Bächingen an der Brenz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bächingen a.d.Brenz
Bächingen an der Brenz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bächingen a.d.Brenz hervorgehoben
48.54684210.310469440Koordinaten: 48° 33′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Dillingen an der Donau
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Gundelfingen an der Donau
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 7,34 km²
Einwohner: 1294 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km²
Postleitzahl: 89431
Vorwahl: 07325
Kfz-Kennzeichen: DLG, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 73 113
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 15
89431 Bächingen
Webpräsenz: www.baechingen.de
Bürgermeister: Roland Grandel (FUW)
Lage der Gemeinde Bächingen a.d.Brenz im Landkreis Dillingen an der Donau
Baden-Württemberg Landkreis Augsburg Landkreis Donau-Ries Landkreis Günzburg Aislingen Bachhagel Bächingen an der Brenz Binswangen Bissingen (Bayern) Blindheim Buttenwiesen Dillingen an der Donau Finningen Glött Gundelfingen an der Donau Haunsheim Höchstädt an der Donau Holzheim (bei Dillingen an der Donau) Laugna Lauingen (Donau) Lutzingen Medlingen Mödingen Schwenningen (Donau) Syrgenstein Villenbach Wertingen Wittislingen Ziertheim Zöschingen ZusamaltheimKarte
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Bächingen an der Brenz (amtlich: Bächingen a.d.Brenz) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gundelfingen an der Donau.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bächingen liegt im Donauried am Rande der Schwäbischen Alb. Nördlich des Ortes fließt die Brenz vorbei, südlich beginnt das Schwäbische Donaumoos. Die Bächinger Gemarkungsgrenze ist im Westen zugleich Grenze des Landkreises Dillingen sowie Landesgrenze zu Baden-Württemberg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stadt Gundelfingen an der Donau, Sontheim an der Brenz (Baden-Württemberg), Medlingen

Geschichte[Bearbeiten]

Es wird angenommen, dass die Ortsgründung im 6. bis 7. Jahrhundert von den Alamannen als Bechenheim erfolgte. Der Name geht wahrscheinlich auf den alamannischen Gründer zurück, da das Wort zu dem Heim eines Bacho bedeutet. Die erste urkundliche Nennung des Namens geht schließlich auf 1269/71 zurück und wurde dort schon mit der Beifügung an der Brenz erwähnt. Der Name Bächingen entstand aus der undeutlichen Aussprache und verdrängte im 19. Jahrhundert den ursprünglichen Begriff.

Als erste Herrscher des Ortes sind im 15. Jahrhundert die Herren von Riedheim urkundlich belegt, von denen er in die Hände der Ritterfamilie von Westernach gelangte. Bernhard von Westernach ließ 1531 das heutige Wasserschloss errichten. Sein Sohn Eitelhans († 1576) schaffte die Ausgliederung Bächingens aus dem Fürstentum Pfalz-Neuburg als freie Reichsritterschaft und führte 1576 die Reformation ein.

Westseite des Schlosses

Im Jahre 1594 ging die Herrschaft an die Freiherren vom Stain über, die später auch noch die benachbarte freie Reichsritterschaft Niederstotzingen erhielten und bis 1790 in Bächingen regierten. Unter ihrem Patronat erfuhr die im frühen 15. Jahrhundert errichtete Kirche St. Nikolaus bedeutende Umgestaltungen und Erweiterungen.

Vom Dreißigjährigen Krieg blieb Bächingen nicht verschont. Besonders unter der bayerischen Armee hatte es wie auch die umliegenden Ortschaften 1620 große Schäden zu beklagen. Aufgrund Bächingens Reichsunmittelbarkeit und der Popularität der Freiherren vom Stain, die nach französischem Vorbild einen kleinen Hof in Bächingen führten und Verbindungen in höchste Kreise pflegten, wurde Bächingen gegen Ende des Krieges Zufluchtsstätte für Bürger umliegender Dörfer. Nach dem Krieg schlossen Immigranten, im Falle Bächingens überwiegend Wenden, die Lücken in der Bevölkerung.

1790 kaufte die Herzogin Franziska von Württemberg, besser bekannt als Franziska von Hohenheim, die Herrschaft Bächingen als Privatgut. Die Großmutter der Herzogin war Sophia Charlotta Freifrau von Vohenstein, geborene Freiin vom Stain aus Bächingen gewesen.

Im Zuge der Mediatisierung wurde Bächingen 1806 dem neu gebildeten Königreich Bayern eingegliedert und büßte seine Autonomie ein.

Nach dem Tode der Herzogin erhielt 1811 ihr Universalerbe Karl Ludwig Axel Freiherr von Böhnen Bächingen, der es zum Patrimonialgericht machen ließ. 1821 veräußerte er die Ortschaft an den soeben geadelten Johann Gottlieb Freiherr von Süßkind, einen reichen Bankier aus Augsburg. Dessen Nachfahre Albrecht Freiherr von Süßkind-Schwendi und seine Frau Christine, Tochter des Prinzen Friedrich Christian zu Schaumburg-Lippe, besitzen noch heute das Schlossgut.

Nachdem der Zweite Weltkrieg Bächingen weitestgehend unberührt gelassen hatte, bekam ihn der Ort am 24. April 1945 in voller Härte zu spüren. Durch amerikanische Tieffliegerangriffe kamen etliche Menschen zu Tode und etwa ein Drittel der Häuser brannte ab.

Kirche[Bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Bächingen, zu der auch die Protestanten aus Medlingen zählen, hat derzeit (Stand 2011) knapp 1000 Mitglieder. Die Bächinger Katholiken sind nach Medlingen eingepfarrt.

Politik[Bearbeiten]

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Der Gemeinderat hat zwölf Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2008 verteilen sie sich auf folgende Listen:

  • Freie Wählervereinigung: 5 Sitze
  • CSU/Aktive Bürger: 4 Sitze
  • SPD: 3 Sitze

Bürgermeister ist seit 2002 Roland Grandel (Freie Wählervereinigung)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Mooseum – Forum schwäbisches Donautal (naturorientiertes Informations- und Kommunikationszentrum mit Veranstaltungen und einer Dauerausstellung für die Region Schwäbisches Donautal)

Archive[Bearbeiten]

Nikolaikirche Bächingen
Patronatsfriedhof der Familien von Süßkind und Süßkind-Schwendi

Bauwerke[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Bächingen an der Brenz

Musik[Bearbeiten]

  • Gesangverein 1898 Bächingen e. V. (ortsältester Verein)
  • Musikverein „Eintracht“ Bächingen (seit 1950)

Natur[Bearbeiten]

Im Süden der Bächinger Gemarkung liegt ein Teil des Schwäbischen Donaumooses mit geschützter Flora und Fauna.

Bekannt ist Bächingen außerdem für seine Störche, die sich seit 1989 nach jahrelanger Abwesenheit wieder auf einem Kamin des Bächinger Schlosses niedergelassen haben; es war lange Jahre das einzige Storchenpaar im Landkreis Dillingen, bis Ende der 1990er Jahre noch ein Paar in Höchstädt heimisch wurde. Zu ein wenig Berühmtheit verhalfen die Störche dem Dorf im Brenztal 1997, als sie das erste Mal nicht in den Süden zogen und in Bächingen überwinterten, was nun alljährlich der Fall ist.

Eine Naturdenkmal befindet sich nördlich hinter dem Schloss. Dort sind noch Reste von der einstigen Schlossallee vorhanden.[2]

Die einstige Schlossallee im Winterzauber

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bächingen liegt in der Nähe des Autobahnkreuzes Ulm/Elchingen (A 7/A 8). Die beiden Autobahnen können jeweils in ca. 15 Minuten erreicht werden. Der nächste Anschluss an die B 16 liegt fünf Auto-Minuten entfernt.

Bildung[Bearbeiten]

Grundschulverband Bächingen-Medlingen, der seinen Sitz in Bächingen hat

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bächingen an der Brenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.alleen-fan.de/Kampagne/Lieblingsalleen/Allee_134.html