Azriel Carlebach

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Azriel Carlebach, 1942
Azriel Carlebach, 1942

Azriel Carlebach (eigentlich Esriel Carlebach, * 7. November 1909 in Leipzig; † 12. Februar 1956 in Tel Aviv, Israel) war ein israelischer Journalist deutscher Herkunft.

Er gründete die Zeitung Maariw, deren Chefredakteur er bis zu seinem Tod war.

[Bearbeiten] Leben

Carlebach stammte aus einer Familie deutscher Rabbiner, die seine Großeltern Salomon Carlebach und Esther Carlebach aus Lübeck begründeten. Sein Vater war Ephraim Carlebach (1879-1936), Rabbiner und Gründer der Höheren Israelitischen Schule in Leipzig. Er wanderte im Frühjahr 1936 mit seiner Familie nach Palästina aus, wo er wenige Monate später starb. Der Sohn Azriel war bereits 1927 nach Palästina emigriert. Er hatte zwei Schwestern, Hanna und Cilly, sowie zwei Brüder, David und Joseph.

Azriel Carlebach erhielt eine religiöse Ausbildung in Litauen und Israel, studierte aber auch Jura in Berlin und Hamburg und wurde zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. Bereits vor seiner Emgration sammelte er erste journalistische Erfahrungen, indem er Berichte über seine Reisen veröffentlichte. Zu seinen Veröffentlichungen gehörte auch ein Bericht über einen Zusammenstoß mit einer Gruppe von Antisemiten, bei dem er verprügelt worden war.

Nach seiner Rückkehr nach Israel arbeitete er für die Zeitung Jedi’ot Acharonot, deren Chefredakteur er wurde. 1948 kam es zu einem Konflikt mit Yehuda Mozes, dem Eigentümer der Zeitung. Carlebach und weitere verantwortliche Redakteure verließen Jedi’ot Acharonot und gründeten die Zeitung Jedi’ot Maariw, deren erste Ausgabe am 15. Februar 1948 erschien, mit Carlebach als Chefredakteur. Der Name der Zeitung wurde einige Monate später in Maariw geändert, um Verwechslungen mit Jedi’ot Acharonot zu vermeiden. In seiner Zeit als Chefredakteur wurde die Zeitung zur meistgelesenen in Israel; er wurde im Land als einer der bedeutendsten Journalisten dieser Zeit angesehen.

Carlebach und seine Zeitung lehnten die Politik der zionistischen Israelischen Arbeitspartei und ihres Vorsitzenden David Ben Gurion ab. Carlebach führte auch das Lager der Israelis an, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gegen direkte Verhandlungen zwischen dem Staat Israel und der Bundesrepublik Deutschland waren. Auch lehnte er den Reparationsvertrag zwischen Israel und der Bundesrepublik ab.

1952 schlug er nach dem Tod von Präsident Chaim Weizmanns Albert Einstein in einem Telegramm vor, neuer Präsident Israels zu werden. Einstein war über das Angebot sehr gerührt, hatte jedoch Bedenken und lehnte in einem auf Deutsch an Carlebach geschriebenen Brief mit Datum vom 21. November 1952 ab.

Im Jahr 1954 untenahm Carlebach eine dreiwöchige Reise nach Indien. Sein Buch darüber, India - Account of a Voyage, wurde 1956 veröffentlicht und wurde schnell zu einem Bestseller. Es erschien in den folgenden zwanzig Jahren in mehreren Auflagen.

Carlebach starb am 12. Februar 1956 im Alter von 47 Jahren an Herzversagen.

[Bearbeiten] Literatur

  • Lexikon des Judentums, Bertelsmann-Lexikon-Verlag, Gütersloh 1971, ISBN 3-570-05964-2, Sp. 139

[Bearbeiten] Weblinks


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