Böse Menschen – Böse Lieder

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Böse Menschen – Böse Lieder
Studioalbum von Böhse Onkelz.svg
Veröffentlichung 1985
Label Rock-O-Rama Records
Format CD, LP[1]
Genre Oi!, Ska, Rock'n'Roll
Anzahl der Titel 10
Laufzeit 37:24

Besetzung

Produktion Laslo Viragh
Studio MTV Studio Frankfurt
Chronologie
Der nette Mann
(1984)
Böse Menschen – Böse Lieder Mexico
(1985)

Böse Menschen – Böse Lieder ist das zweite Studioalbum der deutschen Rockband Böhse Onkelz. Es erschien 1985 über das Label Rock-O-Rama Records.

Das Album steht nur noch mit den Liedern Hässlich, brutal und gewalttätig, 7 Tage ohne Sünde und Hass in der Oi!-Tradition. Auch optisch begannen die Onkelz sich langsam von der Oi!-Szene abzugrenzen.[2]

Das Album verkaufte sich zur Erscheinungszeit etwa 4.000 Mal.[3]

Covergestaltung[Bearbeiten]

Das Albumcover zeigt eine schwarz-weiße Zeichnung von Quasimodo, der im rechten Arm Esmeralda und im linken Arm ihre Ziege hält und davon rennt. Die Zeichnung stammt aus einer „Der Glöckner von Notre Dame“-Fortsetzungsserie von der „Pilot“-Comicserie. Über dem Bild steht der Bandname Böhse Onkels in weißer Schrift auf rotem Grund. Er weicht hier von der eigentlichen Schreibweise (Böhse Onkelz) ab. Am unteren Bildrand steht in altdeutscher Schrift der Titel Böse Menschen - böse Lieder, der Hintergrund ist weiß.[4]

Titelliste[Bearbeiten]

# Titel Länge
1 Heute trinken wir richtig 4:52
2 Das Signum des Verrats 4:47
3 Stunde des Siegers 4:59
4 Was kann ich denn dafür... 2:39
5 Ein Mensch wie du und ich 1:49
6 Keiner wusste wie's geschah 4:55
7 Hässlich, brutal und gewalttätig 3:08
8 Nennt mich Gott 4:13
9 7 Tage ohne Sünde 2:57
10 Hass 3:17

Versionen[Bearbeiten]

Neben der Originalversion existieren verschiedene Bootlegversionen des Albums, die um sogenannte „Raritäten“ ergänzt wurden. Unter anderem sind auf ihnen die Stücke vom Soundtracks zum Untergang 2-Sampler, die Titel vom Rock-O-Rama-Sampler No Surrender Vol. 2, der Lügenmarsch-Picture-Disc, der Finde die Wahrheit-Single, sowie zwei unveröffentlichte Lieder enthalten. Daneben erschienen eine Picture-Disc-Version sowie eine Zusammenfassung mit dem Nachfolger Mexico.

Video[Bearbeiten]

Wie auch bei Onkelz wie wir... gab es zu diesem Album ein VHS-Studio-Video, bei dem die Band das Album einfach live vor einer Kamera einspielte.

Hintergrundinformationen zu einzelnen Liedern[Bearbeiten]

Heute trinken wir richtig

Eins der für die frühen Jahre onkelztypischen Trinklieder. Das im Song abgekürzte Zitat „So ein Tag (so wunderschön) wie heute, (so ein Tag) der dürfte nie vergehen“ kommt aus einem Mainzer Karnevalslied von 1954.

Das Signum des Verrats

Der Text beschreibt eine Person, die aufgrund ihres Verhaltens ein „Signum des Verrats“ (Signum = Zeichen) trägt, welches diese, wenn auch nicht für das menschliche Auge sichtbar, durch soziale Eigenschaften „prägt“. Diese Prägung findet laut Text Ausdruck im Verraten von freundschaftlichen Beziehungen gegen finanzielle Vorteile, dem Spinnen von Intrigen und einem nicht näher beschriebenen sogenannten „schleimigen Wesen“. Mit „Verrätern“ waren in dem Text Menschen gemeint, die in der Hooligan-Szene Aussagen gegenüber der Polizei und Sozialarbeitern gemacht haben.[5]

Das Stück wurde im Jahr 2000 für die Maxi-CD-Veröffentlichung von Dunkler Ort erneut eingespielt.

Teile aus diesem Song, vor allem der Titel, wurde in den 1990er Jahren von neonazistischen Bands wie Landser gegen die Band verwendet. In deren Song „KPS“ wird beispielsweise auf dieses Lied angespielt: „Kennt ihr noch eure alten Lieder? Hören wollt ihr sie nicht, denn das Signum des Verrats steht euch mitten im Gesicht“.

Stunde des Siegers

Dieses Lied beschreibt, dass man auch als Außenseiter eines Tages der große Gewinner sein kann, der über alle anderen triumphiert. Der Titel des Liedes ist eine Anlehnung an den gleichnamigen Film „Die Stunde des Siegers“.

Was kann ich denn dafür...

Der Text enthält Referenzen auf den Schlager Was kann der Sigismund dafür, dass er so schön ist von Robert Gilbert.[6]

Ein Mensch wie du und ich

Dieses Lied erzählt die Geschichte eines Mörders, der seinen Opfern in „dunklen Ecken“ auflauert.

Keiner wusste wie’s geschah

Der Text enthält Anspielungen auf das Gedicht Die Gesänge von Johann Gottfried Seume.[7]

Hässlich, brutal und gewalttätig

Neonazismusvorwürfe der Medien bezüglich der Skinheadszene werden in diesem Lied thematisiert. „Tragen alle Hakenkreuze, Skinheads haben nur Gewalt im Sinn, ist es das, was ihr hören wolltet, dass wir hirnlose Schläger sind?“ „In den Medien steht es immer wieder, dass wir Schlägertrupps für Nazis sind, doch wir haben uns nichts vorzuwerfen, denn es ist ihr Gerede, das stinkt!“. Ironischerweise wurde der kritische Text mehrmals von der Zeitschrift Der Spiegel als Beleg für die neonazistische Gesinnung der Band und zweimal als Überschrift für Berichte über rechtsextreme/neonazistische Teile der Oi!-Szene verwendet.[8]

Nennt mich Gott

Nennt mich Gott setzt sich kritisch mit Religionen auseinander.

7 Tage ohne Sünde

In diesem Lied werden eine nicht namentlich genannte Geschlechtskrankheit und die daraufhin vom Arzt verordneten „7 Tage ohne Sünde“ behandelt. Laut dem Buch „Böhse Onkelz - Danke für nichts“ handelt dieser Song von Gonorrhoe. Das Lied bedient sich eines Ska-Rhythmuses.

Hass

In diesem Stück drückt der Texter seinen „Hass“ auf von ihm empfundene soziale Missstände aus, die seines Erachtens von Politikern verursacht werden. Er beklagt, diese würden nichts für das Wohl des Volkes tun und stellt für sich ein Ungleichgewicht an der Tatsache fest, dass auf der einen Seite immer mehr Jugendliche keine Arbeit fänden (und dieser Zustand bereits als „normal“ angesehen würde), während auf der anderen Seite „die Reichen immer reicher“ würden.

Singleauskopplungen[Bearbeiten]

Die Rock-o-Rama-Tochter Street Rock’n’Roll koppelte 1989 die Stücke Hass und Was kann ich denn dafür... als Single aus. Die Veröffentlichung wurde von der Band nicht autorisiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Onkelzvinyl - Album „Böse Menschen – Böse Lieder“. Webseite abgerufen am 16. August 2010
  2. Farin, Klaus / Eberhard Seidel: Skinheads. 5., neubearbeitete und erweiterte Auflage. München: 2002, ISBN 3-406-47583-3, S. 93
  3. Edmund Hartsch: In: Böhse Onkelz, Danke für nichts. Originalausgabe, 1997, S. 114.
  4. Albumcover
  5. Eberwein, Markus/Josef Drexler: Skinheads in Deutschland, Selbstverlag 1987, ISBN 3-926794-26-7 zitiert nach Dunklerort.net
  6. Dunklerort.net (Version vom 17. Juni 2008 im Internet Archive)
  7. Dunklerort.net (Version vom 17. Juni 2008 im Internet Archive)
  8. Farin, Klaus / Eberhard Seidel: Skinheads. 5., neubearbeitete und erweiterte Auflage. München: 2002, ISBN 3-406-47583-3, S. 94