Bönningstedt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bönningstedt
Bönningstedt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bönningstedt hervorgehoben
53.6638888888899.905555555555613Koordinaten: 53° 40′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Quickborn
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 12,05 km²
Einwohner: 4447 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 369 Einwohner je km²
Postleitzahl: 25474
Vorwahl: 040
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 005
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
25451 Quickborn
Webpräsenz: www.boenningstedt.de
Bürgermeister: Peter Liske (BWG)
Lage der Gemeinde Bönningstedt im Kreis Pinneberg
Appen Barmstedt Bevern Bilsen Bokel Bokholt-Hanredder Bönningstedt Borstel-Hohenraden Brande-Hörnerkirchen Bullenkuhlen Ellerbek Ellerhoop Elmshorn Groß Nordende Groß Offenseth-Aspern Halstenbek Haselau Hasloh Heede Heidgraben Heist Helgoland Hemdingen Hetlingen Holm Klein Nordende Klein Offenseth-Sparrieshoop Kölln-Reisiek Kummerfeld Langeln Lutzhorn Moorrege Neuendeich Osterhorn Pinneberg Prisdorf Quickborn Raa-Besenbek Rellingen Schenefeld Seester Seestermühe Seeth-Ekholt Tangstedt Tornesch Uetersen Wedel Westerhorn Haseldorf Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Steinburg ElbeKarte
Über dieses Bild

Bönningstedt ist eine Gemeinde im Kreis Pinneberg in Schleswig-Holstein. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Winzeldorf und Rugenbergen.

Geografie[Bearbeiten]

Bönningstedt liegt an der Bundesstraße 4 und der Bundesautobahn 7 direkt nördlich von Hamburg. Die Mühlenau und die Rugenwedelsau fließen durch die Gemeinde, außerdem liegen Teile des Staatsforstes Rantzau in der Fläche der Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Jäger ließen sich 7000 Jahre vor Christus in Bönningstedt nieder. Der Ackerbau und die Viehzucht hielten 5000 Jahre vor Christus Einzug in die Gemeinde. Ein Tongefäß aus dem Jahr 2000 vor Christus wird heute im Altonaer Museum ausgestellt.

Bönningstedt wurde 1369 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Erste Schritte im Schulwesen fanden 1700 statt. Im Jahr 1884 wurde der Bahnhof eröffnet, der Bönningstedt an die AKN-Linie A1 anschließt. Im Eisteich wurde ab 1888 Eis abgebaut. Die Bahntrasse wurde 1912 in die Feldmark verlegt. Im gleichen Jahr wurde die Gemeinde elektrifiziert. Der Eisabbau wurde 1920 eingestellt, danach wurde der Eisteich von 1929 bis 1934 als Badeanstalt genutzt.

Die Gemeinden Bönningstedt und Winzeldorf fusionierten 1942. Zu diesem Anlass wurde 1982 ein Findling im Amtspark in der Ellerbeker Straße aufgestellt und erinnert seitdem daran. Die evangelische Kirchengemeinde wurde 1958 gegründet. Im Jahr 1969 erfolgte die Einweihung des Friedhofs samt Kapelle. Die VHS Bönningstedt wurde 1975 gegründet und ist nun im Gebäude der Gemeinschaftsschule Rugenbergen untergebracht. Das Sport- und Freizeitzentrum an der Ellerbeker Straße wurde 1980 eingeweiht.

Im Jahr 1983 erhielt Bönningstedt ein Wappen. Der Bönningstedter Markt entstand 1987. 1990 und 1991 kommt es zu Bränden in der Friedhofskapelle. Ein neues Feuerwehrhaus wird 1994 eingeweiht. Die „Rugenberger Mühle“ musste 1995 Insolvenz anmelden. Der Kirchturm Bönningstedts wird 1997 fertiggestellt. Die evangelische Kirchengemeinde wurde 2000 in Simon-Petrus-Kirchengemeinde umbenannt.

Bönningstedt war Sitz des Amtes Bönningstedt und bis zum Umzug der Verwaltung nach Rellingen zum 1. August 2008 auch Sitz des Amtes Pinnau.

Politik[Bearbeiten]

Zum 1. Januar 2013 verließ Bönningstedt das Amt Pinnau und wird seither durch die Stadt Quickborn verwaltet.[2]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Von den 18 Sitzen in der Gemeindevertretung hat die Wählergemeinschaft BWG seit der Kommunalwahl 2013 sieben Sitze, die CDU hat fünf Sitze und die SPD und die Grünen haben je drei Sitze.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein schräglinker blauer Wellenbalken, oben und unten begleitet von je einem aufrechten roten Eisspatenblatt. “[3]

Das in den schleswig-holsteinischen Landesfarben gehaltene Gemeindewappen erinnert durch die Eisspatenblätter und die Mühlenau an die Jahre 1888-1920, als in Bönningstedt die Mühlenau regelmäßig zum Eisteich aufgestaut wurde. In den Wintermonaten wurde hier Natureis gewonnen, das im Laufe des Jahres an Brauereien, Schlachtereien und Fischhandlungen verkauft wurde. Die gewonnenen Eisblöcke wurden in einem engen Kanal mit Hilfe der Eisspaten zu den Lagerschuppen befördert. Die Eisgewinnung war in dieser Zeit für Bönningstedt ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor und bot, zumal in der Winterzeit, vielen Familien einen Zusatzverdienst. Das doppelt zitierte Eisspatenblatt steht darüber hinaus als Symbol für die gleichberechtigte Vereinigung der ehemals selbständigen Gemeinden Bönningstedt und Winzeldorf zur heutigen Gemeinde Bönningstedt.[3]

Flagge[Bearbeiten]

Blasonierung: „Inmitten eines blauen Flaggentuches das Gemeindewappen.“[3]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1984 unterhält Bönningstedt eine Partnerschaft mit dem englischen Seaford in der Grafschaft East Sussex. Seit 1991 sind Crivitz (Mecklenburg-Vorpommern) und Rachoni auf der griechischen Insel Thassos ebenfalls Partnergemeinden von Bönningstedt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Für Industrie und Gewerbe bietet die Gemeinde drei Ansiedlungsmöglichkeiten. Das Gewerbegebiet Goosmoortwiete, das Industriegebiet am Nordring und das Gebiet am Ellerhorst. Nach dem Neubau des Rugenbergen-Center in der Dorfmitte, haben sich dort zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte und Dienstleistungsunternehmen angesiedelt. Bedingt durch die Nähe zu Hamburg pendeln jedoch viele Einwohner der Gemeinde zu ihrem Arbeitsplatz in die Hansestadt, nach Norderstedt oder auch nach Rellingen oder Halstenbek.

Verkehr[Bearbeiten]

Bönningstedt liegt an der Bundesstraße 4 und direkt an der Bundesautobahn 7; die Auffahrt Hamburg-Schnelsen ist in wenigen Minuten erreichbar. Durch den Ort führt die Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kaltenkirchen–Neumünster der AKN, die Neumünster mit Hamburg verbindet. Der Flughafen Hamburg ist in rund 15 Minuten mit dem PKW erreichbar.

Bildung[Bearbeiten]

In Bönningstedt befindet sich eine Grundschule, in der rund 200 Kinder unterrichtet werden. Das Schulzentrum beherbergt die Gemeinschaftsschule Rugenbergen, die seit Sommer 2009 in dieser Form besteht. In Bönningstedt befindet sich auch die Volkshochschule des ehemaligen Amtes Bönningstedt, dem neben Bönningstedt die Nachbargemeinden Ellerbek und Hasloh angehörten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Größter Sportverein ist der SV Rugenbergen von 1925. Der Verein hat 1300 Mitglieder und bietet Sport in folgenden Sparten an: Badminton, Basketball, Gymnastik/Fitness, Fußball, Karate, Leichtathletik, Rhönrad, Turnen, Tanzen und Tischtennis. Im Rhönrad hatte der Verein schon große internationale Erfolge. Der Verein nutzt drei Sporthallen, die Aula der Schule Rugenbergen und vier Rasenplätze. 2002 wurde eine vereinseigene Sporthalle mit Umkleideräumen, Sporträumen und einem Büro fertiggestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Fernsehmoderatorin und Schauspielerin Singa Gätgens wurde 1975 in Bönningstedt geboren.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bönningstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Pinneberger Tageblatt, 14. September 2012
  3. a b c Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein