Büste

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Dieser Artikel befasst sich mit der Büste als Skulptur. Zu anderen Bedeutungen siehe Büste (Begriffsklärung).

Die Büste (Aussprache: [ˈbʏstə]) ist ein voll- oder reliefplastisches Bildnis einer in der Regel individuellen Person, das sich unter Hinzunahme von Halsansatz oder ganzer Schulter auf den Kopf des Dargestellten konzentriert.

Die Etymologie des Begriffs lässt sich nicht weiter als bis ins 18. Jahrhundert, als er aus dem gleichbedeutenden it. busto übernommen wurde, sicher zurückverfolgen.[1] Ein Zusammenhang mit lat. bustum, Leichenbrandstätte, ist wegen des Entstehungszusammenhangs vermutet worden[2], mit Brust oder Busen hat das Wort jedenfalls wohl kaum etwas zu tun.

Geschichte[Bearbeiten]

Ältere Kulturen wie Babylonien oder Assyrien kennen die Büste noch nicht, auch in Ägypten ist die Büste der Nofretete ein Bildhauermodell und somit eine Ausnahme. In der Griechischen Kunst sind Büsten vor allem des Gottes Hermes in Form einer Herme bekannt. Die meisten "griechischen Büsten" sind jedoch Fragmente oder Teilkopien vollständiger Bildwerke. Aus etruskischen Anregungen erwuchs die hochentwickelte Kunst der römischen Porträtbildnerei.

Das Mittelalter brachte seit dem 11. Jahrhundert Büstenreliquiare hervor, eine Ausnahmestellung nimmt unter ihnen der Cappenberger Barbarossakopf (um 1160) ein. Büsten, die einen Typus (der Fürst, der Baumeister), nicht ein Individuum wiedergeben, schuf die gotische Bauskulptur. Solche Realitätsnähe schuf erst Peter Parler mit den Büsten am Triforium des Prager Veitsdoms. Doch Bedeutung bekam die Gattung Porträtbüste erst in der Renaissance mit dem Rückgriff auf die römisch-antike Porträtkunst. In Deutschland wird sie oft nur im kleinen Format realisiert. Erst im Barock kann man von weiter Verbreitung sprechen. Für Italien sind hier Bernini und Alessandro Algardi zu nennen, in Frankreich Antoine Coysevox und vor allem Jean-Antoine Houdon (1741-1828). Natürlich hatte der Klassizismus eine besondere Affinität zur antiken Bildnisform der Büste, die nun auch auf Grabmälern und Epitaphien den Toten repräsentiert. Christian Daniel Rauch und Johann Gottfried Schadow gelten als die bedeutendsten Porträtisten dieser Zeit in Deutschland. Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart sind unzählige Büsten in allen möglichen Materialien und Größen geschaffen worden.

Bedeutung[Bearbeiten]

Seit den Anfängen sind Büsten Teil der Erinnerungskultur, sie haben oft Denkmalcharakter, drücken private Wertschätzung aus, stehen an den Stätten des Wohnen oder Wirkens eines bedeutenden Menschen, oder dienen einer ideologischen Identifikationspolitik, wie dies die weltgrößten Monumente ihrer Art in Chemnitz (Karl-Marx-Monument) und Ulan Ude (Lenin) überdeutlich machen. Als Ruhmestempel zur Förderung des Nationalbewußtseins entstand 1830-42 die Walhalla bei Regensburg mit Ihrer Sammlung von 128 Büsten bedeutender Deutscher.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der große Duden Bd. 7, Etymologie, Mannheim 1963, S. 92
  2. Kluge-Goetze, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 1934, 11. Auflage, Spalte 89

Literatur[Bearbeiten]

  • Harald Keller: Büste, in: Reallexikon zur Deutschen Kunst, Bd. 3, 1951, Spalte 255-274 Büste

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Büste – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Büste – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien