Bílá hora

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bílá Hora)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weißer Berg
Bílá hora Gipfel mit Denkmal für die Schlacht am Weißen Berg

Bílá hora Gipfel mit Denkmal für die Schlacht am Weißen Berg

Höhe 379 m n.m.
Lage Stadt Prag, Tschechien
Koordinaten 50° 4′ 59″ N, 14° 19′ 55″ O50.08314.332379Koordinaten: 50° 4′ 59″ N, 14° 19′ 55″ O
Bílá hora (Tschechien)
Bílá hora

Der Weiße Berg (tschechisch Bílá hora) liegt am westlichen Stadtrand von Prag.

Geographie[Bearbeiten]

Der Bílá hora hat eine Höhe von 379 Metern. Er ist aus der Prager Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln in etwa 25 bis 30 Minuten zu erreichen (Straßenbahn-Linien 22 und 25). Künftig wird die Metrolinie A zum Flughafen Prag in der Nähe die Station Bílá hora besitzen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schlacht am Weißen Berg

Hier fand am 8. November 1620 die erste entscheidende Schlacht des Dreißigjährigen Krieges, die Schlacht am Weißen Berg, statt. Am Ort der Schlacht wurde eine Kapelle und 1704 bis 1714 eine barocke Marienkirche errichtet.

Schloss Stern[Bearbeiten]

Schloss Stern (Letohrádek Hvězda)

Der auf dem Weißen Berg bereits 1530 vom böhmischen König und späteren Kaiser Ferdinand I. angelegte Park diente ehemals als Wildgehege. Zur Erleichterung der Jagd wurden zwischen 1541 und 1563 eine Mauer um den Park und ein Jagdschloss gebaut.

Das Lustschloss Stern (Letohrádek Hvězda) wurde 1555/1558 von den italienischen Baumeistern Juan Maria del Pambio (Giovanni Maria Aostalli) und Giovanni Lucchese sowie Bonifaz Wolmut (Wolmuet) nach einem Planentwurf des Erzherzogs Ferdinand von Österreich errichtet. Von außen wirkt das zweigeschossige Gebäude mit einem Faltdach wenig auffällig, doch ist der Grundriss außergewöhnlich und macht das Schloss Stern zu einem der Höhepunkte des Renaissanceschlossbaus in Europa.

Er besteht aus zwei ineinander gesteckten gleichseitigen Dreiecken, die einen sechsstrahligen Stern bilden, der dem Schloss seinen Namen gab. In fünf Sternspitzen liegen rautenförmige Säle, in der sechsten das Treppenhaus. Die mit Stuckdecken dekorierten Räume werden durch ebenso verzierte Gänge getrennt, die in einem zwölfeckigen Mittelraum zusammentreffen.

Über die Renovierung um 1875 gab der Architekt Philipp Baum ein mehrbändiges Werk heraus.

Wallfahrtskirche Maria vom Siege[Bearbeiten]

Wallfahrtskirche am Weißen Berg

Die Kirche Maria vom Siege am Weißen Berg ist ein Wallfahrtsort nahe dem Schlachtfeld von 1620. Sie befindet sich nördlich von der Karlovarská, einer Straße, und südöstlich des eigentlichen Weißen Berges, in der Katastralgemeinde Řepy. Die Kirche ist eine der bedeutendsten Denkmäler dieses Stadtteils. Von 1622 bis 1624 wurde an dieser Stelle eine Kapelle errichtet, die zunächst dem Hl. Wenzel geweiht war, später der Jungfrau Maria. Diese diente zur Aufbewahrung aufgefundener Gebeine von Gefallenen. Aus der Kapelle wurde ein Wallfahrtsort, der dem Servitenorden anvertraut wurde, welcher 1628 begann, ein Kloster zu errichten, was jedoch nicht vollendet wurde.

Von 1708 bis 1730 führte der Baumeister und Maler Christian Luna den Umbau der Marienkapelle zu einer weiträumigen Wallfahrtskirche durch.

 Commons: Kostel Panny Marie Vítězné (Bílá Hora) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Biller, G. Ulrich Großmann: Burg und Schloß: Der Adelssitz im deutschsprachigen Raum. Regensburg 2001, S. 174 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bílá Hora – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien