Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein

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Basisdaten
Gründungsdatum: 1980
Gründungsort:
Vorsitzende: Ruth Kastner
Peter Stoltenberg
Schatzmeister: Markus Stiegler
Beisitzerinnen im Landesvorstand: Sabine Rautenberg
Uta Röpcke
Mitglieder: 2.250 (Stand: 08/2014)[1]
Website: Grüne in Schleswig-Holstein

Der Landesverband Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein der Partei Bündnis 90/Die Grünen besteht seit 1980. Seit 1996 sind die GRÜNEN durchgehend im Landtag Kiel vertreten.

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten]

Die Grüne Liste Schleswig-Holstein (GLSH) wurde im Mai 1978 in Rendsburg als Landesverband selbstständiger Kreiswählergemeinschaften gegründet. Inhaltlicher Konsens der Wählergemeinschaft war die Ablehnung der Kernenergienutzung und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage. Im Dezember desselben Jahres erfolgte die Neugründung der GLSH als Partei. 1979 trat die Grüne Liste erstmals zu den schleswig-holsteinischen Landtagswahlen an, scheiterte aber mit einem Stimmenanteil von 2,4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. 1980 gründete sich der Landesverband der Grünen in Schleswig-Holstein, die GLSH blieb zunächst als eigenständige Partei neben den Grünen bestehen und fusionierte erst 1982 mit dieser. Die Grünen scheiterten in den folgenden fünf Landtagswahlgängen erneut an der Fünf-Prozent-Hürde (1983: 3,7 %, 1987: 3,9 %, 1988: 2,9 %, 1992: 4,97 %).

1996: Einzug in den Landtag und die Regierung[Bearbeiten]

In der 14. Wahlperiode vom 22. Mai 1996 bis zum 28. März 2000 waren die Grünen mit sechs Abgeordneten erstmals im Landtag vertreten, nachdem sie bei der Wahl 8,1 Prozent der Stimmen erhalten hatten.

Gleichzeitig konnten sie in der Koalition mit der SPD in die Regierungsverantwortung gelangen und stellten mit Rainder Steenblock den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Minister für Natur, Umwelt und Forsten. Angelika Birk wurde als zweite Grüne Ministerin für Frauen, Jugend, Wohnungs- und Städtebau.

15. Legislaturperiode (2000–2005)[Bearbeiten]

Die Landtagswahl 2000 führte zu starken Verlusten der Grünen, die nur noch auf 6,2 Prozent der Stimmen kamen. Dennoch verblieben die Grünen in der Wahlperiode vom 28. März 2000 bis 17. März 2005 in der Regierungsverantwortung. Stellvertretende Ministerpräsidentin und Ministerin für Justiz, Frauen, Jugend und Familie wurde Annemarie Lütkes und Klaus Müller wurde Minister für Umwelt, Natur und Forsten (ab dem 1. März 2003 Minister für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft).

16. Legislaturperiode (2005–2009)[Bearbeiten]

Bei der Landtagswahl am 27. April 2005 erreichten die Grünen 6,2 Prozent und stellten vier Abgeordnete im Landtag. Der Versuch, eine rot-grüne Landesregierung unter Heide Simonis mit Unterstützung des SSW zu bilden, scheiterte an einer Gegenstimme aus den eigenen Reihen (siehe Wahl des Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein 2005). In der Folge wurde eine Große Koalition gebildet und die Grünen gingen in die Opposition.

17. Legislaturperiode (2009–2012)[Bearbeiten]

Bei der Landtagswahl im September 2009 verdoppelten die Grünen ihren Stimmenanteil auf 12,4 Prozent und zogen mit zwölf Abgeordneten wieder in den Landtag ein. Zum Fraktionsvorsitzenden wurde der Spitzenkandidat des Wahlkampfes, Robert Habeck, gewählt. Da jedoch eine schwarz-gelbe Koalition eine Mehrheit erreichte, blieben die Grünen in der Opposition.

18. Legislaturperiode (2012– )[Bearbeiten]

Auf einem Parteitag in Neumünster bestimmten die Delegierten im November 2011 den Fraktionsvorsitzenden Robert Habeck zum (erstmals) alleinigen Spitzenkandidaten für die vorgezogene Landtagswahl 2012. Bei dieser erzielten die Grünen am 6. Mai 2012 mit 13,2% und zehn Mandaten ihr bisher bestes Ergebnis. Das Ziel, mit der SPD eine rot-grüne Mehrheit zu erlangen, wurde zwar verfehlt, da der dänisch und friesisch orientierte SSW sich jedoch erstmals bereit erklärte, Regierungsverantwortung übernehmen, wurden Koalitionsverhandlungen über die Bildung einer sogenannte "Küstenkoalition" aus SPD, Grünen und SSW aufgenommen.

Nach der Wahl von Torsten Albig zum Ministerpräsidenten am 12. Juni 2012 nahm das Regierungsbündnis seine Arbeit auf. Die Grünen sind mit Monika Heinold (Finanzministerin) und Robert Habeck (Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) für zwei Ressorts verantwortlich.

Am 30. Oktober 2012 gaben die Grünen das Ergebnis einer landesweiten Urabstimmung zur Nordstaatsfrage bekannt. Demnach votierten 55,1% der abstimmenden Mitglieder für die Fusion des Bundeslandes Schleswig-Holstein mit benachbarten Bundesländern.

Personen[Bearbeiten]

Fraktionsvorsitzende[Bearbeiten]

Robert Habeck (2009), ehem. Fraktionsvorsitzender im Landtag von Schleswig-Holstein (2009–2012)
Zeitraum Vorsitzende
Mai 1996 - März 2000 Irene Fröhlich
März 2000 - März 2005 Karl-Martin Hentschel
März 2005 - Mai 2006 Annemarie Lütkes
Juni 2006 - Oktober 2009 Karl-Martin Hentschel
Oktober 2009 - Juni 2012 Robert Habeck
seit Juni 2012 Eka von Kalben

Ergebnisse bei den Landtagswahlen[Bearbeiten]

Ergebnisse
Landtagswahlen
15%
10%
5%
0%
'79
'83
'87
'88
'92
'96
'00
'05
'09
'12
Landtagswahlergebnisse[2]
Jahr Stimmen Sitze
1979 2,4 % 0
1983 3,6 % 0
1987 3,9 % 0
1988 2,9 % 0
1992 5,0 %* 0
1996 8,1 % 6
2000 6,2 % 5
2005 6,2 % 4
2009 12,4 % 12
2012 13,2 % 10

*) 4,97 %

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.shz.de/nachrichten/schleswig-holstein/landespolitik/artikeldetail/artikel/das-land-wird-schwarz-bunt.html
  2. Ergebnisse der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein