Bärbel Dieckmann

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Dieser Artikel behandelt die Politikerin Bärbel Dieckmann. Für die gleichnamige Bildhauerin siehe Bärbel Dieckmann (Künstlerin)

Barbara „Bärbel“ Dieckmann (* 26. März 1949 in Leverkusen) war von 1994 bis 2009 Oberbürgermeisterin von Bonn und von 2001 bis 2009 Mitglied des Bundesvorstandes sowie des Parteipräsidiums der SPD.

Bärbel Dieckmann (2006)

Leben[Bearbeiten]

Bärbel Dieckmann wurde als Tochter eines Diplomaten geboren.

Studium und Beruf[Bearbeiten]

1967 machte sie an der Bonner Liebfrauenschule Abitur. Anschließend studierte Dieckmann von 1967 bis 1972 Philosophie, Geschichte und Sozialwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Im Juni 1972 legte sie die Erste Staatsprüfung für das Lehramt am Gymnasium in den Fächern Geschichte und Sozialwissenschaften ab. Von 1974 bis 1977 war Bärbel Dieckmann Lehrerin in Köln und nach einer Familienpause von 1983 bis 1995 in Bonn, zuletzt als Studiendirektorin Mitglied der Schulleitung am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium.

Familie[Bearbeiten]

Bärbel Dieckmann ist seit 1973 verheiratet mit Jochen Dieckmann, von 1999 bis 2005 Justiz- bzw. Finanzminister des Landes NRW und bis April 2007 Landesvorsitzender der SPD Nordrhein-Westfalen. Sie ist Mutter von vier Kindern, zwei Zwillingspaaren. Christoph und Markus kamen 1976 zur Welt und sind als Beachvolleyball-Europameister bekannt, zwei Töchter kamen eineinhalb Jahre später.

Bonner Oberbürgermeisterin[Bearbeiten]

1994 wählte die Bonner SPD Bärbel Dieckmann zur Spitzenkandidatin im Kommunalwahlkampf. Bei dieser Wahl sorgten die Wähler für einen tiefen Einschnitt in die Bonner Stadtgeschichte. SPD und Grüne beendeten die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU. Bärbel Dieckmann wurde von der damaligen rot-grünen Mehrheit des Stadtrats als Nachfolgerin von Hans Daniels (CDU) zur Oberbürgermeisterin gewählt.

Durch die Gemeindereform wurde Bärbel Dieckmann 1995 hauptamtliche Oberbürgermeisterin und Chefin der Stadtverwaltung. 1999 wurde sie in der Stichwahl gegen Helmut Stahl (CDU) für eine zweite Amtszeit direkt gewählt. 2004 erhielt sie bereits im ersten Wahlgang die Stimmenmehrheit von 56,8 %. Nach 15 Jahren an der Spitze der Bonner Stadtverwaltung bewarb sie sich bei der Kommunalwahl 2009 nicht mehr um eine Wiederwahl. Im September 2009, einen Monat vor dem Ende ihrer regulären Amtszeit, forderte der Rat der Stadt Bärbel Dieckmann mehrheitlich zum Rücktritt auf, den sie jedoch ablehnte. Hintergrund war der Skandal um das geplante World Conference Center Bonn (WCCB). Zu ihrem Nachfolger als Oberbürgermeister wurde am 30. August 2009 Jürgen Nimptsch, ebenfalls ein Sozialdemokrat, gewählt und am 29. Oktober 2009 vereidigt.

Ermittlungsverfahren wegen Untreue und Bestechlichkeit[Bearbeiten]

2009 leitete die Staatsanwaltschaft Bonn im Zusammenhang mit dem WCCB gegen Dieckmann und die städtischen Projektleiter Evi Zwiebler und Arno Hübner (beide CDU) ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall ein. 2010 wurde das Ermittlungsverfahren um den Ermittlungspunkt der Bestechlichkeit erweitert.[1] Im März 2012 teilte die Anklagebehörde mit, dass das Ermittlungsverfahren gegen Bärbel Dieckmann mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurde. Die Anklage gegen Arno Hübner und Evi Zwiebler bleibt dagegen bestehen.

Präsidentin Welthungerhilfe[Bearbeiten]

Im November 2008 wurde Bärbel Dieckmann zur Präsidentin der Welthungerhilfe gewählt. Dieses ehrenamtliche Amt bekleidet sie bis heute.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten]

Sie ist Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen. [2]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bärbel Dieckmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Bärbel Dieckmann – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dieckmann-Prozess? Alles offen
  2. http://www.dgvn.de/ueber-uns/organisation/praesidium/