Bülow (Adelsgeschlecht)

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Das Wappen derer von Bülow
verschiedene Formen des Wappens der Familie Bülow (1780)
Bülowsches Familienwappen in der Kirche von Wamckow (Mecklenburg)
Grabplatte der Bischöfe Ludolf († 1339) und Heinrich († 1347) von Bülow im Schweriner Dom
Familie von Bülow am 28. Oktober 1928 vor deren Gutshaus Rogeez

Die Familie von Bülow ['by:lo:] ist ein deutsches Uradelsgeschlecht aus Mecklenburg.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte der Familie

Von Bülow ist eine einstämmige Familie, die auf Ritter Gottfried von Bülow (Godofridus de Bulowe), urkundlich 1229 erwähnt, zurückgeht. Adelsnamen leiten sich oft von Familiensitzen her, der Familienname Bülow kommt vom Ort Bülow bei Rehna in Mecklenburg, heute ein Ortsteil von Königsfeld. Als Vogel Bülow wird im dortigen Sprachraum der Pirol oder die Goldamsel bezeichnet, der im Kopf des Familienwappens sitzt. Das Wort ist ursprünglich slawisch.

1383 brannte der Ritter Heinrich von Bülow den Ort Wilsnack (Brandenburg), dessen Kirche und weitere Dörfer der Umgebung nieder. Nachdem in der Ruine der Wilsnacker Kirche drei rot verfärbte Hostien gefunden wurden, bestätigte der Havelberger Bischof Dietrich II. von Man ein Hostienwunder. Die Wunderblutkirche wurde daraufhin zu einer der bedeutendsten Wallfahrtskirchen Europas. Die Pilgerfahrten zur Wunderblutkirche endeten, als der erste evangelische Pfarrer von Wilsnack die Reste der Hostien 1552 verbrannte.

1565 gelangt die Familie, mit Viktor von Bülow, in den Besitz der Burg Calvörde mit dem Marktflecken Calvörde. Doch schon 1571 löste der Herzog Julius von Braunschweig die zuvor als Pfand vergebenen Ländereien wieder ein.[1]

Die Familie Freiherr von Bülow war bis 1945 u.a. ansässig in Beyernaumburg. Eine der Familiengrabstätten derer von Bülow befindet sich auf dem Alten Zwölf-Apostel-Kirchhof in Berlin-Schöneberg.

Die Familie von Bülow unterhält seit 1867 einen Familienverband mit derzeit etwa 400 Mitgliedern und richtet alle zwei Jahre Familientage aus.[2]

[Bearbeiten] Standeserhebungen

[Bearbeiten] Reichsfreiherrnstand

Die Söhne des Paul Joachim von Bülow: Joachim Heinrich, Kurhannoverscher Geheimer Rat, Thomas Christian, Braunschweig-Cellescher Rat und Oberhauptmann, Cuno Josias, Hannoverscher Generalleutnant, Hans Otto, Braunschweig-Lüneburgischer Landrat, und Wilhelm Ludwig, königlich Preußischer Obersthofmeister und Ordensritter, wurden vom Kaiser Joseph I. mit Diplom vom 16. Dezember 1705 in den Reichsfreiherrnstand erhoben.

[Bearbeiten] Grafenstand

Eine Erhebung in den Reichsgrafenstand erfolgte für Freiherr Ernst August von Bülow 1736 durch Kaiser Karl VI.. Dieser starb jedoch erbenlos. Friedrich Ludwig Victor Hans von Bülow aus der Linie Cummerow, königlich Preußischer Finanzminister, wurde von König Friedrich Wilhelm III. am 17. Januar 1816 in den Grafenstand erhoben. Sein Sohn Hans Adolf Carl Graf von Bülow war mecklenburg-schwerinscher Ministerpräsident.

[Bearbeiten] Fürstenstand

Reichskanzler Bernhard von Bülow (1849–1929) wurde 1905 in den Fürstenstand erhoben. Er starb ohne Nachkommen.

[Bearbeiten] Wappen

In Blau 14 (4,4,3,2,1) goldene Kugeln; auf dem Helm mit blau-goldenen Decken ein Pirol (Golddrossel oder Vogel-Bülow) mit goldenem Ring im Schnabel zwischen offenem goldenen Fluge hinter zwei mit je sieben goldenen Ballen (Kugeln) belegten blauen Büffelhörnern.

[Bearbeiten] Bekannte Namensträger

[Bearbeiten] Literatur

  • Jakob Friedrich Joachim Bülow: Mit Kupfern und vielen Urkunden versehene, historische, genealogische und critische Beschreibung des Edlen, Freyherr- und Gräflichen Geschlechts von Bülow; Neubrandenburg: Korb, 1780 (Digitalisat)
  • Jakob Friedrich Joachim Bülow, Paul Bülow: Familienbuch der von Bülow; Berlin: Königliche Oberhofdruckerei, 1858 (Digitalisat)
  • Danmarks Adels Aarbog 1884
  • Bülowsches Familienbuch, 2 Bände; Schwerin 1911/1914
  • Gottfried Bülow: Geschichtliche Nachrichten über die von Bülow zu Oebisfelde, als Beitrag zur Geschichte des Geschlechts nach urkundlichen Quellen; Magdeburg: Baensch, 1860 (Digitalisat)
  • Gottfried Bülow: Historische Nachrichten über die von Bülows, Magdeburg 1868.
  • Friedrich Crull: Die Wappen der bis 1360 in den heutigen Grenzen Meklenburgs vorkommenden Geschlechter der Mannschaft; in: Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 52 (1887), S. 34–182 (S. 63) (Digitalisat)
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelslexikon Band 2, Band 58 der Gesamtreihe; Limburg (Lahn): C. A. Starke, 1974, S. 161
  • Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser A; Limburg (Lahn): C. A. Starke, 1987

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Bülow family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Rudi Fischer: 800 Jahre Calvörde – Eine Chronik bis 1991.
  2. Familie von Bülow - Willkommen in von-buelow.de
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