht einmal 42 Minuten verkaufte sich das Album sehr gut und stieg in die Top 10 der Albumcharts ein. Es bietet einen abwechslungsreichen Mix aus hartem Street-Rap und tiefer gehenden Liedern. Das Soloalbum wurde später indiziert, sodass die originale Version seit dem 31. Dezember 2005 an Jugendliche nicht mehr verkauft werden darf. Seitdem darf nur noch die „Light-Version“ des Albums im Handel erworben werben. Die Indizierung bezog sich auf Textpassagen der Songs Blackout und Judgement Day, welche durch die BPJM als „jugendgefährdend“ eingestuft wurden. Ende 2004 ist der Bozz-Music Sampler Vol. 1 erschienen, auf dem Azad sein eigenes Label vorstellte.

Einen großen Erfolg konnte er durch das gemeinsame Album mit Kool Savas, One, das am 29. März 2005 über Sony BMG Music Entertainment erschien, feiern. Das nächste Azad-Soloalbum Game Over erschien am 31. März 2006 über das Label Urban. Es polarisierte seine Fans: Viele sehen es als sein bislang bestes Album an, andere Fans vermissen jedoch die „ungeschliffene Härte“, die man noch auf seiner ersten CD zu hören bekam. Game Over erzielte Platz 8 in den Albumcharts. Die zweite Single des Albums Eines Tages schaffte es zumindest in die Top 30 der Deutschen Charts.

Im November 2006 trat Azad im ersten internationalen Videoclip des russischen Rappers Seryoga als Kollabo-Partner auf. Die Single des Russen, der in seiner Heimat ein Star ist und bereits MTV-Awards, Gold- und Platinplatten erhalten hat, heißt 2Kaiser und erschien am 24. November 2006. Am 8. Dezember 2006 veröffentlicht Bozz-Music Der Bozz – Remix. Das Album beinhaltet von Sti produzierte Remixe von Songs aus Der Bozz. Als Ersatz für die indizierten Tracks ist der Shok Muzik-Diss A.Z. Pitbull vs. Shmok Muzik sowie das Lied Frankfurt mit Warheit auf der CD.

2007 war Azad mit dem Song Prison Break Anthem (Ich glaub’ an dich) (Titellied der RTL-Serie Prison Break) zusammen mit Adel Tawil, dem Sänger von Ich + Ich, der dritte deutsche Rapper auf Platz 1 der Media-Control-Single-Charts (vor ihm haben das nur die Fantastischen Vier und Sabrina Setlur geschafft). Die Single verkaufte sich in Deutschland über 150.000 Mal und erreichte somit Goldstatus.[3]

Im Jahr 2008 trat er bei einem MTV Unplugged-Konzert der Söhne Mannheims (Wettsingen in Schwetzingen) auf und war dort in „Für dich öffnen Sie die Tore“ von Xavier Naidoo zu hören. Im August 2008 veröffentlichte das TätowierMagazin einen Artikel über den Frankfurter Rapper und nahm Azad auf das Cover des Magazins.

Am 30. Januar 2009 erschien Azads erstes Streetalbum mit dem Titel „Azphalt Inferno“ über Groove Attack. Es wurden Produktionen u. a. von Shuko, STI, Brisk Fingaz und M3 & Noyd verwendet. Zudem wurden Gastbeiträge von Samy Deluxe, Freeman, Kool G Rap und Capleton beigesteuert.

Im Mai 2009 veröffentlichte Azad sein 6. Soloalbum „Assassin“. Es wurden Produktionen u. a. von Shuko, STI, Martelli, Brisk Fingaz, Benny Blanco, M3 & Noyd, X-Plosive verwendet sowie wurden Gastbeiträge von Tino Oac, Kool Savas, Tone und vom US-amerikanischen Rapper Rakim beigesteuert. Des Weiteren war er im Februar 2010 zu Gast bei der von RTL II produzierten Doku-Soap Die Mädchengang.

Am 9. April 2010 erschien Azads zweites Streetalbum mit dem Titel „Azphalt Inferno 2“ ebenfalls über Groove Attack. Es wurden Produktionen u. a. von STI, Brisk Fingaz, M3 & Noyd, Abaz, Gee Futuristic, X-Plosive und Azad selbst verwendet sowie wurden Gastbeiträge von Godsilla, Snaga, Kool Savas und Francisco beigesteuert.

Diskografie

Hauptartikel: Azad/Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chartpositionen
DE[4] AT[5] CH[6]
2001 Leben 46
2003 Faust des Nordwestens 24
2004 Der Bozz 10 66
2006 Game Over 8 48 28
2007 Blockschrift 37 59 39
2007 Der Bozz Remix 35
2009 Assassin 31 52 27

Singles

Jahr Titel Chartpositionen Album
DE[7] AT[5] CH[6]
2001 Napalm (Heartcore feat. Jonesmann) Leben
Gegen den Strom (Mentale Krisen feat. Jonesmann & Jeyz)
Leben
2003 A 65 Faust des Nordwestens
Mein Licht
2004 Phoenix 65 Der Bozz
Kopf hoch (feat. Jonesmann) 57 [8]
2005 Signal (J-Luv feat. Azad) 52 [9]
Locked Up (Akon feat. Azad & Styles P.) 15 [10] Trouble (Akon)
Monstershit (mit Kool Savas) 29 [11] One
All 4 One (mit Kool Savas) 4 [11] 24 85
2006 Guck My Man (mit Kool Savas) 27 [11]
Alarm 48 Game Over
Eines Tages (feat. Cassandra Steen) 28 [12]
2 Kaiser (mit Seryoga) 85 [13]
2007 Prison Break Anthem (Ich glaub’ an dich) (feat. Adel Tawil) 1 [14]
12 13 Blockschrift
Zeit zu verstehen (This Can't Be Everything) (feat. Gentleman) 30 72
2008 Alles Lügen / Ghettobass 74
On Top (mit Kool Savas) 78 Tot oder Lebendig (Kool Savas)
2009 Klagelied (wie lang) (mit Tino Oac) 92 Assassin
2010 Fly Away/Immer wenn es regnet (mit Francisco & Kool Savas) Azphalt Inferno 2
2012 Alle Mann (mit J-Luv) & (DJ-Teddy-O)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Artikel im Fan-Lexikon
  2. D-Flame auf laut.de
  3. Azad geht Gold: 150.000 verkaufte CDs
  4. Chartverfolgung bei musicline.de
  5. a b Chartverfolgung bei austriancharts.at
  6. a b Chartverfolgung bei hitparade.ch
  7. Chartverfolgung bei musicline.de
  8. Kopf Hoch auf www.musicline.de
  9. Signal auf www.musicline.de
  10. Locked Up auf www.musicline.de
  11. a b c Monstershit, All 4 One, Guck My Man auf www.musicline.de
  12. Eines Tages auf www.musicline.de
  13. 2 Kaiser auf www.musicline.de
  14. Prison Break Anthem (Ich glaub an Dich) auf www.musicline.de