Böcklin von Böcklinsau

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Wappen der Böcklin von Böcklinsau
Grabmal des Dompropstes Wilhelm Böcklin von Böcklinsau († 1585) im Freiburger Münster

Böcklin von Böcklinsau, auch Boecklin von Boecklinsau oder oftmals nur Böcklin, ist der Name eines alten elsässischen Adelsgeschlechts. Die Familie gehörte ursprünglich zum Patriziat der freien Reichsstadt Straßburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Geschlecht war stammes- und wappenverwandt mit der ebenfalls aus Straßburg stammenden und zum Patriziat der Stadt gehörenden Familie Bock. Diese erschien um das Jahr 1200 erstmals und nahm im Laufe der Zeit verschiedene Beinamen nach ihren Besitzungen an, so unter anderen Bock von Bläsheim und Bock von Bockstein. Sie erlosch mit dem Tod des Freiherren Friedrich Heinrich Bock von Gerstheim 1791 bzw. mit dessen jüngster Tochter 1792.

Die Böcklin erscheinen erstmals 1266 urkundlich mit Ulrich Boecklin,[1] der auch die Stammreihe beginnt. Bis 1781 werden sie häufig als Straßburger Ratsherren genannt. Das Amt des „Stettmeisters“, die Bezeichnung für den Bürgermeister von Straßburg, bekleideten 13 Angehörige der Familie von der Mitte des 15. Jahrhunderts bis Mitte des 18. Jahrhunderts insgesamt 109 mal.

Bereits im 13. Jahrhundert, aber vor allem während des 14. Jahrhunderts, konnten Mitglieder des Geschlechts bedeutenden Grundbesitz erwerben. 1442 gelangte die Herrschaft Rust in der Ortenau in Familienbesitz und wurde für lange Zeit der Stammsitz des Geschlechts. Gleichzeitig erlangten sie mehrfach die Ritterwürde, da sie sich immer häufiger in der Landesverwaltung betätigten. 1513 wurde der Familie durch kaiserliches Diplom der Name „Boeckhle von Boeckhkelsau“ und weitere herrenmäßige Vorrechte verliehen. Im Jahre 1773 wurde der Freiherrenstand in Frankreich von Ludwig XVI. anerkannt.

Wegen des Besitzes bzw. Teilbesitzes von Allmannsweier, Kehl-Dorf, Rust und Wittenweier (heute Ortsteil von Schwanau) waren die Herren Böcklin von Böcklinsau im 18. Jahrhundert Mitglied der Reichsritterschaft Bezirk Ortenau des Ritterkantons Neckar im schwäbischen Ritterkreis. Wegen des Besitzes bzw. Teilbesitzes von Bischheim (erworben 1411), Obenheim und Wibolsheim waren sie auch im Ritterkreis Unterelsass und 1645 bis 1685 wegen Helfenberg im Ritterkanton Kocher immatrikuliert.

Von den drei großen Linien erloschen die beiden ältesten im 18. Jahrhundert. Die jüngste, seit Ende des 18. Jahrhunderts vollständig in der Markgrafschaft Baden ansässige Linie, blieb im Besitz von Schloss Rust.

Wappen[Bearbeiten]

Das redende Stammwappen zeigt in Rot einen springenden, gold-bewehrten silbernen Bock. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken der gold bekrönte Bock wachsend.

Personen[Bearbeiten]

  • Bernhard Böcklin von Böcklinsau, 1373 Minor, 1397 im Rat, 1403 belehnt mit Reichslehen Ebersheim, kauft Schloss Mörburg/Giesenburg? Stettmeister zu Straßburg (1423)[2]
  • Friedrich Böcklin von Böcklinsau (* vor 1450; † nach 1474)[3]
  • Johann Böcklin von Böcklinsau (* vor 1452; † 1484), Ritter zu Augst, Bischheim, Obernheim, Wibolsheim, auf Anteil Schloss Rohrburg, Stettmeister zu Straßburg[4]
  • Balthasar Böcklin von Böcklinsau (* 1454; † 16. Januar 1520), Majoratsherr auf Rust[5]
  • Philipp Böcklin von Böcklinsau († vor 1547), Besitz in Niederschopfheim, zu Hüttenheim
  • Caspar Böcklin von Böcklinsau (* um 1440; † 1505)
  • Claudius Böcklin von Böcklinsau († 1537), Stettmeister, verheiratet mit Magdalena zum Wiger (Schnewlin von/zum Weyher)[6]
  • Erasmus Böcklin von Böcklinsau († 1544) Sohn von Claudius, verheiratet mit Ursula von Masmünster[7]
  • Rudolf Wilhelm Böcklin von Böcklinsau (* um 1535; † vor April 1580), Sohn von Erasmus, verheiratet mit Martha Barbara von Schauenburg (* 1541; † 1621)
  • Wilhelm Böcklin von Böcklinsau († 1585), Pfalzgraf und Dompropst im Freiburger Münster
  • Anna Böcklin von Böcklinsau († um 1572), von 1553 bis 1561 mit Lazarus von Schwendi verheiratet[8]
  • Margaretha Dorothea Böcklin von Böcklinsau (* 1565; † 1620)
  • Hans Ludwig Böcklin von Böcklinsau († 21. März 1629)
  • Ludwig Friedrich Böcklin von Böcklinsau (* 8. März 1661 in Gießen; † 18. August 1666)
  • Franz Friedrich Siegmund August Böcklin von Böcklinsau, (* 28. September 1745; † 2. Juni 1813), Komponist
  • Friedrich Freiherr Böcklin von Böcklinsau (* 1. Juni 1767 in Rust; † 4. März 1829 ebenda), großherzoglich badischer Generalmajor[9]
  • Friedrich Wilhelm Ludwig Freiherr Böcklin von Böcklinsau, auf Rust (* 9. März 1803 in Karlsruhe; † 8. Juli 1873 in Rust), großherzoglich badischer Hauptmann[10].
  • Wilhelm Ludwig Ernst Leopold Emil Freiherr Böcklin von Böcklinsau (* 12. Juli 1831; † 29. September 1905), hoher Offizier der k.u.k. Armee, Generalmajor mit 1. Mai 1886; Brigadekommandant der 25. Infanteriebrigade (Wien) 1890; ab 1. Mai 1890 Feldmarschalleutnant.
  • Emil Freiherr Böcklin von Böcklinsau (* 1. Juli 1807 in Karlsruhe; † 1. Juni 1872 in Offenburg), königl. preuß. Oberstleutnant[11]
  • Emil Freiherr Böcklin von Böcklinsau, auf Nonnenweier (anteilig) (* 28. Januar 1836 in Ettenheim), königl. preuß. Oberstleutnant[12]
  • Adolf August Ludwig Karl Ruprecht Freiherr Boecklin von Boecklinsau (* 1838; † 1921), deutscher Generalleutnant
  • Ludwig August Gallus Freiherr Boecklin von Boecklinsau (* 1838; † 1922), deutscher General der Infanterie
  • Ruprecht Ludwig Ernst Moritz Freiherr von Boecklin zu Boecklinsau († 1955), letzter Grundherr in Rust.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Straßburger Urkundenbuch , Band 1, S. 485
  2. Bernhard Böcklin von Böcklinsau: von-restorff.de
  3. Friedrich Böcklin von Böcklinsau: von-restorff.de
  4. Johann Böcklin von Böcklinsau: von-restorff.de
  5. Balthasar Böcklin von Böcklinsau: von-restorff.de
  6. Schnewlin zum Weyer: geneanet.org
  7. geneanet.org
  8. Anna von Schwendi bei: documenta.rudolphina.org
  9. Friedrich Freiherr Böcklin von Böcklinsau: schlossarchiv.de
  10. Friedrich Wilhelm Ludwig Freiherr Böcklin von Böcklinsau: schlossarchiv.de
  11. Emil Freiherr Böcklin von Böcklinsau: schlossarchiv.de
  12. Emil Freiherr Böcklin von Böcklinsau, auf Nonnenweier: schlossarchiv.de
  13. Ruprecht Ludwig Ernst Moritz Freiherr von Boecklin zu Boecklinsau: badische-zeitung.de

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Böcklin von Böcklinsau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien