Bözen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bözen
Wappen von Bözen
Staat: Schweiz
Kanton: Aargau (AG)
Bezirk: Brugg
BFS-Nr.: 4094i1f3f4
Postleitzahl: 5076
Koordinaten: 648684 / 26091947.4972238.084725407Koordinaten: 47° 29′ 50″ N, 8° 5′ 5″ O; CH1903: 648684 / 260919
Höhe: 407 m ü. M.
Fläche: 3.96 km²
Einwohner: 748 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 189 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 18,3 % (31. Dezember 2013)[2]
Website: www.boezen.ch
Blick auf Bözen

Blick auf Bözen

Karte
Deutschland Kanton Solothurn Bezirk Aarau Bezirk Baden Bezirk Bremgarten Bezirk Laufenburg Bezirk Lenzburg Bezirk Zurzach Auenstein AG Birr AG Birrhard Bözberg AG Bözen Brugg Effingen Elfingen Habsburg AG Hausen AG Lupfig Mandach Mönthal Mülligen AG Remigen Riniken Rüfenach Scherz AG Schinznach-Bad Schinznach Thalheim AG Veltheim AG Villigen Villnachern Windisch AGKarte von Bözen
Über dieses Bild
w

Bözen (schweizerdeutsch: ˈbøːtsə)[3] ist eine Einwohnergemeinde im Bezirk Brugg des Schweizer Kantons Aargau. Sie liegt rund neun Kilometer westlich des Bezirkshauptorts im oberen Fricktal.

Geographie[Bearbeiten]

Das Dorf liegt westlich des Bözbergpasses am Oberlauf der Sissle und ist von sanft ansteigenden Hügeln des Tafeljuras umgeben. Es sind dies der Schemel im Norden (615 m ü. M.), der Hessenberg im Nordosten (507 m ü. M.) und der Müliberg im Südwesten (473 m ü. M.). Ein kurzes Seitental führt nordostwärts in Richtung Elfingen. An den Südhangen des Schemels und Hessenbergs befinden sich mehrere Rebberge.[4]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 396 Hektaren, davon sind 86 Hektaren mit Wald bedeckt und 44 Hektaren überbaut. Der höchste Punkt ist der Gipfel des Schemels auf 615 Metern, der tiefste liegt auf 397 Metern an der Sissle.

Nachbargemeinden sind Elfingen im Norden, Effingen im Osten, Zeihen im Süden und Hornussen im Westen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Boze erfolgte in einem Dokument aus dem Jahr 1284. Der Ortsname stammt vom lateinischen (ad montem) Vocetum, wobei Vocetum auf das keltische Wort Voceton zurückgeht, das mit Wald oder Gehölz übersetzt werden kann.[3] Verschiedene Funde deuten darauf hin, dass die Gegend bereits während der Jungsteinzeit besiedelt war. Zur Zeit der Römer, ab Ende des 1. bis Mitte des 3. Jahrhunderts, befand sich hier ein einfacher Gutshof, dessen Grundriss mit Wohn- und Badetrakt 1923/28 freigelegt wurde.[5]

Im Mittelalter war das Dorf Teil des Dinghofes Elfingen, das dem Kloster Murbach im Elsass gehörte. Der Dinghof verfügte über umfassende Rechte in der näheren Umgebung und wurde 1291 an die Habsburger verkauft. Königin Agnes von Ungarn schenkte 1322 den Besitz dem Kloster Königsfelden in Windisch. Daneben entstand im 14. Jahrhundert als Gerichtsbezirk die Twingherrschaft Bötzberg, die zuerst den Herren zu Schönau und ab dem frühen 15. Jahrhundert der Familie des Arnold von Rotberg aus Basel gehörte. Diese übten die niedere Gerichtsbarkeit aus.

Grenzstein von 1733 zwischen Bözen und Hornussen

1460 eroberte Bern die Herrschaft Schenkenberg, wozu auch Bözen gehörte. Damit sicherten sich die Berner den wichtigen Passübergang über den Bözberg an der Grenze zu Vorderösterreich. Bözen war nun Hauptort eines Gerichtsbezirks des Amts Schenkenberg und somit Teil der Untertanengebiete im Berner Aargau. Bern kaufte 1514 den Rotbergern die niederen Herrschaftsrechte ab, der einstmals bedeutende Elfinger Dinghof hatte damit aufgehört zu existieren. 1528 führten die Berner die Reformation ein.

Im März 1798 marschierten die Franzosen in die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Bözen gehört seither zum Kanton Aargau. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sank die Bevölkerungszahl um fast einen Drittel, da viele verarmte Dorfbewohner sich zur Auswanderung entschlossen oder dazu gedrängt wurden. Über ein Jahrhundert lang stagnierte die Einwohnerzahl. Ab 1980 nahm die Bautätigkeit markant zu, vor allem seit der Eröffnung der Bözbergautobahn im Jahr 1996.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche Bözen

Die Marienkapelle wurde erstmals 1381 als Filialkirche von Elfingen erwähnt. 1667 wurde die alte, zu klein gewordene Kapelle abgebrochen und an ihrer Stelle die heute noch bestehende Kirche im spätbarocken Stil erbaut.[6] Seit Juni 2009 ist der sog. Rüedi-Kelch, ein Abendmahlskelch aus der Zeit um 1640, in der Kirche ausgestellt.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gelb schwarzer Balken.» Bis 1915 besass die Gemeinde kein eigenes Wappen. Sie übernahm dann vorerst inoffiziell jenes der Herren von Rotberg. Die definitive Einführung erfolgte im Jahr 1953.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung:[9]

Jahr 1764 1850 1900 1930 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner 361 539 376 371 383 403 389 372 518 657 699

Am 31. Dezember 2013 lebten 748 Menschen in Bözen, der Ausländeranteil betrug 18,3 %. Bei der Volkszählung 2000 waren 58,3 % reformiert, 20,9 % römisch-katholisch und 9,1 % muslimisch; 1,2 % gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[10] 92,8 % bezeichneten Deutsch als ihre Hauptsprache, 2,0 % Albanisch, 1,8 % Serbokroatisch.[11]

Politik und Recht[Bearbeiten]

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Seine Amtsdauer beträgt vier Jahre und er wird im Majorzverfahren (Mehrheitswahlverfahren) vom Volk gewählt. Er führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm von Kanton und Bund zugeteilt wurden.

Für Rechtsstreitigkeiten ist das Bezirksgericht Brugg zuständig. Auf kommunaler Ebene gibt es einen Friedensrichter, der auch für die Gemeinden Effingen, Elfingen, Gallenkirch, Linn, Oberbözberg und Unterbözberg zuständig ist.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Bözen gibt es gemäss Betriebszählung 2008 rund 180 Arbeitsplätze, davon 25 % in der Landwirtschaft, 21 % in der Industrie und 54 % im Dienstleistungssektor.[12] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in Brugg oder in den grösseren Gemeinden des Fricktals.

Verkehr[Bearbeiten]

Bözen liegt an der Hauptstrasse 3 (BaselZürich) über den Bözbergpass. Am südwestlichen Dorfrand führt die Autobahn A3 vorbei. Die nächsten Anschlüsse befinden sich zwischen Effingen und Zeihen (nur in Fahrtrichtung Zürich) sowie bei Frick. Die Anbindung an das Netz des öffentlichen Verkehrs erfolgt durch eine Postautolinie zwischen dem Bahnhof Frick und dem Bahnhof Brugg, weitere Postautos verkehren nach Elfingen.

Bildung[Bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über einen Kindergarten und ein Schulhaus. In diesem werden die Primarschule sowie die 1. bis 4. Klasse der Realschule und der Sekundarschule unterrichtet. Ab 2011 werden die Real- und Sekundarschulde gestaffelt nach Frick versetzt, wo auch die Bezirksschule ist. Die nächstgelegenen Kantonsschulen (Gymnasien) befinden sich in Aarau und Baden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  2. Bevölkerungsbestand per Ende Dezember 2013, Statistisches Amt des Kantons Aargau
  3. a b  Beat Zehnder: Die Gemeindenamen des Kantons Aargau. In: Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hrsg.): Argovia. Band 100, Verlag Sauerländer, Aarau 1991, ISBN 3-7941-3122-3, S. 105–107.
  4. Landeskarte der Schweiz, Blatt 1069, Swisstopo
  5.  Martin Hartmann, Hans Weber: Die Römer im Aargau. Verlag Sauerländer, Aarau 1985, ISBN 3-7941-2539-8, S. 165.
  6. Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau - Bezirke Lenzburg und Brugg. Verlag Birkhäuser, Basel 1953.
  7. Zeitung Sonntag vom 21. Juni 2009 S. 57
  8.  Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen des Kantons Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8, S. 129.
  9. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden des Kantons Aargau seit 1850. In: Eidg. Volkszählung 2000. Statistisches Amt des Kantons Aargau, 2001, abgerufen am 3. April 2012.
  10. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Religionszugehörigkeit sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  11. Eidg. Volkszählung 2000: Wirtschaftliche Wohnbevölkerung nach Hauptsprache sowie nach Bezirken und Gemeinden. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.
  12. Betriebszählung 2008. Statistisches Amt des Kantons Aargau, abgerufen am 23. August 2012.