Bückeberg

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Dieser Artikel beschreibt den Bückeberg im Landkreis Schaumburg. Für den Bückeberg im Landkreis Hameln-Pyrmont, siehe Bückeberg (Hagenohsen). Einen Bückeberg gibt es auch noch auf dem Gebiet der Stadt Eschwege und bei Gernrode am Harz.

f1p5

Bückeberg / Bückeberge
Lage des Bückebergs in Deutschland

Lage des Bückebergs in Deutschland

Höchster Gipfel Bückeberg (367 m ü. NHN)
Lage zwischen Bad Eilsen und Bad Nenndorf; Landkreis Schaumburg; Niedersachsen (Deutschland)
Niedersächsisches Bergland Calenberger Bergland
Koordinaten 52° 16′ N, 9° 13′ O52.2599166666679.2115277777778367Koordinaten: 52° 16′ N, 9° 13′ O
Gestein Kalkstein, Sandstein, Schieferton, Steinkohle

Der Bückeberg (auch die Bückeberge genannt) zwischen Bad Eilsen und Bad Nenndorf im niedersächsischen Landkreis Schaumburg ist ein bis 367 m ü. NHN[1] Höhenzug des Calenberger Berglands, einem Teil des Weserberglands.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Bückeberg liegt zwischen Harrl und Deister im Norden des Naturparks Weserbergland Schaumburg-Hameln. Er befindet sich zwischen den Ortschaften Stadthagen im Norden, Bad Nenndorf im Nordosten, Lauenau im Osten, Rehren im Süden, Bad Eilsen im Südwesten und Bückeburg (etwas entfernt) und Obernkirchen im Westen.

Topographie und Ausdehnung[Bearbeiten]

Physische Karte des Bückebergs (Bückeberge)

Der von Südwesten nach Nordosten verlaufende etwa 20 km lange Kamm, der auf 200 m bis etwa 367 m Höhe liegt, hat nur wenige Erhebungen, wie den Bückeberg (ca. 367 m), östlich der Einmündung des Wegs Eulenburg, und den Großen Karl (301,7 m) bei Reinsdorf. Hier knickt der Verlauf nach Norden ab und endet mit den Vorbergen Münchhausener Berg und Heisterberg bei Beckedorf. Während am flachen Nordhang bereits die Norddeutsche Tiefebene beginnt, liegt am eher steilen Südhang das Auetal, durch das die Bundesautobahn 2 verläuft.

Berge und Erhebungen[Bearbeiten]

Zu den Bergen und Erhebungen des Bückebergs gehören − sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN)[1]:

  • Bückeberg (ca. 367 m)
  • Großer Karl (301,7 m)
  • Steinberg (260,3 m)
  • Münchhausener Berg (185,1 m)
  • Heisterberg (ca. 170 m)

Gewässer[Bearbeiten]

Zu den zahlreichen den Bückeberg entwässernden Bächen, von denen einige nur in der kalten Jahreszeit Wasser führen und von der Aue (Bückeburger Aue) und der Rodenberger Aue aufgenommen werden, gehören:

  • Hühnerbach
  • Kalterbach
  • Krebshäger Bach
  • Flothbach
  • Bornau
  • Vornhäger Bach
  • Hessbach
  • Flahbach
  • Salzbach
  • Riesbach
  • Tiefersicksbeeke

Ortschaften[Bearbeiten]

Zu den Ortschaften im und am Bückeberg gehören:

Geologie[Bearbeiten]

Der Kamm des Bückebergs besteht aus festem, hellem Sandstein, dem Obernkirchener Sandstein. Er gehört zu den besten Sandsteinen Europas. Wegen seiner Verschiffung auf der Weser bis nach Bremen ist er wegen des Umschlagortes Bremen unter dem Namen Bremer Sandstein international bekannt. Der westliche Bückeberg enthält Schieferton und Steinkohle, die hier früher auch abgebaut wurde. Im südöstlichen Bereich liegen Jura-Kalke mit Salzeinlagerungen. Hier entstehen die Solequellen bei Soldorf, die in Bad Nenndorf für Bäder genutzt werden.

Schutzgebiete[Bearbeiten]

Auf den im Westen befindlichen Heeßer Bergen, dem vom Steinberg in Richtung Westen und Südwesten abfallenden Bückeberghang, liegt das Naturschutzgebiet Teufelsbad (CDDA-Nr. 82697; 1975 ausgewiesen; 60 ha groß) mit dortigem Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Teufelsbad (FFH-Nr. 3720-331; 66 ha). Auf dem Höhenzug befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Bückeberge (CDDA-Nr. 320154; 1985; 49,72 km²).[1]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Der Bückeberg trägt Buchen-Fichtenmischwald, in dem es viele andere Baumarten gibt wie Douglasie, Birke, Ahorn und Hainbuche. Darüber hinaus findet man noch zahlreiche Pflanzenarten wie Märzenbecher, Seidelbast, Besenginster und verschiedene Farne und Pilze.

Der Bückeberg beherbergt Rehwild, Europäische Mufflons und Schwarzwild. Selten zeigen sich Schleiereule, Turmfalke, Gabelweihe, Uhu, Baummarder und Steinmarder.

Nutzung[Bearbeiten]

Ressourcen[Bearbeiten]

Neben der Forstwirtschaft nimmt der Gesteinsabbau im Bereich des Bückebergs eine wichtige Stellung ein. Dortiger Obernkirchener Sandstein wurde für viele bekannte Bauten verwendet, wie dem Kölner Dom, die Rathäuser in Bremen und Antwerpen sowie die Börse im norwegischen Bergen. Über Jahrhunderte wurde im Bückeberg auch Kohle abgebaut.

Militär[Bearbeiten]

Auf dem Bückeberg bei Obernkirchen befindet sich am nordöstlichen Ende des Kammwegs eine ehemalige Flugabwehr-Raketenstation der NATO. Das nach dem Truppenabzug niederländischer Soldaten verwahrloste Gelände ist weiträumig umzäunt und wird heute fast nur noch für Landeübungen mit Hubschraubern von der naheliegenden Heeresfliegerwaffenschule der Bundeswehr in Bückeburg benutzt. Selten finden hier noch mehrtägige Übungen der Lehrgruppe B mit Biwak auf dem Gelände statt.

Freizeitgestaltung und Sport[Bearbeiten]

Es gibt auf dem Bückeberg einige Wanderwege mit Ausblicken in die Täler, aber auch viele Wirtschaftswege ohne Beschilderung. Auf dem Bückeberg bei Obernkirchen befindet sich das Jugend-, Bildungs- und Freizeit-Centrum (JBFC), das Ende der 1970er Jahre aus einer Umwidmung der ehemaligen Steinhauer-Siedlung der Obernkirchener Sandsteinbrüche hervorgegangen ist. Auf den Sportanlagen des JBFC finden alljährlich das Jahn-Bergturnfest und das inzwischen eingegliederte Schaumburger Kinder- und Jugendturnfest statt. Das Bergturnfest hieß in seiner Anfangszeit ab 1935 Jahn-Erinnerungsturnen und löste den Lauf um den Bückeberg ab, der bis 1934 durchgeführt wurde. Der von 1935 bis Ende der 1970er Jahre genutzte Turnplatz in der Nähe des Jahn-Turmes existiert heute nicht mehr.[2]

Waldgaststätten[Bearbeiten]

Zu den Waldgaststätten im und am Bückeberg gehören:

  • Süße Mutter, Waldgasthaus in Auetal-Rolfshagen, geschlossen seit 31. Dezember 2013
  • Gasthaus Walter (von 1870 bis 1996 im Eigentum der Familie Walter), inzwischen geschlossen

Geschichte[Bearbeiten]

Fossilien[Bearbeiten]

In den Steinbrüchen des Bückebergs fand man zahlreiche Spuren von Dinosauriern. Im September 2008 wurde der Öffentlichkeit eine „Weltsensation“ der Paläontologie vorgestellt. In einem Steinbruch wurden Dinosaurierspuren unter anderem von Raptoren gefunden, die von großer wissenschaftlicher Bedeutung sind. Fünf Trittsiegel des Iguanodon sind heute in Bad Nenndorf neben dem Schlösschen zu besichtigen. Aber auch in Bückeburg, Obernkirchen und anderen Orten sind solche Siegel zu bewundern.

Bauwerke[Bearbeiten]

Am Hühnerbach bei Obernkirchen liegen die Reste einer alten Sachsenfestung, der Bückeburg (nicht verwechseln mit der Bückeburg im gleichnamigen Ort) mit ihren Wallanlagen. Auf dem Heisterberg bei Beckedorf befand sich das Heisterschlösschen, eine Ringwallanlage mit 65 m Durchmesser aus dem 10. Jahrhundert.

Gedenkstätten[Bearbeiten]

Auf dem Gelände des Jugend-, Bildungs- und Freizeit-Centrums (JBFC) befinden sich zwei Gedenkstätten. Auf der Jahn-Wiese steht als Reminiszenz an das Lebenswerk von Friedrich Ludwig Jahn das Jahn-Denkmal. Neben der Mehrzweckhalle des JBFC Bückeberg wurde ein Gedenkstein für den Begründer des Jahn-Bergturnfestes, Ernst Stahlhut, gesetzt. Namentlich erinnern auch die Jahn-Wiese und der Jahn-Turm an den "Turnvater".

Etymologie[Bearbeiten]

In einigen Karten findet sich die Bezeichnung Bückeberge. In der niederdeutschen Sprache ist es nicht unüblich, solch eine Bezeichnung als Singular zu gebrauchen („Wir gehen zum Bückeberge“). In der NS-Zeit hat es Versuche gegeben, den Schaumburger Bückeberg in Bückeburger Wald oder auch in die Bückeberge umzubenennen, um ihn vom Bückeberg bei Hagenohsen zu unterscheiden, wo das Reichserntedankfest gefeiert wurde. Vereinzelt findet sich der Plural allerdings auch schon vor 1933 in Karten. In amtlichen Karten wird der Plural erstmals 1961 benutzt. Das Landesvermessungsamt Niedersachsen (LGN) hat 2005 verbindlich die Bezeichnung Bückeberg für den Höhenzug in seiner ganzen Ausdehnung festgelegt, so dass nun auch offiziell wieder die jahrhundertelang gebräuchliche Bezeichnung in die Karten übernommen wird. Der Bückeberg liegt im alten germanischen Bukkigau (von germ. BukkiBuche“), ist also der „Berg im Bukki“ oder „Buchenberg“.

Mythen[Bearbeiten]

In alten Volkssagen wird vom sogenannten „Böxenwolf“ berichtet, eine Art Werwolf, der in der Nacht einsame Wanderer im Bückeberg, aber auch zwischen den umliegenden Dörfern anfällt, ihnen auf den Rücken springt und erst nach einer ganzen Weile wieder abspringt.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Andreas Friedrich: Gestaltete Naturdenkmale Niedersachsens, Landbuch-Verlag, Hannover, 1982, ISBN 3-7842-0256-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Historie des Jahn-Bergturnfestes auf: jahn-bergturnfest.de
  3. Als der Böxenwolf sein Unwesen trieb (PDF-Datei; 31 kB) Schaumburger Nachrichten (www.sn-online.de) vom Montag, 8. November 2010, Seite 24.

Weblinks[Bearbeiten]