Bühlertal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bühlertal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bühlertal
Bühlertal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bühlertal hervorgehoben
48.6836111111118.1908333333333260Koordinaten: 48° 41′ N, 8° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Rastatt
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 17,68 km²
Einwohner: 7863 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 445 Einwohner je km²
Postleitzahl: 77830
Vorwahl: 07223
Kfz-Kennzeichen: RA, BH
Gemeindeschlüssel: 08 2 16 008
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 137
77830 Bühlertal
Webpräsenz: www.buehlertal.de
Bürgermeister: Hans-Peter Braun
Lage der Gemeinde Bühlertal im Landkreis Rastatt
Rhein Frankreich Rheinland-Pfalz Enzkreis Sinzheim Sinzheim Sinzheim Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Baden-Baden Karlsruhe Landkreis Calw Landkreis Freudenstadt Landkreis Karlsruhe Landkreis Karlsruhe Ortenaukreis Ortenaukreis Ortenaukreis Au am Rhein Bietigheim Bischweier Bühlertal Bühlertal Bühlertal Bühl (Baden) Durmersheim Elchesheim-Illingen Forbach (Baden) Gaggenau Gernsbach Hügelsheim Iffezheim Kuppenheim Lichtenau (Baden) Loffenau Muggensturm Muggensturm Ötigheim Ottersweier Ottersweier Rastatt Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Rheinmünster Sinzheim Steinmauern Weisenbach RheinKarte
Über dieses Bild
Blick vom Sickenwalder Horn auf Bühlertal
Die Hauptstraße

Der staatlich anerkannte Luftkurort Bühlertal ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Rastatt.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Bühlertal erstreckt sich über das Tal des Sandbachs und seine Nebentäler am Westhang des Nordschwarzwalds im Übergang zur Oberrheinischen Tiefebene in 190 bis 1.000 Meter Höhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Bühlertal gehören das Dorf Obertal die Siedlungen Altenberg, Denni (mit Obertal zusammengewachsen), Längenberg, die Weiler Buchkopf, Büchelbach (mit Butschenberg zusammengewachsen), Laube (mit Unter- und Obertal baulich verbunden), Liehenbach (mit Untertal baulich verbunden), Schafhof, Schönbüch (mit Obertal und Buchkopf baulich verbunden), Schwarzwasen, Seßgaß, Steckenhalt, Untertal, Wintereck und Wolfsbrunnen, die Zinken Eichwald, Freihöfen, Haaberg, Hatzenwörth, Hirschbach, Hof, Hungerberg, Klotzberg, Lachmatt, Matthäuser Schmelz und Sickenwald, das Gehöft Butschenberg und Häuser Gertelbach, Grasiweg, Holzmatt, Immenstein, Kohlbergwiese, Mittelberg, Oberer Plättig, Wiedenfelsen und Wolfshügel. Aufgegangen ist die 1492 erwähnte Ortschaft Mistgraben.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Bühlertal wird erstmals 1301 urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Eberstein. Nachdem die Markgrafen von Baden bereits seit 1536 im Ort begütert waren, fiel Bühlertal 1688 ganz an Baden. Dort gehörte es zum Bezirksamt Bühl, aus dem später der Landkreis Bühl wurde. Als dieser 1973 aufgelöst wurde, kam der Ort zum Landkreis Rastatt.
siehe auch Burg Bärenstein

Religionen[Bearbeiten]

Neben den römisch-katholischen Pfarrkirchen St. Michael und Liebfrauen gibt es auch die evangelische Christuskirche in der Gemeinde.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1832–1848: Georg Ziegler
  • 1848–1863: Martin Strahl
  • 1863–1869: Franz Müller
  • 1869–1871: Franz Fritz
  • 1871–1877: Konrad Kern
  • 1877–1880: Franz Xaver Fritz
  • 1880–1904: Reinhard Geiser
  • 1904–1916: Reinhard Kern
  • 1916–1919: Adolf Irth
  • 1919–1921: Albert Bäuerle
  • 1922–1931: Dr. Ernst Booz
  • 1931–1945: Karl Fauth
  • April 1945–August 1945: Alois Mildenberger
  • September 1945–1964: Karl Braxmaier
  • 1964–1992: Benno Huber
  • 1992–2005: Jürgen Bäuerle, CDU
  • 2005–2008: Michael Stockenberger
  • ab 2008: Hans-Peter Braun (gewählt am 1. Juni, Amtsantritt 1. September 2008)

Der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Bühlertal, Jürgen Bäuerle, wurde zum Landrat des Landkreises Rastatt gewählt. Dies erforderte Neuwahlen, aus denen im zweiten Wahlgang 2005 Michael Stockenberger, der ehemalige Ortsvorsteher der Reblandgemeinden um Baden-Baden, als Sieger hervorging. 2007 wurde er wegen des Verdachts der Verbreitung von Kinderpornographie vorläufig suspendiert.[3] Stockenberger bestritt den Vorwurf, trat aber 2008 vom Amt des Bürgermeisters zurück.[4]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

  1. CDU 41,67 %, 8 Sitze
  2. FBV 41,23 %, 7 Sitze
  3. SPD 17,11 %, 3 Sitze

Partnerschaften[Bearbeiten]

Mit dem französischen Faverges ist Bühlertal seit 1990 partnerschaftlich verbunden.

Es finden regelmäßige Ausflüge von Bühlertäler Vereinen und Schulklassen nach Faverges statt. [5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Museum Geiserschmiede wurde mit großem ehrenamtlichem Engagement in einer ehemaligen Hammerschmiede eingerichtet. Neben der Ortsgeschichte wird das traditionelle Handwerk des Schmieds in Ausstellung, Vorführung und interaktiven Medien erläutert. Es wurde 2002 vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe e.V. als Vorbildliches Heimatmuseum ausgezeichnet.

Sport[Bearbeiten]

Aus dem Bühlertäler Karate & Judo Verein Budo Kai kommt die vierfache Karate-Weltmeisterin Britt Weingand.

Die englische Fußballnationalmannschaft trainierte während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 im Bühlertäler Mittelbergstadion und gastierte zu dieser Zeit ganz in der Nähe, im Schlosshotel Bühlerhöhe.

Der Ortsteil Bühlertal-Hundseck ist jährlich im Juli Startort des Hornisgrinde-Marathons, der seit 1973 durchgeführt wird und eine der ältesten Marathonveranstaltungen in Deutschland ist.

Der Internationale Hundseck-Berglauf, bei dem auf einer Strecke von 9,5 km eine Höhendifferenz von 776 m zu bewältigen ist, wird im Mai eines jeden Jahres ausgetragen und findet seit 1977 ununterbrochen statt. Er ist damit einer der ältesten Bergläufe Deutschlands.

Bühlertal ist 2012 Austragungsort der offiziellen Senioren-Weltmeisterschaft im Berglauf. Von der WMRA (World Mountain Running Association), dem Berglauf-Weltverband, wurde der Turnverein Bühlertal hierbei mit der Ausrichtung dieser 12. Masters World Mountain Running Championships beauftragt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

In Bühlertal werden das ganze Jahr über viele Feste gefeiert. Weit über die Grenzen der Gemeinde bekannt sind das „Bühlotelfeschd“ und die Heckenfeste, welche vom Musikverein Bühlertal und dem Verkehrsverein veranstaltet werden. Zahlreiche Fastnachtsvereine laden auf unterschiedlichsten Veranstaltungen zum Feiern ein, nicht nur während der Fastnachtszeit.

Am 3. Oktober lädt der Ort im Rahmen und zum Abschluss der fast vierwöchigen "Weinwochen" zum Wandertag mit Einkehr, Verkostung und kulinarischen Themen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Hier war früher der Bahnhof Bühlertal-Untertal.

Bühlertal ist durch den Autobahnzubringer, der sich zum großen Teil auf der früheren Trasse der stillgelegten und zurückgebauten Bühlertalbahn befindet, an die Rheintal-Autobahn A 5 und an die Bundesstraße 3 angebunden.

Ganz Bühlertal ist mit Ausnahme der L83 eine flächendeckende Tempo-30-Zone.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Gewerbe der Gemeinde waren in den früheren Jahren ausschließlich auf Land- und Forstwirtschaft ausgerichtet. Heute gibt es nur noch wenige Haupterwerbsbetriebe. Der Anbau von Sonderkulturen wird nach wie vor intensiv gepflegt; das ist meist der Obstanbau, wie Zwetschgen und Erdbeeren. Bühler Zwetschgen sind auch überregional bekannt. Noch bedeutungsvoller ist jedoch der Weinbau.

Die ersten Industriebetriebe, die sich im Bühlertal niederließen, waren die Sägewerke, die das Holz des Schwarzwalds verarbeiteten, im Laufe der Zeit bis zu acht Stück. Hinzu kamen zahlreiche Zigarrenfabriken, die den im Oberrheintal kultivierten Tabak verarbeiteten. Seit dem Jahr 1939 prägte vor allem die Ansiedlung der Autotechnischen Vertriebs- und Organisationsgesellschaft AVOG, heute zur Robert Bosch GmbH gehörend, die Industrialisierung des Ortes.

Neben der Firma Bosch und kleineren Handwerksbetrieben ist die Gemeinde heute geprägt vom Tourismus.

Weinbau[Bearbeiten]

Mit dem Engelsfelsen besitzt der Ort eine Einzellage im Weinbau mit einer Neigung von bis zu 75° und gilt damit als steilste Weinlage Europas.[6]

Bildung[Bearbeiten]

Neben der Franziska-Höll-Schule, einer Grund-, Haupt- und Realschule, besteht mit der Dr.-Josef-Schofer-Schule noch eine Grund- und Hauptschule in Bühlertal. Außerdem gibt es drei Kindergärten im Ort.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Charly Doll (* 1954), Laufsportler, Koch und Autor
  • Albert Geiger (1866–1915), Schriftsteller
  • Schwester Alexia, bürgerlicher Name Franziska Höll (1838–1918), Klostergründerin
  • Stephan Kern (1860–1915), Kunstmaler, Meisterschüler von Ferdinand Keller
  • Andreas Schenk (* 1982), deutscher Schachspieler
  • Josef Schofer (1866–1930), katholischer Pfarrer, Zentrumspolitiker (1905–1930 Mitglied des Badischen Landtags und ab 1919 Vorsitzender des Badischen Zentrums), Schriftsteller (veröffentlichte auch unter dem Pseudonym Dr. E. Geradaus)[7]

Literatur[Bearbeiten]

  • Renate Baumann: Bühlertäler Dialekt-Wörterbuch
  • Renate Baumann: Erinnerte Geschichte - Aufarbeitung eines Stückes Dorfgeschichte, Bühlertäler Kriegserinnerungen und Zeitzeugenberichte, 1. Aufl. 2005.
  • Gerhard Fritz: Heimatbuch Bühlertal, Hrsg. Gemeinde Bühlertal, 1991.
  • Ulrich Coenen: Die Baukunst der nördlichen Ortenau – Denkmäler in Bühl, Bühlertal, Ottersweier, Lichtenau, Rheinmünster und Sinzheim. Verlag der Badischen Neuesten Nachrichten, Karlsruhe und Bühl 1993.
  • Ulrich Coenen: Der Platz Faverges in Bühlertal und seine Architektur. In: Heimatbuch 1997 Landkreis Rastatt. 36. Jahrgang (1997), Seite 259–272.
  • Patrick Götz: Museum Geiserschmiede Bühlertal, in: Heimatbuch des Landkreises Rastatt 2000. Rastatt 2000.
  • Patrick Götz: 700 Jahre Bühlertal. Festschrift zum 700. Ortsjubiläum, 2001.
  • Jürgen Bäuerle und Patrick Götz: Von Bürgern für Bürger – 700 Jahre Bühlertal, in: Die Gemeinde, Organ des Gemeindetags Baden-Württemberg. Heft 20/2001.
  • Suso Gartner: 700 Jahre Bühlertal. Zur Frühgeschichte der Talgemeinde, in: Die Ortenau. Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden. 81. Jahresband 2001, Seite 25–34.G

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bühlertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 155–157
  3. swr.de
  4. Stuttgarter Nachrichten 22. Februar 2008
  5. die Städtepartnerschaft zwischen Bühlertal und Faverges
  6. Landentwicklung und Ländliche Bodenordnung, Nachrichtenblatt Heft 53/2012, Seite 12 [1] (PDF; 10,4 MB)
  7. Günter Wirth: SCHOFER, Joseph (Josef). In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 9, Bautz, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1, Sp. 659–668.