Bárðar saga Snæfellsáss

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Die Bárðar saga Snæfellsáss (Geschichte von Bárður, dem guten Geist vom Berg Snæfell) ist eine Isländersaga, die um 1350 verfasst wurde. Die Saga wird in zwei thematisch unterschiedliche Teile unterteilt. Der zweite Teil wird als Gests saga Bárðarsonar betitelt.

Saga mit Volkssagenmotiven[Bearbeiten]

Die Saga ist der Form nach eine Isländersaga, da die Handlung dort verortet ist, jedoch ist der Protagonist Bárðr kein Mensch, sondern ein Albe. Daher steht die Bárðar saga durch die mythischen Inhalte im Kontext zu anderen Isländersagas mit phantastischen Elementen, wie zum Beispiel der Gul-Þóris saga. Die stoffliche Basis der Saga beruht mutmaßlich im Volksglauben an einen Alben vom Snæfell. Die Bárðar saga wurde vermutlich mit Motiven aus den Fornaldarsögur und der Heimskringla entwickelt, dazu Motive aus dem Landnamabok, insbesondere genealogisches Material daraus.

Inhalt[Bearbeiten]

Bárður Snæfellsás entstammt einem königlichen Riesengeschlecht (Thurse) und ist der Sohn des Eismeerkönigs Dumbr. Er heiratet die Tochter des Königs Dofri, gleichfalls aus dem Riesengeschlecht und zuzüglich dessen Ziehvater, und wandert nach Island aus. Er lässt sich dort auf Snæfellsnes nieder, zeugt ein Kind (Tochter) und verlässt später den Hof, um am Gletscher des Snæfellsjökull zu leben. Dort kommt er den Menschen zu Hilfe, die durch Trolle und Riesen belästigt werden. Ein weiterer Handlungsstrang ist die Geschichte von Bárðrs Tochter Helga, die auf einer Eisscholle nach Grönland gelangt und dort auf Miðfjarðar-Skeggi (ein direkter Nachkomme der ersten Siedler aus dem Landnamabok) trifft, mit dem sie Sex hat, und durch diesen heim nach Island gebracht wird. Sie kehrt zurück zu ihrem noch auf dem Hof in Snæfellsnes wohnhaften Vater. Da Miðfjarðar-Skeggi bereits verheiratet ist, führt Helga fürderhin ein bindungsloses Leben, bestehend aus weiten Wanderungen und aus dem Kampieren in Höhlen.

Der Gests saga Teil handelt von dem Sohn Bárðrs, Gestr, den er mit der Tochter von Miðfjarðar-Skeggi gezeugt hatte.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Schier: Sagaliteratur. Sammlung Metzler, Bd. 78 Realienbücher für Germanisten. Metzler, Stuttgart 1970.
  • Rudolf Simek, Hermann Pálsson: Lexikon der Altnordischen Literatur. Kröner, Stuttgart 1987.

Weblinks[Bearbeiten]