Börsenkrach
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Gesichtet | ||
Dies ist die letzte gesichtete Version,
(zeige alle), freigegeben am 9. Mai 2008.
|
Als Börsenkrach oder Börsencrash wird ein extremer Kurseinbruch bezeichnet, der sich in einem kurzen Zeitraum z.B. einem Tag oder einer Woche an Börsen ereignet. Dem Crash folgt dann meist eine weitere, länger andauernde Abwärtsbewegung.
Ursache ist oft das Platzen einer sog. Spekulationsblase: Nachdem steigende Kurse zuvor immer mehr Anleger veranlasst hatten auf den fahrenden Zug aufzuspringen und dies die Bewertung der entsprechenden Spekulationsobjekte weiter in die Höhe getrieben hatte, „platzt“ die Blase, indem erste Verkäufe rasch weitere Anleger dazu bewegen, sich aus diesen – meist anerkannt risikoreichen – Beteiligungen zurückzuziehen. Bei der gleichzeitigen Zurückhaltung potentieller Käufer löst dies letztlich einen Kurssturz aus. Der Anlass können Meldungen sein, die in 'normalen' Zeiten als unbedeutend eingestuft würden, aber in einer Übertreibungsphase für Nervosität sorgen.
Aber auch ohne vorhergehende Spekulationsblase kann es dasselbe Phänomen geben: Kursverluste (z. B. aufgrund äußerer Ereignisse wie der Asienkrise) führen zu (oft irrationalen) Ängsten der Anleger, die sich gegenseitig verstärken.
Im Prinzip sind diese Phänomene den meisten Anlegern (Marktteilnehmern) bekannt. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, objektiv zu beurteilen, ob eine Übertreibung des Marktes ihren Höhepunkt oder Tiefpunkt erreicht hat. Der faire Wert einer Aktie ist in einem funktionierenden Markt ihr jeweils aktueller Wert. Wer darauf spekuliert, dieser Wert werde kurzfristig steigen (oder fallen), setzt auf die Vermutung, er könne besser als andere Marktteilnehmer die künftige Entwicklung des Wertes beurteilen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Börsencrashs
- Am 7. Februar 1637 kommt es zum ersten überlieferten Zusammenbruch einer Börse: Nachdem viele holländische Anleger anlässlich der großen Tulpenmanie in Erwartung weiterer Preissteigerungen zu extrem hohen Preisen Tulpenzwiebeln (bzw. entsprechende Optionsscheine) gekauft haben, bleiben bei der jährlichen Versteigerung in Alkmaar schließlich die Käufer aus und die Preise fallen um 95 Prozent.
- 1700: Die Darién-Gesellschaft konnte ihre Anteile nicht mehr einlösen nach Scheitern des Projekts.
- 1720: Mit der Südseeblase Englands und der Mississippi-Blase Frankreichs (1719–1729) begannen besonders in Frankreich tiefe Krisen, die bis zum Ausbruch der Amerikanischen und Französischen Revolution nicht überwunden waren.
- 1873: Am 9. Mai stürzten die Aktienkurse an der Wiener Börse ins Bodenlose (Gründerkrach). Auch in Deutschland und den USA stürzten die Aktienkurse ab.
- 1893: Eine Wirtschaftskrise in den USA löste am 5. Mai erhebliche Kursverluste an der New York Stock Exchange aus, die besonders Eisenbahnaktien trafen.
- 1929: Der 24. Oktober 1929 ging in die Geschichte als Schwarzer Donnerstag (bzw. Schwarzer Freitag) ein.
- 1987: Am 19. Oktober 1987 stürzt der Dow Jones ab (Schwarzer Montag). Die Kurse erholen sich jedoch innerhalb eines Jahres wieder, nach 15 Monaten hat der Dow Jones wieder den Stand vor dem Crash.
- 1990: Im Januar bricht der japanische Leitindex Nikkei um fast die Hälfte ein.
- 1998: Die Russlandkrise zog die Aktienmärkte Russlands und Osteuropas in die Tiefe.
- 2000: Das Platzen der Dotcom-Blase: Viele Internet-Aktien waren maßlos überzeichnet. Nach dem Internet-Boom kam der Krach und viele junge Unternehmen gingen pleite. Auch andere Aktien verloren erheblich an Wert.
- 2001: 11.09. Terrorattentate auf das World Trade Center in New York. Nach viertägiger Handelsunterbrechung fällt der Dow-Jones-Index um gut sieben Prozent.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Weblinks
-
Wiktionary: Börsenkrach – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

