Bärenbrunner Tal

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Bärenbrunner Tal
BaerenbrunnerTal s.jpg
Lage Rheinland-Pfalz, Deutschland
Gebirge Pfälzerwald (Wasgau)
Geographische Lage 49° 9′ 17,3″ N, 7° 51′ 10,4″ O49.15487.8529250Koordinaten: 49° 9′ 17,3″ N, 7° 51′ 10,4″ O
Bärenbrunner Tal (Rheinland-Pfalz)
Bärenbrunner Tal
Höhe 210 m bis 250 m
Länge 2,5 km

Das Bärenbrunner Tal gehört zum Dahner Felsenland im deutschen Teil des Wasgaus, der vom Südteil des Pfälzerwaldes (Rheinland-Pfalz, Deutschland) und dem Nordteil der Vogesen (Departements Bas-Rhin und Moselle, Frankreich) gebildet wird. Das Tal liegt auf der Gemarkung der Gemeinde Busenberg (Landkreis Südwestpfalz).

Geographie[Bearbeiten]

Erreichbar ist das Bärenbrunner Tal nur über das Dorf Schindhard, von wo aus es sich beidseitig der Kreisstraße 41 über 2,5 km nach Nordosten zieht; die Seehöhe steigt dabei allmählich von 210 auf 250 m an.

Am Ende des Tales endet auch die Kreisstraße. Dort liegt in einem nur nach Südwesten offenen Kessel der Bärenbrunnerhof. Dies ist ein historischer Bauernhof, der ab 1712 angelegt wurde und heute unter Denkmalschutz[1] steht. Seit 1830 befindet er sich im Besitz der Familie der heutigen Eigentümer, die dort einen Biohof mit Rinderzucht und angeschlossener Gaststätte betreiben.

Geschichte[Bearbeiten]

Eselsdistel im Bärenbrunner Tal

Bärenbrunn war im 14. Jahrhundert ein kleines Dorf am Eingang des Haberteiches in das Haupttal, das Bärenbrunnertal. Das Dorf war vermutlich um eine Wallfahrtskirche herum entstanden und gehörte dem Kloster Klingenmünster. Die Bewohner waren Leibeigene und hatten Frondienste zu leisten. Sie wurden als „Michaelleute“ bezeichnet, weshalb anzunehmen ist, dass die Kirche St. Michael geweiht war.

1389 gab das Kloster das Dorf dem Grafen Eckebrecht von Dürkheim, der seinen Wohnsitz auf der nahen Burg Drachenfels hatte, „zu Genuss“. Dafür garantierte er für den Schutz des Klosters und seiner Güter. 1485 gelangte Bärenbrunn vorübergehend in den Besitz des Ritters Hans von Trotha, den Kurfürst Philipp der Aufrichtige mit der Burg Berwartstein belehnt hatte. In der Reformationszeit, im 16. Jahrhundert, wurden die Bewohner auf Veranlassung der Eckebrechte, die nun wieder in Bärenbrunn das Sagen hatten, vorübergehend protestantisch.

Im Dreißigjährigen Krieg zwischen 1618 und 1648 wurde Bärenbrunn total verwüstet und war „leutlos“; selbst Busenberg zählte nur noch fünf Einwohner. Zwar folgte bald die Neubesiedlung, doch im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde der Ort 1689 durch französische Truppen erneut zerstört. Nach Abzug der Franzosen siedelten sich wieder Menschen an.

1712 überließ Philipp Heinrich Eckebrecht von Dürkheim durch Erbbestandsbrief dem Bürger Nikolaus Lorch aus Bergzabern die Äcker, Wiesen und Wälder von Bärenbrunn gegen eine jährliche Erbpacht von 50 Gulden. Lorch legte den heutigen Hof und die Mühle an.

Nach dem Übergreifen der Französischen Revolution auf die Kurpfalz wurden die Güter des Adels Anfang des 19. Jahrhunderts enteignet und versteigert. Die Mühle kaufte der Müller Jean Ganter für 800 Gulden, den Hof und die zugehörigen Ländereien ersteigerte für 4000 Gulden der bisherige Pächter Friedrich Haage. Bald danach gingen Hof und Mühle auf Jakob Rebholz aus Merzalben über. 1830 pachtete Johannes Guth den Bärenbrunnerhof. Seit dieser Zeit ist die Familie Guth, die später das Eigentum erwarb, dort ansässig.

Sport[Bearbeiten]

Das Klettergebiet Südpfalz umfasst eine Vielzahl von Kletterfelsen aus Buntsandstein, einige davon stehen auch am Rande des Bärenbrunner Tales. Sie werden gerne von Sportkletterern aufgesucht. Die Schwierigkeitsgrade der Kletterrouten reichen von I bis XI auf der UIAA-Skala.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Südwestpfalz. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, 3. Juni 2013, S. 5, abgerufen am 29. November 2013 (PDF; 1,77 MB).