Bürgerkonvent

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Der Bürgerkonvent (Eigenschreibweise: BürgerKonvent) ist ein politischer Verein, der im April 2003 gegründet wurde.

Laut Satzung von Mai 2007 ist der Zweck des Vereins „durch staatsbürgerliche Bildung die Mitwirkung an der politischen Willensbildung der Bevölkerung zu fördern sowie die Verbesserung der Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft in Deutschland und Europa“.

Führende Gründungsmitglieder sind der Bonner Politologe Gerd Langguth und der Sozialwissenschaftler und Publizist Meinhard Miegel (Sprecher). Im Vorstand (Stand August 2010) sitzen Gisela Charlotte Fischer, Patrick Freiherr von Stauffenberg, Hans-Günter Lind und Gerhard Schulte. Unterstützt wird die Organisation weiterhin von führenden Personen aus Politik und Wirtschaft, wie Roland Berger und Otto Graf Lambsdorff.

Der Bürgerkonvent erlangte Ende April/Anfang Mai 2003 durch eine groß angelegte Werbekampagne unter dem Titel Deutschland ist besser als jetzt Bekanntheit. Die Kampagne wurde von der Werbeagentur Abels & Grey betreut[1] und mit 6 Millionen Euro von August von Finck junior finanziert.[2] Seither erscheint der regelmäßige Newsletter "BürgerBrief", der sich monatlich wechselnden politischen Themengebieten widmet.

Einer Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung zufolge versteht sich der Bürgerkonvent als eine überparteiliche Einrichtung von Bürgern, welche die Staatsgesellschaft zu einer echten Bürgergesellschaft umformen wollen. Der Bürgerkonvent werbe für politische und gesellschaftliche Lösungen, welche nicht einer kurzfristigen Politik oder einer Klientel verpflichtet seien.[3] Eine Analyse der Hauptabteilung Politik und Beratung der Konrad-Adenauer-Stiftung zur Beurteilung der Alternative für Deutschland bezeichnet den Bürgerkonvent als „Apo von rechts“ und „von oben“, die auf die Rückführung des Staates auf Kernkompetenzen und den Abbau von Sozialleistungen zugunsten privater Vorsorge abziele. Dazu werde mit Hilfe eingekaufter und professioneller Kampagnenpolitik Druck auf Politiker ausgeübt. Die Strukturen seien „intransparent und nicht demokratisch.“[4]

Vorstand[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thomas Leif: Beraten & verkauft McKinsey & Co. Der große Bluff der Unternehmensberater. München 2006, S. 287.
  2. Christian Rickens: manager magazin: August von Finck finanzierte Werbekampagne der Vereinigung „Bürgerkonvent“. (Version vom 2. Februar 2010 im Internet Archive) Website der Spiegel-Gruppe, 14. Dezember 2005.
  3. Heinz Theisen: Die Zukunftsfähigkeit der politischen Mitte. Konrad-Adenauer-Stiftung, Mai 2004.
  4. Dietmar Neuerer: Konservativ, liberal, rechts – wohin steuert die AfD? In: Handelsblatt, 28. Juni 2013.