Bärenklau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bärenklau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Bärenklau
Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)

Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Bärenklau
Wissenschaftlicher Name
Heracleum
L.

Bärenklau (Heracleum) ist eine Pflanzengattung, die zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae) gehört. Die Gattung ist nach Herakles benannt. Der deutsche Name leitet sich von der Bärenklaue ab, daher bevorzugen manche die weibliche Form die Bärenklau;[1][2] laut Duden[3][4] ist sowohl die männliche als auch die weibliche Form erlaubt.[5]

Beschreibung[Bearbeiten]

Es sind meist ausdauernde, selten zwei- oder einjährige krautige Pflanzen. Ihre Stängel sind knotig, hohl, meist gerippt und oft verzweigt. Die wechselständigen Laubblätter sind groß, breitlappig und ein- bis dreifiederig. Die unteren Blätter sind gestielt.

Die zusammengesetzten Blütenstände sind Dolden, die aus Döldchen aufgebaut sind. Hüllen fehlen meist oder fallen früh ab. Die Blüten sind meist zwittrig, die äußeren Blüten der Döldchen sind oft rein männlich. Sie haben winzige Kelchzähne. Die Kronblätter (Petalen) sind weiß bis rosa, ungleich groß und oft an der Basis umgebogen. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

Der Aufbau der Blüte wird mit folgender Blütenformel beschrieben: \star K_5 \; \; C_5 \; A_5 \; G_{\overline{(2)}}

Die Früchte sind stark zusammengedrückt.

Alle Pflanzenteile, insbesondere der Saft, sind giftig. Speziell unter Sonnenlichteinwirkung löst der Saft eine phototoxische Reaktion aus. Diese phototoxischen Reaktionen sind beim Riesen-Bärenklau besonders ausgeprägt.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Synonyme für Heracleum L. sind: Pastinaca sect. Heracleum (L.) Calest., Sphondylium Hill, Tetrataenium (DC.) Mandenova, Wendia Hoffm., Barysoma Bunge, Wendtia Ledeb.

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) im Spätherbst
Junger Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) Mitte April
Blütenstand von Heracleum persicum
Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)

Die Areale liegen hauptsächlich in Asien und Europa; wenige Arten gibt es im östlichen Afrika und eine Art gibt es in Nordamerika.

Es gibt etwa 70 Heracleum-Arten, hier eine Artenauswahl:[6][7]

  • Heracleum asperum (Hoffm.) M.Bieb. (Syn.: Sphondylium asperum Hoffm.): Sie ist im Kaukasusgebiet verbreitet.[6]
  • Österreichische Bärenklau (Heracleum austriacum L.): Sie gedeiht in den Ostalpen.
  • Heracleum bivittatum H. de Boissieu: Sie ist in Vietnam, Laos und China verbreitet.[7]
  • Heracleum cachemiricum C.B.Clarke: Sie im Himalajagebiet von Indien und Pakistan verbreitet.
  • Heracleum candicans Wall. ex DC.: Sie ist in Pakistan, Nepal, Bhutan, Indien und in den chinesischen Provinzen Sichuan, Yunnan sowie in Xizang verbreitet.[6]
  • Heracleum canescens Lindl. (Syn.: Heracleum hirsutum Edgew.): Sie kommt im Himalajagebiet von Indien und Pakistan vor.
  • Heracleum dissectifolium K.T.Fu: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 1900 und 3200 Metern in den chinesischen Provinzen Gansu sowie Sichuan.[7]
  • Heracleum dissectum Ledeb.: Das weite Verbreitungsgebiet ist Zentralasien, Sibirien, Russland, die Mongolei und China.[6]
  • Heracleum fargesii H. de Boissieu: Sie gedeiht in Bergwäldern in Höhenlagen zwischen 1500 und 2000 Metern nur in Sichuan.[7]
  • Heracleum forrestii H.Wolff: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2700 und 3900 Metern in den chinesischen Provinzen Chongqing sowie Yunnan.[7]
  • Heracleum franchetii M.Hiroe: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2500 und 4500 Metern in den chinesischen Provinzen Hubei, Qinghai, Sichuan, Yunnan.[7]
  • Heracleum grande (Dalzell & A.Gibson) P.K.Mukh.: Die Heimat ist Indien.[6]
  • Heracleum hemsleyanum Diels: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2000 und 3000 Metern in den chinesischen Provinzen Hubei sowie Sichuan.[7]
  • Heracleum henryi H.Wolff: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 1300 und 2300 Metern nur in Yunnan.[7]
  • Heracleum kingdonii H.Wolff: Die Art kommt nur in China und Myanmar vor.[7]
  • Heracleum lallii C.Norman (Syn.: Tetrataenium lallii (Norman) A.-M.Cauwet-Marc, J.Carbonnier & M.Farille)
  • Heracleum leucocarpum Aitch. & Hemsl. (Syn.: Heracleum afghanicum Kitam.)
  • Riesen-Bärenklau oder Riesendolde (Heracleum mantegazzianum Sommier & Levier; Syn.: Heracleum giganteum Hornem.): Die Heimat ist das Kaukasusgebiet und ist ein Neophyt in Europa, Nordamerika, Australien und Neuseeland.[6]
  • Heracleum millefolium Diels: Sie kommt nur in China und Bhutan vor.[7]
  • Heracleum moellendorffii Hance: Die Heimat ist China, Korea und Japan.[7]
  • Heracleum nepalense D.Don: Sie ist Indien, Bhutan, Nepal und in Yunnan verbreitet.[6]
  • Heracleum nyalamense R.H.Shan & T.S.Wang: Sie kommt nur im südlichen Teil des autonomen Gebietes Xizang vor.[7]
  • Heracleum olgae Regel & Schmalhausen: Sie ist Afghanistan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan und Pakistan weitverbreitet.[7]
  • Heracleum oreocharis H.Wolff: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2800 und 4200 Metern nur im nordwestliche Yunnan.[7]
  • Heracleum pastinacifolium K.Koch: Die Heimat ist die Türkei, Armenien und Aserbaidschan.[6]
  • Heracleum persicum Desf.: Die Heimat ist der Iran und die östliche Türkei.[6]
  • Heracleum pinnatum C.B.Clarke: Sie gedeiht im Himalaja von Indien und Pakistan vor.
  • Heracleum polyadenum Rech. f. & Riedl: Sie kommt in Afghanistan und Pakistan vor.
  • Heracleum ponticum (Lipsky) Schischk. ex Grossh. (Syn.: Heracleum cyclocarpum var. ponticum Lipsky): Die Heimat ist Georgien.[6]
  • Heracleum pubescens (Hoffm.) M.Bieb. (Syn.: Sphondylium pubescens Hoffm.): Die Heimat ist die Krim.[6]
  • Heracleum rapula Franchet: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2000 und 2200 Metern nur in Yunnan.[7]
  • Heracleum rigens Wall. ex DC.: Die Heimat ist das südliche Indien.[6]
  • Heracleum scabridum Franchet: Sie kommt nur in Sichuan und Yunnan vor.[7]
  • Heracleum sosnowskyi Manden.: Die Heimat ist Aserbaidschan, Georgien und Dagestan.[6]
  • Heracleum souliei H. de Boissieu: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2600 und 3500 Metern nur im westlichen Sichuan.[7]
  • Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium L.): Sie ist Eurasien und Marokko verbreitet, mit den Unterarten:
    • Heracleum sphondylium subsp. montanum (Schleich. ex Gaudin) Briq. (Syn.: Heracleum lanatum Michx., Heracleum maximum W.Bartram und Heracleum montanum Schleich. ex Gaudin)
    • Heracleum sphondylium subsp. sibiricum (L.) Simonk. (Syn.: Heracleum sibiricum L.)
    • Heracleum sphondylium subsp. sphondylium
    • Heracleum sphondylium subsp. ternatum (Velen.) Brummitt (Syn.: Heracleum ternatum Velen.)
    • Heracleum sphondylium subsp. transsilvanicum (Schur) Brummitt (Syn.: Heracleum palmatum Baumg. und Heracleum transsilvanicum Schur)
  • Heracleum stenopteroides Fedde ex H.Wolff: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2000 und 2300 Metern nur im westlichen Yunnan.[7]
  • Heracleum stenopterum Diels: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2700 und 4300 Metern in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan.[7]
  • Heracleum stevenii Manden. (Syn.: Heracleum laciniatum auct., Heracleum villosum auct.; diese Art wird in Nordnorwegen auch als Tromsöpalme bezeichnet): Die Heimat ist Georgien und die Krim.[6]
  • Heracleum subtomentellum C.Y.Wu & M.L.Sheh: Sie gedeiht in Höhenlagen von 4400 Metern nur im nordwestlichen Teil des autonomen Gebietes Xizang.[7]
  • Heracleum tiliifolium H.Wolff: Sie gedeiht in Höhenlagen von etwa 1000 Meter in den chinesischen Provinzen Hunan sowie Jiangxi.[7]
  • Heracleum tuberosum Molina ex Willd.: Sie kommt in Chile vor, ihr gelbe „Wurzelstock“ schmeckt gut.
  • Heracleum vicinum H. de Boissieu: Sie gedeiht nur in Sichuan in Höhenlagen zwischen 2600 und 3100 Metern vor.[7]
  • Heracleum wallichii DC.: Sie ist in Bhutan, Nepal und Indien verbreitet.[6]
  • Heracleum wenchuanense F.T.Pu & X.J.He: Sie gedeiht in Höhenlagen von etwa 3500 Meter nur in Sichuan.[7]
  • Heracleum wilhelmsii Fisch. & Avé-Lall.: Die Heimat ist Aserbaidschan.[6]
  • Heracleum wolongense F.T.Pu & X.J.He: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1900 bis 2200 Metern nur in Sichuan.[7]
  • Heracleum xiaojinense F.T.Pu & X.J.He: Sie gedeiht in Höhenlagen von 3500 bis 4000 Metern nur in Sichuan.[7]
  • Heracleum yungningense Handel-Mazzetti: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 2700 und 4500 Metern in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan.[7]
  • Heracleum yunnanense Franchet: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 3600 und 4100 Metern Die Art nur im nördlichen Yunnan vor.[7]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Pu Fading, Mark F. Watson: Heracleum. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 14: Apiaceae through Ericaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2005, ISBN 1-930723-41-5, S. 194 (PDF-Datei, online). (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  2.  Rudolf Schubert, Klaus Werner, Hermann Meusel (Hrsg.): Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Begründet von Werner Rothmaler. 13. Auflage. Band 2: Gefäßpflanzen, Volk und Wissen, Berlin 1987, ISBN 3-06-012539-2.
  3. Duden Band 1: Die deutsche Rechtschreibung. 22. Auflage. Duden-Verlag, Mannheim etc. 2000, ISBN 3-411-04012-2, S. 205
  4. Hans Ernst Hess, Elias Landolt, Rosemarie Hirzel: Bestimmungsschlüssel zur Flora der Schweiz. 3. Auflage. Birkhäuser, Basel 1991, ISBN 3-7643-2606-9.
  5. siehe Debatte zum grammatikalischen Geschlecht
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p Heracleum im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 22. Mai 2014.
  7. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa Pu Fading, Mark F. Watson: Heracleum. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 14: Apiaceae through Ericaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 2005, ISBN 1-930723-41-5, S. 194 (PDF-Datei, online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bärenklau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Bärenklau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen