Bühlertal
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Karlsruhe | |
| Landkreis: | Rastatt | |
| Höhe: | 196 m ü. NN | |
| Fläche: | 17,68 km² | |
| Einwohner: |
7.946 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 449 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 77830 | |
| Vorwahl: | 07223 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RA | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 2 16 008 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptstraße 137 77830 Bühlertal |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans-Peter Braun | |
| Lage der Gemeinde Bühlertal im Landkreis Rastatt | ||
Der staatlich anerkannte Luftkurort Bühlertal ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Bühlertal erstreckt sich über Seitentäler am Westhang des Nordschwarzwalds im Übergang zur Oberrheinischen Tiefebene in 190 bis 1.000 Meter Höhe.
[Bearbeiten] Gemeindegliederung
Zur Gemeinde Bühlertal gehören das Dorf Obertal die Siedlungen Altenberg, Denni (mit Obertal zusammengewachsen), Längenberg, die Weiler Buchkopf, Büchelbach (mit Butschenberg zusammengewachsen), Laube (mit Unter- und Obertal baulich verbunden), Liehenbach (mit Untertal baulich verbunden), Schafhof, Schönbüch (mit Obertal und Buchkopf baulich verbunden), Schwarzwasen, Seßgaß, Steckenhalt, Untertal, Wintereck und Wolfsbrunnen, die Zinken Eichwald, Freihöfen, Haaberg, Hatzenwörth, Hirschbach, Hof, Hungerberg, Klotzberg, Lachmatt, Matthäuser Schmelz und Sickenwald, das Gehöft Butschenberg und Häuser Gertelbach, Grasiweg, Holzmatt, Immenstein, Kohlbergwiese, Mittelberg, Oberer Plättig, Wiedenfelsen und Wolfshügel. Aufgegangen ist die 1492 erwähnte Ortschaft Mistgraben.[2]
[Bearbeiten] Geschichte
Bühlertal wird erstmals 1301 urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Eberstein. Nachdem die Markgrafen von Baden bereits seit 1536 im Ort begütert waren, fiel Bühlertal 1688 ganz an Baden. Dort gehörte es zum Bezirksamt Bühl, aus dem später der Landkreis Bühl wurde. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, kam der Ort zum Landkreis Rastatt.
[Bearbeiten] Religionen
Neben den römisch-katholischen Pfarrkirchen St. Michael und Liebfrauen gibt es auch die evangelische Christuskirche in der Gemeinde.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Bürgermeister
- 1832–1848: Georg Ziegler
- 1848–1863: Martin Strahl
- 1863–1869: Franz Müller
- 1869–1871: Franz Fritz
- 1871–1877: Konrad Kern
- 1877–1880: Franz Xaver Fritz
- 1880–1904: Reinhard Geiser
- 1904–1916: Reinhard Kern
- 1916–1919: Adolf Irth
- 1919–1921: Albert Bäuerle
- 1922–1931: Dr. Ernst Booz
- 1931–1945: Karl Fauth
- April 1945–August 1945: Alois Mildenberger
- September 1945–1964: Karl Braxmaier
- 1964–1992: Benno Huber
- 1992–2005: Jürgen Bäuerle, CDU
- 2005–2008: Michael Stockenberger
- ab 2008: Hans-Peter Braun (gewählt am 1. Juni, Amtsantritt 1. September 2008)
Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Bühlertal, Jürgen Bäuerle, wurde zum Landrat des Landkreises Rastatt gewählt. Dies erforderte Neuwahlen, aus denen im zweiten Wahlgang 2005 Michael Stockenberger, der ehemalige Ortsvorsteher der Reblandgemeinden um Baden-Baden, als Sieger hervorging. 2007 wurde er wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornographie vorläufig suspendiert.[3] Stockenberger bestritt den Vorwurf, trat aber 2008 vom Amt des Bürgermeisters zurück.[4]
[Bearbeiten] Gemeinderat
Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:
[Bearbeiten] Partnerschaften
Mit dem französischen Faverges ist Bühlertal seit 1990 partnerschaftlich verbunden.
Es finden regelmäßige Ausflüge von Bühlertäler Vereinen und Schulklassen nach Faverges statt. [5]
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
Das Museum Geiserschmiede wurde mit großem ehrenamtlichem Engagement in einer ehemaligen Hammerschmiede eingerichtet. Neben der Ortsgeschichte wird das traditionelle Handwerk des Schmieds in Ausstellung, Vorführung und interaktiven Medien erläutert. Es wurde 2002 vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe e.V. als Vorbildliches Heimatmuseum ausgezeichnet.
[Bearbeiten] Sport
Aus dem Bühlertäler Karate & Judo Verein Budo Kai kommt die vierfache Karate-Weltmeisterin Britt Weingand.
Die englische Fußballnationalmannschaft trainierte während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Bühlertäler Mittelbergstadion und gastierte zu dieser Zeit ganz in der Nähe, im Schlosshotel Bühlerhöhe.
Der Ortsteil Bühlertal-Hundseck ist jährlich im Juli Startort des Hornisgrinde-Marathons, der seit 1973 durchgeführt wird und eine der ältesten Marathonveranstaltungen in Deutschland ist.
Der Int. Hundseck-Berglauf, bei dem auf einer Strecke von 9,5 km eine Höhendifferenz von 776 m zu bewältigen ist, wird im Mai eines jeden Jahres ausgetragen und findet seit 1977 ununterbrochen statt. Er ist damit einer der ältesten Bergläufe Deutschlands.
Bühlertal ist 2012 Austragungsort der offiziellen Senioren-Weltmeisterschaft im Berglauf. Von der WMRA (World Mountain Running Association), dem Berglauf-Weltverband, wurde der Turnverein Bühlertal hierbei mit der Ausrichtung dieser 12. Masters World Mountain Running Championships beauftragt.
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
In Bühlertal werden das ganze Jahr über viele Feste gefeiert. Weit über die Grenzen der Gemeinde bekannt sind das „Bühlotelfeschd“ und die Heckenfeste, welche vom Musikverein Bühlertal und dem Verkehrsverein veranstaltet werden. Zahlreiche Fastnachtsvereine laden auf unterschiedlichsten Veranstaltungen zum Feiern ein, nicht nur während der Fastnachtszeit.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Verkehr
Bühlertal ist durch den Autobahnzubringer, der sich zum großen Teil auf der früheren Trasse der stillgelegten und zurückgebauten Bühlertalbahn befindet, an die Rheintal-Autobahn A 5 und an die Bundesstraße 3 angebunden.
Ganz Bühlertal ist mit Ausnahme der L83 eine flächendeckende Tempo-30-Zone.
[Bearbeiten] Wirtschaft
Die Gewerbe der Gemeinde waren in den früheren Jahren ausschließlich auf Landwirtschaft und Forstwirtschaft ausgerichtet. Heute gibt es nur noch wenige Haupterwerbsbetriebe. Der Anbau von Sonderkulturen wird nach wie vor intensiv gepflegt; das ist meist der Obstanbau, wie Zwetschgen und Erdbeeren. Bühler Zwetschgen sind auch überregional ein bekannter Begriff. Noch bedeutungsvoller ist jedoch der Weinbau.
Die ersten Industriebetriebe, die sich im Bühlertal niederließen, waren die Sägewerke die das Holz des Schwarzwalds verarbeiteten, im Laufe der Zeit bis zu acht Stück. Hinzu kamen zahlreiche Zigarrenfabriken, die den im Oberrheintal kultivierten Tabak verarbeiteten. Seit dem Jahr 1939 prägte vor allem die Ansiedlung der Autotechnischen Vertriebs- und Organisationsgesellschaft AVOG, heute zur Robert Bosch GmbH gehörend, die Industrialisierung des Ortes.
Neben der Firma Bosch und kleineren Handwerksbetrieben ist die Gemeinde heute geprägt vom Tourismus.
[Bearbeiten] Bildung
Neben der Franziska-Höll-Schule, einer Grund-, Haupt- und Realschule, besteht mit der Dr.-Josef-Schofer-Schule noch eine Grund- und Hauptschule in Bühlertal. Außerdem gibt es drei Kindergärten im Ort.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
- Otto Mühlschlegel (1898–1995), ernannt 1969, Unternehmer und Inhaber der AVOG
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Gemeinde
- Albert Geiger (1866–1915), Schriftsteller
- Schwester Alexia, bürgerlicher Name Franziska Höll (1838–1918), Klostergründerin
- Stephan Kern (1860–1915), Kunstmaler, Meisterschüler von Ferdinand Keller
- Andreas Schenk (* 1982), deutscher Schachspieler
- Joseph Schofer (1866–1935), katholischer Pfarrer, Zentrumspolitiker (1905–1930 Mitglied des Badischen Landtags und ab 1919 Vorsitzender des Badischen Zentrums), Schriftsteller (veröffentlichte auch unter dem Pseudonym Dr. E. Geradaus)[6]
[Bearbeiten] Literatur
- Renate Baumann: Bühlertäler Dialekt-Wörterbuch
- Renate Baumann: Erinnerte Geschichte - Aufarbeitung eines Stückes Dorfgeschichte, Bühlertäler Kriegserinnerungen und Zeitzeugenberichte, 1. Aufl. 2005.
- Gerhard Fritz: Heimatbuch Bühlertal, Hrsg. Gemeinde Bühlertal, 1991.
- Ulrich Coenen: Die Baukunst der nördlichen Ortenau – Denkmäler in Bühl, Bühlertal, Ottersweier, Lichtenau, Rheinmünster und Sinzheim. Verlag der Badischen Neuesten Nachrichten, Karlsruhe und Bühl 1993.
- Ulrich Coenen: Der Platz Faverges in Bühlertal und seine Architektur. In: Heimatbuch 1997 Landkreis Rastatt. 36. Jahrgang (1997), Seite 259–272.
- Patrick Götz: Museum Geiserschmiede Bühlertal, in: Heimatbuch des Landkreises Rastatt 2000. Rastatt 2000.
- Patrick Götz: 700 Jahre Bühlertal. Festschrift zum 700. Ortsjubiläum, 2001.
- Jürgen Bäuerle und Patrick Götz: Von Bürgern für Bürger – 700 Jahre Bühlertal, in: Die Gemeinde, Organ des Gemeindetags Baden-Württemberg. Heft 20/2001.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 155–157
- ↑ swr.de
- ↑ Stuttgarter Nachrichten 22. Februar 2008
- ↑ die Städtepartnerschaft zwischen Bühlertal und Faverges
- ↑ Günter Wirth: SCHOFER, Joseph (Josef). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 9, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1, Sp. 659–668.
[Bearbeiten] Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde
- Links zum Thema Bühlertal im Open Directory Project
- Eichwaelder.de – Geschichte des Ortsteiles Eichwald und viele Postkarten und Bilder aus Bühlertal und Umgebung
- Museum Geiserschmiede (mit Beiträgen zur Ortsgeschichte)
- Senioren-Weltmeisterschaft im Berglauf 2012
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