Bäretswil

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Bäretswil
Wappen von Bäretswil
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Hinwilw
BFS-Nr.: 0111i1f3f4
Postleitzahl: 8344
Koordinaten: 707252 / 24386847.3369458.857776702Koordinaten: 47° 20′ 13″ N, 8° 51′ 28″ O; CH1903: 707252 / 243868
Höhe: 702 m ü. M.
Fläche: 22.23 km²
Einwohner: 4914 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 201 Einw. pro km²
Website: www.baeretswil.ch
Bäretswil von Süden

Bäretswil von Süden

Karte
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Über dieses Bild
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Bäretswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Gold ein aufrechter schwarzer, rotgezungter Bär

Geographie[Bearbeiten]

Die Zürcher Oberländer Gemeinde liegt im voralpinen Hügelgebiet am Übergang zwischen dem oberen Glatttal und dem Tösstal auf 696 m ü. M.. Sie umfasst die ehemaligen Zivilgemeinden Bäretswil und Adetswil sowie die Weiler Bettswil, Wappenswil, Hof, Neuthal, Tanne und Klein Bäretswil. Der tiefste Punkt befindet sich unterhalb der Kläranlage auf 616 m ü. M., der höchste am Allmann mit 1'074 m ü. M.. Das Gemeindegebiet ist zu 39 % bewaldet und umfasst insgesamt eine Fläche von 2 223 ha.[2]

Die Gemeinde Bäretswil grenzt an die Gemeinden Fischenthal, Hinwil und Wetzikon des Bezirks Hinwil. Ausserdem an die Gemeinden Bauma, Hittnau und Pfäffikon des Bezirks Pfäffikon.

Ortsteile[Bearbeiten]

  • Der Weiler Hof-Neuthal hat 58 Einwohner und setzt sich zusammen aus den Weilern Neuthal und Hof.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2012 lebten 4'921 Menschen in Bäretswil, bei einem Ausländer/-innen-Anteil von 10,3 %.[3]

Bevölkerungsentwicklung[4]
Jahr Einwohner
1629 1 244
(494 nach Pest)
1723 1 216
1771 2 698
1810 3 549
1850 3 237
1900 2 698
1941 2 317
1970 2 733
1990 3 782
2000 4 144
2010 4 803

Aus der ersten Steuererhebung der Zürcher, die sich damit die 1467 erworbene Stadt Winterthur finanzierten, ist für 1470 eine Zahl von 45 Haushalten überliefert. 1629 verlor die Gemeinde über 60 % ihrer Bevölkerung durch einen Pestzug. Nur knapp 500 Einwohner überlebten diese Katastrophe. Hundert Jahre später war der Bevölkerungsverlust wieder ausgeglichen. Zwischen 1723 und 1771 wuchs die Bevölkerung auf mehr als das Doppelte an. Ursache waren die neuen Verdienstmöglichkeiten durch Heimtextil-Verarbeitung (Professionisten). Um 1810 zählte die Gemeinde stolze 3'549 Einwohner, eine Zahl, die erst Ende des 20. Jahrhunderts wieder erreicht wurde.

Religion[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 2011 gehörten 51 % der Bevölkerung der evangelisch-reformierten Kirche, 20 % der römisch-katholischen Kirche und 0,04 % der christkatholischen Kirche an.[5] Die katholische Kirche Bruder Klaus (Bäretswil) stammt aus dem Jahr 1990 und ist dem Niklaus von Flüe geweiht. Bei dieser Kirche handelt es sich um den jüngsten Kirchbau des Architekten Felix Lötscher, der allein in der Region Winterthur vier Kirchenneubauten errichtete.

Zur lokalen Sektion der Evangelischen Allianz gehören die Evangelisch-reformierte Kirche und die Evangelisch-methodistische Kirche.[6]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist seit 2014 Teodoro Megliola (parteilos). Bis 2014 war Hans-Peter Hulliger (FDP) Gemeindepräsident. [7] [8]

Mitglieder des Bäretswiler Gemeinderats (2014–2018)
Name Amtsantritt Funktion Partei
Barbara Schoch Gübeli 2014 Hochbau / Jugend und Sport FDP
Elisabet Marzorati 2006 2. Vizepräsidentin / Gesundheit / Land- und Forstwirtschaft parteilos
Teodoro Megliola 2014 Gemeindepräsident / Präsidiales und Finanzen parteilos
Lisa Dietrich-Bieri 2010 Tiefbau und Werke SVP
Ferdinand König 2002 1. Vizepräsident / Sicherheit SVP
Marco Korrodi 2014 Sicherheit und Liegenschaften SVP
Die Ed 3/4 „Hinwil“ auf der Weissenbachbrücke in Neuthal

Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

1901 wurde Bäretswil an das Bahnnetz angeschlossen (Uerikon-Bauma-Bahn), 1969 stellte die Bahn jedoch ihren Betrieb ein und wurde durch eine Buslinie Wetzikon-Bauma ersetzt. Die ehemalige Bahnstrecke Hinwil - Bäretswil - Bauma wird heute durch den Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland unterhalten und betrieben.

Es existieren folgende Buslinien, die durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bedient werden:

Arbeit[Bearbeiten]

Seit 1960 wurde Bäretswil dank der nebelfreien Lage wieder eine begehrte Wohngemeinde. Besonders in Adetswil wurde stark gebaut. 1990 zählte man 63 % Wegpendler unter den Erwerbstätigen, vor allem nach Wetzikon, Uster und in die Stadt Zürich.

Geschichte[Bearbeiten]

Spinnereimuseum und Therapiegemeinschaft in Neuthal

In Bäretswil wurden zweimal Notverstecke von römischen Silbermünzen aus dem 1. bis 3. Jahrhundert gefunden. Daraus und aufgrund von Flurnamenforschung kann man eine voralemannische Besiedlung erschliessen.

Urkundlich erstmals genannt 741 wurde Bäretswil als Berofovilare und 745 als Perolfeswilari. Die häufigen Namen auf -wil dieser Gegend deuten auf eine alemannische Kolonisierung vom 7. bis 9. Jahrhundert unter der Leitung der Franken hin. Zu dieser These passt der Grundbesitz des Klosters St. Gallen seit dem 8. Jahrhundert.

Die Burg Greifenberg und die niedergerichtlichen Rechte über Bäretswil wurden vom Abt von St. Gallen zuerst den Grafen von Rapperswil verliehen. Ab 1321-1507 gingen die Rechte als habsburgischer Pfandbesitz an die Herren von Hinwil. Die Grenze zwischen den späteren Landvogteien Grüningen und Kyburg verlief mitten durch das Gemeindegebiet.

Im Zusammenhang mit der Erhebung der Kreuzzugssteuer von 1275 wurde die Bäretswiler Kirche erstmals erwähnt. 1827 wurde ein Neubau in klassizistischer Manier erstellt. Die Kollatur war ein Lehen des Klosters St. Gallen und gehörte von 1279-1541 den Herren von Hohenlandenberg. Im Spätmittelalter reichte die Kirchgemeinde weit über die Töss hinaus bis an die Abhänge des Hörnli.

In der Reformation schloss sich die Gemeinde gegen den Willen des damaligen Priesters dieser Bewegung an. Auch Täufer waren lange präsent: Ihr Einfluss war ab 1525 bis ins 17. Jahrhundert hinein wirksam, allen staatlichen Verfolgungen zum Trotz. Zeitweise wohnten die Täufer in Höhlen wie zum Beispiel der Täuferhöhle. 1651 trennte sich Bauma kirchlich von Bäretswil.

Da die Weiler auf den Hügeln keine Dorfgemeinschaften waren und auch keine Zelgenwirtschaft kannten, standen sie dem Ansturm von Armen ungeschützt offen. In Wappenswil lebten daher 1771 fast 500 Einwohner, viele von ihnen fristeten ihr Dasein mit Textilheimindustrie und bewohnten die dafür typischen Flarzbauten.

Die grosse und stark von der Textilkonjunktur abhängige Bevölkerung machte das Gebiet der heutigen Gemeinde Bäretswil krisenanfällig. Die Mechanisierung der Garnproduktion liess den Heimarbeitern 1814-1816 nur die Wahl von Spinnerei auf Handweberei zu wechseln. Die neuerliche Bedrohung durch die Webereifabriken dürfte ein Grund für die hohe Zahl von Aufständischen aus Bäretswil gewesen sein, die 1832 eine Textilfabrik bei Uster niederbrannten (Brand von Uster). Später brachten Webfabriken am Aabach Verdienst aber auch ein Industrieproletariat in die Gemeinde - 55 % der Bevölkerung lebte 1880 von der Textilindustrie. Zwischen 1850 und 1940 entvölkerte sich die Gemeinde aufgrund der wirtschaftlichen Situation und ihrer Lage abseits der Verkehrsachsen spürbar. Die letzte Weberei in der Gemeinde stellte ihre Produktion 1982 ein.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Julius Studer: Die Geschichte der Kirchgemeinde Bäretswil. Zürich 1870. (Digitalisat)
  • Armin Sierszyn: Unser Bäretswil. Selbstverlag, Bäretswil 1983, DNB 996809198.
  • Armin Sierszyn: 1250 Jahre Bäretswil. Politische Gemeinde Bäretswil , 1991, DNB 931434084

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bäretswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. http://www.baeretswil.ch/de/portrait/gemeindeinzahlen/ (abgerufen am 11. September 2013)
  3. http://www.baeretswil.ch/de/portrait/gemeindeinzahlen/ (abgerufen am 11. September 2013).
  4. http://www.web.statistik.zh.ch/cms_gp_neu/gpzh/content/vergleich.php?ind=133 (abgerufen am 11. September 2013)
  5. http://www.baeretswil.ch/de/portrait/gemeindeinzahlen/ (abgerufen am 27. Februar 2012).
  6. http://www.each.ch/ea-b%C3%A4retswil.html (abgerufen am 27. Februar 2012).
  7. .http://www.zol.ch/bezirk-hinwil/baeretswil/Teodoro-Megliola-will-Gemeindepraesident-werden/story/11874828
  8. http://zol.ch/bezirk-hinwil/baeretswil/Megliola-ist-neuer-Baeretswiler-Gemeindepraesident/story/13773922
  9. Wasserrad-Sagi